Théo Ceccaldi Trio - Django

Théo Ceccaldi Trio - Django

Théo Ceccaldi Trio
Django

Erscheinungstermin: 9.04.2021
Label: Full Rhizome, 2021

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Théo Ceccaldi - Violine
Guillaume Aknine - Guitar
Valentin Ceccaldi - Cello

Schon klar: die Referenzgröße ist Django Reinhardt, aber ein wenig darf man wohl auch den Zigarillo kauenden Rigorismus eines Clint Eastwood assoziieren, wenn man hört, mit welch kaltschnäuziger Chuzpe hier Jazztraditionen der späten 20er und frühen 30er Jahre zwischen Charleston und Gypsy Swing zerlegt und verwandelt werden.

Arrangements, inspiriert durch kanonische Kompositionen von Django Reinhardt, Stéphane Grappelli oder Fats Waller, dekonstruieren die Vorbilder, ohne den originalen Strukturen die Erkennbarkeit zu nehmen. Harmonic Minor beherrscht den Klangraum. Mal stampft ein Wechselbass durch eine wüste Polka, mal swingt ein Walking Bass Richtung Unendlichkeit. Die traditionellen Elemente erfahren nach der Segmentierung eine Transformation einerseits in eine Art von frei schwebendem Ambient Jazz, andererseits in krasse Collagen, in denen atmosphärische Klangflächen von energetischen Punk-Snippets konterkariert werden; da geht die Gitarre auch gerne durch eine gründliche Verzerrung.

Triovorstand Théo Ceccaldi beherrscht auf der Geige den frankophonen Swing genauso wie das globale FusionVokabular. Sein Bruder Valentin am Cello meditiert gern solo über einer einzelnen Basslinie, liefert ansonsten aber das komplette Tieftonfundament inklusive einiger harscher Cluster in den Collagen. Beide Ceccaldis stammen aus der Schule um Joëlle Léandre und sind mittlerweile fest verankert im aktuellen französischen Jazzbetrieb. Ebenso wie Gitarrist Guillaume Aknine, der bei perlenden Melodieketten im klassischen Swing gerne mit brachialen Powerchords interveniert – und der, wenn er nicht gerade Musik macht, auf dem Land nördlich von Paris Kohl anbaut und Hühner züchtet.

So exotisch die Besetzung auf den ersten Blick auch anmuten mag, so vollens plausibel geht sie nach erstem Hören auf. Genau wie die Titelgebung der einzelnen Tracks nach kurzer Reflexion alles Bizarre verliert: Zwischen Hollywoodschaukel und Geißblatt vor einem ausgebrannten Wohnwagen sechs Zoll unter dem Meer.

Text: c u b u s - m u s i c

jazz-fun.de meint:
"Django" ist ein sehr farbenfrohes Album, das einen völlig neuen Blick auf die Musik der Meister wirft. Die Geige kann hier alle möglichen Farben annehmen und unter den Fingern von Théo Ceccaldi kann sie sowohl mit ihrem singenden, lyrischen Ton beruhigen als auch mit aggressiven, mit großem Feuer gespielten Phrasen angreifen. Die anderen Mitglieder des Trios stehen ihm in nichts nach. Wir sind begeistert!

  1. Balancelle Et Chevrefeuille
  2. Six Pouces Sous Mer
  3. Rythme Futur
  4. Brule Roulotte
  5. Nin-Nin Je T'Aime
  6. Acetone Charleston
  7. Le Cou Du Dragon
  8. Manoir De Mes Reves

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