The Ghost And The Machine - Sorrows
The Ghost And The Machine
Sorrows
Erscheinungstermin: 21.11.2025
Label: Fullmax Recordings, 2025
Unsere musikalischen Reisen führen uns oft durch vertraute Landschaften – doch The Ghost And The Machine nehmen eine Route, die bewusst abseits liegt. Mit Sorrows bewegt sich die Band durch Zwischenwelten von Indie-Rock, düsterem Songwriting und kammermusikalischen Schattenräumen. Hier zählt weniger die Jagd nach Neuem, sondern die Atmosphäre, die sich um uns legt wie ein dichter Schleier.
Bereits der Line-up lässt aufhorchen: Gitarre, Bass und Synthesizer treffen auf Akkordeon und eine singende Säge – eine Kombination, die das Klangbild unverwechselbar macht. Darüber liegt die raue Stimme des Sängers, voller ironischer Schärfe, Zerrissenheit und Haltung. Diese Mischung erzeugt einen Sound, der gleichzeitig modern wirkt und doch tief in nostalgische, melancholische Stimmungen eintaucht.
Sorrows ist kein gefälliges Album, das sich sofort anschmiegt. Es sträubt sich ein wenig, ist kantig und zugleich romantisch, als würde es sich bewusst gegen das Glatte und Gefällige stemmen. Gerade das macht die Musik so reizvoll: ein emotionaler Zwischenraum, in dem etwas Echtes, Ungefiltertes pulsieren darf.
Ein modernes, charakterstarkes Album – atmosphärisch, eigenwillig und unbedingt hörenswert.
(Jacek Brun, 06.12.2025)
Besetzung
Andreas Lechner - Gitarre, Bass, Gesang, Synthesizer Solo
Daniel Pepl - Synthesizer, Orgel
Martti Winkler - Akkordeon
Leonie Schlager - Gesang
Lara Cortellini - Singende Säge
Kantige Poesie: The Ghost And The Machine erschaffen neue Klangräume
Willkommen zu einem wohlig-schaurigen Trip durch die Gefühlswelten von The Ghost and the Machine (TGATM). Zwölf eindrucksvolle „Dark Indie Folk Rock“-Hymnen über das Leben und die Liebe, das Scheitern und Wiederaufstehen, Selbsttäuschung als Schutzmechanismus und menschlichen Kummer in all seinen Facetten.
Zu hören sind Resonator-Gitarren aus dem frühen 20. Jahrhundert, nostalgische Synthesizer-Sounds à la Agar Agar sowie poetisch-düstere Lyrik, die in ihrer vertonten Intensität an Mark Lanegan, Chelsea Wolfe oder Tom Waits erinnert. „Sorrows“ nennt sich das neue Album, mit dem der österreichische Gitarrist und Sänger Andreas Lechner seine Antithese zum schnelllebigen Streaming-Wahnsinn entwirft.
Dem Zynismus der marktschreierischen Musikindustrie mit ihrer Aufmerksamkeitsspanne von drei Sekunden setzt er ein ästhetisches Gesamtkunstwerk entgegen. Als „ultimative Indie Experience“ bezeichnet er sein Projekt, was sich bereits im Namen manifestiert. The Ghost And The Machine. Eine Anspielung auf das Buch des Schriftstellers Arthur Koestler über die vom Oxforder Philosophen Gilbert Ryle geprägte dualistische Darstellung der Beziehung zwischen Geist und Körper.
Ein passender Titel für jene dunkelromantischen Visionen, die der in Wien lebende Songwriter mit steirischen Wurzeln seit über zehn Jahren zum Leben erweckt und ihnen den nötigen Raum zum Atmen und Entfalten gewährt. Nebenbei agiert der Musiker, der einst bei Karl Ratzer Jazzgitarre studiert hat, auch im Ensemble des Burgtheaters, wenn er nicht gerade Stummfilme live vertont oder als viel gefragter Live- und Studiomusiker tätig ist. Ein Wunsch, ein Blick. Eine Reise, eine Einladung. Denn geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid und muss nicht statisch im Selbstmitleid verharren.
Titelliste
- Strange Days
- Iron Sun
- Fire Walker
- Sick Child
- Blue & Grey
- Ghost Romance (Feat. The Zew)
- Midnight Plains
- Last Day of Summer
- Sorrows
- Pale Rider
- Foreign City
- Light of Love
jazz-fun`s recap:
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