Tamara Lukasheva & Matthias Schriefl - Matria Vol.2

Tamara Lukasheva & Matthias Schriefl - Matria Vol.2 - Album cover
Tamara Lukasheva & Matthias Schriefl - Matria Vol.2

Tamara Lukasheva & Matthias Schriefl
Matria Vol.2

Erscheinungstermin: 17.10.2025
Label: o-tone music, 2025

Tamara Lukasheva & Matthias Schriefl - Matria Vol.2 - bei JPC kaufen Tamara Lukasheva & Matthias Schriefl - Matria Vol.2 - bei bandcamp kaufen

jazz-fun`s recap:

Eine Musik von seltener Schönheit. Matria Vol. 2 vereint Tradition und Gegenwart auf ganz natürliche Weise – ohne Pathos, aber mit unendlicher Tiefe. Der Zauber dieses Albums liegt in der Begegnung zweier außergewöhnlicher Künstler:innen, die ihre musikalischen Welten zu einer poetischen Einheit verweben.

Tamara Lukasheva begeistert mit einem Gesang von unglaublicher Ausdruckskraft. Ihre Phrasierung, die dynamische Spannweite und ihre makellose Technik machen jede Note zu einem Erlebnis. Zwischen Intimität und Strahlkraft entfaltet sie eine emotionale Palette, die ihresgleichen sucht.
Darüber hinaus zeigt sie sich auch als hervorragende Pianistin – ihr Spiel ist sensibel, klar und stets im Dienst der musikalischen Aussage. Es bildet das harmonische Rückgrat vieler Stücke und öffnet zugleich weite, atmende Klangräume.

Matthias Schriefl ist dabei der ideale Partner: ein Multiinstrumentalist mit unerschöpflicher Fantasie, der die klangliche Architektur dieses Projekts maßgeblich prägt. Seine instrumentale Vielseitigkeit ersetzt mühelos ein ganzes Ensemble – und schafft Raum für feine kammermusikalische Momente ebenso wie für eruptive Klangfarben.

Matria Vol. 2 ist mehr als ein Album. Es ist eine Liebeserklärung an die kulturelle Vielfalt der Alpenregion, ein Brückenschlag zwischen Volkslied, Jazz und moderner Poesie. Eine Musik, die die Wurzeln ehrt und zugleich weit in die Zukunft weist.

(Jacek Brun, 01.11.2025)

Besetzung

Tamara Lukasheva – Vocals, Piano, Melodica
Matthias Schriefl – Trumpet, flugelhorn, tuba, euphonium, alphorn, vocals, accordion

Ein poetischer Dialog über Berge, Freiheit und Klang – „Matria Vol. 2“

Alpenfolklore, Alpenjazz, Jodelfunk oder Folklore aus der Ukraine? Was genau servieren Tamara Lukasheva und Matthias Schriefl auf diesem Album? Meinen sie das alles total ernst? So manches klingt doch mit einem Augenzwinkern gespielt und gesungen. Wer den gebürtigen Allgäuer Matthias Schriefl kennt, der schon länger im Rheinland lebt, kennt auch seinen bisweilen schrägen Humor. Das kann er sich aber erlauben. Er ist ein Tausendsassa, spielt göttlich Trompete und Flügelhorn und macht auch auf dem Alpenhorn, dem Euphonium, der Tuba oder dem Akkordeon eine gute Figur. Ach ja, singen tut er auch noch. Und seine kongeniale Partnerin Tamara Lukasheva? Die aus Odessa stammende Sängerin und Musikerin wohnt ebenfalls am Rhein. Dank ihrer Tätigkeit als Sopranistin in den Opernhäusern ihrer Heimat ist sie so versiert und stimmsicher, dass sie alle Eskapaden und spontanen Einfälle von Schriefl locker mitgehen kann.

So hört man auf „Matria” gewitzte Musik zwischen allen Stühlen. Virtuos, verspielt, amüsant. Ein Beispiel ist der „Halb 4 Mambo“, ein kubanischer Mambo, der mit allerlei rhythmischen Einfällen garniert ist. Auf so etwas muss man erst einmal kommen. Aber immer wieder wird es auf „Matria” auch tiefgründig, wie im von der Sängerin selbst komponierten, berührenden Stück „Home”, einer Vertonung eines Gedichts ihres Landsmanns Wassyl Stus. Dieser war ein Dichter, Publizist, Dissident und Menschenrechtsaktivist. Auch das „Kiew-Lied“, eine musikalische Liebesbekundung an die ukrainische Hauptstadt, berührt mit seiner tiefen Emotionalität.

Hier gibt es Grenzen, die verschwimmen, große Gefühle, überbordenden Spaß und kämpferische Lieder zu hören. Man spürt, dass sich Tamara Lukasheva und Matthias Schriefl in der Kulturvielfalt des jeweils anderen wohlfühlen und sich zwischen diesen unterschiedlichen Welten fast schon telepathisch verstehen. Plötzlich ist wieder die ukrainische Liedkultur präsent und ein alpenländisch gespieltes Horn dringt in diesen Klangkosmos ein. Traditionelle ukrainische Folklore vermischt sich mit bayerischem Lebensgefühl. „Matria“ ist ein stets überraschender Kultur-Clash in Noten, der die Hörer:innen auf abenteuerliche, farbenfrohe und beseelte Musikreisen mitnimmt.

Text: o-tone music

Titelliste

  1. Allgäu-Bujowyna-Lied (trad., arr. Matthias Schriefl)
  2. Old Morya – Wenn Du numma witt (trad., arr. Matthias Schriefl)
  3. Lullaby For Kira (comp. Tamara Lukasheva)
  4. Topavan (comp. Matthias Schriefl)
  5. G’schwänzte Küachla (trad., arr. Matthias Schriefl)
  6. Bubi Jodler (trad., arr. Matthias Schriefl)
  7. Kyjiw-Lied (comp. Igor Shamo)
  8. So a Mist (comp. Matthias Schriefl)
  9. Home (Vdoma) (comp. Tamara Lukasheva)
  10. Mayak (comp. Tamara Lukasheva)
  11. Halb 4 Mambo (comp. Matthias Schriefl)
  12. Song for Mama & Papa (comp. Tamara Lukasheva)

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 8 und 9.