Schon mal von Bram De Looze gehört? Okay, man könnte den Mittdreißiger von der belgischen Nordseeküste schon kennen von dem einen oder anderen Projekt, bei dem er mitwirkt, wie etwa dem LABtrio. Aber bei der zehnjährigen Jubiläumsausgabe des Brussels Jazz Festival Flagey steht der Pianist in diesem Jahr als „Artist in Residence“ nun so richtig schön im Mittelpunkt. Ein Bericht von Christoph Giese
Das Verhältnis von Komposition zu Improvisation sei etwa fünfzig zu fünfzig, meinte der türkische Pianist Fazıl Say einmal, und er muss es wissen, denn er ist sowohl Komponist als auch Interpret Zudem steht am Anfang einer Komposition für ihn immer die Improvisation – auch bei der Interpretation klassischer Werke greift er gern improvisierend ein. Ein Bericht von Robert Fischer.
Ich habe die Zukunft des Jazz gesehen, und ihr Name ist: Endern? – Okay, das ist natürlich Quatsch, denn zum einen heißt der Autor dieser Zeilen nicht Jon Landau, und zum anderen geht es hier weder um Rock'n'Roll noch um Bruce Springsteen. Sondern: um Jazz in einer seiner aktuellsten, experimentierfreudigsten, die Zukunft mindestens vorausdenkenden Spielarten. Ein Bericht von Robert Fischer.
Ein Freitagabend im Dezember, der Münchner Jazzclub Unterfahrt ist seit Langem ausverkauft. Kein Wunder, denn das Trio des polnischen Pianisten Marcin Wasilewski, das hier heute auf dem Programm steht, verspricht immer ein grandioses Live-Erlebnis. Ein Bericht von Robert Fischer.
Es gibt schöne Locations für Festivals und weniger schöne. Eine der schönsten aber ist das Schloss Elmau, ein »Luxury Spa und Hideaway« in den oberbayerischen Alpen. Ein Bericht von Robert Fischer.
Er ziert das Festivalplakat und auch das Programmheft. Theo Croker sieht aber auch zu cool aus auf diesem Foto! In der Hocke auf einem Hocker hockend, das Hemd geöffnet. Die Trompete hängt lässig von ein paar Fingern gehalten herunter. Man könnte ihn so glatt für einen HipHopper und nicht Jazzmusiker halten. Aber die Basis und der Ausgangspunkt der Kunst des US-Amerikaners ist immer der Jazz. Das ist beim Eröffnungskonzert des diesjährigen Trans4JAZZ-Festivals in jedem Moment spürbar. Ein Bericht von Christoph Giese.
Es gibt gute Konzerte, die einen im Moment begeistern und mitreissen, an die man sich am nächsten Morgen aber kaum mehr erinnert. Und es gibt Konzerte, die einen beschenken, bereichern und die lange in einem nachklingen. Ein Bericht von Angela Ballhorn.
Die Bandbesetzung ist jazzklassisch: Saxofon, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug. Und der Bandleader steht auch mit einem Bein fest verwurzelt in der Tradition des Jazz, des Blues oder Gospels. Aber auf der anderen Seite ist US-Saxofonist und Bassklarinettist David Murray immer auch freien Spielformen gegenüber offen gewesen. Und daraus bezieht auch sein aktuelles Quartett mit drei wesentlichen jüngeren Jazzcats, darunter die spanische Pianistin Marta Sánchez, seinen Reiz. Ein Bericht von Christoph Giese.
Es lebe das Duo! Fans dieser kleinsten Besetzung nach dem Solo dürften zufrieden nach Hause gegangen sein nach dem ersten Abend des 37. Vilnius Jazz. Hat Festivalleiter Antanas Gustys doch gleich mal drei Duo-Formationen auf die Bühne des wunderschönen Alten Theaters von Vilnius gestellt. Da las Vytautas Landsbergis, Musiker und Musikologe sowie bedeutender Politiker und erstes Staatsoberhaupt seines Landes nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens 1990, seine eigene Poesie vor. Dazu trommelte der legendäre russische, aber schon ewig in Litauen lebende Vladimir Tarasov spontan, was ihm dazu einfiel. Ein Bericht von Christoph Giese.
Viel besser hätte das Jahr für das NUEJAZZ kaum laufen können, gewann das ambitionierte Festival doch im Jahr nach dem zehnjährigen Jubiläum nicht nur den Kulturpreis der Stadt Nürnberg sondern gleich auch noch den Deutschen Jazzpreis als „Festival des Jahres“. Okay, eine in den letzten Jahren erhaltende, bedeutende Festivalförderung ist ausgerechnet in diesem so erfolgreichem Jahr weggebrochen, aber davon lassen sich die beiden Festivalgründer und Macher Frank Wuppinger und Marco Kühnl glücklicherweise nicht entmutigen, sondern boten stattdessen auch 2024 ein vielseitiges und spannendes Festivalprogramm an. Ein Bericht von Christoph Giese.
Die südliche Steiermark ist ein wunderschönes Fleckchen Erde in Österreich. Und berühmt auch für seinen fantastischen Wein. So mancher Weißwein der Region hat Spitzenniveau. Was das mit einem Jazzfestival zu tun hat? Einiges, denn das Internationale Jazz Festival Leibnitz fügt den Zusatz „Jazz & Wine“ auf Webseite, Plakaten und im Programmheft stolz hinzu. Ein Bericht von Christoph Giese.
Ein Jazzfestival auf einer kleinen türkischen Ferieninsel? Das Bozcaada Jazz Festival möchte jedenfalls so eines sein. Aber dann betritt man das Open Air- Festivalgelände und muss erst einmal an etlichen Wein- oder Whiskeyständen und Bierbuden vorbei. Und man wundert sich, wie viele der vielen Besucher an jedem der drei Abende dort die meiste Zeit verbringen. Ein Bericht von Christoph Giese.
Wenn man seine Band schon Groove Gang nennt, dann sollte sie auch richtig grooven. Die Truppe von Schlagzeuger Gulli Briem tut das. Der auf Island lebende US-Saxofonist Phil Doyle, der sehr geschmackvoll mit Sounds arbeitende Keyboarder Magnús Jóhann Ragnarsson und E-Bassist Róbert Pórhallson spielen zusammen mit dem Bandleader eine frische, knackige, schlagzeuglastige Fusion, mit Songs von Briem oder den guten alten Steps Ahead. Ein Bericht von Christoph Giese.
Was für eine Fingerfertigkeit! Wie rasend schnell kann dieser Mann Klavier spielen! Und dann auch noch so präzise. Beide Hände funktionieren scheinbar total mühelos völlig unabhängig voneinander. In Sachen Technik macht Henri Herbert niemand etwas vor. Der Boogie Woogie-Spezialist aus Austin, Texas hat aber auch alles andere, was man braucht. Das richtige Feeling, den richtigen Schwung, die genau richtige Energie. Ein Bericht von Christoph Giese.
Das Canarias Jazz-Festival bietet nicht nur Konzerte auf allen acht bewohnten Inseln der Kanaren, sondern auch eine große musikalische Bandbreite. Da lauscht man in dem auf 500 Meter gelegenen kleinen Städtchen Santa Brígida auf Gran Canaria etwa dem belgisch-tunesischen Aleph Quintet, Rising Stars der Brüsseler Szene, und lässt sich von Geige, Oud, Piano, E-Bass und Schlagzeug mitnehmen auf eine vielschichtig klingende musikalische Reise zu nordafrikanischer Musik, Gnawa-Rhythmen und virtuosem Jazz. Ein Bericht von Christoph Giese.
Wir haben das diesjährige JazzBaltica Festival mit der Kamera besucht und einige Minuten wunderbarer musikalischer Erinnerungen auf Video festgehalten.
Heiß ist es auf Malta im Sommer. Ziemlich heiß sogar. Wie gut dass da einige Konzerte des diesjährigen Malta Jazz Festival im Stadttheater von Valletta stattfinden. Die dortige Klimaanlage funktioniert nämlich bestens und ist fast schon ein wenig zu kalt eingestellt. Aber dennoch wärmt die Brasilianerin Mônica Salmaso sogleich die Herzen der vielen Zuhörer im heruntergekühlten Saal. Ein Bericht von Christoph Giese.
Wenn man die Augen schließt, dann wähnt man sich ein paar Jahrzehnte zurück. Mindestens. Denn das Quartett von Emanuel Inácio entführt mit seinem Programm in die Zeit der guten alten Jazzstandards. Und der junge Bassist aus Madeira und seine ebenfalls noch jungen Bandmitglieder vom portugiesischen Festland wissen wie man swingt und schwelgt. Ein Bericht von Christoph Giese.
JazzBaltica ist ein Festival, das wir seit vielen Jahren regelmässig besuchen, weil es immer wieder ein außergewöhnliches Erlebnis ist. Ob zuerst in Salzau, dann in Niendorf und jetzt in Timmendorfer Strand, überall ist die einzigartige Atmosphäre der Jazzbegeisterung zu spüren. Das war auch 2024 nicht anders. Zum dreizehnten Mal hat sich der künstlerische Leiter Nils Landgren der Herausforderung gestellt und ein interessantes und abwechslungsreiches Programm präsentiert, das lange in Erinnerung bleiben wird. Von Dance-, Rap- und Funk-Rhythmen ging es durch alle erdenklichen Spielarten des Jazz bis hin zum Free Jazz.
Wir lieben Hamburg an der Elbe. Wir lieben Jazz. Und seit 2010 lieben wir das Elbjazz-Festival. 2024 wurde unsere Liebe auf eine harte Probe gestellt. Ein Festival Bericht von jazz-fun.de
Die Solokonzerte beim NovaraJazz boten zum Teil Aufregendes. US-Pianistin Myra Melford kombiniert im Innenhof eines alten Palastes Wucht und Feuer mit technischer Brillanz, freie Improvisation mit wunderschönen Melodielinien. Festival bericht von Christoph Giese
Das Lisa Wulff Quartett präsentiert zeitgenössischen Jazz in klassischer Besetzung. Die Bassistin und Bandleaderin Lisa Wulff hat ein vielseitiges Ensemble zusammengestellt, das aus dem Saxophonisten Adrian Hanack, dem Schlagzeuger Silvan Strauß und dem Pianisten Frank Chastenier besteht. Dieses Quartett vereint eigensinnige Musiker, die Lisas Kompositionen mit ihren individuellen Klangfarben bereichern.
Die vier Musiker von "Lunar X" schaffen es, die Grenzen zwischen Tag und Nacht verschwimmen zu lassen, sich im Rhythmus der Gezeiten zu verlieren und in eine andere Welt einzutauchen. Dieses Gefühl vermitteln sie von der ersten bis zur letzten Note ihrer Kompositionen. Während ihres Studiums an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover fanden sie durch ihr gemeinsames Interesse, neue musikalische Wege zu beschreiten, schnell zueinander. Ihre Musik zeichnet sich durch einfühlsame Melodien, energiegeladene Improvisationen, kammermusikalisch anmutende Einwürfe und impulsives Zusammenspiel aus.
Auf dem Tenorhorn exzellent verblüfft die Genfer Saxofonistin Maria Grand zusammen mit der US-Pianistin Maya Keren im großen Saal vor allem auch als unprätentiöse und unheimlich gefühlvolle Sängerin. Überhaupt versteht dieses Duo sich zauberhaft intim und berührend miteinander zu unterhalten. Mit leisen, ruhigen, sich miteinander verwebenden Tönen, die es ganz still werden lassen im immer sehr aufmerksam zuhörenden Publikum in Schaffhausen.
Auf ihrem zweiten Album "Insomnia" tritt Manon Mullener mit einem Quintett auf, das sich aus jungen, aufstrebenden Musikern der kreativen Schweizer Jazzszene zusammensetzt. Ihre Musik steht für die ganze Vielfalt, die der Jazz zwischen Tradition, Moderne und lateinamerikanischen Einflüssen zu bieten hat. Manon nimmt uns auch an diesem Konzert mit auf eine inspirierende Reise voller Lebendigkeit und Frische. Die musikalischen Entdeckungen stehen für die Marke Manon": unbändige Energie und fesselnder Groove. Das Quintett lädt zum Träumen und Tanzen ein!
Vier Tage mit Konzerten in den schönsten Sälen von Lüttich – so wirbt Jazz à Liége vorne auf dem Cover des gedruckten Festival-Programmheftes. Und wenn man dann gleich am ersten Abend im Trocadéro landet, diesem wunderschönen, über 100 Jahre alten Cabaret-Theater im Herzen der Lütticher Altstadt, das sich beim Konzert mit dem Trio des Lütticher Pianisten Johan Dupont bis auf den letzten Platz gefüllt zeigt, dann glaubt man das mit den schönen Konzertsälen sofort. Und erfreut sich an so einem Ort an den schönen und reichhaltigen, auch mal Richtung Latin blickenden Jazzmelodien, die das Trio mit viel Leidenschaft spielt.
Wie jedes Jahr im April trifft sich die Jazzfamilie aus aller Welt in Bremen. Die jazzahead! ist nicht nur ein Businesstreffen, sondern auch (oder vielleicht sogar vor allem) ein Wiedersehen der großen Familie, der Menschen, die im und für den Jazz arbeiten. jazz-fun.de ist stolz darauf, ein Teil dieser Community zu sein und wir konnten uns nicht vorstellen, dieses Treffen zu verpassen. Wie immer haben wir viele alte und neue Bekannte, Freunde und Partner getroffen. Mit diesen guten Kontakten können wir die Qualität unserer Berichterstattung für die Jazz-Community wieder mal steigern.
Mit den "Next in Jazz"-Konzerten am Sonntag, 17. März, ging die 53. Internationale Jazzwoche Burghausen nach sechs Festivaltagen im Zeichen der guten Musik zu Ende! Rund 7.000 Besucherinnen und Besucher zählte die IG Jazz in diesem Jahr und vor allem die gestiegene Nachfrage nach kompletten Festivalpässen zeigt, dass das reichhaltige und anspruchsvolle Programm bei Musikliebhabern aus nah und fern auf offene Ohren stieß.
Die Hamburgische Kulturstiftung hat die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung für junge Jazzmusiker*innen an die Hamburger Jazzflötistin und Komponistin vergeben.
Der Wind bläst heftigst, der Regen knallt einem beim Verlassen des Flughafengebäudes gleich ins Gesicht. Schon der Anflug auf Tromsø war alles andere als angenehm mit all den Turbulenzen in der Luft. Ja, der Winter ist auch in Nordnorwegen nicht immer planbar. Keine traumhafte Winterlandschaft, die einen begrüßt, sondern Schmuddelwetter.
Das Konzert von Izabella Effenberg und Bugge Wesseltoft war eine außergewöhnliche Erfahrung. Beide Künstler sind Virtuosen an ihren Instrumenten: Bugge Wesseltoft am Klavier, an den Keyboards und am Percussion, während Izabella ein beeindruckendes Arsenal an Instrumenten beherrscht, darunter Vibraphon, Marimba, Steeldrum, Array Mbira, Glasharp oder Waterphone.
Regensburg, eine Stadt von unbestreitbarer Schönheit, bildete erneut die Kulisse für das mitreißende Festival Sparks & Vision. Unter der organisatorischen und künstlerischen Leitung von Anastasia Wolkenstein erwartete die Besucher ein faszinierendes Programm. An drei Tagen gab es acht Konzerte, jeweils drei am Freitag und Samstag und zwei am Sonntag.