Ulrich Drechsler - Azure

Ulrich Drechsler - Azure

Ulrich Drechsler
Azure

Erscheinungstermin: 31.03.2023
Label: enja, 2022

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Ulrich Drechsler - Saxophone / Klarinetten
Lukas Leitner - Keyboards / Synthesizer
Bernhard Höchtel - Keyboards / Synthesizer
Oliver Steger - E-Bass
Raphael Keuschnigg - Schlagzeug / Percussion

Auf der Suche nach einem passenden Rahmen für seine vielfältigen Interessen und Ausdrucksformen begann Ulrich Drechsler 2016 mit der Arbeit an LIMINAL ZONE (übersetzt „Schwellenbereich“). Seiner ganz persönlichen genreübergreifenden Musikschmiede mit den drei Geschwisterprojekten Caramel, Chrome und AZURE, welche zeitlich parallel zueinander entstanden. Jedes davon stilistisch gänzlich eigenständig. Was daraus resultierend 2020 erfolgreich mit der Veröffentlichung des Jazz-Welt-Filmmusik Hybriden „Caramel“ und dem dazugehörigen Remix Album „Caramel ReImagined“ begann, sich 2021 mit dem grossen neoklassizistischen Soundtrack „Chrome“ fortsetzte, steigert sich nun 2023 mit AZURE zu einem elektro-akustischen Club Music Sturm. Womit die LIMINAL ZONE Drillinge erstmalig vereint sind.

Ulrich hat AZURE im Schwellenbereich elektronischer Clubmusik, Trip Hop, Dancefloor-Trance, Drum’n’Bass, Jazz Blasts, Ambiente bis hin zu technoiden Einflüssen angesiedelt. Basierend auf seinen jahrzehntelang gesammelten Erfahrungen und Inspirationen im Bereich Club Musik (u.a. mit dem Trio „Café Drechsler“) entwickelte er über einen Zeitraum von fast sechs Jahren die Idee eines passenden instrumentalen, elektro-akustischen Formats. Die Vorgaben: es sollte musikalisch äusserst flexibel sein, maximale klangliche und stilistische Möglichkeiten bieten und vor allem anderen - es sollte komplett live umsetzbar sein.

Sehr viel Musik wurde in diesem Zeitraum geschrieben - und wieder verworfen. Unterschiedliche Besetzungen wurden ausprobiert - und wieder hinterfragt. Mehrmals stand die erfolgreiche Umsetzung knapp vor dem Scheitern. Ein langer, intensiver Schaffensprozess im Zuge dessen Ulrich sogar eine alte „Jugendliebe“ wiederentdeckte: das Sopransaxophon, das er seit der Studienzeit nicht mehr gespielt hat.

Wenn „Caramel“ und „Chrome“ die Planeten im LIMINAL ZONE Universum sind, dann ist AZURE das Schwarze Loch. Jenes kosmische Phänomen, durch dessen unvorstellbare Masse und damit verbundener Gravitation weder Materie noch Licht jemals wieder daraus entweichen können, sobald sie seinen sog. Ereignishorizont („Event Horizon“) überschritten haben. Alles Dahinterliegende bleibt für den Beobachter unsichtbar. Die Grenze zwischen dem, was wir zu wissen glauben und dem, was alles möglich sein könnte.

AZURE ist für Ulrich Drechsler die Reise in solch ein musikalisches schwarzes Loch. Wo die Reise hinführt - keine Ahnung. Er will sich nicht mehr an festgelegten musikalischen Genres und Grenzen orientieren. Er will lernen, will Neues (ver-)suchen, ist bereit zu scheitern, zu versagen und von Neuem beginnen. Anstatt sich auf dem auszuruhen, was er kennt und was funktioniert, will er das für ihn Unbekannte erforschen. Mit an Bord ein hochmotiviertes Team aus gleichgesinnten Komplizen über deren Fähigkeiten Ulrich aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskommt.

Der Tiroler Schlagzeuger Raphael Keuschnigg und die Wiener Bass Ikone Oliver Steger bilden das Fundament von AZURE. Gemeinsam liefern sie markerschütternde, gnadenlose Beats und Bässe. Darüber erschaffen die beiden Keyboarder und Synthesizer Aficionados Lukas Leitner und Bernhard Höchtel grossangelegte Atmosphären, atemlose Klanglandschaften und endlose rhythmische Drohnen, Schicht über Schicht. Beim Hören bekommt man das Gefühl, dass jeder von ihnen weit mehr als nur zwei Hände zur Verfügung hätte.

Schliesslich Ulrichs Saxophone und Klarinetten, die darüber, darunter & dazwischen schwebende Hymnen, tranceartige Rhythmen und Geräuschkulissen legen und alles miteinander zu einem gewaltigen Soundtrack verschmelzen lassen. Anders als einige JournalistInnen geschrieben haben, sind die Drillinge „Caramel“, „Chrome“ und AZURE keine in sich abgeschlossene Trilogie. Sie bilden die sich ständig weiterentwickelnde musikalische Basis für die ebenfalls wachsende Struktur von LIMINAL ZONE.

Eigene und kuratierte Konzertreihen, Zyklen und Konzeptionen, das hauseigene Plattenlabel Liminal Zone Records, die sog. „Lavalampe“ (ein in Echtzeit mit Musik interagierendes visuelles Interface, das Ulrich eigens hat gestalten lassen) uvm. Für 2023 sind neben AZURE zwei weitere Remix-Alben sowie die Grundsteinlegung von „Liminal Zone Sounds“ (ein kooperatives Netzwerk mit jungen ElektronikInnen und ProduzentInnen in mehreren Städten und Ländern) geplant. All das ist LIMINAL ZONE - und die Reise hat gerade erst begonnen.

Text: enja

jazz-fun.de meint:
Dies ist eine lebendige und zugängliche Musik; die Backings sind von einer beruhigenden Motorik geprägt, und die improvisierten Teile sind eine natürliche Ergänzung zum Ganzen. Unter Beibehaltung der stilistischen Homogenität erhalten wir eine breite Palette von Farben. Die Musik ist monumental in ihrer Emotionalität und jeder aufeinanderfolgende Track ist von ähnlicher, extrem emotionaler Natur und jeder ist ein kreativer Höhenflug. Ein großartiges Album, wir sind begeistert!

  1. The Overview Effect
  2. Blue Hyper Giant
  3. Gravitational Radius
  4. Naked Singularity
  5. Shoreless
  6. Stellar Harmonics
  7. Dedicated To All Those From Whom We Could Learn
  8. Angular Momentum
  9. When The Luminous Beings Walked Among Us
  10. Event Horizon

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