Jo Barthelmes Hipnosis - Pasión O Muerte

Jo Barthelmes Hipnosis - Pasión O Muerte

Jo Barthelmes Hipnosis
Pasión O Muerte

Erscheinungstermin: 09.07.2021
Label: Unit, 2021

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Jo Barthelmes – tenor- & soprano sax
Davide Incorvaia - piano
Carmelo Leotta - bass
Paolo Eleodori - drums

Eine fast unglaubliche Geschichte. Nach 2 Jahrzenten der Abwesenheit meldet sich Tenorsaxofonist Johannes Barthelmes zurück. Ein expressiver Tenor-Sound mit dramatischen Spitzen und „dreckigen“ Sequenzen ist auf dem Album des Quartetts zu hören. Bass, Drums und Piano ergänzen sich und alle zusammen generieren einen „Jazz zum Anfassen“. Dieses „Sub-Genre“ des Jazz ist eine Metapher für expressiven, kraftvoll gespielten, rhythmisch treibenden Jazz mit längeren solistischen Passagen.

Einige Titel im Detail

Hipnosis
Das ist treibender Rhythmus von Bass & Drums, voller Ton des Tenors, geradliniger Beat der Drums mit feinen Beckenschlägen. Sax und Bass stellen unisono ein Motiv vor. Das Thema variiert, die röhrenden Soli des Saxofons geben eine erste Ahnung von dem Tenor-Sound, der auf die Hörer herniederprasselt. Die langen Ausflüge des Tenor-Saxofons in recht freie Improvisationen ebben dann ab. In die sich auftuende Lücke „springt“ jetzt das Piano mit perlenden Anschlägen.

C.P.
Der Auftakt obliegt dem Bass mit einer Ostinato-Figur. Die Anfangsmelodie gehört dagegen dem Sax, welches das Thema weiter entwickelt, ausbaut, sich gehörig Luft macht, bis in die höheren freieren Gefilde, dort wo die harmonische Luft dünn wird. Die Jungs vom Rhythmus halten Beat, Antrieb und Spannung aufrecht. Der Pianist übernimmt den solistischen Part. Anfangs halten sich Drums & Bass betont unauffällig zurück, um dann stärker ins Geschehen „einzugreifen“ (Bass) oder „einzuschlagen“ (Drums). So wirbt der Bass mit behutsamen, leicht elegischen Klängen um Aufmerksamkeit. Das Eingangsmotiv kehrt zurück, der Titel verabschiedet sich.

Corazón
Eine (Liebes)Ballade von Jo Barthelmes mit autobiografischen Elementen. Demzufolge gehören auch Melodie- und Stimmführung dem Saxofon. Die Ballade gerät ins Swingen, dezent wie subtil. Pianist Davide Incorvaia sowie Bassist Carmelo Leotta nutzen die Gelegenheit, durch ihre Soli den Gruppen-Sound zu bereichern. Dann ist wieder das Tenor mit vollem Ton und einer geballten Ladung Expressivität zu hören. Auseinandersetzung wie Verehrung der großen Jazz-Klassiker des Tenorsaxofons werden unüberhörbar bekundet.

Konzert der verlorenen Söhne
Neugierde erweckt der Titel. Zunächst ist Drummer Paolo Eleodori dran, seine solistischen Fähigkeiten durch Power Play zu zeigen. Aber nicht zu wuchtig dreschend, sondern differenziert trommelnd. Das Sax präsentiert nun das Thema, baut es stringent weiter aus. Jetzt tönt es balladesk. Das wird durch die elegante Bearbeitung der Becken und den in tiefen Lagen gestrichenen Bass weiter verstärkt. Der Sound verfügt über eine kammermusikalische Note, dabei ziemlich freizügig. Nachdem der Pianist sich frei gespielt hat ist, machen das ebenfalls Bass & Drums, dann das Sax.

My Small Black Beauty
Viel Zeit und Raum nimmt sich das begleitende, ausführliche Solo des Saxofons. Ja, eine Ballade. Ruhige Töne, ausgewogene Tonfolgen, eine balladeske Stimmung macht sich breit. Jetzt greift der „Rest“ des Quartetts ein, die Drums mit feinen Beckenschlägen, der Bass durch verhaltenes Zupfen. Es geht dann bewegter zu. Walking Bass und Drums treiben voran, das Piano übernimmt mit behutsamen Akkorden, die sich zunehmend zu quirligen Läufen steigern. Das Sax überführt den Titel wieder in die Ruhe und Harmonie der Ballade.

Blue – My Way to Sphere
Das Thema wird noch gesucht, es bleibt in der Schwebe zwischen verhaltener Einstimmung und Fahrtaufnahme. Die Musik beschwört stärker energetische Felder mit freiem Klangcharakter als harmonische Motive. Das Thema entpuppt sich als klassischer Blues ohne jeden Schnörkel. Dementsprechend ist auch das Solo von Pianist Davide Incorvaia blues-gefärbt. Im zweiten Teil des Stückes wird der Blues verlassen. Über leicht swingender Basis erspielt Jo Barthelmes seine melodischen Linien. Auch der Bass will nicht im Abseits stehen und bietet dem Thema seinen Tribut: Die Musik zum Swingen zu bringen, wobei er sich vom souveränen Drummer unterstützen lässt. Den musikalischen „Rest“ erledigt das Sax.

Remember
Eine Ballade von Jo Barthelmes. Das Thema gehört erstmal dem Sopran-Sax, das Jo mit seinen Skalen, Tonfolgen und Sequenzen in konsequent entwickelte Variationen führt. Drummer Paolo Eleodori ergänzt thematisch - durch sein rollendes Trommeln mit den Schlägeln, später mit den Besen. Der solistische Holzbass von Carmelo Leotta definiert die Ballade durch seine singenden, warmen Klänge – eine Ballade ohne solche Töne wäre eigentlich keine.

Text: Cosmo Scharmer

Lesen Sie auch das Interview mit Jo Barthelmes

  1. Hipnosis
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  8. Solitaritätslied Nr. 2

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