Europe Jazz Media Chart

Europe Jazz Media ist eine Gruppe von Jazzmagazinen aus ganz Europa die sich unter dem Banner Europe Jazz Media zusammengeschlossen hat, um gemeinsame Ziele zu verfolgen, nämlich das Interesse am Jazz zu fördern und zu stärken und das Bewusstsein für die Entwicklung und Vielfalt der Musik zu schärfen. Eine der ersten Initiativen ist die Europe Jazz Media Chart: eine nicht Verkaufs bezogene Chart, die einige der heißesten neuen Werke vorstellt, die derzeit auf dem europäischen Kontinent erscheinen.
Weitere Infos: https://www.europejazz.net/media-charts

Europe Jazz Media Chart - Oktober 2021

Alexey Kruglov and Jaak Sooäär: Music Without Borders (Art Beat Music)

von: Madli-Liis Parts, Muusika (Estonia)

Am 30. April 2021, dem Internationalen Tag des Jazz, fand in den Grenzstädten Narva und Iwangorod an der estnisch-russischen Grenze ein einzigartiges Konzert statt. Renommierte Jazzmusiker der beiden Länder - der estnische Gitarrist Jaak Sooäär und der russische Saxophonist Alexey Kruglov - traten auf beiden Seiten des Flusses Narva auf.

Alexey Kruglov and Jaak Sooäär: Music Without Borders (Art Beat Music)

Adam Bałdych Quintet with Paolo Fresu: Poetry (ACT)

von: Paweł Brodowski, Jazz Forum (Poland)

Ich erinnere mich vididuell an das bahnbrechende Konzert des großen Geigers beim JazzFest Berlin im Jahr 2011. I was there! Adam und sein Quintett haben den Club Quasimodo buchstäblich vom Hocker gehauen. Innerhalb von Sekunden nach dem Ende des Konzerts, noch bevor sich der Aufruhr im Publikum gelegt hatte, sah ich ACT-Produzent Siggi Loch hinter die Bühne eilen.

Adam Bałdych Quintet with Paolo Fresu: Poetry (ACT)

Xhosa Cole: K(no)w Them, K(no)w Us (Stoney Lane Records)

von: Mike Flynn, Jazzwise (UK)

Cole hat einige der abenteuerlichsten und aufregendsten Musiker aus seiner Heimatstadt Birmingham ausgewählt, um eine fesselnde Erkundung dessen zu präsentieren, was Jazz für ihn bedeutet, wobei er seinen Einflüssen Tribut zollt und sie kreativ neu kombiniert.

Xhosa Cole: K(no)w Them, K(no)w Us (Stoney Lane Records)

Anna Koroleva: Antigravity (Jazzist)

von: Anna Filipieva, Jazz.ru (Russia)

Anna Koroleva ist die zweite Veröffentlichung auf Jazzist, dem neuesten Moskauer Jazzlabel. Auf ihren früheren Alben für eine Reihe von verschiedenen Labels hat sie sich mit Free Jazz, kubanischem Jazz, russischem Folk und Funk auseinandergesetzt; sie spielte Saxophon oder Klavier oder sang oder... Nicht so auf ihrem neuesten Werk, auf dem sie dorthin zurückkehrt, wo sie vor zwei Jahrzehnten begonnen hat.

Anna Koroleva: Antigravity (Jazzist)

Jonas Westergaard Trio: Positioner / Positions (ILK MUSIC)

von: Jan Granlie, Salt-peanuts.eu (Pan-Scandinavian)

Das dänische Trio mit dem Bassisten Jonas Westergaard, dem Pianisten Søren Kjærgaard und dem Schlagzeuger Peter Bruun hat bereits eine gemeinsame Platte als Jonas Westergaard Trio veröffentlicht, nämlich das von der Kritik hochgelobte "Helgoland". Es handelte sich um ein Projekt im Auftrag von Danmarks Radio, bei dem hervorragende Solisten in einem größeren Ensemble zu hören waren. Dieses Mal haben sie das Format auf Klavier, Bass und Schlagzeug reduziert, obwohl die drei Kompositionen für ein Septett geschrieben wurden.

Jonas Westergaard Trio: Positioner / Positions (ILK MUSIC)

Fabiana Striffler: Archiotíc (Traumton)

von: Christine Stephan, JAZZTHETIK (Germany) / Axel Stinshoff, Jazz Thing (Germany)

Ein weiteres hervorragendes Album von Fabiana Striffler, bei dem jede Note die wohlverdiente Meinung bestätigt, dass diese Künstlerin eine der interessantesten Jazzstimmen ihrer Generation ist, nicht nur in Europa. Fabiana Striffler spricht mit einer ganz eigenen Sprache, modern und natürlich. Die Stimme einer Leaderin, die sich bewusst ist, was sie tut. Die grandiose Begleitung und die Soloparts der eingeladenen Musiker unterstreichen nur das hohe Niveau dieses Werkes.

Fabiana Striffler: Archiotíc (Traumton)

Giovanni Mirabassi: Pensieri Isolati (Jazz Eleven)

von: Viktor Bensusan, Jazzdergisi.com (Turkey)

In den Zeiten der Pandemie, die zu Isolation und Abgeschiedenheit zwang, drehten einige durch, und der in Paris lebende italienische Pianist Giovanni Mirabassi machte sich Notizen... Romantisch und immer im Evans'schen Stil spielte Mirabassi den subtilen Soundtrack unserer Quarantänen mit einem Solo-Klavier.

Giovanni Mirabassi: Pensieri Isolati (Jazz Eleven)

Alistair Payne / Sun-mi Hong in: Slow Walk (self-released)

von: Henning Bolte, Written in Music (Netherlands)

Trompete und Schlagzeug: wesentliche Werkzeuge, um sich in Gefahrenzonen zu begeben, die Drachen zu begrüßen und die Welt zu beschallen. Diese mit Occams Rasiermesser geschaffenen Duette scheinen sowohl eingraviert als auch flüchtig zu sein, offensichtlich und ungreifbar, gewagt und bodenständig... Und vor allem: sie zeichnen sich durch spielerische Klarheit aus. Der Schotte Payne und die Koreanerin Hong sind Teil einer jungen und lebendigen internationalen Szene, die in Amsterdam glänzt.

Alistair Payne / Sun-mi Hong in: Slow Walk (self-released)

Ruth Goller: Skylla (Vula Viel Records)

von: Tony Dudley-Evans, LondonJazz News (UK)

Dies ist ein brillantes Album, auf dem die "Bassistin, Sängerin, Komponistin, Umweltaktivistin und jetzt Solokünstlerin" Ruth Goller ihre fantasievollen Arrangements für Gesang und E-Bass präsentiert. Dabei wird sie von ihren Gesangskolleginnen Lauren Kinsella und Alice Grant tatkräftig unterstützt. Gemeinsam erschaffen sie ganz einzigartige Klangstrukturen, die ich so noch nie gehört habe.

Ruth Goller: Skylla (Vula Viel Records)

Christer Bothèn: 3 Omen (Bocian Records)

von: Magnus Nygren, Jazz/Orkester Journalen (Sweden)

Schöne Trio-Aufnahme mit dem legendären Schweden Christer Bothén, Bass- und Kontrabassklarinetten, Schlagzeug (Konrad Agnas) und Kontrabass (Vilhelm Bromander) in einem energiegeladenen Jazz-Setting. Die Musik swingt, streitet und gräbt sich tief in die Gefilde der Feuermusik, aber dennoch mehr Dolphy als Shepp. Es gibt auch Momente frei improvisierter Musik, die in einer konzentrierten, aber luftigen Atmosphäre vorgetragen wird.

Christer Bothèn: 3 Omen (Bocian Records)

Ches Smith and WE All Break: Path Of Seven colors (Pyroclastic Records)

von: Cim Meyer, Jazz Special (Denmark)

Sirene Dantor Rene - vocals; Miguel Zenón - alto saxophone; Matt Mitchell - piano; Nick Dunston - bass; Daniel Brevil - tanbou and vocals; Fanfan Jean-Guy Rene - tanbou and vocals; Markus Schwartz - tanbou and vocals; Ches Smith - drums, percussion and vocals

Ches Smith and WE All Break: Path Of Seven colors (Pyroclastic Records)

FLUKTEN: Velkommen håp (Odin)

von: Lars Mossefinn, Dag og tid (Norway)

Hanna Paulsberg - saxofon; Marius Hirth Klovning, gitar; Bárður Reinert Poulsen - bass; Hans Hulbækmo - trommer

FLUKTEN: Velkommen håp (Odin)

Craig Taborn: Shadow Plays (ECM)

von: Matthieu Jouan, Citizenjazz.com (France)

Ein weiterer Beweis dafür, dass improvisierte Musik im Konzert ihre volle Bedeutung erlangt. Dieser Live-Auftritt vom März 2020, aufgenommen in Wien, zählt den Pianisten Craig Taborn zu den Größten seiner Zeit. Seine technische Beherrschung ist phänomenal und erlaubt ihm alle Kühnheiten, alle Strukturen und alle Formen. Man durchläuft viele Atmosphären, aber die aufregendsten sind jene, in denen eine Art Drehmechanismus den Zuhörer in einen Strudel zieht. Die sieben Stücke des Konzerts/der CD bilden dann eine eigene Welt, deren Mineralität durch die Kraft der Stille gemildert wird.

Craig Taborn: Shadow Plays (ECM)

The Claudia Quintet: Evidence-Based (Flexatonic Records)

von: Luca Vitali, Giornale della Musica (Italy)

Ein altes revolutionäres Sprichwort besagt, dass eines der ersten Dinge, die man tun sollte, wenn man die Macht übernimmt, darin besteht, sich der Kommunikationsmittel zu bemächtigen, denn sobald man die Botschaft kontrolliert, hat man echte Macht. In einem Zeitalter der Informationsüberflutung und Manipulation ist es eine Herkulesaufgabe, die Wahrheit aus den Botschaften herauszufiltern, die wir lesen, hören und sehen. Eine Herausforderung, der sich der Schlagzeuger/Komponist John Hollenbeck, die Dichterin Eileen Myles und das Claudia Quintet auf ihrem neuen Album "Evidence-Based" stellen.

The Claudia Quintet: Evidence-Based (Flexatonic Records)

Binker Golding: Abstractions of Reality Past and Incredible Fearthers (Gearbox)

von: Eric Therer, JazzMania (Belgium)

Binker Golding ist wirklich der Saxophonist des Augenblicks. Als hochqualifizierter Musiker, versierter Komponist und gelegentlicher Dirigent hat Golding mit allen gespielt, von Moses Boyd und Yussef Dayes bis hin zu Evan Parker und Denys Baptise. "Abstractions of Reality Past and Incredible Feathers" - ist sein erstes Quartettalbum, und typischerweise geht es gegen den Strich.

Binker Golding: Abstractions of Reality Past and Incredible Fearthers (Gearbox)

Marc Johnson: Overpass (ECM)

von: Jos Demol, Jazzhalo.be (Belgium)

Trotz nur eines Instruments haben wir es hier mit einem farbenfrohen, überraschenden Album zu tun, das keine Langeweile aufkommen lässt. Marc Johnson muss nichts beweisen, er spielt wunderbar, meisterhaft und zieht uns wieder einmal mit seinem Spiel in den Bann. Must have für alle jazz fans.

Marc Johnson: Overpass (ECM)

Sonce Trio: Five Seasons (self-released)

von: Katherine Zyabluk, Meloport (Ukraine)

Five Seasons ist nicht nur ein Musikalbum. Es könnte mit Tanz, Theater oder einer Kunstperformance funktionieren und die Geschichte klar und schön vermitteln. Es ist wie eine Einführung in die Geschichte der ukrainischen Folklore, angepasst an die moderne Wahrnehmung, und sollte seinen Platz in der Anthologie der Weltmusik haben.

Sonce Trio: Five Seasons (self-released)

Ray Anderson Pocket Brass Band: Come In (Double Moon Records)

von: Jacek Brun, Jazz-fun.de (Germany)

Wie herrlich sie spielen! Das ist nicht nur echter improvisierter Jazz, sondern auch ein ausgeklügeltes Arrangement, improvisatorische Freiheit und hervorragendes Teamwork.

Ray Anderson Pocket Brass Band: Come In (Double Moon Records)

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