Maik Krahl - The Magic of Consistency

Maik Krahl - The Magic of Consistency - Album Cover
Maik Krahl - The Magic of Consistency

Maik Krahl
The Magic of Consistency

Erscheinungstermin: 08.11.2024
Label: Challenge Records, 2024

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jazz-fun`s recap:

So spielt man Jazz! Das ist Blues, das ist Groove, das ist Jazz! Die Magie dessen, was im Jazz am wichtigsten ist: Emotionen, ausgedrückt durch Klang und Rhythmus, lustvoll gespielt mit einem vollen, saftigen Sound. Maik Krahl spielt hier in der natürlichen, unprätentiösen Art, die sein ganzes bisheriges Schaffen auszeichnet, und lässt seinen Bandkollegen, allen voran Seamus Blake, viel Raum. Die Wirkung ist geradezu elektrisierend! Das Album ist eine Offenbarung! (Jacek Brun, 08.11.2024)

Besetzung:

Maik Krahl - trumpet
Seamus Blake - Saxophone
Peter Gall - Drums
Julius Peter Nitsch - Bass

Über das Album von Maik Krahl - The Magic of Consistency

Musiker seines Profils gibt es einige, noch dazu solche, die technisch auf höchstem Niveau mit der Trompete agieren können. Doch das Besondere an Maik Krahl ist, dass er sich nie auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern jedes Album, jede neue Besetzung als Herausforderung begreift, als willkommene Möglichkeit, die nächste Stufe auf seiner ohnehin schon imposanten Karriereleiter zu erklimmen. Vergleicht man The Magic of Consistency mit dem 2022 erschienenen Vorgänger In-Between Flow, wird schnell klar, dass die Magie der Beständigkeit bei dem 33-Jährigen darin liegt, immer und überall erstklassige Kompositionen, erstklassige Besetzungen und erstklassige musikalische Darbietungen abliefern zu wollen. Denn für ihn bedeutet das englische Wort „consistency“ auch „dranbleiben“. Das, so Krahl, sei generell wichtig - in der Musik wie im Leben.

Manchmal bringe es einen aber auch weiter, wenn man etwas eine Weile liegen lasse - ein Reifeprozess. „Auch das gehört zur Konsequenz“, findet Krahl. Ist also der Spagat zwischen Beständigkeit und Flexibilität das große Geheimnis eines erfüllten Lebens, nicht nur als Musiker? Die Antwort liefert The Magic of Consistency auf eindrucksvolle Weise. Natürlich stammen alle Kompositionen wieder vom Bandleader selbst. Es sind Stücke, die den Geist der großen Tage des Jazz atmen, ohne auch nur eine Millisekunde zurückzublicken, altbacken, nostalgisch oder gar kopierend zu wirken. Das Quartett als reduzierte Besetzung und die Stücke bieten den Instrumentalisten alle Möglichkeiten, ihr Können in seiner ganzen Pracht zu entfalten.

Mit Ideen stets flexibel zu operieren, steht für Krahl auch keineswegs im Widerspruch zu seinem Leitmotiv „Beständigkeit“. Das bedeutet, eine Klangästhetik, die einst für Furore sorgte, wie das offen swingende Klangbild des Gerry Mulligan- und Chet Baker-Quartetts, nicht als Dogma zu betrachten, sondern den eigenen Bedürfnissen anzupassen, wie es in Le Pin Sec geschieht. Die Musik des in Bautzen geborenen und heute in Köln lebenden Trompeters modelliert eine variable Skulptur aus dunklen und hellen Emotionen: Nachdenklichkeit (Roofless / A Topless Structure in the Middle of Nowhere), Entschlossenheit (The Magic of Consistency), stilles Glück (Dance for Lovely Sleepy Humans), mit Händen greifbare Ungeduld (wie im nervösen, bebopartigen Colorado Adventure), Neugier (Wolf and Dog / Friendly Encounter), Zupacken (Waiting for the Third Minute) oder einfach nur Warten (Tragedy of Being in Time).

Was vor allem live ins Ohr sticht, ist die hörbare Lust und Beweglichkeit der beteiligten Instrumentalisten, Maik Krahl als primus inter pares auf seinem spannenden musikalischen Weg zu folgen. Und galt der Trompeter, der während seines Studiums in Dresden und Essen von so hochkarätigen Lehrern wie Till Brönner, Malte Burba und Ryan Carniaux unterrichtet wurde, schon vor Jahren als kleine Attraktion der Republik, so hat er diesmal noch eine Schippe draufgelegt. Es sind nicht mehr ausschließlich die Balladen, die Krahls Meisterschaft unterstreichen, sondern mittlerweile auch atemberaubende Uptempo-Nummern, in denen er den Ritt auf der Rasierklinge zur virtuosen Königsdisziplin erhebt und seine Kollegen charmant, aber unmissverständlich zwingt, ihm zu folgen.

Man muss nicht analytisch zuhören, man muss nur seine Konzerte als Ganzes erleben. Dann wird man am Ende wieder einmal erstaunt feststellen, dass Maik Krahl und seine Mitstreiter kein einziges langweiliges Stück oder einen belanglosen Ton gespielt haben. Das Magische daran ist, dass dieses unglaubliche Niveau bei ihm inzwischen zu einem wesentlichen Teil seiner Konstanz geworden ist.

Text: Challenge Records

Titelliste

  1. Le pin sec
  2. Colorado adventure
  3. Seamus introduces
  4. Tragedy of being in time
  5. Julius Peter introduces
  6. Dance for lovely sleepy humans
  7. Waiting for the third minute
  8. Peter introduces
  9. Wolf and dog / Friendly encounter
  10. Maik introduces
  11. Roofless / A topless structure in the middle of nowhere
  12. The magic of consistency

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