Tim Allhoff - Silence Is Something you can actually hear

Tim Allhoff - Silence Is Something you can actually hear
Tim Allhoff - Silence Is Something you can actually hear

Tim Allhoff
Silence Is Something you can actually hear

Erscheinungstermin: 06.10.2023
Label: Neue Meister, 2023

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jazz-fun`s recap:

Wir leben in einer Zeit, in der fast alles gesagt ist. Immer wieder tauchen Künstler auf, die das Neue suchen und sich dabei oft auf tiefe musikalische Traditionen berufen. Tim Allhoff verbindet auf einfühlsame Weise das Klassische mit dem Zeitgenössischen, das nicht nur Jazz ist. Dieses Album bestätigt, dass man nicht suchen muss, denn das seit Jahren bekannte Alphabet reicht völlig aus und beweist, dass es uns dank dieser Herangehensweise an die Musik noch lange nicht an neuen und wunderbaren musikalischen Werken mangeln wird.

Kann man Stille wirklich hören? Tim Allhoff behauptet es, zumindest suggeriert es der Titel seines neuen Albums SILENCE IS SOMETHING YOU CAN ACTUALLY HEAR.

Es ist nicht das erste Mal, dass er sich mit einem Albumtitel auf ein Buch bezieht. Bei MORLA, seiner letzten Veröffentlichung, war es Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ und bei seinem aktuellen Album ist es ein Zitat aus „Kafka on the Shore“, einem Roman des japanischen Autors Haruki Murakami. „Murakamis Satz passte einfach perfekt zu dem, was ich sagen wollte“, erklärt Tim Allhoff.

Der Roman erzählt die Geschichte zweier verschiedener Welten, der bewussten und der unbewussten, und führt aus der realen Welt in das eigene Innere. Tim Allhoff greift das Thema der inneren Einkehr meisterhaft in seiner Musik auf und lädt dazu ein, die Augen zu schließen und wirklich zuzuhören. Es geht ihm darum, einen Gegenpol zu einer immer lauter und schneller werdenden Welt zu schaffen, im Moment zu verweilen, getragen von atmosphärisch melancholischen Klängen in die eigene innere Welt einzutauchen. Seine Eigenkomposition KANON spiegelt dies in besonderer Weise wider. Ihr wohnt eine Art meditative Stimmung inne, die ihre Wirkung nicht verfehlt. „Als ich anfing, für dieses Album zu schreiben, wurde mir schnell klar, dass ich Werke präsentieren wollte, die eher kontemplativ sind und ihre Energie aus der Ruhe schöpfen. Die Welt um uns herum wird von Tag zu Tag schneller und lauter - oft hat man das Gefühl, keine Zeit mehr zu haben, im Moment zu verweilen und wirklich zuzuhören“.

Wie selbstverständlich setzt sich der Münchner, der sich selbst als Grenzgänger bezeichnet, über Genrekonventionen hinweg und schafft eine unvoreingenommene, faszinierende Klangwelt. Im Opener des Albums, Edvard Griegs ARIETTA, improvisiert er frei über die harmonische Struktur des Stücks und schafft mühelos Raum für zwei Welten, die der Klassik und die des Jazz. Die Grenzen zwischen den Genres verschwimmen - wie in Murakamis Roman die Grenzen zwischen Realität und Traum.

Die Arbeit mit Streichern oder Bläsern ist für Tim Allhoff, der als Arrangeur und Auftragskomponist schon für viele verschiedene Besetzungen geschrieben hat, nichts Neues. So verwundert es nicht, dass auf diesem Album nicht ausschließlich Solostücke für Klavier zu hören sind, sondern mit den Vienna Morphing Soloists und dem SIGNUM Saxophonquartett auch fantastische Gastmusiker/innen.

Bei der berührenden Bearbeitung von Henry Purcells DIDO’S LAMENT begleitet ihn das Streichquartett ebenso wie bei Theo Mackebens SCHLUMMERLIED, Sibylle Baiers I LOST SOMETHING IN THE HILL oder seiner Version des Depeche-Mode-Klassikers ENJOY THE SILENCE, dessen Titel so wunderbar die Botschaft des gesamten Albums widerspiegelt. Auch auf Allhoffs Eigenkomposition PRISMA ist das Quartett wieder zu hören.

Ein weiterer Gast auf dem Album ist das renommierte SIGNUM Saxophonquartett, das auf Allhoffs wunderschöner Komposition KANON zu hören ist. "Ich habe mich sehr über die Zusammenarbeit mit den SIGNUMS gefreut", schwärmt Allhoff. „Die Vier haben die meditative, fragile Stimmung der Komposition einfach perfekt umgesetzt.“

SILENCE IS ACTUALLY SOMETHING YOU CAN HEAR ist das neunte Album, das Tim Allhoff unter eigenem Namen veröffentlicht. Es spannt einen Bogen von klassischen Stücken wie Bach oder Grieg bis hin zu Singer-Songwriter-, Jazz- und Pop-Covers und enthält natürlich auch neue Kompositionen des Pianisten. Allen Werken gemeinsam ist eine warme, mystische Ruhe. Tim Allhoff eröffnet uns mit seinem neuen Album eine ungemein fesselnde Klangwelt, und wenn wir seiner Einladung folgen, dieser musikalischen Stille zu lauschen, werden wir vielleicht eine ganz eigene innere Welt in uns entdecken.

Text: Neue Meister

  1. Arietta (Based on Grieg's Lyrical Pieces, Op. 12)
  2. Kanon
  3. Lyric Pieces, Op. 38: VI. Elegy
  4. Prisma
  5. Dido's Lament
  6. Enjoy the Silence (Piano and String Quartet Version)
  7. Nich Yaka Misyachna (Ukrainian Folksong)
  8. Schlummerlied
  9. I Lost Something in the Hills
  10. I Loves You, Porgy
  11. Der Mond Ist Aufgegangen
  12. Keyboard Sonata in D Minor, K.32 - Aria
  13. Neverending
  14. Neverending - Epilog
  15. Orchestral Suite No.3 in D Major, BWV 1068: Air

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