Philip Catherine - The String Project - Live in Brussels

Philip Catherine - The String Project - Live in Brussels

Philip Catherine
The String Project - Live in Brussels

Erscheinungstermin: 25.09.2015
Label: ACT, 2015

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Fast wäre er gar nicht geboren worden. Sein Großvater mütterlicherseits spielte die erste Violine im London Symphony Orchestra. Im April 1912 wollte Mr. Brennan mit dem Schiff nach New York fahren und hatte bereits ein Ticket für die Titanic gebucht. Aber er kam zu spät, das Schiff legte ohne ihn ab. Und so kam es, dass zunächst seine Mutter das Licht der Welt erblicken konnte, und am 27. Oktober 1942 auch er, Philip Catherine.

Diese Geschichte wurde zum Mythos seiner Kindheit und damit pflanzte seine Mutter in Philip auch die Liebe zur Musik. Jetzt, mit fast 73 Jahren, konnte Philip Catherine sich den großen Wunsch erfüllen, seine Musik mit einem großen Orchester aufzuführen, dem Orchestre Royal de Chambe de Wallonie unter dem Dirigenten Frank Braley. Neun Arrangeure haben die Melodien für das Orchester bearbeitet, der Gitarrist und Bassist Nicolas Fiszman half unermüdlich bei den Vorbereitungen und so konnte das Werk in nur sechs Stunden Probezeit am 13. Januar 2015 auf dem Brussels Jazz Festival uraufgeführt werden.

„Ich war von dem Klang, von dem neuen Gewand in dem meine Melodien plötzlich erschienen so fasziniert, dass ich bei „Transparence“ meinen Einsatz verpasste. Ganze vier Takte lang saß ich einfach da und lauschte anstatt zu spielen - sowas ist mir noch nie passiert.“ Im Studio hat Philip diese vier Takte dann nachgeholt. Es ist aber der einzige Song geblieben, bei dem noch nachgebessert werden musste. Alles andere ist eins zu eins die Abbildung des Konzertes vom 13. Januar. „Wir hatten überhaupt nicht daran gedacht, aus diesem Konzert eine CD zu machen - eben weil wir so wenig Zeit zur Vorbereitung hatten. Das flämische Fernsehen, VRT-Canvas hat das Konzert mitgeschnitten und als wir die Aufnahmen hörten, dachten wir: Hey, das ist ja eine CD!!!“

Philip Catherine hat seit den 1970er Jahren den Klang der Gitarre im Jazz maßgeblich beeinflusst. Aus dieser Zeit, seit genau 40 Jahren geht auch Philips Zusammenarbeit mit Siggi Loch hervor und so war es eine organische Entwicklung, dass im letzten Jahr Philips erste ACT CD „New Folks“ im Duo mit dem Bassisten Martin Wind erschien und nun „The String Project - Live in Brussels“.

Philip Catherine ist ein Meister der melodischen Spielweise seines Instruments. Geschult an der Musik von Django Reinhardt hat er seine Melodien vor allem im Duo mit dem Gitarristen Larry Coryell entwickelt und in einigen Alben, die er mit Chet Baker einspielte, nachhaltig dokumentiert.

„Hier, im String Project hatte ich nicht das Gefühl, irgendjemand etwas beweisen zu müssen. Ich habe ganz bewusst nichts Spektakuläres gespielt. Der Sound der Arrangements und das, was das Orchester und sein Dirigent daraus machten, war so faszinierend, dass ich nur den Ehrgeiz hatte, diesem Sound zu dienen, mit meinem Instrument und meinen Fähigkeiten den Klang zu ergänzen, abzurunden.“ Der ganz spezielle Catherine-Klang der Gitarre ist jedoch immer deutlich zu erkennen, auch wenn er im pas de deux mit den Geigen („Philip a Paris“ ) oder den Celli („Toscane“) spielt. „Ich sprach ja auch von abrunden und das heißt ja nicht, dass ich mich anpasse bis zur Unkenntlichkeit. Im Gegenteil. Mir war wichtig, dass das Orchester seine Identität behält und meine Band ebenfalls.“

Philips Quintett war in diesem Projekt integriert und sorgt für Abwechslung. In „Transparence“ übernimmt die Band zeitweise die führende Rolle. Es gibt faszinierend zarte Duo-Klänge im Wechsel mit dem vollen Orchester wie etwa in „December 26th“. Philips Co-Organisator Nicolas Fiszman übernimmt den Bass-Part in „Virtuous Woman“ und spielt die zweite Gitarre in „Isabelle“. Der Wechsel der Sounds ist jedoch immer der Idee des gesamten Orchesterklangs nachgeordnet.

„The String Project - Live in Brussels“ dokumentiert einen Sound, in dem Jazz und Klassik die zwei Enden des Regenbogens bilden.

Philip Catherine, guitar
Nicola Andrioli, piano
Nicolas Fiszman, acoustic guitar & electric bass
Philippe Aerts, double bass
Hans Van Oosterhout, drums
Orchestre Royal de Chambre de Wallonie (ORCW)
conducted by Frank Braley

  1. Philip à Paris (Petit, Jean-Claude)
  2. Toscane ( Catherine, Philip)
  3. December 26th ( Catherine, Philip)
  4. More Bells ( Catherine, Philip)
  5. Transparence ( Catherine, Philip)
  6. Climate Warning ( Catherine, Philip)
  7. Virtuous Women ( Catherine, Philip)
  8. L’Eternel Désir ( Catherine, Philip)
  9. Noburl ( Catherine, Philip)
  10. Isabelle ( Catherine, Philip)
  11. Homecomings ( Catherine, Philip)
  12. Pendulum ( Catherine, Philip)

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