Rezension des Albums "Empathy" von Sophie Hassfurther Kaleidoscope

Sophie Hassfurther Kaleidoscope - Empathy - Album cover
Sophie Hassfurther Kaleidoscope - Empathy

Sophie Hassfurther Kaleidoscope
Empathy

Erscheinungstermin: 02.10.2026
Label: Hat Hut Records, 2026

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Wenn aus vielen Teilen ein gemeinsames Bild entsteht

jazz-fun`s recap:

Nach der Pandemie schien vieles festgefahren. Für Sophie Hassfurther wurde daraus der Wunsch, musikalische Strukturen neu zu ordnen – wie in einem Kaleidoskop, in dem sich Formen und Farben mit jeder Bewegung verändern.

Empathy basiert auf genau diesem Prinzip. Die Wiener Saxofonistin und Komponistin sucht nach Übergängen, Brüchen und jenen kleinen Verschiebungen, aus denen neue Zusammenhänge entstehen können. Die Musik bleibt dabei beweglich und reagiert ständig auf das, was im Ensemble passiert.

Die Besetzung ist groß genug, um zahlreiche Farben zu ermöglichen, doch Hassfurther vermeidet bewusst orchestrale Schwere. Stattdessen entsteht ein erstaunlich intimer Klang. Tenor- und Altsaxofon, Sopransaxofon, Posaune, Trompete, Bassklarinette, Gitarre, Bass und Schlagzeug greifen ineinander, ohne den Raum zu überfüllen.

Jeder Musiker bringt eine eigene Stimme ein, aber niemand stellt sie demonstrativ aus. Einzelne Töne, kurze Linien und kleine melodische Gesten reichen oft aus, um den Gesamtklang zu verändern. Solistische Momente entstehen aus dem Ensemble heraus und führen wieder dorthin zurück.

Die Musik fließt ruhig und klar. Sie verzichtet auf unnötige Verkomplizierung und auf Effekte, die nur Aufmerksamkeit erzeugen sollen. Dadurch entsteht eine große Transparenz, in der selbst kleine Veränderungen Gewicht bekommen.

Das Ensemble klingt wie ein Organismus, der sich ständig neu zusammensetzt. Mal treten Bläser stärker hervor, mal öffnet die Gitarre einen neuen Raum, mal sorgen Bass und Schlagzeug für eine kaum merkliche Verschiebung des Pulses. Nichts bleibt lange statisch, obwohl die Grundstimmung von Ruhe geprägt ist.

Der Titel Empathy passt zu dieser Haltung sehr gut. Es geht um Zuhören, Reagieren und um die Bereitschaft, den eigenen Klang in einen gemeinsamen Zusammenhang zu stellen.

Sophie Hassfurther schafft damit eine Musik, die sich nicht aufdrängt. Sie lädt ein. Und vielleicht liegt ihre besondere Qualität genau darin, dass man sich nach einer Weile nicht mehr fragt, wer gerade im Vordergrund steht. Man hört einfach das gemeinsame Bild.

(Jacek Brun, 29.10.2026)

Besetzung

Sophie Hassfurther - tenor saxophone, flute, piccolo
Markus Harm - alto & soprano saxophone
Mario Vavti - trombone
Nikola Vukovic - trumpet
Susanna Gartmayer - bass clarinet
Kenji Herbert - guitar
Peter Herbert - bass
Valentin Duit - drums

Titelliste

  1. Introspection
  2. Manic Perfectionism
  3. Beliefs
  4. Standing Firmly
  5. Transformations
  6. Speak Your Mind
  7. In The Present
  8. Questionable Attributions
  9. Kaleidoscope
  10. Waltz

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