Arthur Possing Quartet - Natural Flow

Arthur Possing Quartet - Natural Flow

Arthur Possing Quartet
Natural Flow

Erscheinungstermin: 27.08.2021
Label: Double Moon, 2021

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Arthur Possing - piano
Sebastian Flach - double bass
Thomas Mayade - trumpet
Pierre Cocq-Amann - saxophone
Niels Engel - drums

„Natural Flow“ heißt das zweite Album des Luxemburger Pianisten Arthur Possing mit seinem Quartett und der Albumtitel definiert natürlich auch das Klangideal der Band. Sie existiert seit 2013, hatte also genügend Zeit, den natürlichen Fluss zu entwickeln, der die elf Songs auf dem Nachfolger von „Four Years“ auszeichnet. Zusammen mit seinem Landsmann Niels Engel am Schlagzeug, dem deutschen Bassisten Sebastian Flach und dem französischen Saxofonisten Pierre Cocq-Amann spielt Possing auf „Natural Flow“ einen warmen Modern Jazz, der raffiniert, vielseitig und aufregend ist. Kennengelernt haben die vier sich in der Luxemburger Jazz-Szene, auf vier Songs ist außerdem der französische Trompeter und Flügelhornist Thomas Mayade zu Gast.

„Zusammen verkörpern wir genau den Sound, den ich mir vorgestellt habe“, freut sich Possing. „Als Pianist ist die Standardformation das Trio, aber ich wollte immer ein Saxofon dabei haben, das die Melodien spielt. Ich habe beim Komponieren gemerkt, dass es schöner wäre, wenn ein anderes Instrument die Melodien spielt.“

Seinen Partner in Melodieführung und -gestaltung kann Possing dabei gar nicht genug loben. „Pierre kann eine Note spielen und es berührt Dich direkt“, findet der Pianist. „Es geht nicht um die Anzahl der Noten, sondern um die Art und Weise, wie er eine Note spielt. Egal, ob am Sopran oder am Tenor, er hat eine Attitüde, wie er Emotionen darstellt, die einmalig ist. Ich bin sehr froh, dass ich ihn neben mir habe.“

Auch für die Position am Bass hat Possing genau den richtigen Mitstreiter gefunden. „ Bei Sebastian ist es der runde Sound“, schwärmt der Pianist. „Wenn er Kontrabass spielt, spürt man gleich die Fülle seines Klangs. Er ist sehr fokussiert auf den Sound, den er spielt und gleichzeitig auf die ganze Band. Hinzu kommt, dass er sehr melodiös spielt. Er gibt der ganzen Band Sicherheit und das ist eigentlich das Wichtigste.“

Fehlt noch der Mann am Schlagzeug. „Niels spielt so Schlagzeug, wie ich mir vorstelle, dass man Schlagzeug spielt“, stellt Possing fest. „Er ist sehr vielseitig, weil er wie alle Musiker der Band in vielen verschiedenen Projekten tätig ist und in vielen verschiedenen Genres zuhause ist. Er findet immer die richtigen Grooves für die jeweiligen Stücke. Manchmal macht er kleine Einwürfe, die vom eigentlichen Groove abweichen und sehr interessant und inspirierend sind. Oft führen sie das Stück in eine neue Richtung.“

Thomas Mayade verleiht dem Sound der Band in vier Stücken eine zusätzliche Dimension. „Thomas habe ich in Brüssel kennengelernt, aber er kommt eigentlich aus Frankreich“, erzählt Possing. „Ich hatte einige Stücke geschrieben, bei denen ich gern eine Trompete oder ein Flügelhorn dabei haben würde und da habe ich gleich an ihn gedacht. Er verbindet traditionelle mit moderneren Spielweisen und das passte genau.“

Die elf Songs stammen vorwiegend aus der Feder des Bandleaders, einige Songs stammen auch von anderen Bandmitgliedern, darunter der intensivste, „Le Roi Arthur“, von Cocq- Amann. „Letztes Jahr hat er mich angerufen und mir gesagt, dass er mir einen Song geschrieben hat, das war ‚Le Roi Arthur‘“, erinnert Possing sich. „Das Stück spiegelt nicht nur meine musikalische Welt, sondern passt auch genau ins Quartett. Es zeigt natürlich auch seinen Hintergrund und erinnert an John Coltrane, ohne eine blasse Kopie davon zu sein. Es ist im 7/4-Takt gehalten und zeigt damit eine modernere Herangehensweise, die damals nicht gang und gäbe war. Gleichzeitig ist es vermischt mit dieser Energie.“ Lässige rhythmische Komplexität zeichnet „One Move Further“ aus. „‚One Move Further‘ geht von einer rhythmische Idee aus, die Sebastian und ich zusammen spielen“, erläutert der Pianist. „Daraus entwickelt sich eine melodiöse Idee, die vom Rhythmus antizipiert wird - daher der Titel.“

Das verwunschene „Walk Around Etangs“ zeigt eine andere Seite der Band. „‚Walk Around Etangs‘ bezieht sich auf meine Zeit in Brüssel, wo ich studiert habe“, erklärt Possing. „‚Etangs‘ ist das französische Wort für Weiher und an den Weihern in meinem Stadtteil bin ich immer spazieren gegangen.“

Zu den besonders eindrucksvollen Songs zählt auch „Golden Fields“. „Das war eins der ersten Stücke, die ich für das Album geschrieben habe“, erinnert Possing sich. „Der Einfluss von Brad Mehldau ist hier ziemlich klar zu hören. Das Stück entstand, nachdem ich ein Konzert von ihm mit seinem Trio in Luxemburg gesehen habe. Er verkörpert eine Ästhetik, die mir sehr nahe steht und die ich sehr wichtig finde - ohne mich jetzt mit ihm vergleichen zu wollen.“

Text: Double Moon

jazz-fun.de meint:
Es ist ein sehr reifes und musikalisch anspruchsvolles Album. Eine ganze, großartige Geschichte - von den Mikrokapiteln, die Soli aufeinanderfolgender Instrumente sind, bis zu den Themen, die geheimnisvoll, nicht offensichtlich und sehr faszinierend sind.

  1. Flow
  2. Sentietincelle
  3. One move further
  4. Terminus
  5. New directions
  6. Walk around etangs
  7. A journey to...
  8. Golden fields
  9. Le roi arthur
  10. Memory
  11. Elf
  12. Straight forward

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