Sophia Oster Quartett - Praise
Sophia Oster Quartett
Praise
Erscheinungstermin: 05.09.20254
Label: Laika Records, 2025
Nach "Jubilation" und "All Smiles" schenkt uns Sophia Oster mit "Praise" ein weiteres Album voller Magie, Tiefe und feinster Jazzkunst. Die Musik lebt von improvisatorischer Freiheit, gelungenen Arrangements und ausdrucksstarken Kompositionen, die vom ersten bis zum letzten Ton fesseln.
Der klare, warme und emotional berührende Gesang von Sophia Oster ist dabei das Herzstück des Albums. Ihre Interpretationen – sowohl der eigenen Stücke als auch der Lieder von Joni Mitchell, Steve Allee oder Pixinguinha – überzeugen gleichermaßen durch emotionale Subtilität wie durch technische Präzision. Neben ihrem Gesang begeistert sie mit ausdrucksstarken Klaviersoli, die der Musik besonderer Glanz und Tiefe verleihen. Unterstützt wird sie von einem hochklassigen Quartett, das mit sensiblen und inspirierten Soli brilliert und der Musik vielschichtige Klangfarben verleiht. Besonders schön ist das Wechselspiel mit Saxophon und Flöte, das die Ausdruckskraft noch verstärkt.
"Praise" ist ein Album, das mit seiner Wärme, Musikalität und künstlerischen Reife sofort in den Bann zieht. Eine berührende Produktion, die man unbedingt gehört haben sollte.
(Jacek Brun, 05.09.2025)
Besetzung
Sophia Oster - vocals, piano, composition
Konstantin Herleinsberger - flute, saxophone
Paul Imm - bass
Rafael Müller - drums
Sophia Oster Quartett – Praise: Zwischen Stimme und Klavier eine berührende Hommage
Die Sängerin, Pianistin und Komponistin Sophia Oster stellt ihr Album „Praise” vor. Es ist geprägt von tiefem musikalischem Ausdruck, kraftvoller Emotionalität und bemerkenswerter künstlerischer Reife. Zusammen mit Konstantin Herleinsberger (Flöte, Saxophon), Paul Imm (Bass) und Rafael Müller (Schlagzeug) entfaltet sie auf sechs Stücken eine musikalische Reise zwischen zeitgenössischem Jazz, lyrischer Intimität und rhythmischer Raffinesse.
Den Auftakt macht das titelgebende Doppelstück „Praise / Strong Woman”, das mit einem ruhigen, fast meditativen Klavierintro beginnt. Daraufhin öffnet sich das Arrangement, sodass Osters Vokalisen, Herleinsbergers Saxophon und Müllers perkussives Schlagzeugspiel gemeinsam ein eindrucksvolles Klangbild erschaffen. Schließlich übernimmt die Flöte elegant die melodische Führung, bevor sich das Stück zu einem klassischen Jazzpart mit klarer Rollenverteilung zwischen Rhythmusgruppe und Solisten wandelt. Ein intensives Klaviersolo zeigt Osters dynamisches Spiel, das zwischen lyrischer Feinfühligkeit und entschlossener Energie changiert. Das Finale bringt schließlich alle Stimmen in einem emotional aufgeladenen Crescendo noch einmal zusammen.
„Freedom Song”, ebenfalls aus Osters Feder, lebt vom Wechselspiel zwischen groovenden Rhythmen und ruhigen, introspektiven Passagen. Herleinsbergers Saxophon tritt hier sowohl als Dialogpartner als auch als expressiver Solist in Erscheinung, während das Klavier immer wieder Ruhepole setzt.
Mit dem zweiten Doppelstück „Woodstock / Go”, einer eindrucksvollen Kombination von Joni Mitchells ikonischem Song und Wayne Shorters Komposition, zeigt das Quartett seine improvisatorische Stärke. Der bildreiche Text über Sternenstaub und Rückkehr zur Natur wird durch Osters Gesang intensiv transportiert. Besonders berührend ist hierbei das dialogische Zusammenspiel zwischen ihrer Stimme und dem Saxophon in einem Vokalise-Part, der in emotionale Soli von Saxophon und Klavier mündet.
„No Mind“, eine Komposition von Steve Allee mit Text von Sophia Oster, schlägt leisere Töne an. Ein gezupfter Bass, zurückhaltende Besenarbeit am Schlagzeug und Osters Stimme entfalten eine fast balladenhafte Atmosphäre: klar, reduziert und doch tief berührend.
Im folgenden „My Kind Of Blues” zeigt sich das Quartett von seiner rhythmisch wildesten Seite. In hohem Tempo wechseln sich Saxophonlinien, energetisches Klavierspiel und ein geradezu tanzender Schlagzeugeinsatz ab. Die Struktur bleibt wandelbar, die Energie hoch, das Zusammenspiel präzise und mitreißend.
Mit dem brasilianischen Klassiker „Carinhoso” (Pixinguinha/Braguinha) findet das Album einen zärtlichen Ruhepunkt. Osters Gesang auf Portugiesisch wird hier von einem sanften, beinah intimen Saxophonspiel begleitet. Ein kurzes, behutsam gezupftes Bass-Solo von Paul Imm setzt beim Schlusslicht dieses Albums einen besonders warmen Akzent.
Insgesamt besticht „Praise“ durch seine stilistische Vielfalt, die niemals beliebig wirkt. Jeder Musiker bringt seine individuelle Stimme ein, und doch entsteht ein bemerkenswert homogenes Gesamtbild. Die Band beweist nicht nur technisches Können, sondern vor allem ein tiefes Verständnis dafür, wie Musik Emotionen trägt und Stimmungen erzeugt. Mit „Praise“ ist Sophia Oster ein Werk gelungen, das gleichermaßen herausfordert, berührt und inspiriert.
Titelliste
- Praise / Strong woman
- Freedom song
- Woodstock / Go
- No mind
- My kind of blues
- Carinhoso
jazz-fun`s recap:
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