Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Der Saxophonist Joe Lovano war in den letzten vier Jahrzehnten auf zahlreichen ECM-Produktionen vertreten, darunter Aufnahmen mit Paul Motian, Steve Kuhn und John Abercrombie. Trio Tapestry ist sein erstes ECM-Projekt, bei dem er selbst als Leader in Erscheinung tritt und eine neue Gruppe vorstellt – mit Musik von fließender Lyrik, delikaten Texturen und inspiriertem Zusammenspiel. Lovano und die Pianistin Marilyn Crispell finden in den tiefen, subtilen Regionen des Interagierens zueinander.
Das alte Sprichwort, dass aller guten Dinge drei sind, verkommt allzu oft zur Floskel, selten hat es aber so gut gepasst wie beim Mare Nostrum-Trio des sardischen Trompeters Paolo Fresu, des französischen Akkordeonisten Richard Galliano und des schwedischen Pianisten Jan Lundgren. Denn hier hat sich vor zwölf Jahren gewissermaßen eine Troika des europäischen Jazz zusammengefunden.
Kaum ein Jazzmusiker bekommt derzeit in Europa so viel positive Resonanz wie der französische Sopransaxofonist Emile Parisien. Sein 2018 erschienener Konzertmitschnitt „Sfumato live in Marciac“ (CD und DVD) mit Joachim Kühn am Klavier sowie den Gästen Michel Portal, Vincent Peirani und Wynton Marsalis erntete Begeisterungsstürme: „Eine markante Stimme im zeitgenössischen Jazz“ nannte die ARD Parisien treffend.
Jazz ist Männersache …mag man meinen, schaut man sich seine Geschichte an: Zwar waren Jazzsängerinnen schon immer prominent vertreten, aber Instrumentalistinnen und Komponistinnen wie Jutta Hipp, Carla Bley oder Geri Allen bildeten die Ausnahme. Auch wenn die Männer heute noch immer in der Überzahl sind, haben sich die Frauen mittlerweile auch hier emanzipiert. Mehr und mehr drängen sie ins Rampenlicht der improvisierten Musik. Und das ist gut so, wie „Sisters in Jazz“ belegt.
Wer meint, bereits alle möglichen und ungewöhnlichen Kombinationen aus Instrumenten und Stilen zu kennen, kann jetzt – wenigstens spaßeshalber – kurz nachdenken: schon mal ein Album von Trompete und E-Zither gehört? Die Idee mag auf den ersten Blick etwas schräg erscheinen. Umgesetzt von Lorenz Raab und Christof Dienz klingt sie aber ebenso schlüssig wie spannend.
"LEPUS" heißt das mittlerweile sechste Album von ECHO-Preisträger Tim Allhoff, der sich in den letzten Jahren sicherlich zu einem der bedeutendsten deutschen Jazzpianisten etabliert hat. Der kryptische Titel bezieht sich auf den "Lepus Europaeus", uns hierzulande besser als "Feldhase" bekannt und beim gleichnamigen zweiten Track des Albums kann man ihn hakenschlagend direkt vor sich sehen. Eine treibende und rhythmisch komplexe Komposition, bei der das preisgekrönten Trio von einem Streichquartett unterstützt wird.
Das erste offizielle Release mit bislang unveröffentlichtem Material von Eric Dolphy in über 30 Jahren, mit 85 Minuten Studioaufnahmen. Dazu gibt es ein umfassendes, 100-seitiges Buch mit raren Fotos von Chuck Stewart, Jean-Pierre Leloir, Val Wilmer und anderen, Beiträge von Jazz Autor Robin D.G. Kelley, Douglas Labelmanager Michael Lemesre, dem japanischen Dolphy Schüler Masakazu Sato, den Ko-Produzenten Zev Feldman und James Newton, sowie Zitate von John Coltrane, McCoy Tyner, Ornette Coleman und Charles Mingus.
Tamara Lukasheva gilt über ihre Generation hinaus als eine der herausragenden Stimmen des deutschen Jazz. Ihre ungewöhnlich wendige, in rund 15 Jahren präzise ausgefeilte vokale Ausdruckskraft hinterlässt nicht nur beim Jazz-affinen Publikum tiefe Eindrücke. Lukashevas Musik ist eigenständig und variabel, bewegt sich im Spannungsfeld von starken Melodien, osteuropäischen Einflüssen, dynamischer Improvisation und Emphase.
Maxim, Crada, Anna Depenbusch, Arvo Pärt, Deine Freunde, Suli Puschban und Hauschka sind unter den 23 Nominierten für den Deutschen Musikautorenpreis. Die GEMA ehrt mit dem Preis Komponisten und Textdichter für ihre großartigen Songtexte, Melodien und Musikwerke. Die diesjährige Verleihung findet am 14. März in Berlin statt.
Christoph Irniger, der grosse Stilist mit seinem warmen Klang, legt auf Intakt Records die dritte Platte mit seiner Band Pilgrim vor. Der Saxofonist, der das Abenteuer und die Überraschung liebt, präsentiert mit "Crosswinds" ein gepflegtes Studioalbum. Mehrschichtig, subtil und melodisch verschränkt strahlen die acht Stücke eine wundersame stimmungsvolle Ruhe aus. Eine höchst subtile Musik mit einem magischen Sound.
Der Musiker und Komponist Paul Jones hatte nie Angst davor, Risiken einzugehen oder tiefer in die Sache einzudringen, wenn es darum ging, eine Musik zu erschaffen, die sich durch ihre Einzigartigkeit auszeichnet und den Test der Zeit überdauert. Der in New York lebende zeitgenössische Jazzkünstler hatte als Bandleader musikalisch auf sich aufmerksam gemacht, bevor 2014 sein Debütalbum Short History veröffentlicht wurde.
Das im Jahr 2000 formierte schwedisch-norwegische Quintett ist eine der „Supergroups“ der an innovativen Bands wahrlich nicht armen skandinavischen Jazzszene. Kritiker François Couture betrachtete die Gründung von ATOMIC einst als Reaktion auf den - ironisch als Mountain Jazz bezeichneten - ECM-Stil, mit dem skandinavischer Jazz heute oft generell assoziiert wird.
Ein wunderbares Instrumental-Album des New Yorker Pianisten Marc Copland, das gleichzeitig ein Tribute an Gary Peacock ist, aufgenommen im Studio La Buissone in Frankreich.
Das Sondre Ferstad Ensemble ist eine achtköpfige Band, die ein klassisches Streichquartett und ein Jazzquartett kombiniert, unter der Leitung von Sondre Ferstad, der einer der wenigen professionellen Jazz-Mundharmonikaspieler auf der europäischen Musikbühne ist.
Es war eine besondere Nacht: Am 7. Juli 1988 spielte der im Jahr darauf verstorbene französische Jazzpianist Michel Petrucciani ein Konzert im Jugend- und Begegnungszentrum »Jubez« in Karlsruhe. An seiner Seite: Bassist Gary Peacock und Schlagzeuger Roy Haynes. Mit "One Night In Karlsruhe" gibt es 2019 endlich den Mitschnitt dieser Performance.
Inspiriert von den stimmungsvollen Aufnahmen von Gil Evans und Miles Davis und den großen Balladestern - Dexter, Trane, Turrentine, Clifford Brown - war der erfahrene Seattleer Trompeter & Saxophonist Jay Thomas immer auf der Suche nach der richtigen Verbindung zu einem Arrangeur, der seine Vision für eine Aufnahme von satten orchestrierten Balladen richtig gestalten konnte. Das Treffen mit dem deutschen Komponisten, Arrangeur & Trompeter Oliver Groenewald öffnete die Tür zu einer mehrjährigen Zusammenarbeit...
"Djesse - Volume 1" heißt das Anfang Dezember erscheinende neue Album von Jazz-Wunderkind Jacob Collier. Das geht nicht nur musikalisch ungewohnte Wege. Mehr Lob geht nicht: "Jazz's new messiah" nannte der englische GUARDIAN den englischen Sänger, Arrangeur, Komponisten und Multiinstrumentalisten Jacob Collier. Der erregte erstmals 2011 mit selbstproduzierten Youtube-Clips Aufmerksamkeit, in denen er im Alleingang alle Instrumente spielte und sich selbst im Multitrackingverfahren zum Chor verwandelte.
1991 fand Charlie Chaplins Tochter Victoria einen Brief, den ihr Vater in seiner Nachttischschublade verwahrte. Der Verfasser des Briefes ,Jack Hill klärte den Schauspieler über seinen wahren Geburtsort auf, der nicht wie Chaplin in seiner Autobiographie beschrieb in London, sondern Black Patch in Smethwick war. Black Patch war zu Zeiten Chaplins Geburt eine große, von Bäumen umsäumte Wiese auf dem Romany People (also Sinti und Roma) und Schausteller mit ihren Wohnwägen campierten
Der Gitarrist Joscho Stephan ist seit knapp 20 Jahren als Gypsy Swing Musiker auf nationalen und internationalen Bühnen unterwegs. Im Trio mit Volker Kamp am Kontrabass und Sven Jungbeck an der Rhythmusgitarre fühlt er sich dem musikalischen Erbe des "Hot Club de France" verpflichtet, der legendären Formation, die Django Reinhardt und Stéphane Grappelli in den 30er Jahren in Paris zum Leben erweckt haben.
Fado ist ihr Leben, und kaum eine andere Sängerin verleiht dieser portugiesischen Form des Liedes so viel Kraft, Leidenschaft und Tiefe wie CARMINHO, die als die große Erneuerin des Fado betrachtet wird. Am 14. Dezember erscheint ihr neues Album MARIA. Nach ihrem großen Erfolg mit dem Album Carminho Canta Jobim (2016), auf dem sie sich respektvoll und leidenschaftlich vor dem brasilianischen Songwriter Antonio Carlos (Tom) Jobim verbeugte und sich einmal mehr als eine der besten portugiesischen Interpreten bewies, kehrt sie nun mit einem brandneuen Album mit vielen Eigenkompositionen zurück.
Das neue Album von Anna Leman verzaubert und verführt in eine Welt voller Emotion, Sinnlichkeit und Leidenschaft, Freude aber auch Trauer. Themen des Lebens, die auf höchstem Niveau musikalisch zelebriert und interpretiert werden.
Zwei Jahre nach der Veröffentlichung des von der Kritik hoch gelobten Albums „Imprints“ (Redhorn Records), stellt Karin Hammar nun ihr neues Werk „Circles“ vor. Dabei verlässt sie sich wie bereits zuvor auf ihre famose Formation Karin Hammar Fab 4, um acht neue Kompositionen und eine Interpretation von Nina Simones „Four Women“ in das ihr so eigene musikalischen Gewand zu kleiden – Modern Jazz mit Einflüssen aus Salsa, Bossa Nova, Bop, Swing und Popmusik.
Immer mehr Jazz-Musiker aus aller Welt erhoffen sich einen Karriereschub auf der Bremer Fachmesse jazzahead!. Trotz der diesmal deutlich verkürzten Einreichungsfrist gingen 764 Bewerbungen für die 40 Showcase-Konzerte ein und damit 25 Prozent mehr als im Vorjahr. In diesem Jahr sind unter den fünf am stärksten vertretenen Herkunftsländern jenseits von Deutschland und dem Partnerland Norwegen die USA und Brasilien, womit Bewerbungen aus Übersee signifikant zulegten.
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Nach drei sensationellen Konzerten, die er Anfang des Jahres in der ausverkauften Royal Albert Hall gab, veröffentlicht Gregory Porter nun sein erstes Live-Album. "One Night Only - Live At The Royal Albert Hall" ist am 30. November bei Decca Records in einer Box mit einer CD und einer DVD erscheinen, die als besonderen Bonus ein Interview mit dem Künstler bietet.
Intensity of bass – Bassklänge zum Genießen Wir kennen alle insgeheim die Meinung, Bassisten seien keine Bandleader, Bassisten seien Beiwerk einer Band, eines Solisten, Bassisten schaffen keine Werke. Dass dem nicht so ist, zeigen bereits zahlreiche Veröffentlichungen bei GLM Music – Sven Faller, D. D. Lowka sind hier zu nennen.
Er kann es einfach nicht lassen: Van Morrison, Multiinstrumentalist, Blues-Großvater, Legende, hat sein neues Album “The Prophet Speaks” für den 7. Dezember angekündigt. Bei “The Prophet Speaks” handelt es sich um nichts Geringeres als das 40. Studioalbum des gebürtigen Nordiren. Es folgt einer Serie jüngst erschienener, hochgelobter Platten (“Roll With The Punches”, “Versatile”, “Keep Me Singing” etc.), von denen jede sich intensiv mit den Musikstilen, die Van sein Leben lang inspiriert haben, auseinandersetzte.
Ein Schlagzeug-Auftakt… Der Rest der Rhythmusgruppe steigt gemeinsam mit den Bläsern ein. Während der einleitenden Takte schlendere ich zum Mikrophon… Der Druckluftschwall des Orchesters kitzelt mich im Nacken… Ein Grinsen legt sich auf mein Gesicht, das den ganzen Abend nicht mehr verschwinden will. Ein toller Konzertabend mit der SWR Big Band nimmt seinen Lauf!
Der Titel weckt Erwartungen. Das Ambiente stimmt schon mal: b-flat, ein gut eingeführter Jazz-Club mit dem jugendlichen Schick einer angesagten Bar in Berlin Mitte. Auf der Bühne signalisiert ein Flügel potentiellen Piano-Jazz und der Gitarrenverstärker könnte für fast jede musikalische Richtung stehen. Dann kommen die Musiker auf die Bühne und der Mann mit der Stimme verdeutlicht, warum es hier geht: Vocals, Songs, Lieder in koreanischer Sprache. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Bereits zum zehnten Mal trafen sich einige der besten Gitarristen der internationalen Fingerstyle-, Bossa- und Jazzszene in Reichenberg. Das jährliche Konzertereignis genießt inzwischen einen hervorragenden Ruf weit über die Region hinaus. Besucher und Musiker schätzen das einzigartige, ungezwungene und intime Flair dieser Abende und erleben dabei immer wieder unvergessliche, magische Momente...
Das Bühnenbild springt sofort ins Auge. In der Mitte wirkt eine erhöhte Fläche als weitere Bühne. Nein, stärker: Dies ist ein Thron! Der besteht aus zahlreichen aufgebauten Perkussions- und Saiteninstrumenten, die rundum die Musikerin in ihrer Eigenschaft als Throninhaberin beschützen. Besonders ein vertikales Glockenspiel prägt dieses Szenario, das fremd, exotisch und faszinierend wirkt. Die koreanische Bambus-Flöte Daegeum gehört ebenfalls dazu. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Rhythmusgruppe und Saxofon machen die Besetzung des Quartetts klassisch und weisen auf Mainstream-Spielweisen hin. Und so klingt es dann auch. Sehr verhalten, geradezu vorsichtig tastet sich die Band in den Kesselsaal des Maschinenhauses vor. Die Musik ist auf den Mann am Tenorsax zugeschnitten, der diese Unterstützung nutzt, um Variationen eines Tenorsounds darzubieten. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Ich traf Massimo Nunzi zum ersten Mal vor mehr als 15 Jahren, als eine führende italienische Leitung, La Repubblica, ihn bat, einige der aktivsten Musiker zu interviewen, die in den achtziger und neunziger Jahren in Italien auftraten. Die Einladung des Top-Pianisten Antonio Faraò als künstlerischer Leiter zur Teilnahme am Sanremo Jazz Festival als Solist (2016) mit dem Sanremo Symphony Orchestra - arrangiert und dirigiert von Massimo Nunzi - war eine perfekte Gelegenheit, um ein kreatives und innovatives Projekt zu schaffen...