Torsten Goods - Soul Searching

Torsten Goods - Soul Searching
Torsten Goods - Soul Searching

Torsten Goods
Soul Searching

Erscheinungstermin: 08.09.2023
Label: Erminal T, 2023

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Wer nach Bildern von Torsten Goods sucht, ohne seine Geschichte zu kennen, wird wahrscheinlich zu dem Schluss kommen, dass es zwei Jazzmusiker mit diesem Namen gibt. Dabei handelt es sich bei den beiden um denselben seit Jahren in der Jazzszene bekannten mehrfach ausgezeichneten Gitarristen und Sänger, der von der Süddeutschen Zeitung einst als deutscher George Benson betitelt wurde und schon Tourneen durch ganz Europa, Russland und China gespielt hat. Außerdem stand er mit dem achtfachen Grammy-Preisträger George Benson auf der Bühne, der auch gleichzeitig sein großes Vorbild ist, das ihn zur Gitarre gebracht hat.

Der Grund für seine radikale äußerliche Veränderung ist eine Autoimmunstörung namens Alopecia. Diese lässt das Immunsystem glauben, dass die eigenen Haare ein zu bekämpfender Fremdkörper sind und so fallen sie nach und nach aus.

Diese extreme äußerliche Veränderung war für Torsten nicht leicht, wenn auch die Krankheit mit keinerlei gesundheitlichen Beschwerden verbunden ist so ist die emotionale Belastung eine enorme. Torsten hat sich acht Jahre Zeit genommen, um sich an sein neues Ich zu gewöhnen und sich selbst neu zu finden. In dieser Zeit hat er angefangen, diese Reise mit Songs zu verarbeiten. Das Endergebnis ist "Soul Searching".

Das Album handelt von eben dieser Identitätsfindung und dem langen Prozess, sich mit seinem kahlen Aussehen anzufreunden. Er tut dies, anstatt Trübsal zu blasen, mit seinem ganz eigenen Sound, der aus Jazz, Soul aber auch 70er Westcoast Sound à la The Beach Boys besteht. Zum Beispiel "Naked Funk"  bei dem Torsten über das Erwachen eines Morgens zu Beginn seiner Veränderung sing, ist ein fröhlicher, gut gelaunter funkig-souliger Song. Oder die von Sarah Connor mitgeschriebene Ballade "I Had To Learn Not To Care", in der er das Leben vor der Alopecia in Relation setzt und dem Hörer deutlich macht, wie schnell sich das Leben ändern kann. Die Schlusszeile dieses Songs zeigt, dass Torsten mit sich und seinem neuen Aussehen im Reinen ist und wieder mit viel Freude, Funk und etwas Selbstironie Musik machen möchte: "In the end its all just hair".

Text: Erminal T

jazz-fun.de meint:
Es ist kein Album, das neue Facetten des Jazz entdeckt. Es stellt das musikalische Denken nicht auf den Kopf. "Soul Searching" ist eine der angenehmsten Reisen in die Welt der funkig-jazzigen Klangwelten, mit einer All-Star-Besetzung und einer ausgewogenen Auswahl an Eigenkompositionen. Ich habe den Eindruck, dass Torsten Goods genauso viel Spaß und Freude daran hatte, diese Stücke zu spielen, wie ich sie jetzt höre. Auch die fantastischen gesanglichen Fähigkeiten des Leaders sind hier nicht zu überhören. Großartige Kompositionen und Arrangements! Dieses Album sollte man sich nicht entgehen lassen, wir sind begeistert!

  1. Ain’t Gotta Do It
  2. Spinning Round (feat. Viktoria Tolstoy)
  3. Who’s Right, Who’s Wrong
  4. I Had To Learn Not To Care
  5. Moonlight (feat. Seven)
  6. Turn The Lights Down Low (feat. Kim Sanders)
  7. Carnaval De La Gente (feat. Bireli Lagrène)
  8. Soul Searching (feat. Nils Landgren)
  9. Walk Away (feat. Randy Brecker)
  10. Naked Funk
  11. Keep On Running (feat. Pete York)
  12. Wade Groove
  13. I’ll Do It Anyway (feat. Ida Sand)
  14. Paradox Jam (feat. Magnus Lindgren)

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