Ulrike Haage - Maelstrom

Ulrike Haage - Maelstrom

Ulrike Haage
Maelstrom

Erscheinungstermin: 04.09.2015
Label: Blue Pearls Music, 2015

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Klänge erschaffen Räume, bestimmen die Bilder und Vorstellungen, die in diesen Räumen aufziehen. Das gilt für jede Art von Musik. Doch in den Kompositionen von Ulrike Haage dehnen sich diese Räume ins Unendliche. Sie werden zu Freiräumen für die eigenen Geschichten und Bilder, zu Rückzugsorten, denen eine heilende Kraft zukommt.

Ulrike Haage, im Ruhrgebiet aufgewachsen und an der Hamburger Musikhochschule ausgebildet, ist eine Grenzgängerin. Sie ist Pianistin, Komponistin, Klangkünstlerin. Schon in der Frühphase ihrer Karriere im engeren Umfeld des Jazz war ihr Spiel karger, analytischer als der im Jazz wuchernde Expressionismus. Auch bei den Rainbirds, neben der Sängerin Katharina Franck hinterließ sie Spuren, wie man sie im Pop bislang nicht kannte. Und spätestens nachdem Ulrike Haage im Jahr 2003 als jüngste und bisher einzige weibliche Preisträgerin mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis, der höchsten Auszeichnung im deutschen Jazz, geehrt worden war, verabschiedete sie sich vollends in ihre eigene Umlaufbahn zwischen allen Stilen.

Ulrike Haage schreibt und komponiert fürs Theater, sie produziert und verlegt Hörspiele und immer häufiger komponiert sie für Film und Fernsehen. Dann entstehen so Kostbarkeiten wie die Musik zu Goldrausch, einem Dokumentarfilm über die Geschichte der Treuhand oder zu Zwiebelfische, einem Film über den Sohn von Max Ernst, auf den Nordischen Filmtagen als Dokumentarfilm, aber auch mit dem Preis für die beste Filmmusik ausgezeichnet. Im Moment arbeitet Ulrike Haage an der Filmmusik für den neuen Spielfilm von Doris Dörrie, Grüße aus Fukushima, der Anfang nächsten Jahres in die Kinos kommen wird.

Nun erscheint Maelstrom. Es ist nach Sélavy (2004), Weisses Land (2006) und infinitum (2011) ihr viertes Album - und es ist ihr bislang persönlichstes Album geworden. Persönlich einerseits, weil sie mit einigen ihrer am längsten vertrauten musikalischen Wegbegleiter wie dem Saxofonisten Uwe Steinmetz, den Schlagzeugern Eric Schaefer und Tim Lorenz oder dem Electronic-Musiker Christian Meyer zusammenarbeitet. Ergänzt diesmal um die beiden Perkussionistinnen Almut Lustig und Brigitte Haas sowie den Cellisten Avishai Chameides. Persönlich aber vor allem deshalb, weil Ulrike Haage nun ganz bei Ihrer Musik angekommen ist, bei dem, was sie als Komponistin unvergleichlich macht. Ähnlich monolithisch wie etwa Brian Eno, Ryuichi Sakamoto oder Arvo Pärt steht sie nun ganz in der Mitte ihres eigenen musikalischen Kosmos.

Mit einem Minimum an Tönen werden auf Maelstrom unerhörte Welten aufgerissen. Intim und klar ist diese Musik mit ihren fragilen Melodien und durchlässigen Rhythmen - mal voller Lebensfreude und Poesie wie bei Interlunium, mal mit einer tiefen Wehmut wie bei Over the Mountain’s Silence.  Es ist ein Klang der Entgrenzung, ein Schweben und Fließen, in das man als Hörer eintaucht, ein sanfter Sog, so unausweichlich, wie die Titelkomposition Maelstrom, die das inoffizielle Zentrum des Albums einnimmt.

Ulrike Haages Musik zielt, so könnte man sagen, auf den Punkt, wo sie die Seele ihrer Zuhörer vermutet. Musik, die von der Stille erzählt. Der Stille vor und nach jedem Ton, jedem Gedanken, jedem Gefühl. Von der Hingabe und vom Vertrauen auf das, was ist.

Ulrike Haage, Grand Piano, Celeste, Kalimba, Electronics
Almut Lustig, Percussion
Brigitte Haas, Percussion
Christian Meyer, Electronics
Tim Lorenz, Drums
Avishai Chameides, Viola
Uwe Steinmetz, Saxophone

  1. Harugasumi
  2. Valzer con calore
  3. Steps
  4. Maelstrom
  5. Umbra
  6. Interlunium
  7. Asa nisi masa
  8. Over The Mountain's Silence

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