Werner Pusch - My Destination

Werner Pusch - My Destination
Werner Pusch - My Destination

Werner Pusch
My Destination

Erscheinungstermin: 08.03.2024
Label: uniSono-Records, 1980

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jazz-fun`s recap:

Eine Musik, die auf der Sensibilität und dem Einfühlungsvermögen der Bandmitglieder beruht, auf ihrer Improvisationserfahrung, ohne aufgesetzte Kompositionen oder Formen, reich an Ideen, aber frei von aufdringlichen Zwängen. Jeder der Musiker macht auf diesem Album das, was er am besten kann, und so ist die Musik selbst nicht überraschend. Die Grenzen zwischen Festgelegtem und Improvisiertem sind fließend. Obwohl es sich formal um fünf Stücke handelt, kann das Album in einem Zug gehört werden. Die technische Qualität der Aufnahmen ist hervorragend, sie unterscheidet sich nicht im Geringsten von heutigen Produktionen und übertrifft diese sogar. Ein großartiges Album, wir sind begeistert!

Werner Pusch - tp,flh
Wilson de Oliveira - ts
Peter Kosch - p
Jochen Schaal - b
Thomas Zahn - dr

Die Produktion wurde 1980 von Martin Wieland, dem seiner Zeit in den Bauer Studios tätigen und dort u.a. auch exklusiv für ECM verantwortlichen Tonmeister (z.B. dem berühmten „Köln Konzert“ von Keith Jarrett), analog und live aufgenommen, abgemischt und editiert.

Eine nun von den Bauer Studios auf meine Bitte getätigte digitale Kopie dieser ursprünglich analogen Aufnahmen der 5 Werke von „MY DESTINATION“ und der diese brillant miteinander einspielenden und improvisierenden Jazzmusiker von 1980, begeisterte mich just wieder einmal, gerade in der digitalen Version von Neuem; insbesondere in Bezug auf die technische und darin zum Ausdruck kommende hohe künstlerische Qualität, sowie die Zeitlosigkeit und die unter die Haut gehende Aktualität dieser Musik, als wäre sie nicht bereits im Oktober 1980, sondern erst vor Kurzem in 2023 entstanden!

Die übrigen Musiker bis auf Wilson (Gigé) de Oliveira, diesem uruguayischen Tenorsaxophon Urgestein, der seit 50 Jahren in Deutschland als Jazz Solist vor allem in verschiedenen Big Bands- so der HR Big Band in Frankfurt- tätig war und in verschiedenen kleineren Ensembles, wie auch dem meinem, seine kraftvollen melodischen Spuren hinterließ, sind dem breiten Jazzpublikum bislang wohl eher weniger bekannt.

Dies liegt in erster Linie daran, dass sie für das große Publikum fast verborgen, mehrheitlich Auftritte in den US amerikanischen Clubs der damaligen Besatzungsmacht und in deutschen Jazzclubs sowie auf Sessions mit den in Deutschland residierenden amerikanischen Vorbildern im badischen Mannheim/ Heidelberg, dem Hauptquartier der US Army in Europa und dort dem Dunstkreis des Heidelberg Jazzclubs im Gewölbekeller der Krämergasse Cave 54, sowie im benachbarten Hessen im Frankfurter Jazzkeller wirkten.

Dort entwickelte sich mitten in Deutschland in den 50er bis 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, weit weg vom Schuss und New York City, eine beachtliche "Szene" hoch qualifizierter Jazzmusiker, welche ihre Spuren auch international hinterließ. Namen wie Albert und Emil Mangelsdorff, Klaus Doldinger, Karl Hans Berger und Fritz Hartschuh (beide Piano und Vibraphon), dem wohl besten deutschen-, jedoch tragisch endenden Schlagzeuger Hartwig Bartz und letztlich Peter Kosch waren die Spitze dieses gewaltigen „Eisberges“.

Meine Mitmusiker Jochen Schaal, der damals klassischen Kontrabass am Konservatorium in Karlsruhe studierte, Thomas Zahn und ich selbst, die wir anderen Studien nachgingen, gehörten wohl zur letzten Generation von Jazzmusikern, welche ihr „Handwerk“ in dieser Phase -der ausgehenden 60er und 70er Jahren- gewissermaßen noch auf der „Straße“ erlernten und nicht in Jazzabteilungen von Konservatorien mit vorgegebenen Studiengängen und Bachelor- und Master Abschlüssen, wie sie dann später überall in Deutschland als moderne Anhängsel zur klassischen Musikausbildung entstanden.

Die noch existierenden Musiker der ersten Generation, wie eben die eines so versatilen Pianisten namens Peter Kosch, mit welchem wir seit 1974 in verschiedenen Jazz- Formationen wie meinem Ensemble „PULS“ zusammen mit dem Altmeister und ehemaligen Hausbassisten des Heidelberg Cave 54 am Kontrabass „Joop Christoffer“ spielten, waren unsere Lehrmeister oder besser Gleichberechtigte, -obgleich uns an Erfahrung weit überlegenen-, Mitspieler auf unseren Jazz Gigs in Clubs und auf Festivals und „on the job“ und keineswegs Lehrmeister „ex cathedra“...

Meine Produktion „My Destination“, welche an Glanz in 43 Jahren nichts verloren, sondern durch Reifung mit dem Zeitverlauf wohl eher gewonnen hat und somit eigentlich nur mit einem jahrzehntelang gut gelagerten Rotwein verglichen werden kann, ist die Essenz dieser, unserer Kollaboration und nach Meinung einiger Experten, zumal sie über diese ganze Zeit nicht durch Vermarktung in Erscheinung trat, wurde somit ein Schatz, der es wert wäre, endlich gehoben zu werden.

Ich freue mich, auch in Anbetracht weiterer „Schätze aus meinem Keller“, die es noch zu heben gäbe und welche ich in den Jahren bis heute, anfänglich noch in Deutschland und darauf in der Schweiz, in Südafrika und in Brasilien mit anderen Jazzmusikern aufnahm und produzierte, auf Ihr geschätztes Interesse. Neuproduktionen sind darüber hinaus in der „Mache“ und werden zeitnah veröffentlicht.

Text: Klaus-Werner Pusch, 15.01.2024

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