Strigalev, Klein, Belardi, Herr - Tele-Port

Strigalev, Klein, Belardi, Herr - Tele-Port

Strigalev, Klein, Belardi, Herr
Tele-Port

Erscheinungstermin: 15.11.2019
Label: Double Moon, 2019

Strigalev, Klein, Belardi, Herr - Tele-Port - bei JPC kaufenStrigalev, Klein, Belardi, Herr - Tele-Port - bei Amazon kaufen

Jeff Herr - drums
Jérôme Klein - synthesizer
Pol Belardi - bass
Zhenya Strigalev - saxophone

Seit einigen Jahren geht die Saat tatsächlich auf. Durch eine erstaunlich vielschichtige universitäre Ausbildung, aber auch ein dichtes Netz an Musikschulen konnte sich in Luxemburg eine Jazzszene entwickeln, die es in jeder Hinsicht mit den größeren Nachbarstaaten aufnehmen kann. Musiker wie Michel Reis, Marc Demuth, Paul Wiltgen, Pit Dahm, Maxime Bender, Pascal Schumacher, Greg Lamy, Michel Pilz, Sascha Ley oder Michel Meis verpassen der neuen europäischen Jazzsprache einen unverkennbaren Akzent. Dass nun der Keyboarder Jérôme Klein, der Bassist Pol Belardi und der Schlagzeuger Jeff Herr gemeinsam mit Zhenya Strigalev, einem abenteuerlustigen russischen Saxofonisten, der in der vergangenen Dekade zu den Eckpfeilern der Londoner Jazzszene gehörte, mit Tele-Port die erste „Supergroup made in Luxembourg“ ins Leben rufen und auch gleich ein Album veröffentlichen, ist ein Ereignis, das auf jeden Fall Beachtung verdient.

Sie bündeln ihre Kreativität. Strigalev, Klein, Belardi und Herr bilden ein brandneues, multitalentiertes und hochenergetisches Quartett, das repräsentativ für den unbedingten Willen der aktuellen Generation Luxemburger Jazzmusiker steht, ein markantes akustisches Ausrufezeichen zu setzen. „Musik ist eine universelle Sprache“, betont Jeff Herr. „Jeder von uns verfügt in der Hinsicht über einen ähnlichen Background, da wir alle Musik studiert haben und keine Scheu vor Experimenten oder unkonventionellen musikalischen Entscheidungen besitzen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos! Wir sind nicht auf Purismus aus, sondern auf Vielfalt, musikalisch sowie stilistisch!“ Gut gebrüllt, Drummer! Doch wie so oft führte der Zufall bei der Gründung von Tele-Port Regie. Als der Musikmanager Patrice Hourbette vor einigen Jahren als Direktor eines französischen Exportbüros in London arbeitete, lief ihm eines Tages Zhenya Strigalev über den Weg. Hourbette ging später nach Luxemburg und war damit erster Informant für Strigalev, als sich dieser nach der heimischen Jazzszene und möglichen Kollaborationen erkundigte. Der russische Saxofonist konnte sich daraufhin quasi à la carte seine Lieblingsmusiker aussuchen und stieß auf Pol Belardi, Jérôme Klein und Jeff Herr. „Er hat sich bei uns gemeldet, um eine Probe in Luxemburg zu organisieren“ erinnert sich Herr. „Das funktionierte auf Anhieb sehr gut, und so ist die Idee einer Künstlerresidenz mit Aufnahme eines gemeinsamen Albums in Dudalange im Opderschmelz Kulturzentrum entstanden.“

Das Konzept von Tele-Port könnte man als eine Destillation von sorgfältig ausgewählten Zutaten definieren, die weitgehend aus dem Herzen Europas (mit seinen romantischen Bezügen, seiner weisen Erfahrung und seiner Ruhe), den Vereinigten Staaten (mit ihrer Jazz-Geschichte) und östlichen Einflüssen (mit ihren starken volksmusikalischen Traditionen) stammen. Jeff Herr liebt Bilder wie diese: „Man könnte sich das Ganze als Klangkörper mit europäischem Kopf, amerikanischen Füßen und einem sich ständig verändernden Körper vorstellen.“ Das Resultat ist eine hochmoderne, extrem spannende Auseinandersetzung mit dem Terminus „Jazz“, bei der vier exzellente Individualisten ihre musikalischen wie kompositorischen Talente in die Waagschale werfen. Die Kompositionen mäandern in verschiedene Richtungen und teleportieren den Hörer an eine Vielzahl von Orten. Das Spektrum der Band reicht vom behutsamen Minimalismus über Groove getriebene Chants bis hin zu komplett improvisierten energetischen Supernovas.

Auf eine gewisse Art ist es ein globales, grenzenloses Album, das sich ganz bewusst Kategorisierungen verweigert. „Tele-Port“ versteht sich aber auch als kräftiges Signal für den neuen Jazz aus Luxemburg, der in vielen Dingen für das restliche Europa Vorbildcharakter besitzen könnte. „Seit zirka 30 Jahren wird bei uns vermehrt Jazz unterrichtet und seit Ende der 1990 Jahre gehen immer mehr luxemburgische Nachwuchsmusiker ins Ausland, um sich weiterzubilden und Erfahrungen zu sammeln“, rekapituliert Jeff Herr. „Das hilft der einheimischen Szene ungemein. Durch den Austausch mit ausländischen Musikern entstehen oft spannende Projekte.“ Ein besseres Beispiel dafür hätten er und seine vier Freunde kaum liefern können.

Text: Double Moon Records

  1. Concise
  2. Epiphany
  3. Y Clip Blues
  4. Red Circle
  5. Komorebi
  6. Halls
  7. Flight With Only One Wing

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 9 und 1?