John Beasley - Monk'estra Vol. 1

John Beasley - Monk'estra Vol. 1

John Beasley
Monk'estra Vol. 1

Erscheinungstermin: 19.08.2016
Label: Mack Avenue, 2016

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Alle Titel im Detail

Epistrophy
Wild, schräg. Der Monk schlechthin: angerissen, sehr akzentuiert, dabei minimalisch vom Piano untermalt. Melodie und Harmonie der Komposition stecken in den Arrangements der Bläser. Viele Wechsel, harmonische und rhythmische Brüche, das Motiv wird vom Vibrafon gespielt, die Bläser setzen die dramatischen Akzente. Mehr Monk geht nicht, alles ist sehr eigensinnig interpretiert, ganz im Monk´schen Geist.

Skippy
Ein Bebop-Thema: schnell, unruhig, fast hektische Bläsersätze, Metropolen Sound. Dann folgen sanfte Übergänge zu ruhigen Parts. Die Bläser stehen eindeutig im Mittelpunkt, deren Arrangements sind es, die diesen Big Band Sound à la Monk ausmachen. Ein Tenor-Solo, der knarziger E-Bass, ein nicht schwingender, knarrender Sound macht sich breit. Alles im allem ist es ein wildes Spektakel: frei ausufernd, frei aufblasend - Brass On!

Monk's Processional (Medley)
Darf es ein wenig New Orleans sein? Aber ja! Die Tuba entfacht den einfachen zweitaktigen Beat der Marching– oder Street Bands mit dem ganzen Charme des Genres. Die Bläser - inklusive der Tuba - spielen ein stereotypes Riff, kunterbunt schallt es dem Hörer entgegen, jetzt übernimmt der E-Bass die Stimmführung und lässt es ausklingen.

Oska T
Ähnlich tönt auch dieser Titel. Hier wird ebenfalls mit Hilfe der Tuba dem Sound aus Louisiana gehuldigt, in einer zeitgemäßen Variante. Die Blechbläser von Trompete und Posaune dürfen ihre solistischen Fähigkeiten zeigen, was sie auch tun. Gegen Ende swingt das Thema mit wildem Getue des Blechs aus.

'Round Midnight
Eine der schönsten Jazz-Balladen: ein ruppig durchgeschlagener Beat, leicht elektronisch verfremdet, die thematische Melodie darf das Piano spielen. Diese Interpretation hat auch was sehr Eigenes: Es ist das Kunststück eine Ballade, nicht wie eine klingen zu lassen. Verfremdung könnte das Zauberwort lauten, das den Arrangeur dazu bewogen hat, dieses „Um Mitternacht“ eher zeitgenössisch real zu intonieren: hektische Großstadt mit viel Jungvolk, das um die Häuser zieht, Kneipen und Clubs aufsucht und …

Ask me Now
Kompakter Sound, quirlige Einsprengsel der anderen Instrumente, Klänge von Bodenständigkeit durch das erdige Harmonium oder Akkordeon. Ausbalanciertes Verhältnis aller Instrumente und Klangwelten einer Big Band. Was die Komposition verspricht, das halten die Arrangements, machen noch mehr daraus. Es fällt wirklich schwer, das Folgende zu schreiben, aber so ist es: Perfekter Sound!

Gallop's Gallop
Wieder diese unglaublichen Bläser, da stimmt einfach alles. Hier werden viele Linien unisono gespielt, dazwischen die federnden Drums mit freundlicher Unterstützung des Basses als Überbrückung. Die Überfälle der Bläser sind schneidend mit einer messerscharfen Präzision, mehr noch, das ist Laser Controlled Brass Sound.

Little Rootie Tootie
Rhythmisch vertracktes Thema, schräg und crazy, dann ertönt die Melodie. Im konkurrierenden Wechselspiel wetteifern die Instrumente um die Vorherrschaft, um die Sinndeutung der Musik, diese Musik ist alles, nur eins nicht: langweilig. Rockige Bass-Figuren mit den Drums sorgen für den spannungsgeladenen Gegensatz des Titels. Das bringt unerhörte Klangräume, zum Auflockern ein längeres Sax-Solo. Aber allzu lang können sich die Bläser nicht zurückhalten, dann fallen sie wieder in den Titel und das Solo ein - Jazz als akustischer Hexensabbat. Jetzt tönt sanft die Melodie. Zart, fast zerbrechlich, gleichen diese Stimmen aus, um dem nächsten Solo (Altsax) den Weg zu ebnen. Eine unisono gespielte Melodie beendet diesen Big Band Exzess.

Coming on the Hudson
Fängt an wie eine Ballade. Kann man dem Frieden trauen? Eine Bootsfahrt im milden Wind bei sommerlichen Temperaturen auf dem Fluss? Es bleibt überwiegend eine gefällige Ballade, auch wenn die Bläser es nicht lassen können, hier und da ihre Sätze ins Thema hinein zu schleudern.

Fazit: Das ist die Kunst des Arrangierens - State of the Art.

Text: Cosmo Scharmer

jazz-fun.de meint:
Unnötige Schnörkel sucht man hier vergebens, niemand protzt. Dank dessen hat "Monk'estra Vol. 1" eine magnetische Kraft. John Beasley hat Monks Idiom analysiert, um aus sorgfältig ausgewählten Puzzles eine neue Qualität zu schaffen.

  1. Epistrophy
  2. Skippy
  3. Oska T
  4. Monk`s Processional (medley)
  5. `Round Midnight
  6. Ask Me Now
  7. Gallop`s Gallop
  8. Little Rootie Tootie
  9. Coming on the Hudson

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