Ray Lema

Ray Lema
Ray Lema

Biographie

Ray Lema (* 30. März 1946 in Lufu-Toto in der Demokratischen Republik Kongo) ist ein kongolesischer, in Frankreich lebender Schlagzeuger, Perkussionist, Sänger, Pianist, Gitarrist, Komponist und Arrangeur afrikanischer, jazz und Weltmusik.

Ray Lema wurde im ehemaligen Königreich Kongo, im Westen der heutigen Demokratischen Republik Kongo, geboren. Im Alter von 11 Jahren trat er in das Minorseminar der Weißen Pfarren ein. Er wollte Priester werden. Das Schicksal entschied anders. Als sie im Seminar ankamen, mussten die Kinder die Eignungsprüfungen machen, die Brüder bemerkten schnell die natürlichen Dispositionen der jungen Lema für die Musik und ein belgischer Pfarrer beschloss, ihn an die Orgel und das Klavier zu bringen. Sein Seminarstudium wurde daher von gregorianischen Gesängen, Mozart und Chopin begleitet. Er diente mehrere Jahre lang an einer alten Orgel, "wo er hart in die Pedale trat".

Er war 14 Jahre alt, als der Belgisch-Kongo unabhängig wurde und wieder zum "Kongo" von Patrice Lumumba und dann zum "Zaire" von Mobutu wurde. Er verließ das Seminar und ging später an die Universität von Kinshasa, wo er Chemie studierte.

Die Klaviere waren in Zaire kaum zu finden, so dass er Gitarre spielen lernte und die Beatles, Hendrix, Django Reinhard und die amerikanischen Jazzmusiker entdeckte. Er verließ die Universität, um Gitarrist einer berühmten Band in Kinshasa zu sein, angeführt von dem Sänger Gerard Kazembe. Dann entdeckte er die Abende von Kinshasa und traf die Sterne der kongolesischen Musik, die damals ganz Afrika zum Tanzen brachten (Tabu Ley Rochereau, Kabassele....).

1974 wurde Ray Lema zum Musikdirektor des Nationalballetts von Zaire ernannt, mit der Aufgabe, die traditionellen Musiker zu rekrutieren und zu verwalten, die die Tänzer des Nationalballetts, Vertreter der Vielfalt und des Reichtums des Landes, begleiten sollten. Diese Erfahrung veränderte sein Leben und seine Vision von Musik für immer. Er bereiste das Land in alle Richtungen, vom Regenwald bis Kivu, vom Bas Kongo bis Katanga durch die Kasai-Regionen auf der Suche nach den Meistern der traditionellen Musik des Kongo. Er entdeckte die wissenschaftliche und magische Kraft der traditionellen rhythmischen Räder und verwandelte sich in ein Master Drum.

Nach einer tiefen Meinungsverschiedenheit mit dem Präsidenten von Mobutu ging er 1979 auf Einladung der Rockefeller Foundation in die USA. Erst 32 Jahre später kehrte er in die heutige "Demokratische Republik Kongo" zurück.

Sein Weggang in die Vereinigten Staaten markiert auch den Beginn einer brillanten internationalen Karriere. Schließlich ließ er sich 1982 in Frankreich nieder, wo er seitdem lebt.

Neugierig auf alle Musikrichtungen, Vorbote und immer bereit für alle musikalischen Experimente, wurde Ray Lema Mitte der 80er Jahre in der Weltmusik berühmt, die damals die afrikanischen Meisterwerke entdeckt hatte. Er beteiligte sich an verschiedenen Kooperationen, die seine Kompositionen und sein musikalisches Universum bereicherten: von Stewart Copeland (Ex-Drummer der Polizei) bis zu den bulgarischen Stimmen, über den Tyour Gnawa aus Essaouira (Morroco), die Kammer des Orchesters Sundsvall in Schweden oder mit dem brasilianischen Sänger und Komponisten Chico César und zuletzt als solistischer Gast mit dem Jazz Sinfonica Orchestra aus São Paulo.

Dieses unermüdliche Streben, "den Anderen" zu treffen, gibt Ray Lema ein völlig unklassifizierbares Profil. Er hat etwa zwanzig Alben veröffentlicht, alle verschieden voneinander, jedoch geprägt von einer sehr persönlichen musikalischen Sprache, Zeugen der musikalischen Begegnungen dieses erstaunlichen Reisemusikers und ewigen Schülers, wie er sich gerne nennt.

Er komponiert regelmäßig für Theater- und Filmreihen und wurde für seine gesamte Karriere mehrfach ausgezeichnet (u.a. mit einem Django d'Or), wobei die Musikausbildung in Afrika eine hohe Priorität hat und er regelmäßig Workshops mit jungen Musikern veranstaltet und viele Künstler seines Kontinents ausbildet.

Auf der Bühne konzertiert Ray Lema mit dem französisch/amerikanischen Pianisten Laurent de Wilde mit Klavier, solo oder im Duett, er spielt im Afro-Jazzquintett oder mit einem Gesangstrio aus dem Kongo. Immer offen für neue musikalische Begegnungen, spielt er häufig mit Symphonieorchestern (Brasilien, Frankreich, China, Kuba).

Diskographie

  • Transcendance, 2019
  • Riddles, 2016
  • Headbug, 2016
  • Nzimbu, 2015
  • Very Special New Production-VSNP, 2013
  • Ray LEMA & Jazz Sinfônica (CD/DVD), 2011
  • 99, 2011
  • Paradox, 2006
  • Mizila-Piano solo, 2004
  • BO de Fatou la Malienne et Fatou l’Espoir, 2003
  • Safi, 2000
  • The Dream of the Gazelle, 1998
  • Stop Time, 1997
  • Green Light, 1996
  • Tout Partout, 1994
  • Un Touareg s’est marieavec une Pygme, 1992
  • Euro African Suite (mit Joachim Khün), 1992
  • Gaia, 1990
  • Nangadeef, 1989
  • Bwana Zoulou Gang, 1988
  • Medecine, 1985
  • Kinshasa – Washington DC – PARIS, 1983
  • Koteja, 1982

Links

Ray Lema Internetseite:
http://raylema.com/

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