Stefano Di Battista - Morricone Stories

Stefano Di Battista - Morricone Stories

Stefano Di Battista
Morricone Stories

Erscheinungstermin: 02.04.2021
Label: Warner, 2021

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Stefano Di Battista - alto & soprano saxophone
Fred Nardin - piano
Daniele Sorrentino - double bass
Andre Ceccarelli - drums

Die Filmmusik von Ennio Morricone ist eine unendliche Fundgrube kreativen Denkens, verbunden mit den unterschiedlichsten Bildern. Sie ist auch extrem vielseitig und wartet nur darauf, erforscht, überarbeitet und wiederentdeckt zu werden - seine Kompositionen wären auch mit einem bulgarischen Chor oder einem Okarinas-Quintett gleichermaßen unterhaltsam und perfekt wiederzuerkennen. Aber wenn man Jazz in den Mix wirft, hebt das die Dinge auf eine ganz neue Ebene und schafft etwas, das sich wie eine perfekte Übereinstimmung anfühlt, eine natürliche, vielleicht sogar unvermeidliche Verbindung. Das liegt zum Teil an einer Besonderheit von Morricones Musik: Er setzt hochemotionale Melodien in eine Textur aus intelligenten Harmonien, und Jazz tut genau dasselbe, besonders in den Händen von jemandem wie Stefano Di Battista.

Der Saxofonist nimmt die Themen des Komponisten und spielt mit ihnen, als wären sie eine magische Substanz, jene besondere und geheimnisvolle Musik, die auf fast unerklärliche Weise unsere Seelen erfüllt. Dabei hat er sich nicht an Morricones berühmteste Filmmusiken gehalten, die sich ins öffentliche Bewusstsein eingebrannt haben. In einigen Fällen hat Stefano weniger bekannte Themen oder vielmehr Melodien aus weniger bekannten oder vergessenen Filmen ausgewählt, wie "Veruschka" oder "What Have You Done to Solange?", sowohl um tiefer in ein Repertoire einzudringen, in dem es noch viel zu erforschen gibt, als auch als Erinnerung daran, dass Morricone den Soundtrack zu mehr als 500 Filmen geliefert hat, von denen nur eine Handvoll heute noch gefeiert wird. Diese Melodien sind sowohl raffiniert als auch sehr wertvoll, und natürlich hat man auch das pure Vergnügen, Themen zu hören, die man in- und auswendig kennt und die in perfekte Jazz-Standards verwandelt wurden, wie das swingende und witzige "Metti, una sera a cena" oder "The Good, the Bad and the Ugly", das als Duell-Improvisation neu erfunden wurde, wobei das Saxophon die kurzen, vom Ruf des Kojoten inspirierten Noten übernimmt, bevor es sich in die pure Emotion von "Deborah's Theme" aus Once Upon a Time in America auflöst. Dies ist eines von Morricones größten Werken überhaupt, das er sehr mochte, weil es sein Ideal einer Melodie verkörperte, die mit einem Minimum an Noten das maximal mögliche Ergebnis erzielt.

Dann gibt es eine flinke Neubearbeitung von The Mission, bei der die Original-Oboe mühelos auf das Sopransaxophon transponiert wird, und Flora, eine überraschende, bisher unveröffentlichte Nummer, die der verehrte Komponist Di Battista geschenkt hat. Letztendlich fühlt sich der Mechanismus makellos an und könnte eine Reihe weiterer Platten hervorbringen - als ob ein Teil von Morricones Denken immer, vielleicht unbewusst, in Richtung Jazz gerichtet war.

Geboren am 14. Februar 1969 in Rom, kam der Saxophonist Stefano Di Battista durch die Platten von Art Pepper und Cannonball Adderley zum Jazz. Ermutigt durch den Pianisten Jean-Pierre Como, der ihn im Sommer 1992 beim Calvi Jazz Festival hörte, nach Paris zu ziehen, fasste Stefano schnell Fuß in der französischen Hauptstadt mit Hilfe mehrerer Musiker, insbesondere des Schlagzeugers Aldo Romano und des Dirigenten Laurent Cugny, der Stefano und den Trompeter Flavio Boltro in sein 1994 gegründetes Orchestre National de Jazz einlud.

Obwohl er hauptsächlich in Frankreich aktiv ist, unterhält Stefano auch enge Verbindungen zur italienischen Jazz-Gemeinde, die er mit seinen Landsleuten Enrico Rava (1996), Rita Marcotulli (1998), Daniele Scannapieco (2003) und Dario Rosciglione (2004) aufgenommen hat.

Die Combo auf seinem dritten Album für Blue Note, Round About Roma (2002), ist daher ein internationales Quartett mit dem belgischen Pianisten Éric Legnini, dem französischen Schlagzeuger André Ceccarelli und dem italienischen Bassisten Rosario Bonaccorso, unterstützt von einem symphonischen Orchester, arrangiert und dirigiert von Vince Mendoza.

Stefano ließ zwei weitere Alben für Blue Note folgen: eine Hommage an Charlie Parker und das virtuose Trouble Shootin' (2007) mit Fabrizio Bosso an der Trompete und Baptiste Trotignon an der Hammond. Sein darauffolgendes Album Woman's Land (2011), auf dem italienischen Label Alice Records, nahm mehrere historische Frauenfiguren des 20. Jahrhunderts als Inspiration. Jahrhunderts. Stefanos Fähigkeit, sich auf ein musikalisches Gespräch mit anderen Künstlern einzulassen, zeigt sich auf seinen späteren Alben, darunter Giù la Testa (2014), aufgenommen mit dem französischen Gitarristen Sylvain Luc.

Text: Warner

jazz-fun.de meint:
Sehr gelungene und äußerst interessante Interpretationen von großer Musik. Wir dürfen die alten Meister nie ausstreichen, denn man weiß ja nicht, womit sie uns noch überraschen können.

  1. Cosa avete fatto a Solange? (aus ”What Have You Done To Solange?”)
  2. Peur sur la ville (aus ”Fear Over The City”)
  3. La cosa buffa (aus ”La Cosa Buffa")
  4. Veruschka (aus "Veruschka")
  5. Deborah's Theme (aus ”Once Upon A Time in America”)
  6. Metti, una sera a cena (aus ”Metti, Una Sera A Cena?)
  7. Apertura della caccia (aus "1900")
  8. Il grande silenzio (aus "The Great Silence")
  9. Flora (Weltersteinspielung)
  10. La donna della Domenica (aus ”The Sunday Woman”)
  11. Gabriel's Oboe (aus "The Mission")
  12. The Good, the Bad and the Ugly (aus ”The Good, The Bad And The Ugly?)

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