Tigran Hamasyan - For Gyumri

Tigran Hamasyan - For Gyumri

Tigran Hamasyan
For Gyumri

Erscheinungstermin: 16.02.2018
Label: Nonesuch, 2017

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Mit seinen Appellen an die Imagination, hat sich Tigran Hamasyan, der Alchemist unter den jungen, innovativen Pianisten, Komponisten und selbstermächtigten Produzenten, weltweit ein beachtliches Following erspielt. Der 30-Jährige entwirft und verwirft kontinuierlich musikalische Ideen, um sie schließlich zu musikalischem Gold zu verdichten – oft als Vehikel zur Improvisation. Mockroot, sein 2015 erschienener Albumeinstand bei Nonesuch Records, ließ 2015 gleichsam Freunde der Klassik, des Jazz, der Rock- und Weltmusik in die Plattenläden strömen. Für sein überraschend selbstverständliches und zugleich narratives Schöpfen aus disparaten musikalischen Koordinaten, wurde Hamasyan 2016 mit dem ECHO Jazz in der Kategorie „Instrumentalist des Jahres International – Piano/Keyboards” prämiert. 2017 folgte An Ancient Observer, das Album, auf dem der gebürtige Armenier seinen individuellen Charakter destillierte und ihn mit der politischen und kulturellen Entwicklung seines Heimatlandes verband. Zehn Stücke fanden sich auf der Platte. Mindestens doppelt so viele standen zur Auswahl.

Fünf von denen, die nicht auf der letztjährigen Veröffentlichung zu hören waren, hat Tigran Hamasyan für seine neue EP For Gyumri überarbeitet und kürzlich eingespielt. For Gyumri darf gerne als Epilog zu An Ancient Observer verstanden werden. Aber das knapp halbstündige Hörvergnügen entfaltet auch unabhängig von der „Begleiter“-Rolle immensen Sog. „Aragatz“, nach einem erloschenen Vulkan und der höchsten Erhebung in Armenien benannt, bettet wortlos gesungene Mehrstimmigkeit in ein schlichtschönes, folkloristisches Pianomotiv. „Rays Of Light“ setzt die Piano-Fährte fort, arbeitet aber mit kurzen, prägnanten Sample-Einspielungen, die das Geschehen Richtung Minimalmusic lenken. „The American“ setzt im Kontext einer simplen Akkordfolge Geschwätzigkeit als Stilmittel neben freien Ausdruck. „Self-Portrait I” ist eine kurze, prägnante musikalische Expedition zum charakterlichen Nuancenreichtum. Das zwölfminütige „Revolving – Prayer” trägt seinem Titel Ehre: Melodien kreisen umeinander, verzahnen sich, brechen zu improvisierten Momenten aus, bevor sie in flehendem Gesang ihren Ausklang finden.

„Diese Songs sind musikalische Beobachtungen der Welt, in der wir zurzeit leben, und dem geschichtlichen Gewicht, das wir mit uns tragen“, beschreibt Tigran Hamasyan seine neue EP. Er hat sie als Tribut an seine Heimatstadt Gyumri betitelt, wo er 1987 geboren wurde, bevor er 2003 mit seiner Familie nach Los Angeles immigrierte. Er begann im Alter von 3 Jahren Piano zu spielen und nahm mit 11 an Wettbewerben teil. 2003 gewann er den Piano-Wettbewerb des Montreux Jazz Festivals. 2005, damals war er 17, erschien sein Debütalbum World Passion. Im darauffolgenden Jahr war er Preisträger der prestigeträchtigen Thelonius Monk International Jazz Piano Competition. Zu seinen Bewunderern zählen Chick Corea, Herbie Hancock und Brad Mehldau. Tigran Hamasyan lebt derzeit in Erevan, Armenien.

  1. Aragatz
  2. Rays of Light
  3. The American
  4. Self-Portrait 1
  5. Revolving - Prayer

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