Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Zeiten ändern sich. Waren Begriffe wie Jazz, Rock, Improvisation oder elektronische Musik einst Prädikate, mit denen Musiker Stellung beziehen, sich abgrenzen konnten, haben sich die ehemaligen Demarkationslinien im Informationszeitalter längst aufgelöst. Heute kommt es darauf an, über den eigenen Horizont hinauszublicken. Wer ist in der Lage, das weiteste Panorama zu entwerfen, die meisten Idiome auf seine individuelle Sprache zu vereinen, den immer schneller wechselnden Trends mit einer Vielzahl künstlerischer Referenzen zu trotzen und dennoch stets ein Bündel alternativer Klangentwürfe parat zu haben? Womit sich die Mitte Europas noch ein wenig schwer tut, wird uns in Skandinavien längst eindrucksvoll vorgemacht. Norwegische und schwedische Musiker sind Meister der genreübergreifenden Punktlandung. Eins der versiertesten Beispiele dieser innovativen Bewegung ist das schwedische Quartett Tonbruket.
MILES AWARD 2013
We are presenting the 2nd JazzrockTV MILES Award. The awards have been presented on a LIVE broadcast of the 68th episode of JazzrockTV on September 19th 2013. www.milesaward.com. Congratulations to the winners: Snarky Puppy, The Aristocrats and HIROMI: The Trio Project
Das Debütalbum der deutschen Formation M.E.A.N. „Helden aus einer fernen Zeit“ ist eine musikalische Wundertüte verschiedenster Stilmixe … M.E.A.N. schafft originelle und abenteuerliche Klänge, steht für einen, sagen wir mal, unkonventionellen Sound und dem lockeren Umgang mit musikalischen Sichtweisen. Martin Auer, Wahl-Berliner und Trompeter hat sich hier mit drei „gleichberechtigten“ Musikern zusammengetan. Neben Auer bringen Gitarrist Werner Neumann, wohl einer der besten Gitarristen Deutschlands, E-Bassist Jacob Müller und Drummer Dominiue Ehlert ihre „Leidenschaft“ zum Ausdruck.
Der Kritiker Gilles Tordjman schrieb einst, Brasilien sei keine Nation, sondern „eine Region des Herzens, in der alles dem Klang einer stärkeren und präziseren Vibration zu folgen scheint“. Diesen Satz könnte auch Stacey Kent zweifellos für sich beanspruchen. Im Alter von 14 Jahren entdeckte die amerikanische Sängerin den grenzenlosen Charme des Albums Getz / Gilberto – eine geradezu historische Begegnung mit dem Jazz und Bossa Nova, nach der nichts mehr so war wie zuvor.
Iman Spaargaren: a busy man, not deprived of outstanding musical qualities, as an instrumentalist as well as a composer. On his newest album all 11 compositions are his writing. The pieces have an almost natural simplicity and sound transparant and spacious due to the line up and the high quality of Spaargaren's bandmembers - guitarist Guillermo Celano, bassist Cord Heineking and drummer Jasper van Hulten.
John Abercrombies umformiertes Quartett verschafft Marc Copland seinen ersten Auftritt auf einer ECM-Veröffentlichung. Dabei sind der Gitarrist und der Pianist alte Weggefährten, deren Zusammenarbeit schon vierzig Jahre zurückreicht.
Das Projekt "Orquesta Bossa" begann im Januar 2012 mit einem Live Gig, bei dem Jukka Eskola die Chance hatte, ein Konzert mit einem Quintett plus einem Streicher Quartett auf die Bühne zu bringen. Das Material bestand aus Jazz und Bossa Standards, nichts ungewöhnliches. Der Sound der Combo setzte sich aber in seinem Kopf fest. Er liebte den traditionellen Bossa Sound der Rhythmus Sektion, kombiniert mit den Bläsern und dem Streicher Quartett, die einen etwas moderneren Blickwinkel mitbrachten. Die Musiker auf dem Album sind die Creme de la Creme der finnischen Jazzinstrumentalisten und der klassischen Musiker, wenn wir bei den Streichern ankommen.
Essen. Der 16. Essener „Jazz Pott“ geht an die Saxophonistin Angelika Niescier. Die Folkwang-Absolventin zählt zu den rührigsten Musikerinnen der Szene. 2000 gründete die in Polen (Stettin) geborenen Ausnahme-Jazzerin ihr famoses Quartett „Sublim“, mit dem sie beim Preisverleihungskonzert am Dienstag, dem 1. Oktober ab 20 Uhr im Essener Grillo-Theater auftreten wird.
Ein internationales Gipfeltreffen der Gitarristen: Auf “Travel Guide” treffen der US-Amerikaner Ralph Towner, der Österreicher Wolfgang Muthspiel und der in Kasachstan geborene, aber in Australien aufgewachsene Slava Grigoryan aufeinander. Die drei Musiker hatten sich erstmals 2005, ursprünglich für Konzerte in Australien, zusammengetan und waren seitdem ausgiebig zusammen auf Tour. Eine 2009 auf Muthspiels Label Material Records veröffentlichte Aufnahme dokumentierte die frühen Arbeiten der Gruppe. Ralph Towner brachte das Projekt dann zu ECM.
Der englische Jazz-Bassist Dave Holland ist seit über fünf Jahrzehnten ein wichtiger Teil der Jazzszene. Seine Konzerte reichen dabei von Soloauftritten bis hin zu BigBands. Er hat schon mit den größten Jazzern aller Zeiten gespielt. Darunter auch Miles Davis mit dem er, als Teil der Rhytmusgruppe, drei Alben aufgenommen hat, die alle wegweisend für den Fusion Jazz waren.
Kenny Wheeler hat auf dem feinen italienischen Jazzlabel schon diverse CDs veröffentlicht. Gerade aber das aktuelle Werk mit einem mehr oder minder puren britischen Jazzprojekt dürfte seine Affinität zu dem Label unterstreichen, bei dem er nun auch schon 10 Jahre beheimatet ist.
Nach Cover-Ausflügen in die Welt des Hardrocks und des deutschen Liedguts besinnt sich die JAZZKANTINE wieder auf ihre alten Tugenden und kommt mit einem funklastigen Album: "Ultrahocherhitzt" heißt das neue Werk und serviert ein gewohnt vielseitiges 15-Gänge Menu - mit den allerbesten Zutaten und natürlich ohne künstliche Zusatzstoffe.
Seit Kristin Asbjørnsen Mitte der 1990er Jahre als Mitglied des weiblichen Gesangsquartetts Kvitretten die Musikszene betrat, hat sich die Norwegerin als eine der schillerndsten und eigenwilligsten Künstlerinnen international etablieren können. Mit ihrer unverwechselbaren, wunderbar expressiven Stimme begeistert sie heute Kritiker und Musikliebhaber in aller Welt.
KöCoMaBe nennt sich das neue Quartett der Hamburger Gabriel Coburger (sax) und Detlev Beier (bass) zusammen mit den Berlinern Rudi Mahall (bass clarinet) und Heinrich Köbberling (drums)
Nach dem wunderbaren »Blue Moon« kommen Ahmad Jamal und sein »Dream Team« mit einem Balladen-Album zurück, das so nur unter den Händen dieses Pianisten entstehen konnte. Eigenkompositionen wechseln sich ab mit Klassikern des "Great American Songbook". Jamals leichtes Spiel mit dieser ganz eigenen Rhythmik hat schon Miles Davis beeinflusst und geht auch heute noch unter die Haut. Er nennt es "American Classical Music".
Der Posaunist und Komponist Nils Wogram erhält den Albert-Mangelsdorff-Preis 2013 (Deutscher Jazzpreis). Der von GEMA-Stiftung, Förderungs- und Hilfsfonds des Deutschen Komponisten-verbandes und GVL mit 15.000 Euro dotierte Preis wird von der Union Deutscher Jazzmusiker seit 1994 alle zwei Jahre an herausragende Persönlichkeiten der deutschen Jazzszene verliehen. Die Verleihung findet am 3. November 2013 im Rahmen des Jazzfests Berlin statt.
Imaginarium: Die Harfenistin Kathrin Pechlof schafft mit Saxophonist Christian Weidner, Kontrabassist Robert Landfermann Klangraum für die Phantasie – in Stücken von ganz eigener, starker Aura. Und mit Harfenklängen weitab von herkömmlichen Vorstellungen davon.
ALBARE ist der Künstlername von Albert Dadon, einem virtuosen Jazz-Gitarristen mit einem starken melodischen Einfühlungsvermögen und vielen globalen Einflüssen. In Marokko geboren und in Israel und Frankreich aufgewachsen, arbeitete Albare als erstes mit Musikern in Paris bevor er mit 27 Jahren nach Australien auswanderte.
Die donnernde Wucht der mit Rock-Energie befeuerten Fusion, die zarten Gewebe lateinamerikanischer World- und Folk-Klänge, insbesondere der Musik seines argentinischen Vorbilds und Freundes Astor Piazzolla, der atemberaubende Wechsel zwischen Akustisch und Elektrisch, zwischen Sensibilität und Draufgängertum, solistischer Brillanz und einfühlsamem Gruppenspiel – was hat Gitarren-Ass Al Di Meola seit seinen gloriosen Anfängen in den Siebzigern nicht alles ausprobiert und mühelos gemeistert.
Das Kairos 4tet zählt zu den Protagonisten der britischen Jazzszene. 2011 erhielt die Band um den Saxofonisten Adam Waldmann (spielte u. a. für Arctic Monkeys, Michael Kiwanuka) den britischen Award MOBO (Music Of Black Origin) für das beste Jazzalbum ("Statement Of Intent").
HESSENJAZZ-Festivals in Lich 2013
Ein Jazzfest kehrt zurück zu den Ursprüngen. Alles was hessische Küche und (Jazz-)Keller zu bieten haben, kommt am 7. Und 8. September 2013 nach Lich. Der Schrecken aller Jazzpuristen wird damit wahr: Unter dem Motto "Jazzen Schmatzen" wird an diesem Wochenend nicht nur die Jazzmusik aus Hessen auf den Bühnen in Lich zu hören sein!
Der Jazzpianist, Keyboarder und mehrfache Grammy-Preisträger Jim Beard stellt mit "Show Of Hands" ein Album vor, auf dem der Musiker alleine am Klavier zu hören ist. Der 1960 in Philadelphia geborene Fusionmusiker komponierte für John McLaughlin und Michael Brecker, produzierte Alben für u. a. Mike Stern und Bill Evans und spielte auf Tourneen zusammen mit Wayne Shorter, Pat Metheny und Steely Dan.
In „Say That To Say This“ verbinden sich lupenreiner New Orleans-Blechblas-Groove und tanzbare Funkrhythmen zu einer leidenschaftlichen Mischung. Die Tracks überzeugen durch Shortys ungeheure Energie, die den Hörer mitzieht. Als würde das allein nicht ausreichen, um dieses Album hörenswert zu machen, haben sich die legendären Meters für die Aufnahme des Klassikers "Be My Lady" hier wieder in Originalbesetzung zusammengefunden – zum ersten Mal seit ihrer Auflösung 1977!
Drei Ausnahmekönner, die niemandem mehr etwas beweisen müssen und sich blind verstehen, spielen sich in idealer Umgebung die Bälle zu: Von Manfred Eicher in Lugano produziert, lassen Pianistin Carla Bley, Saxophonist Andy Sheppard und Bassist Steve Swallow (jenes Trio, das vor fast zwanzig Jahren die epochalen "Songs With Legs" einspielte) klassische Bley-Kompositionen in neuen Versionen wieder aufblühen.
Doppelter Hörgenuss für alle Michael Wollny-Fans in limitierter Auflage und zum Sonderpreis „Two for One“: Die Collector’s Edition vereint das Original-Studioalbum seines magischen Klangabenteuers „Wunderkammer“ mit einer XXL-Version – live aufgenommen mit der hr- Bigband beim Deutschen Jazzfestival Frankfurt im Oktober 2012.
Kellylee Evans Album Good Girl, ursprünglich 2010 in Frankreich und Kanada veröffentlicht, transportiert Leidenschaft und Charisma und ist nun erstmalig physisch auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich.
We’re checking the new CD “The Vigil” from Chick Corea and cool new tracks from Ray Gomez. We also present a great video clip from the “VOCAL NIGHT” by Rüdiger Baldauf (CD will be released in October 2013) and checked the very nice new CD from Thierry Condor (you can win a free CD).
Der Young German Jazz wird erwachsen. Julian und Roman Wasserfuhr stehen dafür par excellence, denen das „growing up in public“ – so ein berühmter Albumtitel von Lou Reed – zur zweiten Natur geworden ist. Ihr Album- Debüt „Remember Chet“ (2006) haben die Brüder bereits mit 17 bzw. 20 Jahren eingespielt – eine Huldigung an Julians frühes Vorbild, den Trompeter Chet Baker – und waren damit auf begeisterte Resonanz gestoßen.
Jupiter war für die Römer das oberste Prinzip, der Himmelsvater, der Lichtbringer. Ihn rief man an, wenn die Schicksalsgöttinnen unvermittelt ins Leben eingriffen. So wie beim schwedischen Schlagzeuger Magnus Öström, den vor fast fünf Jahren ein existentieller Schicksalsschlag ereilte – mit dem Unfalltod seines Freundes, des Pianisten Esbjörn Svensson. Seit ihrem neunten Lebensjahr hatten die beiden fast ununterbrochen zusammengespielt. Mit e.s.t., dem Esbjörn Svensson Trio, hatten sie von 1993 an die Jazzwelt revolutioniert und sich – einzigartig in der Szene – ausschließlich auf die Arbeit in der gemeinsam mit Bassist Dan Berglund gebildeten Band konzentriert.
Es gibt Jazzer, die klingen schon in jungen Jahren alt. Joachim Kühn hingegen, der international bedeutendste deutsche Pianist der Jazzgeschichte, ist auch mit seinen nun 69 Jahren neugierig und damit jung geblieben. Mit seiner Offenheit, seinem Sinn für die Magie der Musik ist er nicht nur einer der großen Experimentatoren, er ist auch einer der großen integrativen Figuren des Jazz.
Seit Kurt Elling hat es im Jazz keinen Sänger gegeben, der einen so glänzenden Karriereeinstieg hinlegte wie Gregory Porter. Mit “Water” (2010) und “Be Good” (2012), seinen beiden ersten, von der Kritik frenetisch gefeierten Alben für das Indie-Label Motéma Music, konnte sich Porter gleich als einer der besten zeitgenössischen Jazzsänger etablieren.
“Lua ya”, das ECM-Debüt der südkoreanischen Sängerin Yeahwon Shin, ist ein Album mit sanften Songs, die in der besonderen Akustik der Mechanics Hall bei Boston aufgenommen wurden. Ein sehr intuitiv zusammengestelltes Programm, entstanden „indem wir improvisiert haben, Kindheitserinnerungen austauschten und die Musik fließen ließen“, wie Yeahwon sagt.