Andreas Hertel Quintet - Sun On The Way

Andreas Hertel Quintet - Sun On The Way

Andreas Hertel Quintet
Sun On The Way

Erscheinungstermin: 09.04.2021
Label: Laika Records, 2021

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Andreas Hertel - piano, composition
Jens Bunge - chromatic harmonica
Heiko Hubmann - tp, flh
Florian Werther - bass
Jens Biehl - dr

Eine sanfte, bergige Landschaft irgendwo in Schottland. Hinter einen Felsvorsprung lugt die Sonne hervor und taucht die Szenerie in ein gleißendes Licht. „Sun on the Way“ ist nicht nur die gedachte Bildunterschrift für das Coverfoto, sondern auch der Titel des neuen Albums des Andreas Hertel Quintetts. Ein musikalischer Mutmacher in Pandemiezeiten. Nach den Alben „My Kind of Beauty“ und „Keepin‘ the Spirit“ (LAIKA Records) beweist der Wiesbadener Pianist mit seinem dritten Longplayer in Quintett-Besetzung sein Ausnahmetalent für eingängige und zugleich tiefgründige, geschmackvolle Arrangements. „Mein Ziel ist es, zeitlose Musik zu schaffen, die mit sanglichen Melodien, Emotionen, natürlichem Fluss und authentischer Unmittelbarkeit ihre Hörerinnen und Hörer anspricht und berührt. Eine Symbiose aus Virtuosität und guter Unterhaltung“, fasst der Bandleader sein künstlerisches Credo zusammen.

Ursprünglich hätte das Album „A Day without a Date“ heißen sollen. So wie die gleichnamige Ballade. „Ein Tag ohne Termine. Einfach im Jetzt leben, Augen und Ohren öffnen, Neues entdecken und scheinbar Vertrautes neu sehen“, erklärt Hertel. Dieser langsame Walzer bezieht – wie fast alle Stücke auf dem Album – seinen besonderen Reiz aus der ebenso ungewöhnlichen wie seltenen Instrumenten-Kombination. Wenn Heiko Hubmann (Trompete und Flügelhorn) und Jens Bunge (chromatische Mundharmonika) ihre Instrumente wahlweise miteinander verschmelzen lassen oder sich filigran umspielen, entsteht die entspannte Stimmung eines Ferientags. Mal melancholisch-sehnsuchtsvoll, mal optimistisch bewegt. Ein perfekter Soundtrack, um die Gedanken treiben zu lassen.

Letztlich müssen wir dem Corona-Virus sogar dankbar sein, dass diese Produktion möglich war“, blickt Andreas Hertel auf die Aufnahmen im Sommer zurück. „Damals war die erste Welle überstanden, der Flugverkehr aber weiterhin stark eingeschränkt. Sonst wäre Jens sicher in Fernost unterwegs gewesen“, so Hertel mit Blick auf den normalerweise prall gefüllten Terminkalender seines Bandkollegen. Seit vielen Jahren feiert Jens Bunge große Erfolge auf internationalen Festivals, darunter in Tokio, Peking, Taiwan, Singapur und Malaysia. Sogar „Mundharmonika-Übervater“ Toots Thielemans zeigte sich hoch beeindruckt von Bunges Sound, Technik und Musikalität. Die hat auch die Firma Hohner längst erkannt und den Frankenthaler als Endorser für ihre Instrumente verpflichtet.

"Als ich vor langer Zeit auf der Trompete begonnen habe, haben mich Koryphäen wie Chet Baker und Freddie Hubbard stark beeinflusst“, erinnert sich Bunge und ergänzt: „Von ihnen habe ich versucht, bestimmte Licks auf die Mundharmonika zu übertragen.“ Mit Bandleader Hertel, Florian Werther (Kontrabass) und Jens Biehl (Schlagzeug) spielt er bereits seit vielen Jahren zusammen. „Dadurch waren die Sessions sehr entspannt. Auch wenn wir durch Kabinen voneinander getrennt waren, waren wir alle sehr froh, nach so langer Zeit wieder gemeinsam Musik machen zu können. Was man dem Album deutlich anhört“, bilanziert Bunge.

Auch wenn Balladen auf dem Album dominieren, baut Hertel immer wieder Tempowechsel in seine Arrangements ein, mit denen er von gängigen Klischees wegführt. So ist es beim Titelstück „Sun on the Way“ der Latin-Groove und das knackige Schlagzeugsolo von Jens Biehl, das aufhorchen lässt, beim herrlich groovenden Rausschmeißer „Keep Going“ die Battle, die sich Bunge und Hubmann liefern. Wenn sich im Schlussdrittel Mundharmonika und Trompete virtuos die musikalischen Bälle zuspielen, endet ein - im besten Sinne - Stück „happy music“. „Ein schöner Kontrast, wenn die Mundharmonika statt melancholisch auch mal fröhlich klingen darf“, beschreibt Bunge die Charakteristik der Komposition.

Wenn die fünf Musiker zu Ihren Instrumenten greifen, entsteht ein transparenter Sound, wie er selten in der deutschen Jazz-Szene zu finden ist. Jeder Ton zählt und hat eine inhaltliche Bedeutung. Heiko Hubmann glänzt mit unter die Haut gehendem Ton auf dem Flügelhorn, in geschmeidigen Trompeten-Soli und farbenreichen Backgrounds auf gedämpfter Trompete. Kontrabassist Florian Werther legt ein wohlklingendes, punktgenaues Fundament in der tiefen Lage, treibt in Latin- und Groove-Stücken einen sehr lebendigen Puls voran und überzeugt mit melodiösen Alleingängen. Schlagzeuger Jens Biehl veredelt den Sound mit seinem enorm flexiblen Spiel – mal zurückhaltend und sanft mit gekonntem Besen-Spiel, feinnervig ziselierend in freiem Fluss auf den Becken („Golden Light“) und kraftvoll-energetischen Soli.

Teamwork auf höchstem Niveau, das nicht nur beim „Jazz-Podium“ Eindruck hinterließ. Dort heißt es: „… moderner und zugleich zeitloser Jazz mit Aussagekraft und Tiefgang“.

Text: Laika Records

jazz-fun.de meint:
Hier ist ein echtes Dreamteam des modernen Jazz, das stilistisch ideal aufeinander abgestimmt ist und das spielt, was sie wirklich mögen und wofür sie leidenschaftlich sind. Diese fünf Musiker bilden einen einzigen musikalischen Organismus, der die anspruchsvollen und charmanten Kompositionen von Andreas Hertel exzellent präsentiert.

  1. A day without a date
  2. Sun on the way
  3. At least you've got a heart to give
  4. Golden light
  5. Dreaming of...
  6. Don't worry
  7. Reflections in my window
  8. I may be wrong (but I don't care)
  9. Before you leave
  10. Password to my heart
  11. You made my day
  12. Keep going

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