Rezension des Albums "Mike Jones with Strings" von Mike Jones
Mike Jones
Mike Jones with Strings
Erscheinungstermin: 21.08.2026
Label: Capri Records, 2026
Manchmal darf Jazz einfach glücklich machen
Seit vielen Jahren gehört Magie zum Berufsleben von Mike Jones. Seit zwei Jahrzehnten ist der Pianist musikalischer Leiter der berühmten Illusionisten Penn & Teller. Für „Mike Jones with Strings” braucht er allerdings weder Tricks noch Täuschungen. Die Magie entsteht ganz einfach durch drei Musiker, ihre Instrumente und ihre große gemeinsame Liebe zum Jazz.
Das Album wurde im Vic’s Supper Club in Las Vegas aufgenommen. Musikalisch blickt Jones bewusst auf die Triobesetzungen der 1940er- und 1950er-Jahre zurück, die ohne Schlagzeug auskamen und bei denen Klavier, Gitarre und Bass gemeinsam für Melodie, Harmonie und den rhythmischen Puls verantwortlich waren. Oscar Peterson und Nat King Cole sind dabei unüberhörbare Bezugspunkte.
Mit Graham Dechter an der Gitarre und Alex Frank am Bass findet Jones zwei Partner, die diese Tradition nicht museal behandeln. Das Trio swingt mit einer Selbstverständlichkeit, die nicht danach fragt, ob diese Musik historisch oder zeitgenössisch ist. Sie funktioniert einfach.
Im Zentrum steht natürlich Mike Jones. Sein beidhändiges Klavierspiel nutzt das gesamte Register des Instruments mit enormer technischer Sicherheit, Beweglichkeit und jener Virtuosität, die niemals Selbstzweck ist. Die Nähe zu Oscar Peterson ist nachvollziehbar, doch Jones besitzt genügend Persönlichkeit, um nicht zum bloßen Nachahmer zu werden.
Ebenso wichtig ist das Zusammenspiel. Ohne Schlagzeug entsteht Transparenz; gleichzeitig müssen die drei Musiker rhythmisch besonders aufmerksam miteinander kommunizieren. Dechters Gitarre übernimmt melodische und harmonische Aufgaben, während Frank mit seinem Bass für ein federndes Fundament sorgt, über das Jones seine Linien entwickelt. Alles klingt leicht – und gerade diese scheinbare Leichtigkeit setzt großes Können voraus..
Nun könnte man ausführlich über Tradition, Jazzgeschichte und die Ästhetik des klassischen Piano-Guitar-Bass-Trios sprechen. Man kann aber auch einfach zuhören.
Denn Mike Jones with Strings erinnert an etwas, das bei allen Diskussionen über Innovation gelegentlich vergessen wird. Jazz darf intelligent, anspruchsvoll und virtuos sein und gleichzeitig einfach großen Spaß machen.
Ohne Verrenkungen und unnötige intellektuelle Konstruktionen. Drei hervorragende Musiker spielen Jazz, swingen und haben hörbar Freude daran.
Manchmal braucht es tatsächlich nicht mehr. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Magie.
(Jacek Brun, 25.08.2026)
Besetzung
Mike Jones - piano
Graham Dechter - guitar
Alex Frank - bass
Titelliste
- Oh, Lady Be Good
- Gone With The Wind
- Autumn Leaves
- Kelly's Blues
- Destination Moon
- Deed I Do
- The Very Thought Of You
- Exactly Like You
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