Jukka Perko - Invisible Man

Jukka Perko - Invisible Man

Jukka Perko
Invisible Man

Erscheinungstermin: 27.05.2016
Label: ACT, 2016

Jukka Perko - Invisible Man - bei JPC kaufenJukka Perko - Invisible Man - bei Amazon kaufenJukka Perko - Invisible Man - bei iTunes kaufen

Schon die Besetzung lässt aufhorchen: Saxofon, akustische Gitarre und E-Gitarre. Ein solches Trio kennt man bislang nicht. Hört man Jukka Perkos Avara fragt man sich, warum: Denn „Invisible Man“ verblüfft mit einen absolut harmonischen lyrischen Klang und einem dichten Gruppensound, in dem jede Stimme die andere stützt und ergänzt. Elegische Klanglandschaften werden ausgebreitet, immer wieder durchdrungen von schillernden Momentaufnahmen. Die Stimmung ist finnisch-melancholisch, aber stets hoffnungsvoll. Die Musik schöpft ihre Kraft aus der Ruhe. Ihre Bedeutung bewahrheitet sich nicht darin, wie laut sie herausgebrüllt wird.

Jukka Perko zählt zu den führenden Stimmen der finnischen Jazzszene. In seinem Personalstil, der die Kraft des Bebop mit nordischer Melancholie vereint, spiegelt sich die europäische Klassik, amerikanische Jazz-Tradition und finnische Volksmusik wider. Perko spielte mit Stars wie McCoy Tyner, Red Rodney oder Niels-Henning Ørsted Pedersen und kürzlich im „Kind of Cool“-Ensemble von Wolfgang Haffner. Mit seinem ACT-Debüt „It Takes Two To Tango“ begeisterte er 2014 mit der zweiten Größe des finnischen Jazz, Iiro Rantala. Zu seinem Trio Avara kam Perko halb planvoll, halb per Zufall. Er erinnert sich: „Als mir einmal in einer meiner Bands der Bassist ausfiel, kam ich auf die Idee, es mit Teemu Viinikainen und seiner akustischen Gitarre zu versuchen. Das klappte so gut, dass er blieb. Jarmo Saari kenne ich auch schon seit den Neunzigern. Ich hörte ihn im Duo mit einem anderen E-Gitarristen. Mir gefiel sehr, wie er dafür arrangierte. Mich interessierte, wie er mit einem akustischen Gitarristen klingen würde. Also schlug ich ihm vor, es mal mit Teemu und mir zu versuchen. Schon bei der ersten Probe wusste ich: Das ist es!“

Auf „Invisible Man“ begeistern Perko, Saari und Viinikainen durch das völlig gleichberechtigte Musizieren. Ein klassisches Rollenmodell existiert hier nicht. Die Grenzen zwischen Rhythmus- und Leadinstrument sind aufgehoben. Die Spielidee von Avara gibt ihren Akteuren Handlungsfreiheit und Entfaltungsmöglichkeiten. Abwechselnd bestimmen sie die Richtung der Musik, führen, folgen oder gehen kontrapunktisch ihren eigenen Weg. Für das Entwickeln der Themen sind alle drei substantiell wichtig.

„Wir wollen interessante Geschichten erzählen und dabei einen weiten musikalischen Bogen schlagen“, erzählt Perko. Tatsächlich mutet das Album wie ein großer Spielfilm an. Ein atmosphärischer Road-Movie, in denen charakterstarke Melodien, die Handlung bestimmen. Unterhaltsam, packend, tiefgründig und nachdenklich weckt Avara große Gefühle.

Trotz seiner musikalischen Vielgestalt kann man „Invisible Man“ ein Balladenalbum nennen. Wegen seines Grundtons und seines erzählenden Charakters, aber auch wegen Perkos Haltung: „Meine Idee von Musik hat sich in den vergangenen Jahren verändert und verdichtet. Man könnte sagen, sie ist ,langsamer‘ geworden. In dem Sinne, dass es nicht mehr so um Tempo und Technik geht, viel mehr um Tiefe und Gehalt. Die expressiven und ausladenden Soli, wie sie den Jazz so lange beherrscht haben, interessieren mich nicht mehr so, es geht mir vor allem um das Interplay. Ich möchte, dass alle Musiker ständig beteiligt und nicht zwischendurch einfach nur Zuhörer sind.“ Was ihm und seinen beiden kongenialen Partnern mit „Invisible Man“ so gut gelingt, dass auch der CD-Hörer nicht mehr nur hört. Diese Musik sieht man vor sich.

Besetzung:
Jukka Perko, alto and soprano sax
Jarmo Saari, electric guitar
Teemu Viinikainen, acoustic guitar

  1. Invisible man
  2. Like father like son
  3. Tears in heaven
  4. He left the road
  5. Pimento
  6. Sweet solitude
  7. Nameless angel
  8. Awakening
  9. Helmi
  10. Open door
  11. Don't give up
  12. Pavane

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 8 und 4.