Uassyn - Zacharya

Uassyn - Zacharya

Uassyn
Zacharya
Thing Next Generation Vol.87

Erscheinungstermin: 26.03.2021
Label: Double Moon Records, 2021

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Tapiwa Svosve - alto saxophone, bells
Silvan Jeger - double bass, bells
Vincent Glanzmann - drums, bells

Alles andere als gewöhnlich - das könnte das Motto des jungen Schweizer Trios UASSYN sein. Obwohl die Band mit Saxophon, Bass und Schlagzeug eine Besetzung hat, die in der Jazzgeschichte eine lange Tradition hat, klingt sie alles andere als traditionell. Das liegt an den ungewöhnlichen Patterns, die Schlagzeuger Vincent Glanzmann trommelt, an dem ruhigen Bass, den Silvan Jeger zupft, und an dem einzigartigen Sound, den Tapiwa Svosve aus seinem Altsaxophon herausholt.

"Die Kombination der Instrumente ist für uns nicht so wichtig", sagt Glanzmann. "Wir definieren uns eher über unsere Persönlichkeiten. Es geht um den Gesamtklang, der erzeugt wird - etwas Warmes und Rundes."

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf, denn obwohl UASSYN eindeutig der eher avantgardistischen Seite des Jazz zuzuordnen ist, klingen sie alles andere als abstrakt oder gar verkopft. Und an ihrem gemeinsamen Sound arbeiten sie schon lange, seit fünf Jahren ist das Trio zusammen. "Wir kennen uns aus der Zürcher Jazzszene", sagt Glanzmann. "Ich habe zuerst mit Silvan gespielt. Wir hatten viele Ideen und warteten auf die richtige dritte Person. Dann kam Tapiwa."

Ihre Musik bezeichnen sie als Skater-Jazz, den sie in den ersten zwei Jahren im Proberaum auf Vordermann zu bringen versuchten. "Wir versuchen, mit dieser Jazz-Tonalität durch andere Ansätze zu einem Ergebnis zu kommen", erklärt Glanzmann. "Das Bild eines Skaters erschien uns sehr passend. Wenn man ein Brett nimmt und rausgeht, Kurven fährt und Tricks macht, ist das eine Möglichkeit, sich selbst zu erleben. So versuchen wir auch, unsere Instrumente zu spielen."

Ihre Instrumente zu nehmen und rauszugehen, schien für Uassyn der richtige nächste Schritt zu sein. Neben Tourneen im In- und Ausland - Polen, Litauen und Deutschland standen bereits auf ihrem Tourplan - entdeckten sie einen ganz besonderen Auftrittsmodus für sich, der viel mit ihrer Heimatstadt Zürich zu tun hat.

"Wir haben während unserer Skating-Sessions im öffentlichen Raum gespielt", beschreibt Glanzmann diese ungewöhnliche Erfahrung. "In Zürich scheint jeder Quadratmeter jemandem zu gehören. Im Grunde dürfen wir nur in einem Proberaum oder mit Genehmigung eines Clubs spielen. Deshalb haben wir uns für jedes Stück irgendwo einen Raum gebaut - vielleicht analog zur Straßenkunst - um die Stadt für uns zu besetzen."

Der direkte Kontakt mit einem zufälligen Publikum prägte ihre Musik, ohne dass Uassyn Kompromisse einging. Die besondere Situation der drei Musiker führte dazu, dass sie präzise aufeinander eingingen und sich auf ihren eigentümlichen und scheinbar mühelosen, eindringlichen Sound konzentrierten.

"Rückblickend gab uns die Prozedur, an diesen besonderen Orten zu spielen, das Gefühl, sie uns auf eine sehr eigentümliche Weise anzueignen", kann sich Glanzmann gut erinnern. "Wir spielten ohne Verstärker, einige Alkoholiker sangen mit, und die meisten Leute beobachteten uns aus der Ferne. Diejenigen, die mit dem Fahrrad da waren, kamen uns am nächsten, vielleicht weil sie wussten, dass sie schnell wieder weg können."

Jetzt macht Uassyn den längst überfälligen nächsten Schritt und nahm ihr Debütalbum "Zacharya" für die 87. Ausgabe von Jazz thing Next Generation auf. Ihre Musik, die einer eigenständigen Sprache gleicht - weshalb auch der Bandname ein erfundenes Wort ist - strotzt vor Energie und Vitalität, hat aber auch viel Platz für zarte und balladeske Momente. Ihre Songs wirken hypnotisch, leben von einem durchdringenden Beat-Bias und nutzen die Freiheit, die der Jazz dadurch verspricht. Die Fremdartigkeit, die ihre Musik ausstrahlt, setzt sich in den Songtiteln "Dji-ut", "Mmoosh" und "Kheretem" fort. "Kheretem" setzt sich aus den Namen von ägyptischen Göttern zusammen", erklärt Glanzmann. "Ansonsten versuchen wir, das Gefühl des Stücks durch den Titel auszudrücken: wie ein Bild, aber mit Buchstaben statt mit Farben."

Text: Double Moon Records

jazz-fun.de meint:
Die Musik des Trios ist fesselnd, reif im Ausdruck und ausgereift. Das Album enthält eine überzeugend umgesetzte, vielleicht nicht ganz freundliche, aber positive Variante des Avantgarde-Jazz.

  1. Zacharya
  2. Tuain
  3. Chy
  4. Dji-ut
  5. Mmoosh
  6. Kheretem

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