Rezension des Albums "Live at Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966 " von Ella Fitzgerald

Ella Fitzgerald - Live at Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966  - Album cover
Ella Fitzgerald - Live at Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966

Ella Fitzgerald
Live at Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966

Erscheinungstermin: 24.07.2026
Label: Gearbox, 2026

Ella Fitzgerald - Live at Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966 - bei JPC kaufen

Manche Stimmen altern nicht – sie werden mit jedem Jahrzehnt noch kostbarer

jazz-fun`s recap:

Manche Konzertmitschnitte sind in erster Linie historische Dokumente. Andere besitzen eine zeitlose Qualität, die sie auch Jahrzehnte später lebendig erscheinen lässt. Live at Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966 gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Die Aufnahmen zeigen Ella Fitzgerald in einer Phase ihrer Karriere, in der technische Perfektion und musikalische Freiheit eine nahezu ideale Einheit bildeten.

Kopenhagen war für Ella Fitzgerald weit mehr als eine Station auf einer Europatournee. Seit den frühen 1950er-Jahren kehrte sie immer wieder nach Dänemark zurück und fand dort eine Wertschätzung und Offenheit, die vielen afroamerikanischen Jazzmusikern jener Zeit in den USA verwehrt blieb. Diese innere Gelassenheit ist dem gesamten Konzert anzuhören. Ella singt mit einer Natürlichkeit und Leichtigkeit, als würde sie sich vor einem vertrauten Publikum präsentieren.

Begleitet wird sie von einem exzellenten Ensemble unter der Leitung des Pianisten Jimmy Jones. Die ersten sieben Stücke entfalten den satten Klang einer großen Band, während die abschließenden Titel aus einem intimeren Trio-Set stammen. Beide Besetzungen unterstreichen auf unterschiedliche Weise die außergewöhnliche Vielseitigkeit der Sängerin. Ob im orchestralen Rahmen oder in der kammermusikalischen Reduktion – Ella Fitzgerald behält stets die volle Kontrolle über Phrasierung, Timing und Ausdruck.

Zu den Höhepunkten gehört ohne Zweifel „Mack the Knife“. Nachdem ihre improvisierte Version des Songs 1960 in Berlin legendär geworden war, beweist sie auch sechs Jahre später eindrucksvoll, weshalb dieses Stück zu ihrer persönlichen Visitenkarte wurde. Mit spielerischer Eleganz, rhythmischer Präzision und unerschöpflicher Fantasie entwickelt sie den Song Abend für Abend neu und macht jede Interpretation einzigartig.

Beeindruckend ist dabei vor allem die scheinbare Mühelosigkeit ihres Gesangs. Selbst anspruchsvollste melodische Linien wirken vollkommen selbstverständlich. Scat-Passagen, lyrische Balladen und swingende Standards fließen organisch ineinander über und zeigen eindrucksvoll, weshalb Ella Fitzgerald bis heute als eine der größten Jazzsängerinnen aller Zeiten gilt.

Live at Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966 ist deshalb weit mehr als eine wertvolle Ergänzung ihrer Diskografie. Das Album dokumentiert eine Künstlerin auf dem Höhepunkt ihres Schaffens – voller Spielfreude, Eleganz und unverwechselbarer Musikalität. Eine Veröffentlichung, die nicht nur für langjährige Bewunderer Ella Fitzgeralds, sondern für alle Liebhaber des klassischen Jazz von besonderem Wert ist.

(Jacek Brun, 02.08.2026)

Titelliste

  1. Satin Doll (Duke Ellington, Billy Strayhorn, Johnny Mercer)
  2. Hey Little Girl (Otis Blackwell, Bobby Stevenson)
  3. Something To Live For (Billy Strayhorn)
  4. Let’s Do It, Let’s Fall In Love (Cole Porter)
  5. Sweet Georgia Brown (Ben Bernie, Maceo Pinkard, Kenneth Casey)
  6. How High The Moon (Morgan Lewis, Nancy Hamilton)
  7. Lover Man (Oh Where Can You Be?) (Jimmy Davis, Roger Ramirez, James Sherman)
  8. Só Danço Samba (Jazz 'n' Samba) (Antônio Carlos Jobim, Vinicius Moraes, Norman Gimbel)
  9. I'm Just A Lucky So-And-So (Duke Ellington, Mack David)
  10. Mack The Knife (Kurt Weill, Bertolt Brecht, Marc Blitzstein)

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