Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Nostalgie ist nicht unbedingt das, was der Jazz braucht. Wenn sich der Blick in die Vergangenheit allerdings mit dem Bedürfnis verknüpft, ihr durch Persönlichkeit Gegenwart abzutrotzen, ist das etwas anderes. Dann wird aus der Erinnerung ein Projekt wie „Still Dreaming“, das Vater und Sohn, Vorbild und Wirkung, Idee und Perspektive verbindet. Denn für das Album stand ein Quartett Pate, das 1977 mit dem Album „Old And New Dreams“ den Aufbruchsgeist der frühen Sechziger mit dem Formbedürfnis der Siebziger verband.
Man kann es als Phänomen bezeichnen: Auch zehn Jahre, nachdem er die irdische Bühne verließ, übt Esbjörn Svensson (1964 - 2008) eine große Faszination und Strahlkraft aus. Die Musik, die er und seine kongenialen Partner Dan Berglund und Magnus Öström im Esbjörn Svensson Trio – kurz: e.s.t. – hinterließen, läuft immer noch regelmäßig in Radios, auf Streamingportalen und in heimischen CD-Playern. Eine ganze Generation von Fans und Musikern wärmt sich unvermindert am kreativen Feuer, das die drei Schweden einst entfachten.
Man kann durchaus von einer Schicksalsfügung sprechen, als sich die Musiker von Inwardness bei einem Konzert in Marokko begegnen. Ein Jahr später treffen sie sich im Süden Frankreichs erneut und schotten sich Monate lang von allen Verpflichtungen ab. Hier übt man mit verbundenen Augen, in der freien Natur oder mitten in der Stadt. Und findet sich dabei als Mensch und Musiker.
Natürlich besitzt der Jazz eine politische Dimension, weil sich die Musikform reaktionären Strömungen im besten Fall unerbittlich widersetzt. Mit den Mandaten zu Fortschritt und freiem Ausdruck. Der amerikanische Pianist Brad Mehldau galt in diesem Kontext nie als Radikaler. Und doch folgte er während seiner beeindruckenden Karriere immer der Maxime, nach der Fortschritt ohne Abweichung von der Norm nicht möglich ist. Sein Fortschritt als Instrumentalist ist hinlänglich dokumentiert.
Dieser neue Tonträger des Devil Quartett von Paolo Fresu mit dem Titel „Carpe Diem“ ist im Mai 2018 bei dem bekannten Jazz-Label Tǔk Music veröffentlicht. Paolo Fresu hat dieses Musik-Label 2010 gegründet. Das Album, ausschließlich akustisch, wurde im Januar 2017 dank der meisterhaften Arbeit von Stefano Amerio im Aufnahmestudio Artesuono von Cavallicco in der Provinz Udine im Friaul aufgenommen. Die Aufnahme ist im heute bekannten Hi-Res-Format, das den Qualitätsstandard der üblichen digitalen Aufnahmetechniken der CDs deutlich verbessert.
Als Goran Kajfeš 2013 mit seinem Subtropic Arkestra The Reason Why Vol. 1 vorlegte, war sich die Fachwelt einig, dass den Schweden mit diesem Album ein wahrhaft großer Wurf gelungen ist. Sämtliche Rezensenten bejubelten das Werk, und alle hofften sie, dass schon bald eine Fortsetzung des Geniestreichs folgen würde. Jetzt, nach der genialen zweiten Folge, erscheint nun das dritte und letzte Album der The Reason Why-Trilogie.
Autobiografie. Franco Ambrosetti ist ein Grandseigneur des europäischen Jazz. Seine Spielweise wird als "frech und doch so elegant, so altersweise und doch so jugendlich, so klar und doch so ungebunden" (SRF) beschrieben. Schon von Beginn an sind die Sparringspartner des Trompeters und Flügelhornisten Franco Ambrosetti die ganz Großen der Szene. Namen wie Kenny Clarke, Cannonball Adderley, Dexter Gordon, Phil Woods, Michael Brecker, Steve Coleman, John Scofield, Greg Osby, Geri Allen, Kenny Barron und viele mehr schmücken seinen musikalischen Lebenslauf.
Berlin, 14.05.2018 | Nach der Absage des diesjährigen „Echo Jazz“ sieht die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) in einem Neustart des Preises eine große Chance. „Auch, wenn die derzeitige Diskussion um den Echo nur wenig mit dem durch eine Jury vergebenen „Echo Jazz“ zu tun hat, so stand auch die Jazzversion des Preises in den vergangenen Jahren wiederholt in der Kritik“, so Nikolaus Neuser, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker.
Pianist Michel Reis, Bassist Marc Demuth und Schlagzeuger Paul Wiltgen sind einige der angesagtesten Luxemburger Jazz Musiker. Das nicht nur in der Namensgebung gleichberechtigte Trio existiert bereits seit den Schulzeiten 1998 und arbeitet mit einer kurzen Unterbrechung bis heute zusammen. Drei Ausnahmetalente an ihren Instrumenten suchten und fanden im Laufe der Jahre die Zwischenräume neben den zahlreichen Klischees und Traditionen. Dort bewegen sich eingängige Themen, ansteckender Groove und vielschichtige Rhythmen wie in einem Mobile. Niemand dominiert den anderen.
Rhapsody in Blau und Bordeaux: Nigel Kennedy trifft George Gershwin. Mit 13 jammte er schon mit der Jazzgeigen-Größe Stéphane Grappelli, als Meisterschüler von Yehudi Menuhin erspielte er sich Weltgeltung als Brahms-, Elgar- und Beethoven-Interpret. Dass er 1989 im Punker-Outfit mit Vivaldis Vier Jahreszeiten das erfolgreichste Klassik-Album überhaupt herausbrachte, war für ihn ein Ansporn für immer neue Grenzüberschreitungen und Entdeckungen.
Der Jazz und die Großstadt – hier die Kunstform, da der Lebensraum, in dem diese Kunstform blüht. Bei Marcello Togni wird beides zur "Songcity". Wenn Fotografie und Jazz im Rahmen der Ausstellung "Urban Moments" in der Fabrik der Künste in Hamburg aufeinandertreffen, dann ist das eine Familienangelegenheit. Franco Ambrosetti ist der Stiefvater von Marcello Togni. (Sarah Seidel)
LIMITED EDITION. Im Schlauchalbum mit vielen technischen Details und Fotos vom Konzert. Livemitschnitt des Konzertes vom 21. Juni 2017. Aufgenommen von Tonmeister Johannes Wohlleben im atmosphärischen Studiosaal der Bauerstudios Ludwigsburg.
Wohin Martti Vesala auch geht, er hört immer diese eine Musik: Klassischen Jazz, melodisch aber nicht anbiedernd, funky und doch entspannt, voller packender Grooves und Soli. Es ist die Musik einer anderen Ära - der 60er und 70er – und ihr Sound könnte nicht ferner von den Klischees sein, die man gemeinhin Vesala's finnischer Heimat zuschreibt: Der nordischen Melancholie, den traurigen Akkorden, den kühlen Linien.
Ganze sechs Jahre ist es her, dass Nik Bärtsch und seine Band Ronin ihr letztes Album "Live" veröffentlichten. 2018 kommt jetzt der mit Spannung erwartete Nachfolger, das Studioalbum "Awase".
Traumhaft liest sich die Entwicklung des Emil Brandqvist Trios, das jetzt mit "Within A Dream" sein viertes Album für SKIP Records eingespielt hat. Das Ensemble um den Göteborger Schlagzeuger Emil Brandqvist wurde mit viel Aufmerksamkeit bedacht: ECHO JAZZ Nominierung, Longlist Preis der deutschen Schallplattenkritik oder zuletzt Position No.7 in den deutschen Jazzcharts für den Vorgänger "Falling Crystals"
Joey Alexander geht mit seinem vierten Album, Eclipse einen großen Schritt nach vorn. Zusammen mit fünf Coverversionen präsentiert er sechs Eigenkompositionen, die seine beeindruckende Entwicklung unter Beweis stellen. Dieses ebenso anspruchsvolle wie immens unterhaltsame Album wird von der unvergleichlichen Rhythmussektion von Bassist Reuben Rogers und Drummer Eric Harland getragen. Saxofonist Joshua Redman ist als Gast auf drei Stücken vertreten.
Es steht außer Zweifel, dass dem ewig umtriebigen Hellmut Hattler nur ein Tonträgerformat wirklich gerecht werden kann: Vinyl. Die so genannte „Dynamic Range“ des schwarzen Golds gibt noch am Ehesten die dynamische Spannweite seiner pumpenden Bass-Exkursionen durch seine speziellen, eigenen Auffassungen von Soul, Funk und Jazz wieder. Deswegen ist es nicht weniger als ein Segen, dass sich der Großgewachsene Ulmer dazu entschlossen hat, seinem 2015 erschienenen „Vinyl Cuts“-Album nun „Vinyl Cuts 2“ folgen zu lassen.
Die Tradition des radikalen Bruchs. Als gebürtigem Finnen liegen Kari Ikonen dunkle Gemütszustände im Blut. Orte der Kälte und des Schreckens, der Unmenschlichkeit und Vergänglichkeit - sie bilden das Fundament für das dritte Studio-Album seines Trios.
Songs mitten aus dem Leben, ein Augenzwinkern inmitten von Licht und Schatten. „Ich wollte weder in den Kitsch abdriften, noch hochgestochen klingen. Ich fühle mich in der deutschen Sprache nach dieser Arbeit noch etwas wohler als vorher.“ Stephanie Neigel
Shake Stew ist die österreichische Jazzband der Stunde. Der Staub, den die sieben Ausnahmemusiker seit ihrer Bandpremiere am Jazzfestival Saalfelden 2016 aufgewirbelt haben, hat sich gerade erst wieder ein wenig gesetzt, da legen Shake Stew bereits mit voller Energie nach: „Rise And Rise Again“ titelt das zweite Studioalbum und in welchem Tempo diese Formation neuen musikalischen Output erzeugt, ist wirklich atemberaubend.
Soul Jazz ist das rothaarige Stiefkind des Modern Jazz. Er ist die Musik der Orgelbands. Er ist funky, laut, manchmal sentimental, die vergessene Popmusik des schwarzen Nachkriegsamerika. »Soul Jazz Lab« ist eine groovende Hommage an die Orgelcombos der sechziger Jahre, als hart swingende Bands wie die von Brother Jack McDuff oder Jimmy Smith den Chittlin‘ Circuit mit ihrem gospelgetränkten Souljazz regierten.
Wanderer zwischen den Welten. Anders kann man das Schaffen von Leon Redbone, geboren 1949 auf Zypern, wohl kaum beschreiben. 1964 emigrierte er über London nach Toronto, Kanada, und begann dort seine musikalische Laufbahn 1971 auf der Bühne des Mariposa Folk Festivals. Seine Markenzeichen waren/sind immer ein tadelloser Anzug, Sonnenbrille, Moustache-Bart und Panamahut.
Eingezählt wird im dreiviertelsieben-Takt, bevor das Trio zum Thema kommt. Storytelling - a telling story. Mit einer Mischung von romantischen Liedern, choralartigen Sphären und freier Harmonie fordert das Trio den Zuhörer zum Tanz auf - mal im Walzer, mal im langsamer Tanz, mal im feurigen Swing. Zwischendurch bleibt genug Zeit für introspektive Passagen, Ausflüge in die weite Welt und vor allem: Melodien.
13. jazzahead! ging am Sonntag den 22.04.2018 erfolgreich in Bremen mit leicht gestiegenen Besucherzahlen zu Ende. Fachmesse und Festival sorgten in der Hansestadt für volles Programm, gefüllte Konzertsäle sowie beste Stimmung bei sommerlichen Temperaturen.
Why are you still here? - Unklar zunächst, an wen genau die Frage gerichtet ist. Aber sehr schnell wird deutlich, warum Marc Ribot himself noch da ist: Der Mann ist wütend, sehr wütend. Schon der Opener des neuen, nach fünf Jahren Funkstille jetzt dritten Albums seines skurrilen Trios Ceramic Dog springt einen mit zorniger Suada an: „I´ve got the right to say Fuck You!“
Nach zwei vielgepriesenen Alben mit ihrem Jazzquartett veröffentlicht Elina Duni ihre bisher intimste Aufnahme. Das vollständig solo eingespielte Partir präsentiert die in Tirana geborene Sängerin, wie sie Songs aus unterschiedlichsten Quellen interpretiert und sich dabei selbst an Klavier, Gitarre oder mit der Rahmentrommel begleitet.
13. jazzahead! ging am Sonntag erfolgreich in Bremen mit leicht gestiegenen Besucherzahlen zu Ende. Fachmesse und Festival sorgten in der Hansestadt für volles Programm, gefüllte Konzertsäle sowie beste Stimmung bei sommerlichen Temperaturen.
Berlin, 24. April 2018 | Die Mitglieder der Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) haben die Kölner Saxophonistin und Komponistin Christina Fuchs in ihren Vorstand gewählt. Fuchs wurde auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Samstag im Rahmen der Branchenmesse jazzahead! in Bremen als Nachfolgerin von Silke Eberhard gewählt, die sich seit 2014 im ehrenamtlichen Vorstand des Berufs- und Fachinteressenverbands engagiert hatte.
Beady Belle is back. Wurde das letzte Album der norwegischen Sängerin noch mit einer akustischen Jazzband in New York City aufgenommen, wendet sich Beate S. Lech auf dem in ihrer Heimat Oslo aufgenommenen „Dedication“ wieder elektrischen Pop-Sounds zu. Selbstverständlich, ohne ihre sensiblen Soul- und Gospel-Wurzeln zu verleugnen.
Sängerin des Jahres & Album des Jahres (Soul Tracks Readers‘ Choice Awards 2017) | Manchen Menschen ist eine Bestimmung gegeben, an deren Offensichtlichkeit praktisch nichtszu deuten ist. Avery*Sunshine ist einer dieser glücklichen Charaktere. Trotzdem folgte die Pianistin und vormalige Kirchenmusikdirektorin, die einen Nummer-1-Hit in den Billboard-Charts landete, ihrer Bestimmung zunächst nur zögerlich.
„Ein Typ mit einer Gibson L5, der für sein Leben gern Jazz und brasilianische Musik spielt.“ Mit diesen Worten hat sich Paulo Morello vor einigen Jahren in einem Interview selbst beschrieben. Genauso klar und direkt hat Morello sein neues Album betitelt. Es heißt Sambop und in der Verschmelzung zweier Begriffe, von denen der eine für die Kernstilistik des modernen Jazz und der andere für die wichtigste Form und den prägendsten Rhythmus der brasilianischen Musik steht...
Hamburg, 17. April 2018 – Auf einer Pressekonferenz hat das ELBJAZZ seinen diesjährigen Spielplan mit allen Spielorten, Programmpunkten und -zeiten präsentiert. Mit dem Business Mixer stellte das Festival zudem seine in diesem Jahr erstmals stattfindende, begleitende Business-Plattform für Künstler und Musikwirtschaftende vor.
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