Miriam Ast Trio - Tales & Tongues

Miriam Ast Trio - Tales & Tongues

Miriam Ast Trio
Tales & Tongues

Erscheinungstermin: 19.05.2023
Label: Unit Records, 2018

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Miriam Ast - vocals
Daniel Prandl - piano
Jörg Brinkmann - cello

„Die Schönheit kultureller Offenheit und Vielfalt besingen“, das ist Anliegen und Wesen des neuen Album „Tales & Tongues“, das Jazzsängerin und Komponistin Miriam Ast am 19. Mai beim Schweizer Label Unit Records veröffentlicht hat.

Sie nimmt ihre Hörer mit auf eine Spurensuche in die Vergangenheit Europas und entdeckt dabei Volkslieder verschiedener Länder. Mit den Mitteln des zeitgenössischen Jazz und einem Fokus auf den Geschichten der Lieder, schafft sie aus den alten Texten und Melodien einfallsreiche moderne Jazzkompositionen.

„Miriam’s music is full of beauty and imagination.”
– Norma Winstone

„Miriam Ast’s Stimme hat viele Facetten: Sie rattert im Stakkato wie eine Trommel unter rhythmischen Schlägen. Oder sie schwingt sich auf zu leicht dahinfliegenden Tonfolgen, fast in der Art eines Saxofons. Dann wieder vollführt sie melodische Kapriolen, die an Vogelgesang erinnern. Ohne Frage: Die junge, aus Speyer stammende Jazzsängerin, ist eines der größten musikalischen Talente aus der Metropolregion.“
– Georg Spindler, Mannheimer Morgen

Während ihrer sechs Jahre in London hat Miriam Ast politische Entwicklungen wie den Brexit und wachsende nationale Strömungen in Großbritannien hautnah miterlebt. Spürbar wird ihre Besinnung auf gemeinsame europäische Werte, die ihr wie ein notwendiger Kontrapunkt erscheinen - ein Statement für Zusammenhalt und Vielfalt.

Mit dieser für den Jazz eher ungewöhnlichen Besetzung mit dem Jazzpianisten Daniel Prandl und dem Crossover-Cellisten Jörg Brinkmann, zeigt sie ihren Mut, sich auf neue Wege zu begeben und stilistische Grenzen zu überwinden.

Mit ihrem Trio lädt sie ein zu einer musikalischen Reise durch die verschiedenen Sprachen und Klänge Europas. In fein ausgearbeiteten Arrangements verwandelt sie die ursprünglichen Volkslieder mithilfe von harmonischen Bearbeitungen, fügt neue Melodie- und Improvisationsteile hinzu und verwendet dabei ihre ausdrucksvolle vokale Klangsprache.

Authentisch wird dieses internationale Volkslieder-Programm durch ihre Zeit in der Weltstadt London, ihre Faszination, mit Menschen verschiedener Hintergründe in Berührung zu kommen und die Vielfalt der Kulturen hautnah zu erleben. Dabei macht sie die Erfahrung der Gemeinsamkeit mit Menschen anderer Nationalitäten an einem fremden Ort ,gemeinsam auf der Suche nach Neuem‘ – anders als in einem gewohnten Umfeld.

Im Kontrast dazu steht die Entscheidung der Briten für den Brexit im Jahr 2016, welcher bei Miriam und vielen ihrer europäischen und britischen Freundschaften und Kolleg:innen der Musikszene Erschütterung auslöst. Daraus resultiert das Gefühl des Zusammenwachsens zwischen weltoffenen Europäer und Briten.
All diese Emotionen beginnt Miriam in ihrer Musik zu verarbeiten.

Inspiriert von Empfehlungen ihrer internationalen Freund:innen und Kolleg:innen wählt sie elf Volkslieder aus, die aus unterschiedlichsten Teilen Europas stammen. Die Geschichten erzählen von zeitlosen Themen wie Liebe, Trauer und Verlust. Ob die zu dem Liebsten wegweisenden Sterne wie im Song „Csillagok, csillagok“, in die ferne ziehende Schwäne, oder der Rosmarienbaum als Vorbote des Todes, Metaphern sind allgegenwärtig.

Einige Volkslieder sind über die Jahre geographisch gewandert und haben sich in verschiedenen Ländern als Liedgut etabliert, was unsere gemeinsame europäische Geschichte verdeutlicht.

Miriam Ast beschreibt ihren kreativen Prozess: „Für die Arrangements habe ich mich stark an den Stimmungen der Texte und Melodien der ursprünglichen Volkslieder orientiert und versucht, für jedes Stück eine ganz eigene atmosphärische Klangwelt zu schaffen. So habe ich manche Stücke, wie zum Beispiele das bekannte englische „Scarborough Fair“ in tiefe Tonlage gesetzt, um eine düstere oder unheimliche Stimmung zu erzeugen. Im bulgarischen „Pitat me, mamo“ und ungarischen „Csillagok, csillagok“ habe ich neue Taktarten und rhythmische Akzente geschrieben und besonders immer den Aufbau und erzählerischen Spannungsbogen der Stücke im Blick.

Die Herausforderung war es, dieses Jazzprojekt natürlich klingen zu lassen, denn ich wollte die Volkslieder in ihrer Klarheit erhalten, aber innerhalb dessen, etwas künstlerisch anspruchsvolles und musikalisch Neues schaffen. So habe ich neue Intros und Themen über Harmonien geschrieben, die oft auch Ausgangspunkt für unsere Improvisation sind. Diese sind für mich wichtiger Bestandteil des Musikmachens, genauso wie das gemeinsame Improvisieren mit Cello und Klavier und ich erzähle gerne mit meinen vokalen Improvisationen die Geschichten auf Silben weiter...“

Miriam Ast ist eine in Deutschland und Großbritannien tätige Jazzsängerin und Komponistin. 2018 veröffentlichte sie ihr Debüt-Album Secret Songs und gewann den Best Vocalist Prize beim Internationalen Jazzwettbewerb Bukarest. Sie war Senior Lecturer am Leeds Conservatoire und lehrt derzeit an der Hochschule für Musik in Freiburg. Kürzlich trat sie in einem Konzert in Homburg mit zwei Stars der britischen Szene, dem Jazzpianisten Gwilym Simcock und dem klassischen Geiger Thomas Gould auf.

Text: Unit Records

jazz-fun.de meint:
Es ist ein weiterer Meilenstein im Werk dieser bemerkenswerten Künstlerin. Miriam Ast ist eine vielseitige Interpretin. Dies bestätigt, dass sie eine mehrdeutige und unberechenbare Künstlerin ist. Sehr interessantes Konzept, Umsetzung und tolle Musik. Ein sehr gutes Album, wir sind begeistert!

  1. Zogen einst fünf wilde Schwäne
  2. V'là l'bon vent
  3. Pitat me, mamo
  4. Ich hab‘ die Nacht geträumet
  5. Csillagok, csillagok
  6. Jungfru Maria
  7. Es waren zwei Königskinder
  8. Danny Boy
  9. Gammel reinlender fra Sønndala
  10. Scarborough Fair
  11. Die Gedanken sind frei

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