Internationales Akkordeonfestival Wien

Wien und weitere Bundesländer

Musik in Bewegung: Ein Festival, das Grenzen überschreitet und dabei über sich wandelnde Klang-, Natur- und Gesellschaftslandschaften nachdenkt.
Das 28. Internationale Akkordeonfestival Wien macht sich 2027 auf die Suche nach neuen Klanglandschaften. Unter dem Motto SOUNDscapes / KLANGlandschaften werden Wien und weitere Bundesländer vom 20. Februar bis 14. März zum Ausgangspunkt einer musikalischen Reise durch Europa und weit darüber hinaus. Eine Reise durch unterschiedliche akustische Welten, musikalische Traditionen und künstlerische Perspektiven; offen für Begegnungen und unerwartete Verbindungen.

Landschaften sind in Bewegung. Klänge wandern, Grenzen verschieben sich, Vertrautes verändert sich. Ob in der Musik, in der Natur oder in der Gesellschaft: Was gestern noch festgefügt schien, kann morgen schon anders aussehen. Was trennt uns, was verbindet uns? Und welche neuen Räume entstehen, wenn wir Grenzen hinter uns lassen?

Das Akkordeon passt wie kaum ein anderes Instrument zu diesen Gedanken. Es ist ein Instrument der Bewegung, das in die unterschiedlichsten Landschaften der Welt migriert ist und Menschen zum Tanzen bringt. Das Akkordeon kennt keine eindeutige geografische oder stilistische Heimat. Es ist vielerorts zu Hause und bleibt dabei stets in Bewegung. Diese Beweglichkeit ist mehr als eine musikalische Eigenschaft. Sie steht für die Möglichkeit, Bestehendes weiterzudenken, Unterschiede hörbar zu machen und Neues entstehen zu lassen. Es ist Instrument der Stadt und des Landes, der Tanzböden und der Konzertsäle. Es trägt musikalische Traditionen über Grenzen hinweg und verändert sich dabei selbst: vom Jazz zur Volksmusik, von der Improvisation zur Avantgarde, vom Tango Südamerikas bis zum Balkan.

Auch die Landschaften, in denen wir leben, sind nicht unveränderlich. Der Klimawandel formt unsere natürlichen Lebensräume neu. Politische Entwicklungen ziehen neue Trennlinien, gesellschaftliche Veränderungen stellen Zugehörigkeiten und Zusammenleben zur Diskussion. In einer Welt, die sich fortwährend verändert, wird die Frage nach Grenzen umso dringlicher: Wo sind sie notwendig, wo werden sie zur Barriere? Und was wird möglich, wenn wir Räume öffnen, statt sie voneinander abzugrenzen?

Das Festival begegnet diesen Fragen auf seine eigene Weise: mit Musik, mit Neugier und mit der Offenheit für das Unvorhersehbare. Künstler*innen unterschiedlicher Generationen, Herkunftsländer und musikalischer Hintergründe kommen zusammen, bringen ihre eigenen Klangsprachen mit und lassen daraus neue Verbindungen entstehen. Von solistischen Klangexperimenten bis zur Begegnung von Akkordeon und Orchester, von Stummfilm mit Live-Musik bis zu Lesungen, Workshops und Sessions eröffnet das Festival immer neue Perspektiven auf das, was Musik sein und bewirken kann.

Kooperationen in Niederösterreich, Burgenland, Kärnten und der Steiermark verbinden internationale Impulse mit regionalen Strukturen. Denn auch die Art, wie wir uns durch reale Landschaften bewegen, gehört zu dieser Auseinandersetzung. Internationale Begegnung und ökologische Verantwortung sollen einander nicht ausschließen, sondern gemeinsam neue Wege eröffnen.


Zu den besonderen Begegnungen der Ausgabe 2027 zählen:

EGLĖ ONA BARTKEVIČIŪTĖ / DAS AKKORDEON ALS KLANGFORSCHUNG Die litauische Akkordeonistin Eglė Ona Bartkevičiūtė steht für eine neue, experimentierfreudige Generation und eine außergewöhnliche Tongebung. In ihrer Solo- und Improvisationsarbeit, unter anderem zu Charlie-Chaplin-Kurzfilmen, wird das Akkordeon zum unmittelbar reagierenden Klangwerkzeug.

BERND KOHLHOFER Bewegt sich zwischen Ambient, Jazz, Tango, Klezmer und Weltmusik, ist in gleich zwei besonderen Formationen des Festivals zu erleben: mit Klanglandschaft in der Hofburgkapelle und mit dem Simon Reithofer Quartett in der Sargfabrik.Damit verkörpert Kohlhofer wie kaum ein anderer die Idee von SOUNDScapes / KLANGlandschaften.

KLAUS PAIER & CAMERATA SINFONICA AUSTRIA / VIEW TO HORIZON Akkordeon, Jazz, Improvisation und zeitgenössische Musik treffen auf einen großen orchestralen Klangkörper. View to Horizon öffnet damit einen neuen Klangraum zwischen kammermusikalischer Intimität und orchestraler Weite.

RE.SHAPE / VOLKSMUSIK NEU DEFINIEREN Das Projekt verbindet Musiker:innen unterschiedlicher Herkunftsländer mit dem Orchester Gustav Mahler und einer künstlerischen Leitung von Karen Asatrian. Unterschiedliche musikalische Wurzeln treffen aufeinander und werden zu einer neuen gemeinsamen Klangsprache.

DUO BOTTASSO / ITALIENISCHE POSTKARTEN Über 100 Jahre alte Postkarten und Videos werden mit aktueller Musik verbunden - Organetto und Elektronik treffen auf historische Bilder.
Vergangenheit und Gegenwart werden so zu einer audiovisuellen Klanglandschaft.

JANEZ DOVČ / SLOWENISCHE VOLKSMUSIK & ELEKTRONIK Slowenische Volksmusik begegnet elektronischen Klängen und zeitgenössischer Ästhetik. Ein Beispiel dafür, wie traditionelle Klanglandschaften transformiert und in neue musikalische Räume überführt werden können.

ANDREA ULRICH / KLANGLANDSCHAFTEN GEMEINSAM GESTALTEN Mit Intervolk verbindet Andrea Ulrich Schweizer Volksmusik mit keltischen, irischen und jazzigen Einflüssen. Eine Session/Stubete lädt darüber hinaus dazu ein, selbst miteinander zu musizieren -  Klanglandschaft als gemeinsames Erlebnis.

28. Internationales Akkordeonfestival Wien
Bernd Kohlhofer, Foto: Werner Reiter

Informationen

Informationen und Tickets finden Sie auf der Seite https://akkordeonfestival.at/.
Festival-Pässe und Tagestickets sind ab 1. Dezember 2026 über die Festivalseite, in ausgewählten Spielstätten sowie beim Österreichischen Volksliedwerk erhältlich.

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