Esther Kaiser & Axel Fischbacher - Moving Times
Esther Kaiser & Axel Fischbacher
Moving Times
Erscheinungstermin: 30.05.2025
Label: Double Moon Records, 2025
Die unbändige Leidenschaft für Musik – für das Komponieren, Spielen und Singen – hat diese herausragenden Künstler zu etwas ganz Besonderem gemacht. „Moving Times“ ist ein außergewöhnliches Album, das durch seine Einzigartigkeit besticht. Esther Kaiser präsentiert sich darauf nicht nur als Sängerin, sondern vor allem als einfühlsame Improvisatorin und gleichberechtigte Mitschöpferin einer Musik, die von kreativer Freiheit und Tiefe lebt. An ihrer Seite ist der von uns so geschätzte Gitarrist Axel Fischbacher, der gemeinsam mit der hervorragend agierenden Band auf Augenhöhe spielt und mit seinem Spiel neue Räume öffnet. Die verschlungenen Dialoge zwischen Stimme und Gitarre begeistern durch Virtuosität, improvisatorische Ideenvielfalt, spielerische Leichtigkeit und spürbare Freude am Musizieren. Ein großartiges Album – wir sind begeistert! (Jacek Brun, 30.05.2025)
Besetzung
Esther Kaiser - Vocals
Axel Fischbacher - Guitar
Genevieve O'Driscoll - Double bass
Michael Knippschild - Drums, vibes
Zwischen Stimme und Saiten: Esther Kaiser & Axel Fischbacher mit einem Album voller Spielfreude
Es gibt gute Gründe, warum bei diesem Album die Namen aller Beteiligten gleichberechtigt gelistet sind. „Moving Times“ ist das Resultat echter Teamarbeit und die erste Produktion einer frisch formierten Gruppe, in der alle auf Augenhöhe agieren. Das ist nicht selbstverständlich, denn mit Sängerin Esther Kaiser und Gitarrist Axel Fischbacher sind zwei gestandene Kapazitäten des deutschen Jazzgeschehens vertreten, die seit vielen Jahren eigene Bands leiten und zahlreiche eigene Alben veröffentlicht haben. Die beiden gehören verschiedenen Generationen an, ebenso wie Bassistin Genevieve O’Driscoll und Drummer/Vibraphonist Michael Knippschild. Das bedeutet: drei Generationen, zwei Frauen und zwei Männer – und es passt, als dürfte es gar nicht anders sein.
Genau so fühlt es sich an, bestätigen Esther Kaiser und Axel Fischbacher, die die Gruppe auf den Weg gebracht haben. „Es gibt einen gemeinsamen Mindset in der Band“, formuliert es Fischbacher. Kaiser ergänzt: „Wir funktionieren als gleichberechtigtes Quartett, auch wenn Axel und ich den Anstoß gegeben haben.“ Fischbacher, der schon unzählige ganz unterschiedliche Ensemble-Konstrukte erlebt hat, bringt es auf den Punkt: „Es ist schon etwas Besonderes, dass aus einer solchen Konstellation, in der niemand das große Sagen hat, etwas künstlerisch derart Einheitliches entsteht und man ein solches Ergebnis hinbekommt.“ In der Tat klingt „Moving Times“ wie aus einem Guss. Vom Start weg spürt man einen frischen, positiven Spirit, der sich durch die Vielzahl unterschiedlichster Kompositionen – darunter zwei aufgebürstete Jazz-Standards – bis zum abschließenden Duett von Fischbacher und Kaiser zieht.
Alle vier haben zum Song-Repertoire beigetragen. Den größten Teil steuerten die erfahrensten Songschreiber und Komponisten der Gruppe, Fischbacher und Kaiser, bei. Die Arrangements entstanden allerdings weitgehend im Kollektiv. Dazu trug eine intensive Konzert- und Arbeitsphase kurz vor dem Studiotermin bei. „Uns war wichtig, dass der Jam-Faktor nicht verloren geht. Wir wollten eine gute Balance zwischen Arrangement und Spontaneität finden – eine Balance zwischen dem Besprochenen und dem, was einfach so passiert“, sagt Fischbacher. So etwas lässt sich nicht immer problemlos ins Studio übertragen. „Ein Restrisiko ist immer da, aber hier hat es hingehauen.“ Alle Stücke haben eine schlüssige Form, nichts wurde speziell für die Aufnahmesituation zurechtgestutzt. So betonen die beiden auch, dass es in keinerlei Hinsicht eine Notwendigkeit für laue Kompromisse gab. Und das, obwohl alle vier auch für die Produktion gleichberechtigt verantwortlich zeichnen.
Der musikalische Ausgangspunkt dieser Gruppe ist die große stilistische Schnittmenge zwischen Gitarrist und Sängerin. Die beiden hatten sich 2022 erstmals getroffen. Damals ging es zunächst um Konzertbuchungen in Fischbachers Stammregion, dem Ruhrgebiet. Der rührige Jazzmusiker, der aus Lübeck stammt und derzeit zwischen Wuppertal und Berlin pendelt, ist seit Langem auch an der Planung von Konzerten, Konzertreihen und Festivals beteiligt. Der Kontakt zu Esther Kaiser, die seit den späten neunziger Jahren in Berlin lebt, führte zu Auftritten des Axel Fischbacher Trios mit Kaiser als Gastsängerin. Aus dieser musikalischen und persönlichen Begegnung erwuchs der gegenseitige Wunsch, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Dabei sollte viel Raum für eigene Stücke sein. Der Reiz für Kaiser: „Es gibt viele vertraute Berührungspunkte zwischen uns, aber es ist doch anders – das hat mich interessiert. Ich liebe Axels Kompositionen! Ich finde es schön und spannend, wie er schreibt, auch wenn die Stücke ganz anders sind als meine.“ Fischbacher ergänzt aus seiner Warte: „Bei Esthers Stücken war nie etwas dabei, das ich als sperrig empfunden habe. Es lief immer rund, wie von selbst.“
Klar war: Sie wollten eine feste Band gründen, die sich musikalisch von dem unterscheidet, was beide sonst machen. Apropos Schnittmenge. Für Kaiser, die zuletzt unter anderem Singer-Songwriter-Stilistiken einbezogen hatte, öffnete sich mit dieser Band eine Tür: „Ich bin jetzt soweit, bebopmäßig zu improvisieren! Das hatte ich bisher auf keinem meiner Alben gemacht. Da gab es auch keine Swing-Nummern.“ Ein Beispiel dafür, dass dieses Projekt eine neue Herangehensweise an das persönliche Potenzial auslöst und dabei hilft, die eigene Komfortzone zu verlassen. Letzteres gilt auch für persönliche Routinen, die man als Bandleaderin bzw. Bandleader entwickelt. Beide räumen ein, wie erfreulich die Erfahrung ist, mal loslassen zu können zugunsten von Entscheidungen der anderen.
Während eines gemütlichen Abends in Kaisers Küche in Berlin hatten Fischbacher und Kaiser Ideen für Stücke sowie für eine Band zusammengetragen und abgewogen. Darunter: – Vorschläge für die Bandbesetzung. Mit dem Düsseldorfer Schlagzeuger und Vibraphonisten Michael Knippschild hatte Fischbacher schon viele Male gespielt. Da lag Genevieve O’Driscoll nahe. Die Engländerin, die seit 2019 in Deutschland lebt, hat bereits mit Knippschild in verschiedenen Besetzungen zusammengearbeitet. Beide sind Absolventen der Folkwang-Hochschule in Essen. Die beiden zeigten sofort großes Interesse. Im Februar 2024 trafen die vier zum ersten Mal zusammen und bestritten auch gleich ein Testkonzert – ein erhebender Schlüsselmoment für alle.
„Moving Times“ – die Mehrdeutigkeit des Albumtitels gilt auch für alle Beteiligten dieser hochklassigen Formation. Natürlich sind Konzerte geplant, auch für 2026 gibt es bereits erste Ideen. „Was wird daraus noch alles entstehen?“ Für Esther Kaiser steht außer Frage: Dies ist ein Quartett mit Perspektive.
Titelliste
- I don't dance
- Who's Habakuk
- How 2 5 u
- Look at the moon
- Beatrice
- Nordic sketch
- Time to move
- Move
- Song for Leonard
- All heated and chemically treated
- The silver lining
jazz-fun`s recap:
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