European Jazz Publications feiert den Internationalen Frauentag mit der Vorstellung von 10 aufstrebenden weiblichen Jazzstars

Alma Naidu - High Society 2022!

Artist: Alma Naidu (voc/comp)
https://www.almanaidu.com/
Magazine: jazz-fun.de (D)
Text: Jacek Brun
Photos: Boris Breuer, Lena Semmelroggen, Tom Schneider
https://www.jazz-fun.de/

Erste Karriereschritte

Alma Naidu ist als Tochter von Musikern in München aufgewachsen. Vater Dirigent, Mutter, Ann-Katrin Naidu, Opernsängerin. Bereits mit fünf Jahren erhielt sie klassischen Klavierunterricht, danach kam die Geige, von der sie mit 14 Jahren zur Gitarre zu wechseln. Ausbildung in klassischem Gesang, später in Musicalgesang perfektionierten ihre Kenntnisse. Nach dem Ende (2016) ihrer Gesangsausbildung in Jazz an der Hochschule für Musik und Theater in München verbrachte sie anschließend ein Jahr an der Royal Academy of Music in London und studierte bei der renommierten Sängerin und ECM-Künstlerin Norma Winstone.

Jazz und Musical

Bereits mit 15 stand Alma Naidu als Sängerin auf der Bühne, verfasste eigene Songs. Als Sopransolistin trat sie mit klassischem Programm im Münchner Herkulessaal auf.
Neben ihrer Jazzlaufbahn wirkte Alma in diversen Musicalproduktionen mit. Eine Auswahl: "Rosaly - das Mädchen aus Glas" als Rosaly (München, 2016), "Highlights aus Lion King" als Nala (Salzburg, 2017), "Lovemusik" (Musikalische Komödie Leipzig, 2018), "Jesus Christ Superstar" (Staatstheater Augsburg, 2019). Zudem konzertiert sie regelmäßig als Solistin in symphonischen Konzerten von Filmmusik in den Hallen der Republik.

Resonanz in Medien und von Jazzkollegen

Alma gehört zu den „vielversprechendsten Sängerinnen der deutschen Szene“ (SZ), den „deutschen Gesangsentdeckungen der letzten Jahrzehnte“. Die Presse rühmte sie vielfach, kulturelle Institutionen verliehen ihr zahlreiche Preise. Die Sängerin und Komponistin war unter anderem beim Nublu Festival New York und den Leverkusener Jazztagen zu erleben. Konzertreisen brachten sie in den vergangenen Jahren bis nach Indien, Myanmar und in die USA. Mit Nils Landgren, Bobby McFerrin und Wolfgang Haffner teilte sie sich die Bühne, auf dessen Album „Kind of Tango“ (ACT, 2020) sie zu hören ist.

Alma Naidu
Alma Naidu & Band, Foto: Lena Semmelroggen

Auszeichnungen

Alma Naidu wurde 2021 neben dem Kurt Maas Jazz Award mit dem BMW Welt Young Artist Jazz Award ausgezeichnet. Sie erhielt den Bayerischen Kunstförderpreis 2021 und ist erste Stipendiatin der Grizzly Jazz Foundation.

Ihre Stimme

Naidus sanfte, klare und bewegende Interpretationen von Jazzstandards wie „Body and Soul“, You Don’t Know What Love Is“ oder „If I Should Lose You“ in der Tradition von „Old Soul“ haben das Publikum in den letzten Jahren in den Bann gezogen: Auf ihrem Debut-Album „Alma“ kommt ihre Begabung als versierte Song-Schreiberin und einfühlsame Texterin richtig zur Geltung: "Ich bin nicht nur Sängerin. Dies wollte ich mit meinem ersten Album deutlich machen".

Alma Naidu über die Zusammenarbeit mit Wolfgang Haffner:

„Wolfgang habe ich 2019 bei der Jazzwoche Burghausen kennengelernt. Ich habe dort den Solosopranpart beim „Sacred Concert“ von Duke Ellington gesungen, er hat die Session im Burgkeller geleitet und gespielt. Dort bin ich dann eines Abends eingestiegen und die musikalische Zusammenarbeit ging los. Wolfgangs musikalische Herangehensweise, seine Devise, dass jede Note einen Sinn braucht, man das Ego zurücknehmen und sich in den Dienst der Musik stellen soll, hat sowohl mich als Musikerin, aber auch meine Musik sehr beeinflusst. Bevor wir ins Studio sind, habe ich ihm immer wieder Aufnahmen der Stücke geschickt, und wir haben gemeinsam überlegt, was man noch verändern könnte - mal das Tempo anpassen, mal einen Teil weglassen.
Unsere musikalischen Ideen passen sehr gut zusammen; es geht uns beiden ums Atmen der Musik, ums Schweben und Raum lassen. Ich bin unglaublich froh und dankbar, dass sich unsere Wege gekreuzt haben.“

Alma über ihr neues Album „Alma“:

„Das Album haben wir im Dezember 2020 aufgenommen. Wir waren drei Tage lang in den Hansahaus Studios Bonn und haben in dieser Zeit 18 Songs aufgenommen, aus denen wir dann den Luxus hatten, unsere elf Favoriten herauszusuchen.

Ich habe dann Anfang 2021 noch einige Gesangsaufnahmen selber in München gemacht - mein guter Freund Flo hat mich dafür in sein Homestudio gelassen. Die Backing Vocals habe ich zum Teil bei mir zuhause aufgenommen, zum Teil hat Produzentin und Sängerin Liselotte Östblom sie in London eingesungen. Mit Liselotte habe ich zudem auch an den Lead Vocals gearbeitet, sie hat aus der Ferne über Zoom co-produziert.

Die beiden Feature Artists Dominic Miller (Wandering) und Nils Landgren (Just a Word), sowie Lars Danielsson (Just a Word, Wondering) haben ihre Parts in Schweden und Frankreich aufgenommen.

Im Studio bestand die Kernband aus Wolfgang Haffner am Schlagzeug, Simon Oslender an den Keys und Claus Fischer am Bass. In dieser Konstellation hat Wolfgang bereits viel gespielt - auch ich war eine Zeit lang in Wolfgangs Band und kannte die beiden bereits gut. Die Band war perfekt eingespielt und natürlich sind das alles einfach großartige Musiker. Proben gab es keine, die Stücke wurden im Studio einmal angespielt und dann gab es ein bis vier Takes pro Song, aus denen wir dann meistens direkt unseren Favoriten ausgewählt haben.

Im Studio kamen dann noch Christopher Dell am Vibraphon (Silence Plays Your Song) und Thomas Stieger am Bass (Silence Plays Your Song, Walberla) vorbei. Auch diese beiden kannte ich bereits aus Wolfgangs Band."

jazz-fun.de über das neue Album „Alma“

Alma Naidu verzaubert mit ihrer warmen, äußerst flexiblen Stimme. Sie beschwört Bilder herauf, wechselt Stimmungen und spielt mit der Vorstellungskraft des Zuhörers. Das Album fügt sich perfekt in den Trend ein, bei dem Künstler ihre Platten nicht durch eine klare Definition des Stils oder Genres positionieren. Sie bieten musikalisch das an, was für sie emotional am wichtigsten ist.

„Alma“ klingt in einer Weise wunderschön, die Wärme und Intimität zeitloser Jazzaufnahmen heraufbeschwört. Mit beeindruckender Meisterschaft präsentiert, fasziniert das Material vielleicht nicht beim ersten Hören. Doch mit jedem weiteren Song und jedem neuen Hören versinken wir unwillkürlich in eine melancholische Welt, die von Almas reiner wie gefühlvoller Stimme umhüllt ist, begleitet von einer minimalistischen, unorthodoxen, aber absolut zeitgemäß klingenden akustischen Begleitung. In diesem Sinne handelt es sich um ein einzigartiges Werk. Es ist völlig eigenständig und kompromisslos. Schwer, dafür eine gute stilistische „Schublade“ zu finden.

Was wird als nächstes passieren? Eines ist sicher: Wir sind Zeugen der Geburt eines Sterns. Die Musik dieses Albums wird uns noch lange in Erinnerung bleiben. Ich bin sicher, dass wir es auch nach vielen Jahren noch mit viel Freude hören werden.

Mehr über das Album finden Sie hier

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 9 plus 4.