Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
„Imago“ ist nach „Pegasus“ das zweite Album in dieser Besetzung des Johannes Bigge Trio. Die Musik wirkt vom ersten Ton an wie ein kollektiver Befreiungsschlag. Bigge leugnet keines seiner Vorbilder, die gleichermaßen in Jazz, Klassik und Pop zu finden sind, und doch musizieren die drei Visionäre dermaßen intuitiv und musikantisch, als hätte es noch nie zuvor die Aufnahme eines anderen Piano-Trios gegeben. Es geht dabei weder um Erwartungshaltungen noch um die Ausfüllung vorgeprägter Formen.
Seit Jahren hoffen die Fans des polnischen Marcin Wasilewski Trios auf ein Live-Album. Hier ist es nun, mitgeschnitten auf dem Jazz Middelheim Festival in Antwerpen, Belgien, im August 2016. Es fängt die Energie und kommunikative Spielfreude des Trios ein und entflammt das Repertoire von Spark of Life neu – unüberhörbar dabei das tiefe Verständnis, das Marcin Wasilewski, Slawomir Kurkiewicz und Michal Miskiewicz im Laufe eines Vierteljahrhunderts voll gemeinsamer musikalischer Unternehmungen entwickelt haben.
Endlich ist das lang erwartete 10te Album von "No Square" angekommen. Die neue Kreationen passt bestens zur feinen Tradition dieses Jazz-Quartetts und wurde inspiriert von den Reisen der Band in zahlreiche Ländern. "Bad Bus" erzählt von den Abenteuern, Konzerten, Städten, Treffen, von allem was man erleben kann auf einer Jazz-Tournee.
Eins plus eins macht manchmal - wenn auch nur ganz selten - drei. Das nennt man dann Synergie-Effekt. Bei zwei Musikgrößen wie Tony Bennett und Diana Krall schalten ohnehin viele zuallererst den Taschenrechner ein: Tony Bennett hat allein in den letzten 10 Jahren die unfassbare Menge von 10 Millionen Alben verkauft und ist 2 x direkt auf Platz 1 der Billboard-Charts eingestiegen. Diana Krall ist die weltweit einzige Jazzsängerin, die 8 Alben an der Spitze der Billboard-Jazz-Charts hatte. Beide zusammen waren für nahezu 50 Grammy-Awards nominiert.
Maria Baptist raubt dem unerhörten Welten des Kosmos deren Klänge und Frequenzen, erweckt sie zu fantastischer Musik, schenkt sie den Hörern. Dies alles mit dem Zauber und der Magie ihres persönlichen Klanguniversums. Einfacher gesagt: großes Piano, das nicht die Kategorien von Klassik, Neuer Musik oder Jazz benötigt. Die Musik von "Resonance" spricht für sich. Ein Interview von Cosmo Scharmer
Das „Great American Songbook“ ist eine Sammlung der besten Songs in der amerikanischen Unterhaltungsmusik. Melodien aus den 1930er bis 1960er Jahren, die ins Ohr gehen und dort haften bleiben; Rhythmen, bei denen gleich der Fuß wippt und die Finger schnippen. Kein Wunder, dass die NDR Bigband das „Great American Songbook“ in Ehren hält: Bei diesem Konzert tritt sie in einen groovigen Dialog mit dem Bariton Thomas Quasthoff und seinem prominent besetzten Jazz-Trio und NDR Bigband.
55. Jazzfest Berlin
Die Berliner Festspiele haben das gesamte Programm des 55. Jazzfest Berlin unter der neuen künstlerischen Leitung von Nadin Deventer veröffentlicht. Mit innovativen Formaten, zahlreichen Premieren, thematischen Setzungen und anderen Kooperationen geht das Festival neue Wege. Der Kartenvorverkauf ist am 8. September gestartet. An den vier Festivaltagen des Jazzfest Berlin 2018 (1. bis 4. November) nehmen etwa 200 Musiker*innen aus rund 15 Ländern in verschiedensten Formationen das Haus der Berliner Festspiele und vier weitere Spielstätten ein.
Ihre Stimme geht unter die Haut, ihre Songs schlagen die Brücke zwischen Pop, Soul, R&B und Jazz. Leona Berlin ist ein Phänomen, wie man es nur selten zu hören bekommt. Ihr lang erwartetes Debüt-Album "Leona Berlin" ist ein emotional bewegendes und dabei ein soundmäßig gekonnt umgesetztes Dokument einer außergewöhnlichen Künstlerseele.
„Luxury and Waste“, Torun Eriksens sechstes Soloalbum bei Jazzland Records, erkundet vertrautes Territorium auf völlig ungewohnte Weise. Wo ihr vorheriges Album „Grand White Silk“ mit Arrangements der Grandezza flirtete, wendet sie sich nun in die entgegengesetzte Richtung und präsentiert neue Songs in kompromisslosem, abgespeckten Sound, der zwischen lässig-driftenden Stimmungen und treibend-pulsierenden Rhythmen wechselt.
Große Melodien, subtile Grooves, musikalische Atmosphäre, Sanftheit und Tiefe: Tord Gustavsen präsentiert 2018 sein neues Album "The Other Side" bei ECM.
Vincent Peirani ist ein Jazzer. Weltmusik, Klassik, Chanson oder Pop gehen ihm ebenso leicht von der Hand. Doch wer sein neues Album hört, wird erkennen: Peirani hat das Akkordeon zu einem veritablen Rock’n’Roll-Instrument gemacht. Auf „Night Walker“ brilliert der Franzose mit seinem perfekt eingespielten Quintett, furiosen Led-Zeppelin-Covers und einem Sound, der genreübergreifend seinesgleichen sucht.
Oltremare ist bereits das vierte Album für Tuk Music des Saxophonisten Raffaele Casarano und er repräsentiert wie kein Zweiter die neue italienische Jazz-Generation. Für „Oltremare“ konnte Casarano mit Manu Katché am Schlagzeug, Lars Danielsson am Bass und Eric Legnini an den Tasten ein im Zusammenspiel unfassbar brilliantes Line-Up zusammenstellen. Casarano zeigt mit seinen Arrangements und Kompositionen eine unglaubliche Reife und Tiefe.
Le Mie Donne ist das Debut-Album der aus Sizilien stammenden Pianistin und Komponistin Sade Mangiaracina. Es ist eine Hommage an die starken Frauen dieser Welt, die sich mit Mut und Stärke gegen Diskriminierung, Vorurteile und für Gleichberechtigung eingesetzt haben: von Rosa Parks bis Amelia Hearheart, von Coco Chanel bis Anne Frank, von Malala Yousafzai bis Rita Atria, Fida Kahlo und Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Sade verbindet famose Virtuosität der kompletten Klaviatur des Jazz mit folkigen Elementen des mediterranen Süden.
BBC Jazz Award Gewinner Tony Kofi veröffentlicht mit The Organisation das Debütalbum Point Blank via The Last Music Company! Die Ursprünge von The Organisation gehen über ein Jahrzehnt zurück und entstanden durch Simon Fernsbys unvergessliche Manhattan Project Sessions, die im Süden Londons während der 2000er Jahre ein wesentlicher Bestandteil des Jazz waren. Drummer Pete Cater war ein früher Rekrut und Jazz Tutor am Fernsby Music College.
"Feels Like Home", die erste Single-Auskopplung aus dem im Herbst 2018 erscheinenden Album "Perfect Day", ist ein perfekter Einstieg in die Welt des Sängers, Entertainers und Bandleaders Tom Gaebel. Pop-Jazz, Easy Listening und Big Band-Sound auf allerhöchstem Niveau.
Man muss die Feste feiern, wie sie fallen: Drummer Fredy Studer, einer der ganz grossen Schweizer Schlagzeuger, hat allen Grund zum Feiern: Er wird dieses Jahr 70 Jahre alt, spielt zum 27. Mal am Jazzfestival Willisau (und ist damit der Musiker, der am häufigsten an diesem Festival gespielt hat), und er veröffentlicht seine allerersten Solo-Aufnahmen!
Maria Baptist raubt dem unerhörten Welten des Kosmos deren Klänge und Frequenzen, erweckt sie zu fantastischer Musik, schenkt sie den Hörern. Dies alles mit dem Zauber und der Magie ihres persönlichen Klanguniversums. Einfacher gesagt: großes Piano, das nicht die Kategorien von Klassik, Neuer Musik oder Jazz benötigt. Die Musik von "Resonance" spricht für sich.
Erstes Album seit 10 Jahren des hochtalentierten Musikers und Komponisten Jan Hammer (Crockett's Theme, Miami Vice) mit 13 brandneuen Instrumentaltracks, die sich nicht verbindlich auf einen einzigen Musikstil festlegen lassen.
Neuseeland-Bassist, Komponist und Arrangeur Olivier Holland (der bis dato auf 23 CD Alben mitgewirkt, oder sie selbst produziert hat) hat für „Big Ticket“ die Crème de la Crème deutscher Jazz Musiker verpflichtet.
Auf Olivia Trummers 7. Album gibt es tatsächlich »Olivia Trummer pur« zu hören: Im Rahmen der »Studio Konzert«-Reihe gab sie in den Ludwigsburger Bauer Studios im November 2017 ein Solokonzert an Flügel, Gesang und Fender Rhodes, das live mitgeschnitten wurde. Ein mutiger Schritt, denn bei einem Live-Soloalbum gibt es wirklich kein Netz und keinen doppelten Boden.
Levanter ist das neue Album von Trompeter Eric Vloeimans. Der Titel bezieht sich auf den warmen, starken Ostwind, der regelmäßig über Südeuropa weht.
Der Jazz wurde schon oft totgesagt – und feierte genauso oft seine Wiederauferstehung. Auch „Print“ wird in Zeiten von Internet und Digitalisierung oft als „Holzmedium“ geschmäht, das keine Zukunft mehr habe. Der Erfolg des Magazins Jazz thing beweist das Gegenteil: Im September 2018 feiert die von Axel Stinshoff in Köln herausgegebene Publikation ihren 25. Geburtstag und die 125. Ausgabe – und wirkt als Europas größtes Jazzmedium lebendig wie eh und je.
Nightconcert ist eine neu restaurierte Live-Performance aus den Garner-Archiven, aufgenommen auf dem Höhepunkt seiner ausverkauften Europa-Tour 1964 und enthält acht nie zuvor gehörte Songs, darunter ein neu entdecktes Erroll Garner-Original.
Auf diesem Album spielt Bram Stadhouders & The Big Barrel Organ-Gitarrist Stadhouders die größte portable Tanzpalast-Orgel der Welt, The Rhapsody, indem er Gitarre und MIDI verwendet und Komposition und reine Improvisation mischt. Er ist weltweit der erste Musiker, der diesen Ansatz verwendet, und kann darum als erster Tanzpalast-Orgel-Gitarrist bezeichnet werden.
Das Coherence Quartet ist derzeit eine der besten und interessantesten Bands für improvisierte Musik. Sie basiert auf Jazzmusik und wird durch Klänge aus vielen Kulturen und Musiktraditionen ergänzt. Das Repertoire umfasst sowohl eigene Kompositionen der Bandmusiker als auch original arrangierte Jazzstandards.
Der ECHO Jazz Gewinner Markus Stockhausen gehört zu den weltbesten Trompetern und ist zudem als Komponist, Improvisator und als Bandleader gefragt. Seine Formation Eternal Voyage gab im September 2017 ein Konzert, das der WDR mitschnitt. Die sieben Musiker aus sieben Ländern und Kulturen präsentierten nicht nur einen, jetzt nachzuhörenden, musikalisch eindringlichen Abend voller berührender Schönheit und lyrischer Kraft
Das ECM-Debüt eines besonderen Trios mit japanischen, französischen und deutschen Wurzeln – mit einem ganz eigenen lyrischen Sound. Schlagzeuger und Bandleader Shinya Fukumori, zugleich Komponist der Band, ist in mehrfacher Hinsicht ein einfallsreicher Musiker: Seine Aufmerksamkeit gilt den Klangfarben, den Details und dem Raum – Qualitäten, die sein Spiel auszeichnen und sich im Farbspektrum seiner freischwebenden Balladen wiederfinden.
Das einzigartige Musikprojekt aus Süd- und Osttirol von Multiinstrumentalist, Komponist und Produzent Herbert Pixner (Diatonische Harmonika, Klarinette, Saxophon, Trompete, Percussion), Manuel Randi (Flamenco-Gitarre, E-Gitarre, Gipsy-Gitarre) Heidi Pixner (Harfe) und Werner Unterlercher (Kontrabass) zählt zur Zeit zu den erfolgreichsten Acts in der Sparte „progressive Volksmusik“.
Igor Lazarev (Gitarre) hat sich im Trio neu formiert – und wer handgemachte, intelligente und berauschende Instrumentalmusik liebt, sollte ihn sich unbedingt anhören: Fusionjazz mit Anleihen aus dem Rock-, Funk- und Latinbereich, energetisch und interaktiv gespielt.
Nach Angaben seiner Familie starb er nach einem mutigen Kampf gegen die Krankheit im Alter von 76 Jahren. Tomasz Stańko gehörte zur ersten Generation europäischer Musiker, die als Antwort - vor allem auf den amerikanischen Free Jazz - einen eigenen musikalischen Ausdruck fand
Die neuste Veröffentlichung Duos About Aphrodite „Membran Music / Polaris“ ist das Gespräch zwischen Gilda Razani (Sopranosaxophon und Theremin) und Hans Wanning (Klavier und Synthesizer). Ihre Musik ist der progressive Grenzgang zwischen experimenteller Jazzimprovisation, klassischer und elektronischer Musik, die eine atmosphärische Klangschaft schafft mit filmartigem, hypnotischem Charakter.
Beim diesjährigen JazzBaltica-Festival gab es leider nur die Gelegenheit zwei Stücke des Quartetts zu hören. Diese klangen so interessant und vielversprechend, dass eine detaillierte CD-Besprechung fast zwangsläufig erforderlich schien. Hier ist sie. (von Cosmo Scharmer)