Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Lediglich 90 Meilen trennen Key West in Florida von Kuba. Doch so gering die räumliche Distanz auch ist, so enorm ist die kulturelle Kluft, die durch konträre Ideologien seit einem halben Jahrhundert geschaffen wurde. Deshalb sind Projekte wie das, welches nun auf dem Album Ninety Miles vorgelegt wird, so ungeheuer spannend und wichtig.
Mit “live & intimate” laden uns Tok Tok Tok auf eine kleine Zeitreise ein und präsentieren uns ein wahres Juwel aus der Tok Tok Tok Schatztruhe: einen Konzert-Live Mitschnitt aus der intensiven Atmosphäre des Ballhof Theaters Hannover aufgenommen. Es könnte kein schöneres Dokument für Tok Tok Tok's kammermusikalische Intimität geben.
Zur Feier des 40. Gründungsjahres von Weather Report veröffentlicht die Joe-Zawinul-Erbengemeinschaft das vorliegende Livedokument des Auftritts der Band vom 29. September 1978 in Offenbach. Mit ihrem Mix aus Jazz, Rock und elektronischer Musik ist die Band in absoluter Topform zu hören. Angeführt von zwei Musikvisionären, dem Pianisten und Keyboarder Joe Zawinul und dem Tenor-/Sopransaxofonisten Wayne Shorter, war die Band unter anderem auch deshalb außergewöhnlich, weil sie die zur damaligen Zeit obligate Gitarre vermied.
hat It’s All About ist nach fast 40 Alben die erste Sammlung des innovativen Gitarristen, auf der sich nicht eine einzige Eigenkomposition befindet. Trotzdem ist es in Atmosphäre und Klangfarbe ein auf seine Art originäres Pat Metheny-Album.
Und das Ergebnis heißt Folksongs. Osteuropäische Wurzeln, internationale Musikausbildung, als Solisten und Sidemen im In- und Ausland gefragt – die drei Musiker von East Drive sind in ihrer Wahlheimat „Weltmusik“ zu Hause und jonglieren virtuos mit verschiedenen Bällen: Moderner Jazz, Polka, nordindische klassische Musik, wehmütige russische Melodien, lateinamerikanische Intermezzi, aber auch Funk, verzerrte E-Gitarre und vor allem: Groove. East Drive sind drei neugierige Weltenbummler, die selbstbewusst und genussvoll musikalische Grenzen überschreiten.
Ganz schön bemerkenswert: das Kühntett gibt es seit 2005. Und bis zum heutigen Tage in unveränderter Besetzung. Das ist wahre Freundschaft. Und die Jungs wollten es von Anfang wissen, haben sich eingeschworen, den langen Weg zu „Ruhm und Ehre“ konsequent durchzuziehen. Dafür wurden sie immer wieder belohnt. Am Wegesrand lasen sie ständig neue Auszeichnungen auf: 2006 den 2. Platz beim Internationalen Jazzpreis Biberach. 2007 den 2. Platz beim internationalen Jazz-Nachwuchswettbewerb Straubing. 2009 den 1. Platz beim Europäischen Nachwuchs-Jazzpreis in Burghausen und den 4. Platz bei der „Jazz Hoeilaart Competition“ im benachbarten Belgien. Im gleichen Jahr nimmt Axel Kühn ganz nebenbei den Landesjazzpreis Baden-Württemberg entgegen.
Dezente Klangtupfer, wie Licht in der Ferne, schweben im Raum, wenn Benjamin Schatz sein Debüt-Album eröffnet. Es sind die leisen Töne, die überwiegen, es ist die Kunst des Weglassens, die aufhorchen lässt. Das ganze Album swingt federleicht, hat ruhig-melancholische Phasen, schwelgt zeitweise in schrägen Metren, und ist zum Glück meilenweit entfernt von der Jazz-Muzak einer Piano-Bar – trotz der Eingängigkeit, mit der die Stücke daherkommen.
Die Sängerin Amina Alaoui ist ECM-Fans spätestens seit ihrer auf "Siwan" (2008) festgehaltenen Zusammenarbeit mit Jon Balke und Jon Hassell bekannt. Auf "Arco Iris", ihrem Labeldebüt als Leaderin einer eigenen Gruppe, verbindet Alaoui die musikalischen Traditionen ihrer nordafrikanischen Heimat mit den Wurzeln des Fado und Flamenco.
Für ihr neues Album „Standing On The Rooftop“ verpflichtete Madeleine Peyroux ein All Star Ensemble mit dem Pianisten Allen Toussaint, dem Bassisten Me'shell Ndegeocello, den Gitarristen Marc Ribot und Chris Bruce sowie Drummer Charly Drayton. Die Produktion lag in den Händen von Craig Street, der auch schon für Norah Jones und K. D. Lang arbeitete.
Hamburg, 29. Mai 2011 – Mit netten Sprüchen hat der amerikanische Bassist Charlie Haden nichts im Sinn. Der 73jährige hat Jazzgeschichte gemacht – und sich beim ELBJAZZ Festival ins Hamburger Publikum verliebt: „Die Welt wäre ein besserer Platz, wenn es nur Leute gäbe, die so offen sind wie ihr!“ Obwohl die Maschinenbauhalle von Blohm + Voss schier aus den Nähten platzte, hatten ihm die Konzertbesucher die Ehre andächtiger Konzentration erwiesen.
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Die Presse hat ihn längst ausgemacht als den derzeit "herausragenden Pianisten aus Schweden" (Karsten Mützelfeldt, DLF). Insider kennen ihn seit 1999 als musikalischen Leiter von Viktoria Tolstoj, seit kurzem erst tritt er aus den Schatten anderer heraus. Und das völlig zu Recht: Er vereint amerikanische Jazztradition mit skandinavischem Ausdruck, kann swingen - was viele seiner Altergenossen nicht mehr wirklich können, wagt sich andererseits aber auch an populäre Songs wie Michael Sembello´s 'Maniac' oder 'In God´s Country' von U 2.
Marylin Mazur, Dänemarks Vorzeige-Perkussonistin (u. a. Miles Davis, Wayne Shorter, Gil Evans) und langjährige Mitstreiterin der Jan Garbarek Group, mit ihrem dritten Soloalbum auf ECM. Als Nachfolger des 2008 erschienenen Bestsellers "Elixir" ist "Celestial Circle" Mazur's erstes Album mit ihrer noch jungen Band feat. Josefine Cronholm (Vocals), John Taylor (Piano) und Anders Jormin (Bass).
Der amerikanische Pianist Bill Carrothers ist ein stiller Querdenker. Einst in New York als sensationelle Entdeckung und Partner von Größen wie Gary Peacock und Bill Stewart gefeiert, zog der Musiker vor ein paar Jahren nach Michigan. Von dort aus spürt Carrothers, der unter anderem Auszeichnungen wie den Deutschen Schallplattenpreis und den französischen "Diapason d'or" erhielt, radikal seinen eigenen musikalischen Vorstellungen und Programm-Konzepten nach.
Die derzeitige Queen des Bossa Nova Paula Morelenbaum legt mit ihrer Kooperation mit dem mittlerweile 76jährigen Grandseigneur der brasilianischen Bossa Nova, dem Jazzpianisten Joao Donato, bereits ihr drittes Album für SKIP vor. Nach der in Deutschland entstandenen Bigband – Produktion „Bossarenova“ mit der SWR Bigband (SKP 9089), die von Medien und Publikum gleichermaßen bejubelt wurde und sogar Veröffentlichungen in den USA und Brasilien erfuhr, und dem sowohl in den deutschen Jazz und World Music Charts platzierten „Telecoteco“ (SKP 9095), einem Album, auf dem sie die Geschichte der Samba – Musik aufarbeitet und in aktuelle Klänge transferiert.
Diese grandios arrangierten Jazz-Hymnen sprühen vor Energie, Spiritualität und Sinnlichkeit. Zuallererst machen sie einfach Spaß, beim zweiten Hören kann man dann Vorbilder wie die Jazz-Ikonen Pharoah Sanders und Max Roach, die politischen Soulstars Marvin Gaye und Roy Ayers, oder sogar psychedelische Folk-Figuren wie die Byrds und Jefferson Airplane entdecken. Klassische Stilmittel und Formen bei einem betont zeitgemäßen und modernen Sound, genau für diesen Brückenschlag steht Nicola Conte.
Als im Januar 2010 „Dan Berglund’s Tonbruket“ erschien, war die Neugier groß, was wohl aus dem Bassisten des Esbjörn Svensson Trios geworden ist. Als „atemberaubend“ feierte Kulturnews das Album an der Schnittstelle zwischen Rock und Improvisation, und Jazz Thing stellte fest, dass Berglund mit neuer Band den Weg exakt dort fortsetze, „wo der Stern von e. s.t. verglühte." In Schweden wurde die rauschhaft rockige Soundfabrik mit dem GRAMMY als bestes Jazzalbum 2010 gewürdigt.
Auf "A Moment's Peace" schlägt Scofield mit typisch kantigem Ton erstaunlich ruhige, in Teilen fast balladeske, Klänge an. Das Groove und Energie dabei nicht zu kurz kommen, versteht sich bei einem echten Scofield-Album von selbst - dies hier ist ein Solches!
Nach "Give me that slow knowing smile", Ihrem letzten Studioalbum aus dem Jahre 2009, ist das schwedische Gesamtkunstwerk Lisa Ekdahl wieder da - mit dem ersten Livealbum Ihrer mehr als fünfzehnjährigen Karriere.
The Absolute Ensemble featuring Marcel Khalifé
Arabian Nights symbolisiert das Engagement des Ensembles und der Komponisten zum Wechsel in der Musik, zum Niederreissen der Grenzen, die nicht nur zwischen Kulturen, sondern auch zwischen Musikern bestehen.
Wirklich für möglich gehalten haben wir es genauso wenig, wie Marcus persönlich, der auch bereits Mitte letzten Jahres mit Dreyfus Records in Kontakt getreten war, um sein grossartiges Konzertspektakel in angemessenem Zustand für den „Zuhaus-gebliebenen“ aufzubereiten.
Nels, der Zwillingsbruder des Perkussionisten Alex Cline wurde 1956 in Los Angeles geboren. Er spielt zeit-genössische, improvisatorische Musik seit seinen Teenager Jahren. Als er mit 15 John Coltrane hörte, war seine bis dato Rock’n’Roll Karriere beendet. ’82 – ’84 spielte er mit Wayne Peets Doppler Funk – einer Avantgarde Funk Gruppe, die sich später in das kollektive Trio Rhythm Plague umbenannte.
Komplex, vielschichtig und dynamisch: Ein neues Orchesterwerk mit einem grandiosen James Carter am Saxophon! Wenn sich Jazz und Klassik treffen, kommt oft eine gepflegte Mischung aus Cocktail-Musik und Streicher-Background dabei heraus. Anders ist es bei der "Caribbean Rhapsody", einem neuem Werk aus der Feder des klassischen Komponisten Roberto Sierra, das James Carter, einer der Top-Saxophonisten unserer Zeit, als Solist veredelt.
Craig Taborn gehört zu den jungen Pianisten, die derzeit im Verdacht stehen ähnliche musikalische Höhenflüge wie Keith Jarrett exerzieren zu können. Im Raum zwischen Kollegen wie Stefano Bollani und Tigran Hamasyan schiebt Craig Taborn aktuell wahrscheinlich die größte Bugwelle voraus.
Mit Hommagen an Nesuhi und Ahmed Ertegun, Gründern des Label Atlantic Records, oder an Chris Blackwell, Gründer des Labels Island Records, feierte das Montreux Jazz Festival stets auch die grossen Talente neben den Bühnen. Jene Produzenten nämlich, die unternehmerische Risiken eingingen, neue künstlerische Wege beschritten und so die Musiklandschaft sowie ihre Industrie massgeblich Industrie massgeblich prägten. Mit Tommy LiPuma und Tom Silverman stehen 2011 zwei Produzentenikonen im Mittelpunkt, die zwar den selben Vornamen teilen aber auf zwei äusserst unterschiedliche Karrieren zurückblicken.
Weiterlesen … Tommy LiPuma 75th Birthday
Was die 4 hier mit ihrem Debütalbum präsentieren, ist wirklich neu. Die Instrumentierung aus Sax / EWI (Stefan Koschitzki), Hammond B-3 / Moog (Martin Meixner), Gitarre (Fabiano Pereira) und Drums (Jan-Philipp Wiesmann) hebt sich erfrischend vom Angebot einer klassischen Jazzquartett-Besetzung ab – das macht per se schon einmal neugierig: den agierenden Musiker, genauso wie den potentiellen Zuhörer.
Ihre Stimme ist intensiv wie ein Sonnenstrahl im Frühling, ihre Songs so angenehm melancholisch wie entspannter Sommerabend. Mit ihrem Debüt-Album Seasons Of My Soul hat RUMER sich auf Anhieb in die Herzen der Fans gespielt und treibt dort die schönsten Blüten.
In der Tat ist die in Pakistan geborene Britin RUMER eine Ausnahme-Künstlerin, die mit ihrer Stimme und ihren Songs, die zwischen Jazz, Soul und elegantem Pop changieren, seit Beginn des Jahres auch ihr deutsches Publikum verzaubert.
Manche Alben sprechen schon für sich selbst bevor man sie überhaupt gehört hat. Im Fall von "Live at Birdland" passiert dies derartig eloquent, dass auch der härteste Jazzfan keinen Grund mehr findet die chronisch nervösen Augenbrauen zu runzeln. Im Gegenteil, denn die hier dargebotenen Klassiker vom Schlage "Lover Man" und "Lullaby of Birdland" hatten in ihrem Schmiss schon immer die Fähigkeit auch erklärte Nicht-Jazz-Hörer auf ihre Seite zu ziehen.
Ganz neue Wege beschreitet der britische Filmmusik-Komponist, Arrangeur und Keyboarder Colin Towns mit seinem neuen Bandprojekt Blue Touch Paper.
Nachdem Towns mit den Bigbands vom NDR und HR aufsehenerregende Projekte realisiert hat und die Musiken von John Lennon, Frank Zappa, Miles Davis, Kurt Weill und des Mahavishnu Orchestra neu arrangiert hat, wechselt er nun das Format und hat mit britischen und deutschen Musiker das Sextett Blue Touch Paper gegründet.
Die Sängerin Nikola Materne und ihre Band „Bossanoire“ haben sich ganz dem akustisch gespielten Jazzsong verschrieben – Musik wie zu einem Film, déjà-vu und doch ganz neu. Mit silbriger, intensiver Stimme intoniert Nikola die schwebend-melancholischen, manchmal ironischen Lieder in deutscher Sprache, für die ihr die Band - aus wunderbaren Musikern - einen roten Teppich ausbreitet.
Hanriot, französischer Pianist und Komponist, verdient in seinem Heimatland bereits Geld mit dem, was er kann und liebt – als es ihn dann doch in die USA zieht. New York City und das Berklee College sind seine Ziele – und die Erfahrungen die er dort mit Künstlern wie Me’shell Ndegeocello, Dee Dee Bridgewater, Joe Lovano, und Cindy Blackman macht, sein Lohn.
Selten werden in Jazzzirkeln Debütalben so gefeiert wie im vergangenen Jahr "Sounding Point", der Erstling von Gitarrenwunderkind Julian Lage. Mit gerade mal etwas mehr als zwanzig Lenzen wurde die Young Gun aus der kalifornischen Bay Area für einen Grammy nominiert. Grund genug das jetzt erscheinende Folgealbum "Gladwell" mit gespitzten Ohren zu erwarten.
Vorverkauf für JazzBaltica 2011 startet
Heute, Mittwoch 4. Mai, startet der öffentliche Vorverkauf für JazzBaltica 2011. Unter dem Motto „piano, piano – remembering Esbjörn“ ehrt das Festival vom 30. Juni bis zum 3. Juli in Kiel, Husum und Salzau einen ganz Großen der Jazzgeschichte: Esbjörn Svensson, dessen Trio e.s.t. Geschichte geschrieben hat und von Salzau aus zu einer einmaligen Karriere startete.