Simon Spiess - Helio

Simon Spiess - Helio - Albumcover
Simon Spiess - Helio

Simon Spiess
Helio

Erscheinungstermin: 14.02.2025
Label: Unit Records, 2024

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jazz-fun`s recap:

Musik von großer melodischer, harmonischer und kompositorischer Raffinesse, die die Innovationen des zeitgenössischen Jazz aufgreift und weiterentwickelt. Claudia Döffinger ehrt nicht nur die Tradition der großen Meister, sondern prägt mit ihrem einzigartigen Stil eine ganz eigene Klangsprache. Ihre Kompositionen zeichnen sich durch raffinierte metrisch-rhythmische Strukturen aus, die subtil Anklänge an die Ästhetik des Mainstream-Jazz im weitesten Sinne enthalten. Nachtwache ist ein facettenreiches Album, das den Zuhörer fesselt – jede Note hat Bedeutung. Ein herausragendes Werk, das uns begeistert! (Jacek Brun, 14.02.2025)

Besetzung

Simon Spiess - tenor sax
Malcom Braff - piano
Bänz Oester - double bass
Samuel Dühsler - drums

Über das Album "Helio" von Simon Spiess

Helio lässt uns so hochabheben, dass es schwierig wird wieder zu landen. Vier Ausnahmemusiker, Simon Spiess am Tenorsaxophon, Malcolm Braff am Klavier, Bänz Oester am Kontrabass und Samuel Dühsler am Schlagzeug, fliegen in neun Songs in frei fluktuierender Weisedurch SIle des Modern Jazz.

In ihren Arrangements, Improvisationen und Kniffen greifen sie mit professioneller Leichtigkeit und radikaler Offenheit Einflüsse aus Hard Bop über Free Jazz bis hin zu Contemporary Jazz auf. Wir kennen die Musiker aus Konstellationen wie The Rainmakers, Simon Spiess Quiet Tree oder Braff Oester Rohrer. Die Eigenkompositionen auf Heliosind von Simon Spiess und Bänz Oester und bereits von früheren Alben bekannt, erscheinen in dieser Besetzung jedoch in neuem Licht.

Der erste Titel, „Facing The Tiger“, beschreibt den Kontext der Aufnahmesession ganz gut. Dieser war nicht ohne Herausforderungen, zeigt aber mit welch einer Supergroup wir es hier zu tun haben. Bei der zweitägigen Aufnahmesession im Auditorium des SRF Studios in Basel waren zwei der Musiker gesundheitlich angeschlagen. Simon Spiess, der Saxophonist, fieberte sogar und wurde bereits beim Soundcheck kurz ohnmächtig. Aber Spiess und seine Kollegen gehören zu der Kategorie Musiker, die im entscheidenden Moment alles geben und die Kunst aus der eigentümlichen Mischung eines Augenblicks entstehen lassen. Musik ist Therapie.

Bei Besinnung ist dieses Album also nicht und weckt damit eine Musikalität, die es zu einem lebendigen, spannenden und kreativen Zeugnis macht. Mitunter gibt sich Spiess als Anti-Saxophonist, indem er dem Pianisten, Malcolm Braff, die Stimme überlässt, der sich auch dieses Malwieder als rhythmisches Supertalent zeigt. Fiebrig steigt die Spannung des Albums. Nach dem ersten, noch leicht verträumten Moll-Blues-Stückbringt „Towards Sun“ mit afrikanischer Rhythmik eine tänzerische Dynamik in die Session; „Malcolm B“ steigert mit modalen Improvisationen à la Coltrane die Intensität, die mit dem „Blues 75“ über einer Ganzton-Skala ihren Höhepunkt erreicht.

In harmonischen Höhen gleitet das sehr moderne, im Jazz-Stil der aktuellen New Yorker Szene gehaltene „Family Karma“ dahin. Am Ende landet „Fly My Nine“ in entspannter Eleganz. Seine Harmoniefolgenstammen aus dem Klassiker „Fly Me To The Moon“ von Frank Sinatra, worüber der Kontrabassist, Bänz Oester, eigene Melodien entwickelte. Heliogestaltet einen rauschenden Flugdurch die modernen Jazztraditionen. Mit Leichtigkeit transportiert es das Gefühl, dass alles offen, jederzeit möglich ist und immer wieder auch einen Anflug von Ekstase.

Text: Luise Wolf

Titelliste

  1. Facing The Tiger
  2. Towards Sun
  3. Malcom B
  4. Amager Strand
  5. Blues 75
  6. Family Karma
  7. Lumbago
  8. Adhān
  9. Fly My Nine

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