Iiro Rantala

Iiro Rantala
Iiro Rantala, Foto: ACT / Gregor Hohenberg

Biographie

Iiro Emil Rantala (* 19. Januar 1970 in Helsinki) ist ein finnischer Komponist und Jazzpianist.

Rantala erhielt Unterricht an den Musikschulen von Käpylä und Oulunkylä., danach studierte er Jazzpiano in der Jazzabteilung der Sibelius-Akademie und klassisches Klavier in der Manhattan School of Music.

Als Teenager spielte Iiro Rantala in verschiedenen Jazz- und Popgruppen in ganz Finnland. 1988 gründete er sein eigenes Trio Töykeät. Das Trio war bekannt für eine einzigartige Kombination aus tiefer Musikalität und verrücktem Humor und spielte über 2.000 Shows in 45 Ländern.

Im Alter von 26 Jahren begann Rantala auch eine Karriere in der klassischen Musik, indem er mit den führenden finnischen Orchestern Mozart Konzerte und Gershwins "Rhapsody in Blue" spielte.

In Finnland selbst ist Rantala eine wichtige Persönlichkeit des öffentlichen Lebens und ein Verfechter der Musik. Seit 1994 ist er ein Sonderbotschafter der finnischen Unicef. Als Moderator der nationalen Fernsehgesellschaft Yle hat er umfangreiche Arbeit geleistet und zwei beliebte TV-Serien moderiert, "Iiro irti" (Iiro auf freiem Fuß) und "Iirottelua" (ein Stück über den finnischen Ausdruck für das Frisieren der Haare). Er hat auch an der Fernsehsendung "Juhannusjuna" (Mittsommerzug) teilgenommen, die eine nationale Institution in Finnland ist. Er hat seine Autobiographie "Nyt sen voi jo kertoa" veröffentlicht (Now It Can Be Told, 2011). Rantala hat Musik für Dutzende von Bühnenstücken und Musicals sowie für einige Spielfilme geschrieben. Er hat auch ein Klavierfestival und eine Konzertreihe im Allotria Club in Helsinki veranstaltet. Seit 2011 leitet er das Jazz Piano Festival in Kapsäkki.

Seine Anerkennung in Finnland setzt sich fort: 2013 erhielt er die höchste Auszeichnung Finnlands für Künstler, die Pro Finlandia-Medaille, und 2015 ein beträchtliches fünfjähriges Stipendium für künstlerische Arbeiten des finnischen Staates.

Rantalas Wechsel zu ACT war von Anfang an ein Erfolg. Seine erste Veröffentlichung für das Label war "Lost Heroes", ein Solo-Pianoalbum, das im Februar 2011 erschien. Es wurde von AllAboutJazz.com als "ein Riese eines Albums" und von der Süddeutschen Zeitung als "ein Meisterwerk" gefeiert. Es brachte ihm den ECHO-Jazz-Preis 2012 für den besten internationalen Pianisten ein, und das Album erhielt den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik. Es hat sich bewährt: Anfang 2016 wurde es mit einem deutschen Jazz GOLD Award ausgezeichnet.

Ende 2012 erschien "My History of Jazz". Die kritische Reaktion auf die zunehmende internationale Präsenz von Rantala bestand vor allem darin, die Breite seiner Inspiration zu loben: "Iiro ist ein Held", schrieb der verstorbene Jack Massarik im Londoner Evening Standard und beschrieb den Pianisten als "einen Virtuosen, der die Vielseitigkeit auf ein neues Niveau hebt".

In "Anyone with a Heart", das 2014 erschien, wurde der Pianist von einem Geiger (Adam Bałdych) und einer Cellistin (Asja Valcic) begleitet, um die zartere, klassisch inspirierte Seite seines Schaffens zu enthüllen. Sowohl das weit verbreitete deutsche Magazin Fono Forum als auch Concerto in Österreich verliehen ihm fünf Sterne. "Einfach schön und stilsicher", so das Urteil des Frankfurter Rundfunks.

Im Jahr 2015 folgten zwei gegensätzliche Alben. "It takes two to tango" war ein fröhlicher und freundschaftlicher Dialog mit dem Saxophonisten Jukka Perko, in dem AllAboutJazz.com den "respektvollen Humor der beiden Spieler genoss, der das Album durch Evergreens und Kuriositäten hüpfen lässt". Rantalas nachdenkliche Soloklavier-Ehrung an John Lennon "My Working Class Hero" brachte eine andere, besinnlichere Seite, eine "Liturgie der Erinnerungen und der Liebe zur Musik". (LondonJazz News)

Iiro Rantala wurde gebeten, seine Lieblingspianisten zu nennen. "Richard Tee, Egberto Gismonti, Keith Jarrett und Michel Petrucciani", antwortete er. Der überraschende Name da drin ist der erste. Tee war Studio-Spieler auf unzähligen Soul- und R&B-Alben, der 1993 starb. Dieser Einfluss steht im Vordergrund auf "How Long is Now" (2016), einem "ansteckenden, melodischen und swingenden Trio-Album" (Times of London), das mit Lars Danielsson am Bass und Peter Erskine am Schlagzeug entstand.

Die Auszeichnungen wurden Rantala weiterhin verliehen. In der Laudatio zur Verleihung des JTI Trier Jazz Award 2016 sagte der angesehene Jazzkritiker der Süddeutschen Zeitung, Ralf Dombrowski: "Mehr denn je spielt Iiro Rantala jetzt, was ihm Spaß macht. Er ist ein erfahrener Interpret und sein Anschlag am Klavier ist einzigartig betörend. Seine Fähigkeit, seinen Klang subtil zu variieren, und die Phantasie, die er in seine melodischen Linien einbringt, sind unvergesslich. Rantala kann die Zuhörer von ihren Füßen fegen, er kann Clown und Magier, Charmeur und Virtuose, Querdenker und Humorist sein."

Diskographie

Trio töykeät:

  • Päivää/G`day (Sonet)1990
  • Jazzlantis (Universal) 1994
  • Sisu (Universal) 1997
  • Rappiolla (Rockadillo Records) 1998
  • Kudos (Universal) 2000
  • Music! (Lahti Sinfonia/Osmo Vänskä, Jaakko Kuusisto, Pekka Kuusisto) (BIS) 2002
  • High Standards (EMI) 2003
  • Wake (EMI) 2005
  • One night in Tampere (EMI) 2007

Links

Iiro Rantala Internetseite:
https://iirorantala.fi

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