BuJazzO - 35 Years - Bundesjazzorchester

BuJazzO - 35 Years - Bundesjazzorchester
BuJazzO - 35 Years - Bundesjazzorchester

BuJazzO (Bundesjazzorchester)
35 Years - Bundesjazzorchester

Erscheinungstermin: 26.04.2024
Label: Double Moon Records, 2023

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jazz-fun`s recap:

Die Dokumentation der letzten fünf Jahre Konzerttätigkeit der jungen deutschen Musikergeneration unter dem Dach des Bundesjazzorchesters beeindruckt durch ihre positive Energie, ihren frischen Zugang zur Musik, die Virtuosität der Interpreten und den Einfallsreichtum der Arrangements. Es zeigt sich, dass die scheinbar "alten" Organisationsstrukturen Jahr für Jahr mit dem Geist junger, talentierter Künstler belebt werden. Ein wunderbares Album mit sehr farbiger, moderner Musik und ein weiterer Beweis dafür, dass der Jazz der jungen Generation gehört! (Jacek Brun, 26.04.2024)

Ewige Jugend": Im Bundesjazzorchester, kurz BuJazzO, ist das gelebte Realität. Die Mitglieder sind zwischen 17 und 24 Jahre alt, alle zwei Jahre findet ein Generationswechsel statt - und das seit über 35 Jahren. Was dazu führt, dass immer mehr Biographien aufstrebender deutscher Jazztalente und namhafter Szenegrößen die Mitgliedschaft im BuJazzO als Wegmarke aufweisen. Die Frage sei erlaubt: Wäre die Jazzszene in Deutschland heute so reich an großartigen Jazz-Akteurinnen und -Akteuren, wenn der Gründer und langjährige Leiter Peter Herbolzheimer nicht seinerzeit mit großem Engagement und Herzblut dafür gesorgt hätte, dass dieses von vielen Seiten geförderte Projekt auf den Weg gebracht wurde?

Die Premiere des BuJazzO fand im Januar 1988 statt. Noch im selben Jahr erschien die erste Tonträger-Veröffentlichung. 35 Jahre ... „35 Years“ - dieses jüngste Album in einer stattlichen Reihe wirkt wie ein Füllhorn an Ideen und stilistischen Zutaten. Dabei kann es kaum mehr sein als eine Art üppiger Teaser für all das, was das BuJazzO heute ausmacht.

Unter den verschiedenen BuJazzO-Alben mit klaren thematischen Schwerpunkten gehört „35 Jahre Bundesjazzorchester“ zu jenen, die verschiedene Aspekte der jüngeren Orchesteraktivitäten bündeln. Versammelt sind Ausschnitte aus gut fünf Jahren (2018-2023), also dem Schaffen von drei BuJazzO-Generationen. Neben den beiden künstlerischen Leitern Niels Klein und Ansgar Striepens, die eine bewährte und verlässliche Doppelspitze bilden, arbeitete das Orchester in dieser Phase mit Gästen wie Randy Brecker, Django Bates, Nikki Illes und Michael Gibbs. Externe Dirigenten sind ein fester Bestandteil des in viele Richtungen offenen Konzepts.

Erstaunlicherweise wirkt die jüngste Produktion dennoch nicht wie eine zusammengewürfelte Dokumentation. Das liegt zum einen am durchgehend homogenen Klangcharakter - für alle Orchesterprojekte ist derselbe Tonmeister zuständig. Es spricht aber auch dafür, dass das BuJazzO bei aller Sprunghaftigkeit der Besetzungen, der Vielfalt der Unternehmungen und Handschriften tatsächlich so etwas wie einen eigenen Sound pflegt. Hinzu kommt, dass man sich in Zeiten wie diesen manchmal nach einem Orchester sehnt, das eine so große Bandbreite an Stilen, Formen und Farben unter einen Hut bringt.

Das BuJazzO, so lautet das offizielle Credo dieser Premium-Institution des deutschen Jazzgeschehens, bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Hochschulausbildung und Beruf. Es soll auf eine Karriere als Berufsmusiker vorbereiten. Die Zahl der Bewerbungen ist bis heute kontinuierlich gestiegen. Tatsächlich hat sich das Orchester längst zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Das liegt vor allem daran, dass man sich in seinen musikalischen Ambitionen immer mehr geöffnet hat. Davon profitierte auch das Image. Das Programm des BuJazzO spiegelt klassische und - mehr denn je - aktuelle Strömungen hoher Bigband-Kunst wider. Nicht umsonst beginnt das neue Album mit einem eigens komponierten Stück der gefeierten japanischen Meisterarrangeurin Miho Hazama.

Zu den jüngsten Sonderprojekten, die im Repertoire des Albums zumindest angedeutet werden, gehören die Programme „#2021JLID - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und „100 Jahre Bauhaus“. Oded Lev-Aris Stück „Die Barcarole“ und Hazamas „Im Filmatelier“ entstanden als Musiken zu Stummfilmen. Einiges ist inzwischen auch bildlich dokumentiert und auf Youtube zu sehen. Die aktuelle Ausgabe des BuJazzO gibt übrigens - auch das ein besonderes Projekt - zwischen Mitte Juni und Mitte Juli Konzerte im Rahmen der Fußball-EM an verschiedenen Austragungsorten in Deutschland. So bleibt das Orchester - äh - immer am Ball ... . Was im übertragenen Sinne wirklich zu diesem agilen Klangkörper passt.

„35 Jahre Bundesjazzorchester“ unterstreicht die Aktualität und Relevanz des BuJazzO auf das Schönste.

Text: Double Moon Records

  1. Im filmatelier
  2. Ando
  3. Rollin' bangalore
  4. Der tanz der flaschen
  5. Rocks
  6. Something less soothing
  7. Blackbird
  8. Die barcarole
  9. Cut from the same cloth
  10. Solitude

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