Etienne Mbappe - Pater Noster

Etienne Mbappe - Pater Noster

Etienne Mbappe
Pater Noster

Erscheinungstermin: 31.01.2014
Label: Plus Loin Music, 2014

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ÉTIENNE MBAPPÉ – Lead & backing vovals, Basses – Electric, Acoustic, Fretless & soprano Guiters – Cavaquiño
Cate “Éndalé” PETIT – Backing vocals
Clément JANINET – Violin
Cédric Baud – Electric, acoustic, Soprano and bottle neck Guitars
Nicolas VICCARO – Drums
very special guest:
Faustine CRESSOT – Oboe (Hautbois) (1, 5, & 7.)
Ninon VALDER – Flute on track 4
Bago BALTHAZAR – Percussions

Bei vielseitig kreativen Künstlern ist es manchmal um so schwerer sie reduziert innerhalb ein paar Sätzen darzustellen ohne auch nur irgendetwas Wichtiges zu vergessen: Mit Etienne Mbappe haben wir so einen Fall: Großartiger Bassist, Komponist und Sänger aus Kamerun, der seit Jahrzehnten mit anderen großartigen Künstlern aufnahm oder sie auf Tour begleiten konnte. Mit seiner besonderer Technik, seiner Kreativität und seinem unglaublichen Sinn für Rhythmik kreiert er stets einen musikalischen Kosmos, der sie Grenzen von Jazz, Fusion&Funk, Rock und afrikanischen Roots aufhebt oder sie so nutzt, um seinen eigenen erdigen Sound – seine Lebenswelt – in musikalischer Form auszudrücken.

Seit Jahrzehnten ist Etienne Mbappe sehr aktiv: man dürfte ihn entweder aus der Zusammenarbeit mit Salif Keita oder Manu Dibango, mit denen er im Studio und auf Tour war oder ihn von seinen Zeit mit dem Zawinul Syndicate, oder der Arbeit mit der French National Jazz Band kennen. Seine ab 2010 beginnende Tätigkeit in der band von John Mc Laughlin „4.Dimension“ darf man da auch nicht vergessen und die Tourneen mit den Steps Ahead oder seine Studiotätigkeit beim letzten großen Ray Charles Album, wo er als Bassist eine Schlüsselrolle einnahm auch nicht. Man könnte noch viel mehr aufzählen, was „ATN“ – wie er unter Freunden genannt wird – alles bereits in musikalischer Hinsicht unternahm.

Dem Erfolg ging aber eine lange Geschichte der Unsicherheiten, Heimatverlust, Familientrennung voraus: Im Jahre 1978 verließ er, nur mit seiner Gitarre im Gepäck, seine Heimat Kamerun, um seinen Vater in Paris aufzusuchen. Dort wohnen dann beide in einer winzigen Wohnung. Das kleine Zimmer von Etienne fungierte mehr und mehr als Probezimmer, Wohnzimmer, Schlafgelegenheit und Szenetreff. Seine kreative Ader, war kaum zu stoppen, aber sein positiver Ehrgeiz, seine Zuversicht und Überzeugung war keine Garantie die richtigen Menschen am richtigen Fleck zu treffen. Auch als eines seiner Ziele Realität wird, nämlich mit den großen Musikern der Welt aufzutreten, weißt er in seinen texten weiter sehnsuchtsvoll auf das leben in Unfreiheit hin, in der Lebensbedingungen für Freude und Familien schwer sind und das Risiko das Land und die eigenen sozialen Strukturen mit einer Gitarre unter dem Arm hinter sich zu lassen alles andere als leicht. Sein aktuelles Album „Pater Noster“ verweist an vielen Stellen auf das Risiko, das viele für ein besseres Leben eingegangen sind und steht sinnbildlich – gerade heute – auch für den Wunsch die Migrationsbedingungen vieler Menschen zu verbessern.

Es ist ein positives gestimmtes Album, auf dem Etienne stets auf die nötige Geduld hinweist, mit der hoffentlich ein lebenswerter Alltag – wo auch immer auf der Welt – zu meistern ist, wohl wissend, dass man in vielen Fällen mehr als vorsichtig genug muss, nicht selbst in die Schusslinie zu geraten. Oft unvorstellbar für viele von uns, wenn es um Lebensangst geht und Hoffnung vielleicht ein letztes Dickicht darstelle, eine Projektionsfläche für ein gutes, normalen, sicheren Leben. Eine Beschreibung des Songs Lambé Toyi (Sénga Doyi) aus dem Booklet verdeutlicht einmal mehr, was als Sinnbild stellvertretend für viele Mitmenschen aus seiner Heimat Afrika stehen dürfte.

Freiheit, Heimat, Glaube, Sehnsucht nach Frieden sind nach wie vor zentrale Begriffe, die er in seinen Liedern auch gesanglich mit weicher Stimme in der Bantusprache Kameruns „DUALA“ poetisch vermittelt. Ein Mantra, Prediger und Hoffnungsträger für ein Ende des Leidens.

  1. Wélisané
  2. Ésua
  3. Nyuwé
  4. Wondja (Di Témi)
  5. Pater Noster
  6. O Séya Siséya
  7. Lambé Toyi (Sénga Doyi)
  8. Yé Bobé
  9. God Bless Cameroon
  10. És‘Éyayé
  11. Dimbéa Pimbéa
  12. Wé Mba Tiki
  13. O Dini Longué
  14. Gao Mali

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