Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Das in Los Angeles ansässige Boutique-Label Hidden Beach Recordings gab heute die Unterzeichnung des legendären Jazz-Pianisten Ramsey Lewis bekannt. Der dreifache Grammy-Award-Gewinner der im Jahre 1970 prominent wurde, wird seine 80ste Kollektion, mit dem Titel 'Ramsey, Taking Another Look', im September veröffentlichen. Auf der 10-Song-CD hauchen Lewis und seine Electric Band neues Leben in vielen von Lewis' Lieblingsmelodien ein, inklusive einer neuen Darbietung von Stevie Wonders verfasstem "Living for the City" und einer neuen Ausgabe der Originalen "Sun Goddess"-Aufnahme feat. Earth, Wind & Fire.
jazz & more 2011 30.09 - 02.10.2011
Mit der in Berlin lebenden Japanerin Aki Takase kommt zum Auftakt von jazz & more ein Fixstern der europäischen Jazzszene nach Ulm.
Das Duo Eric Vloeimans (tp) und Florian Weber (p) aufgenommen im weltberühmten "Concertgebouw" in Amsterdam am 12. April 2011. Ein einzigartiges Album voller musikalischer Landschaften ohne Grenzen zwischen Jazz und Klassik, unmittelbar und intim.
Fünf Jahre nach ihrem erstaunlichen Debütalbum "Starflowers", das von der Presse exzellent besprochen wurde, veröffentlicht die norwegische Sängerin und Kantele-Spielerin nun die Fortsetzung "The Land That Is Not".
Mit "Orvieto" erscheint das Sensationsalbum dieses Herbstes. Nicht nur, dass nach 27 Jahren Abwesenheit wieder eine Aufnahme mit Chick Corea auf ECM veröffentlicht wird; an seiner Seite steht als kongenialer Duopartner auch noch kein geringerer als Italiens Starpianist Stefan Bollani. Zwei Genies am Klavier zelebrieren die Kunst der gemeinsamen Improvisation in einzigartiger Weise und mit riesigem Spaß am Spiel.
Olivia Trummer ist ein höchst feinsinniger Mensch, ein großes und selbstbewusstes Mädchen von 26 Jahren, ein Temperamentbündel, das gerne lacht und die Welt mit offenem und klugem Blick betrachtet. Die in Stuttgart geborene und lebende Pianistin und Komponistin hat mit ihrem nunmehr vierten Album ihren musikalischen Kosmos tiefgreifend erweitert. Die hoch talentierte Musikerin, die sich bereits viele Meriten als klassische Konzertpianistin verdient hat, aber vor allem als Jazzpianistin in den letzten Jahren für Furore sorgte, steuert mit POESIEALBUM wohlgemut und optimistisch allen vorgefestigten Meinungen und Erwartungshaltungen entgegen. Die vielseitige Künstlerin erweitert auf den neun Aufnahmen ihr ohnehin weit gefasstes stilistisches Spektrum mit gesungenen Liedern, besser noch, sie konzipiert Musiklandschaften, die sie mit ihrer Stimme und mit ihren Gedanken füllt, mit heiteren bis besinnlichen lebensphilosophischen Reflexionen. So hat man Jazzsongs wahrlich selten, wenn überhaupt gehört.
So intensiv wie expressiv! So vielfältig wie stilsicher! Etwas Gleichartiges sucht man in der Jazz- und Rocklandschaft vergebens. Triowabohu sprechen eine eigene Sprache! Im Kern der Musik stehen Stimmungen und Bilder, die durch einen unverwechselbaren, warmen und offenen Klang immer wieder neu gestaltet werden. Ausdrucksstarke Melodien, treibende Grooves und der intensive Dialog der Musiker erschaffen einen Gruppensound, der dicht am Puls der Zeit schlägt.
Die im September 2011 bei enja erscheinende CD „Loreley“ ist das erste Album des Saxophonisten, Klarinettisten und Komponisten Alexander von Hagke unter eigenem Namen. Neben dem aktuellen Quartett spielt er in so unterschiedlichen Gruppen wie der Heavy-Metal-Jazzband Panzerballett, dem Klassik-und-Jazz-Crossover-Quartett Passo Avanti oder der Hardbopformation Munich Uptown Jazz Sextett. Insbesondere als Mitglied von Panzerballett ist er auch international einer wachsenden Fangemeinde bekannt.
Eine Trompete, die das Eis der Pole und den glühenden Sand der Wüste einfangen kann, die genauso wogende Menschenmassen wie die totale Einsamkeit imaginiert, die sich verliert und doch immer wieder zu sich selbst zurückfindet. Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer hat einen ureigenen Sound, der ebenso von skandinavischer Naturpoesie, wie von elektronischem Kalkül und nicht zuletzt von Trompetern wie Miles Davis und Jon Hassell geprägt ist. Vor allem aber hat Molvaer sich selbst. In seinem Spiel vergisst man ganz schnell, dass man eine Trompete hört.
Herbstprogramm der IG Jazz Burghausen
Das Herbstprogramm 2011 der IG Jazz Burghausen e.V. präsentiert einmal mehr eine enorme stilistische Bandbreite. Vom traditionellen Dixie und Bop bis hin zu experimentellen Neutönern sind ab September in Burghausen wieder hochattraktive und interessante Bands zu erleben.
Jasmin spricht mit ihrem Album nicht unbedingt ihre typischen Fanklientel aus der "bandits"-Zeit an. Auf der Konzert-Tournee, die sicher irgendwann folgen wird, dürften daher kreischende oder gar in Ohnmacht fallenden Mädels wohl nicht mehr zu beobachten sein. Und auf das beliebte Stage-Diving von Jasmin wird man bei ihren Jazz-Auftritten vermutlich auch verzichten müssen.
Als Solist, in Zusammenarbeit mit Anthony Braxton, Dave Holland und Keith Jarrett sowie als Mitglied von Azimuth und dem United Jazz & Rock Ensemble hat sich Kenny Wheeler einen Status erspielt, wie ihn nur ganz wenige erreichen.
Hier erlebt man ein Höchstmaß an Intimität. An Entspanntheit. An erhabener Ruhe. Zwei, die einander so gut verstehen, dass sie ganz leise und unaufgeregt miteinander sprechen können. Dass sie keinen rhetorischen Aufwand betreiben müssen, um andere zu beeindrucken. Sie können einfach die Gedanken laufen lassen - wie kleine Bälle, die man sanft über einen Tisch rollt, damit sie der andere behutsam aufnehmen und zurückrollen kann.
Play The Blues: Live From Jazz At Lincoln Center, N. Y.
Clapton wählte aus, Marsalis arrangierte: Es war nicht nur eine legendäre Kooperation zwei der weltbesten Musiker, es waren auch Konzerte der Extraklasse, als Eric Clapton und Wynton Marsalis den Blues ins New Yorker Jazz at Lincoln Center trugen. Angekündigt als Wynton Marsalis & Eric Clapton Play the Blues verwandelte das ungleiche Paar das Rose Theater in der Frederick P. Rose Hall am 7. und 8. April 2011 in einen Wallfahrtsort für Blues- und Jazz-Connoisseure gleichermaßen.
free essen festival
Mit dem sechsten „free essen festival“ präsentiert die Jazz Offensive Essen (JOE) erneut ein anspruchsvolles Programm mit dem Schwerpunkt in der Freien Improvisation und rückt gewollt und aktiv Soloperformances und/oder kleine Besetzungen in den Vordergrund eines Konzertabends. Kurator der Veranstaltungs-Reihe ist der Essener Schlagzeuger und Theatermusiker Simon Camatta.
Trombone Shorty & Orleans Avenue bringen den hammerharten Funk in den Jazz zurück!
Der 38-jährige Posaunist, Komponist und Produzent Nils Wogram zählt ohne Übertreibung zu den umtriebigsten Jazzmusikern deutscher Sprache. Der in Köln und Zürich lebende Musiker unterrichtet eher nebenbei an der Jazzschule in Luzern, denn sein eigentliches Zuhause, sein musikalischer home turf, auf dem er sich am liebsten auslebt, ist und bleibt die Bühne. Circa vier Monate im Jahr ist Nils Wogram auf Tournee, was ihn nicht davon abgehalten hat, eine wahrlich imposante Zahl von Albumveröffentlichungen auf den Weg zu bringen.
Mit seinem neuen Album “Roy-Alty” und der neuen Band mit u. a. Chick Corea, Robert Rodriguez, Craig Haynes und Roy Hargrove gelingt dem Kugelblitz am Drum-Set ein unglaubliches Album !!
Leipziger Jazztage 2011
9 bis 18 September 2011
Die vom Jazzclub Leipzig e.V. veranstalteten Leipziger Jazztage sind das bedeutendste ostdeutsche Festival des zeitgenössischen Jazz. Neben international etablierten Namen und Wegbereitern der Jazzhistorie werden vor allem innovative Strömungen und herausragende jüngere Musiker vorgestellt sowie eigene Projekte initiiert.
Zwischen subtiler Coolness und temperamentvoller Ausgelassenheit bewegt sich die Pianistin und Sängerin Eliane Elias auf ihrem neuen Album "Light My Fire" , mit dem sie ihren Einstand bei Concord Picante gibt.
Startschuss zur diesjährigen Ausgabe von Vive Le Jazz
Vom 2.-16. Oktober 2011 schlägt Vive Le Jazz musikalische Brücken über den Rhein und wartet in den Städten Köln, Düsseldorf, Bonn und Aachen mit außergewöhnlichen Ergebnissen der „Amitié Franco-Allemande“ auf. Im Zentrum: der aktuelle Jazz aus Frankreich - ein Abbild der großen Bedeutung dieser Musik im französischen Kulturleben und seiner herausragenden Rolle in Europa.
SEIDE glänzt, schimmert, streichelt sanft über die Haut und die Ohren des Hörers - und behält dabei zu jeder Zeit seine fließend elegante Form. Das gilt auch für dieses nach dem Edelstoff benannte Debut – Album 'Passion, Pain & Poetry'. Ein Feinton -Trio mit der ungewöhnlichen Besetzung Stimme/Piano/Posaune.
Eingebettet in einen Rahmen aus subtilen Kontrasten widmen sich Fattigfolket den Faktoren, die ihre Musik ausmachen: Stimmung, Melodie und Farbe. Dabei vermeiden sie erfolgreich die Klischees konventioneller Jazz-Balladen-Sammlungen: Dank eines flexiblen Zusammenspiels bringt das Album Details an die Oberfläche, die Auge und Ohr eines oberflächlichen Beobachters verborgen bleiben.
Das Streben nach Glück ist ein unabdingbares Grundrecht. Und so ist auch „the pursuit of happiness“ eine der zentralen Aussagen in der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Dass diese Phrase vom Tobias Meinhart Quartett zum Titel ihres Debüt-Albums auserkoren wurde, kommt nicht von ungefähr. Die ureigene Klang des Quartetts wird vom Leader, Tenor- und Sopransaxophonist Tobias Meinhart als „zwischen modernem New Yorker Klangideal und swingendem Hardbop-Jazz der 60er Jahre“ charakterisiert. Die vier jungen Talente wollen so auch gar nicht ein für sie zur Erfolglosigkeit verdammtes Abenteuer namens „Jazz ist deutsch“ starten. Sie haben stattdessen verinnerlicht, dass ihre Wurzeln in den US-amerikanisch geprägten Stilrichtungen des Jazz liegen.
Der Jazzpianist und Komponist Wolfgang Lauth ist am 30.08.2011 im Alter von 80 Jahren in einem Mannheimer Krankenhaus gestorben. Wolfgang Lauth war in den 1950er Jahren einer der erfolgreichsten deutschen Jazzmusiker. Zweimal wurde er bei Umfragen zum populärsten Jazzer der Bundesrepublik gewählt. Lauth spezialisierte sich auf Originalkompositionen, verjazzte aber auch deutsche Operetten- und Schlagermelodien wie „Kauf Dir einen bunten Luftballon“. Durch seine Verbindung von Jazz und Barockmusik sowie Musical- und Schlagermelodien erlangte Lauth große Popularität. Wolfgang Lauth war bis vor wenigen Jahren noch musikalisch aktiv und gab regelmäßig Konzerte.
An Ideen mangelt es Malcolm Braff nicht. Geboren in Rio de Janeiro, aufgewachsen auf den Kapverden, im Senegal und seit Jugendtagen in der Schweiz, hat sich der Pianist, Komponist und ästhetische Querdenker den Ruf eines inspirierenden Freaks erarbeitet, der mit spektakulären Aktionen, vor allem aber mit spektakulärer Kunst der europäischen Szene Impulse gibt. Seit den frühen neunziger Jahren brachten ihn Projekte mit Kollegen wie Bänz Oester, Mathieu Michel, Andy Scherrer, Samuel Blaser oder auch Erik Truffaz zusammen. Trios wie Braff – Oester – Rohrer oder das Trio Yele mit Alex Blake und Yaya Ouattara haben den Status des Geheimtipps hinter sich gelassen und gelten nicht nur in Fachkreisen als Garanten für überbordende Vitalität.
Das einzigartige Projekt des Trompeters Goran Kajfeš erscheint im edel aufgemachten Buch im Hochformat und enthält neben zwei CDs auch diverse Werke aus der Bildenden Kunst. Dafür haben skandinavische Künstler wie Ulf Rollof, Moki Cherry und Bigert & Bergström die Bildreproduktion ausgewählter Exponate erlaubt. Kajfeš hat die beiden CDs in zwei „Territorien“ voneinander getrennt.
Es ist ein einzigartiger Moment für das große Publikum im Odeon von Herodes Atticus zu Athen, als der Starsaxofonist Charles Lloyd und Maria Farantouri, die berühmte griechische Sängerin, Volksikone und Stimme des griechischen Widerstandes das erste Mal gemeinsam die Bühne betreten und das in einer Zeit, da Griechenland von der schwersten Krise seiner jüngeren Geschichte erschüttert wird.
Es gibt vermutlich keine andere Big-Band-Besetzung in Deutschland, die in den letzten Jahren ein so großes Publikum erreicht hat wie die der Roger-Cicero-Big-Band. Unter der Leitung von Lutz Krajenski spielten sie die drei bisher erschienenen und weit über eine Million mal verkauften Alben ein, traten beim Eurovision Song Contest vor rund einer Milliarde Menschen auf und begeistern auf Tourneen viele 100.000 Zuschauer.
"Navidad de los Andes" ist das reizvolle Debütalbum eines neuen Trios, dessen Mitglieder eine langjährige künstlerische Vorgeschichte verbindet, die sich in diversen Plattenproduktionen widerspiegelt.
Dem schwedischen Film hat Ingmar Bergmann mit seinen Reflektionen über die Familie und ihre Abgründe für Jahrzehnte das Thema und eine eigene Ästhetik vorgegeben. Auf ähnliche Weise hat der Pianist Jan Johansson mit seinem Rückgriff auf die einheimische Volksmusik dem schwedischen, ja dem skandinavischen Jazz und seiner ästhetische Außenwirkung bis heute die Richtung gewiesen. Er war dabei vielleicht nicht der einzige und erste – der Trompeter Bengt-Arne Wallin hatte 1962 mit dem Album „Old Folklore in Swedish Modern“ sozusagen den Startschuss gegeben -, doch erst seine 1963 erschienene Platte „Jazz pa Svenska“ wurde als Millionenseller wie wegen seiner zeitlos gültigen Volkslied-Interpretationen die Richtschnur für diese Art nordischer Improvisationsmusik.
War ihr zweites, vor zwei Jahren erschienenes ACT-Album „True Love“ gewissermaßen eine Familienangelegenheit – als Hommage an ihren Ehemann Ola Gustafsson und ihre kurz zuvor geborene Tochter – so kehrt Ida Sand mit ihrer neuen, dritten ACT-CD „The Gospel Truth“ zu ihren Wurzeln zurück: Zur einzigartigen Verbindung aus europäischem und amerikanischem Soul. Damit knüpft die Schwedin musikalisch and ihr 2007er ACT Debüt „Meet Me Around Midnight“ an, auf dem sie „erdig-markant, vom Blut des Blues durchtränkt, Gospel durchdrungen, jazzverwittert und soulinfiziert" (Jazzthing) begeisterte.