Alexander Rueß – Zwischen lyrischer Leichtigkeit und urbaner Klangsuche

Foto von Alexander Rueß
Alexander Rueß, Foto: Christoph Bombart

Biographie

Der Gitarrist, Komponist und Produzent Alexander Rueß zählt zu den spannenden Stimmen der jüngeren deutschen Jazzszene. Sein Spiel verbindet tänzerische Leichtigkeit mit feiner Melodik und einer oft nordisch anmutenden Melancholie – eine Klangsprache, die sich zwischen modernem Jazz, subtiler Improvisation und zeitgenössischer Offenheit bewegt.

Geboren 1998 in Ostholstein, fand Rueß früh zur Musik. Bereits während der Schulzeit studierte er als Jungstudent an der Musikhochschule Lübeck bei Patrick Farrant und sammelte erste Erfahrungen in Landesjugendjazzorchestern in Hamburg und Schleswig-Holstein. Nach dem Abitur begann er sein Studium an der Hochschule für Musik Dresden, bevor ihn sein Weg an das renommierte Jazz-Institut Berlin und später an das Rytmisk Musikkonservatorium in Kopenhagen führte.

Zu seinen musikalischen Lehrern zählen profilierte Persönlichkeiten der internationalen Jazzszene, darunter Peter Bernstein, Sandra Hempel, Lage Lund, Paulo Morello, Håvard Wiik und Finn Wiesner – Einflüsse, die sich in seiner stilistischen Offenheit ebenso widerspiegeln wie in seinem differenzierten Gitarrenspiel.

Ein wichtiger Schritt in seiner künstlerischen Entwicklung war die Mitgliedschaft im BundesJazzOrchester (BuJazzO) in den Jahren 2018 und 2019. Gemeinsam mit dem Ensemble wurde Rueß mit dem Frankfurter Musikpreis ausgezeichnet. Im selben Zeitraum gewann sein Alexander Rueß Trio den Ensemblewettbewerb der Hochschule für Musik Dresden.

Mit dem Alexander Rueß Trio, bestehend aus Luca Curcio am Kontrabass und Sebastian Merk am Schlagzeug, entwickelt Rueß derzeit seine eigene musikalische Handschrift weiter. Das Trio bewegt sich zwischen lyrischer Transparenz, improvisatorischer Offenheit und subtilen rhythmischen Verschiebungen. Das Debütalbum, produziert von dem Gitarristen Frank Möbus, ist für 2026 angekündigt.

Parallel dazu arbeitet Rueß in unterschiedlichen musikalischen Kontexten. Als fester Gitarrist der Band des Jazzsängers Atrin Madani ist er regelmäßig auf Konzertbühnen zu erleben und auf dessen Debütalbum Where Are We Now zu hören, das 2024 für den Deutscher Jazzpreis nominiert wurde.

Mit seinem Projekt MANKO, gegründet 2018, öffnet Rueß seine Musik zudem in Richtung elektro-urbaner Klangwelten. Gemeinsam mit Musikern wie Philipp Gropper, Otis Sandsjö, Robert Lucaciu, Florian Lauer und Asger Uttrup Nissen verbindet das internationale Ensemble elektronische Beats mit akustischer Improvisation und zeitgenössischer Jazzästhetik. Produziert wird das Projekt von dem schwedischen Bassisten Petter Eldh.

Konzertreisen führten Alexander Rueß bereits durch große Teile Europas sowie nach Japan, Kanada, China, Südkorea und in die USA. 2019 wurde ihm der Lübecker Jazzpreis verliehen – eine frühe Anerkennung für einen Musiker, der zu jener Generation gehört, die Jazz selbstverständlich international, stiloffen und zugleich sehr persönlich denkt.

Diskographie

Links

Alexander Rueß Internetseite:
https://alexruess.wordpress.com/

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 1 plus 9.