Jazz Federation Hamburg: musikalischer Neustart mit spannenden Projekten

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Jazz meets School
Jazz meets School, Foto: Hendrik Schacht

Mit zwei größeren Projekten startet die Jazz Federation Hamburg in die sich hoffentlich bald einstellende Normalität nach Corona: mit dem Videoprojekt „Jazz goes to School“, das Schülern den Zugang zum Jazz zeigen und öffnen will, sowie mit einer neuen Konzertreihe unter dem Titel „Mycelium“ im TONALi-Saal, die Verbindungen zwischen Jazz, anderen Kunstarten sowie unterschiedlichen gesellschaftlichen Teilbereichen aufdecken soll.

Was ich schon immer über den Jazz wissen wollte! Das ist das Motto des Education-Projekts „Jazz goes to School“, das anlässlich des „International Jazzday“ 2021 (jedes Jahr am 30. April) interessierten Schulen und Klassen zur Verfügung gestellt werden wird. In einer ersten Begegnung mit dieser Musikart werden Schüler der Mittelstufe an den Jazz herangeführt. Dazu stellen wir vier Musiker*innen vor, die ein klassisches Jazz-Standard-Stück je auf ihre Weise interpretieren und darüber improvisieren: die Gitarristin Sandra Hempel mit ihrer ausgedehnten Erfahrung in kleinen und großen Ensembles (u.a. NDR Bigband), die Wiener Cellistin Marie Saemann mit ihrem breit gefächerten Programm zwischen Klassik und Jazz, den Hamburger Piano-Professor Burkhard „Buggy“ Braune sowie den unorthodox aufspielenden Schlagzeuger Dirk Dhonau. Die Musiker*innen werden nicht nur in diesem musikalischen Kontext vorgestellt, sondern auch als Person in ihrem Tagesablauf und ihrem weiteren Tätigkeitsspektrum, beim Proben allein oder im Ensemble, beim Komponieren oder Planen einer Tour/eines Auftritts. Eine Moderatorin wird durch das Video-Material führen, das durch Arbeitsblätter und praktische Übungen zum Heranführen an die Musik ergänzt wird. Für die Dreh- und Schnittarbeit wurde der erfahrene Filmemacher Hendrik Schacht gewonnen, der u.a. das erfolgreiche Streaming-Projekt hamburg.stream der Jazz Federation betreut. Inhaltlich gesteuert wird das Programm von dem jungen Hamburger Saxofonisten und Musikpädagogen Vincent Dombrowski.

Das Projekt setzt auf den langjährigen schulbezogenen Aktivitäten des Vereins rund um den Wettbewerb „Jugend jazzt“ und das Programm „Jazz meets School“ auf. Dieses wurde schon in den vergangenen Jahren von der Friedrich und Louise Homann-Stiftung gefördert, und diese stellt ihren Förderbetrag in diesem Jahr dankenswerterweise für „Jazz goes to School“ zur Verfügung, ergänzt durch Eigenmittel der JFH.

Neustart Kultur: „Mycelium“ im TONALi-Saal

mycelium
mycelium (c) Katherine Dombrowski

Einen ganz anderen, anspruchsvollen Ansatz verfolgt das zweite neue Projekt der Jazz Federation, das mit einem größeren fünfstelligen Förderbetrag der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aus dem Programm „Neustart Kultur“ gefördert wird: Mit der Veranstaltungsreihe „Mycelium“ wird auf das unterirdische Pilzgeflecht in unseren Wäldern Bezug genommen – es sollen die oft nicht so offensichtlichen Verbindungen und Verflechtungen zwischen verschiedenen Kunstrichtungen und gesellschaftlichen Strömungen aufgedeckt und in spannenden Bühnenpräsentationen und -diskussionen dargestellt werden.

Mit diesem Projekt will ein Team junger Jazzmusiker*innen unter dem Dach der Jazz Federation Hamburg eine neue Veranstaltungsreihe einrichten, in der Jazzmusiker mit Vertretern anderer Kunstrichtungen in den Diskurs gehen. Beginnend am 14. April sind 12 gemeinsame Abende im Veranstaltungsraum der Initiative Tonali geplant. Es geht los mit dem Jazzpianisten Benjamin Schaefer und seiner Band Stone Flowers, die sich zusammen mit dem Permakultur-Spezialisten Edouard van Diem dem Thema „organic Composition“ widmen. Am 13. Mai trifft dann in der zweiten Ausgabe der Jazzsänger Ken Norris auf den Berliner Lyriker Nico Bleutge.

Die ersten Veranstaltungen werden über die bewährte Plattform hamburg.stream ausgestrahlt, nach dem lockdown wird dann auch das Publikum live eingeladen.

In Übereinstimmung mit dem Programm NEUSTART KULTUR ist es Ziel unseres Projektes, die Musik- und Veranstaltungsinfrastruktur nach dem Lockdown durch ein besonderes Format mit Livemusik, Performances und Diskussionsbeiträge wiederzubeleben. Insbesondere durch das Engagement und die Selbstorganisation jüngerer Akteure wollen wir damit zum Neustart des kulturellen Lebens beitragen.

Text: Jazz Federation Hamburg, Foto: Hendrik Schacht, Katherine Dombrowski

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