Sera Kalo – Biografie, Projekte & Diskografie

Sera Kalo
Sera Kalo at Halle 424 in Hamburg, 2026, Foto Jacek Brun

Biographie

Sera Kalo ist eine in Berlin lebende Sängerin, Komponistin, Produzentin und interdisziplinäre Künstlerin, deren Arbeit sich konsequent jenseits fester Genregrenzen bewegt. Verwurzelt in Jazz, Soul, R&B, freier Improvisation und experimentellen Klangformen, versteht sie Musik nicht als Stilfrage, sondern als lebendigen, offenen Prozess – körperlich, emotional und gegenwärtig.

Geboren um 1987 in Connecticut als Christine Seraphin, wuchs Kalo in einer musikliebenden Familie mit karibischen Wurzeln (St. Lucia und Dominikanische Republik) auf. Ihre musikalische Ausbildung begann früh mit klassischem Klavierunterricht, bevor sich ihr Fokus zunehmend auf die Stimme verlagerte. Zu ihren prägenden Einflüssen zählen Sängerinnen wie Carmen McRae, Sarah Vaughan, Nancy Wilson, India Arie und Erykah Badu – Vorbilder, die stilistische Offenheit mit persönlichem Ausdruck verbinden.

2009 zog Sera Kalo von New York nach Dresden, studierte zeitweise an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber und gründete gemeinsam mit dem Saxophonisten Paul Berberich die Band SoulSom. Seither entwickelte sie eine internationale Karriere, tourte mit unterschiedlichsten Projekten durch Europa und die USA und wirkte auf über 20 Albumproduktionen mit, die unter anderem in Deutschland und Asien entstanden.

Im Zentrum ihres künstlerischen Ansatzes steht die Improvisation – nicht als Effekt oder Geste, sondern als Form des Komponierens im Moment. Stimme, Sprache, Körper und Raum greifen dabei unmittelbar ineinander. Ihre Performances werden oft als roh, intensiv und emotional kompromisslos beschrieben: zwischen Spoken Word, vokaler Abstraktion, Groove und lyrischer Intimität.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt ihr Projekt eXante, mit dem sie 2023 ihr erstes Soloalbum veröffentlichte. Noch konsequenter öffnet sie diesen Ansatz mit eX.II, einem in Berlin gegründeten, international besetzten Ensemble. Hier verschmelzen freie Improvisation, groovebasierte Strukturen und poetisches Erzählen zu einem offenen musikalischen Raum, in dem Jazz nicht als Stil, sondern als Haltung erscheint – beweglich, widerständig, unruhig. Mit eX.II tourte Kalo u. a. durch Großbritannien, Portugal und Spanien, teilte Bühnen mit Shabaka Hutchings und eröffnete Konzerte für Nala Sinephro.

Auch interdisziplinär ist ihre Arbeit präsent: 2024 wurde Sera Kalo als musikalische Stimme für den Soundwalk der Wassily-Kandinsky-Ausstellung im Amsterdamer H’ART Museum ausgewählt. Ihre künstlerische Praxis verbindet dabei stets persönliche Identität, kulturelle Vielschichtigkeit und gesellschaftliche Reflexion.

Für ihren innovativen und mutigen Ansatz wurde Sera Kalo mehrfach ausgezeichnet, darunter 2024 mit dem Sony Female* Producer Prize sowie 2025 mit dem Deutscher Jazzpreis in der Kategorie Vokal. Ihre Arbeit steht exemplarisch für eine neue Generation von Jazzkünstlerinnen, die Experiment, Emotion und Zugänglichkeit nicht als Gegensätze begreifen, sondern als gemeinsame Energie.

Ausgewählte Diskographie

Links

Sera Kalo Internetseite:
https://serakalo.com/

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