Tägliche Neuigkeiten, Albumankündigungen, Festivalmeldungen, Interviews, Releases und Entwicklungen aus Deutschland, Europa und der weltweiten Jazzszene.

Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.

Kristupo Festivalis – Christopher Summer Vilnius

Was für eine Fingerfertigkeit! Wie rasend schnell kann dieser Mann Klavier spielen! Und dann auch noch so präzise. Beide Hände funktionieren scheinbar total mühelos völlig unabhängig voneinander. In Sachen Technik macht Henri Herbert niemand etwas vor. Der Boogie Woogie-Spezialist aus Austin, Texas hat aber auch alles andere, was man braucht. Das richtige Feeling, den richtigen Schwung, die genau richtige Energie. Ein Bericht von Christoph Giese.

Fare - Ant Mills I + II

Die Musiker von Fare schöpfen aus den Traditionen des Jazz, der Improvisation und der zeitgenössischen Avantgarde, insbesondere der minimalistischen Musik. Es ist eine anspruchsvolle, reife, zeitgenössische Musik voller versteckter Töne und Nuancen. Das Spiel der Musiker hat viel Raum, sie bauen die Spannung langsam auf, schätzen das Maßvolle und schaffen eine Musik von überwiegend kontemplativer Stimmung.

Zofia Bielak - Therapy

Die Kompositionen dieses Albums gehen oft in nicht offensichtliche Richtungen und entwickeln sich zu einer langsamen Geschichte, die den Hörer in Atem hält. Unter den Fingern von Zofia Bielak verschmelzen sie zu einer kompletten musikalischen Erzählung, die in ihrer Art einzigartig ist. Die begleitenden Texte verstärken den musikalischen Inhalt, während der charismatische Gesang von Magdalena Kuraś und die Rezitationen von Ksenia Witek ihre musikalische Bedeutung unterstreichen. Ein wunderbares Debüt dieser außergewöhnlichen jungen Künstlerin.

Canarias Jazz & más - Kanarische Inseln

Das Canarias Jazz-Festival bietet nicht nur Konzerte auf allen acht bewohnten Inseln der Kanaren, sondern auch eine große musikalische Bandbreite. Da lauscht man in dem auf 500 Meter gelegenen kleinen Städtchen Santa Brígida auf Gran Canaria etwa dem belgisch-tunesischen Aleph Quintet, Rising Stars der Brüsseler Szene, und lässt sich von Geige, Oud, Piano, E-Bass und Schlagzeug mitnehmen auf eine vielschichtig klingende musikalische Reise zu nordafrikanischer Musik, Gnawa-Rhythmen und virtuosem Jazz. Ein Bericht von Christoph Giese.

Geplante Kürzungen in Haushaltsentwurf für 2025 treffen Jazzmusiker*innen hart – Deutsche Jazzunion fordert Nachbesserungen

Berlin, 26. Juli 2024 | Am 17. Juli 2024 hat das Bundeskabinett den Entwurf für den Bundeshaushalt 2025 beschlossen. Darin enthalten sind auch die Planungen der Bundesbauftragten für Kultur und Medien (BKM) und damit für den Bereich Jazz und Improvisierte Musik. Während das Gesamtbudget des BKMs erfreulicherweise Aufwüchse erfährt, sind massive Kürzungen für die Musik und die freie Szene vorgesehen, die auch Jazz- und Improvisierte Musik massiv treffen werden.

INKLUSION IN PROGRESS – Jazzmusiker Jens Gebel für Inklusion in der Jazzszene im Schulterschluss mit „Pinc Music", der Plattform für inklusive Mus

Jens Gebel, der Klangmaler des Jazz, der als Komponist und Arrangeur seine Stücke den  Musikerinnen und Musikern auf „das Instrument“ schreibt und  seit über 30 Jahren in den verschiedenen Facetten des Musikgeschäfts arbeitet,  blickt als blinder Musiker auf ein breit gefächertes Award Portfolio wie bspw. „STYLIST OF THE YEAR“, MIT Los Angeles, GERMAN JAZZAWARD , Bassist des Jahres Deutscher Rock und Pop Preis, Förderpreis ZMF.

Malta Jazz Festival - Valletta, Malta

Heiß ist es auf Malta im Sommer. Ziemlich heiß sogar. Wie gut dass da einige Konzerte des diesjährigen Malta Jazz Festival im Stadttheater von Valletta stattfinden. Die dortige Klimaanlage funktioniert nämlich bestens und ist fast schon ein wenig zu kalt eingestellt. Aber dennoch wärmt die Brasilianerin Mônica Salmaso sogleich die Herzen der vielen Zuhörer im heruntergekühlten Saal. Ein Bericht von Christoph Giese.

Rubicon Trio - Ugly Beauty

Sehr sparsam im Klang, aber reich und virtuos in der Ausführung. Die Musik ist einzigartig, und das Rubicon Trio unterstreicht einmal mehr seine Stärken: die Freude am gemeinsamen Musizieren, die wunderbaren Improvisationen und der extrem reine, fast sterile Klang. All das fesselt vom ersten Ton an.

MaNiDa - Foreṡìa

Der überraschende, asketische Klang dieses Albums zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Die Musik, die für dieses Ensemble und diese Besetzung komponiert wurde, verlangt vom Zuhörer Geduld und Aufmerksamkeit für jede einzelne Phrase. Erst nach einigen Minuten beginnt man, ihre Raffinesse und ihren verborgenen Glanz zu erkennen. Ein sehr interessantes Album!

Thérèse - Luftschiff

Das Ensemble Thérèse deutet schon in seiner Zusammensetzung auf einen Sound hin, den man so noch nicht gehört hat. Interessante Kompositionen, innovative Ideen und eine großartige Interpretation in offenen improvisatorischen Formen, in denen die Musiker gemeinsam viel zu sagen haben, machen dieses Album einzigartig und äußerst hörenswert.

Funchal Jazz Festival

Wenn man die Augen schließt, dann wähnt man sich ein paar Jahrzehnte zurück. Mindestens. Denn das Quartett von Emanuel Inácio entführt mit seinem Programm in die Zeit der guten alten Jazzstandards. Und der junge Bassist aus Madeira und  seine ebenfalls noch jungen Bandmitglieder vom portugiesischen Festland wissen wie man swingt und schwelgt. Ein Bericht von Christoph Giese.

The Beat Freaks & Ralph Alessi - Mechanics of Nature

Im Jazz gibt es nichts Besseres als kollektive Improvisation, gespielt von erfahrenen Musikern, die sich perfekt verstehen. Das ist auf diesem Album der Fall. Auch die auskomponierten Stücke lassen jedem Bandmitglied viel Raum für künstlerischen Ausdruck. Ralph Alessi ist eine so charismatische Figur, dass man seine Präsenz hier sofort spürt, er spielt wunderbar, dynamisch und voller Elan, mit einem perfekten Gespür dafür, wohin sich die ganze Band bewegt.

JazzBaltica 2024

JazzBaltica ist ein Festival, das wir seit vielen Jahren regelmässig besuchen, weil es immer wieder ein außergewöhnliches Erlebnis ist. Ob zuerst in Salzau, dann in Niendorf und jetzt in Timmendorfer Strand, überall ist die einzigartige Atmosphäre der Jazzbegeisterung zu spüren. Das war auch 2024 nicht anders. Zum dreizehnten Mal hat sich der künstlerische Leiter Nils Landgren der Herausforderung gestellt und ein interessantes und abwechslungsreiches Programm präsentiert, das lange in Erinnerung bleiben wird. Von Dance-, Rap- und Funk-Rhythmen ging es durch alle erdenklichen Spielarten des Jazz bis hin zum Free Jazz.

Melissa Aldana - Echoes Of The Inner Prophet

Ein Album voller lyrischer Melodien und ruhiger, manchmal sogar melancholischer musikalischer Stimmungen. Interessante Arrangements mit elektronischen Effekten und wunderbaren Gitarrensoli. Melissa Aldana hat ihren ganz eigenen, unverkennbaren Spielstil und einen Spannungsaufbau in den Soloparts, der in Kombination mit einem Musikerteam, das ihre Intentionen gut versteht, ein schönes Ganzes ergibt.

Bill Frisell - Orchestras

Ein weiteres Album dieses großartigen Künstlers, das uns nicht nur mit einer neuen musikalischen Qualität, sondern auch mit einer erstaunlichen Atmosphäre überrascht. Die Kombination seines vertrauten Gitarrenklangs mit den orchestralen Arrangements erzeugt eine Raumwirkung, die wir so noch nie gehört haben. Erstaunlich ist die kristallklare Präzision aller Töne, die wir einer sehr sorgfältigen Aufnahme verdanken.

RGG / Pauli Lyytinen / Samuel Blaser - City of Gardens vol.2

Die Freude am gemeinsamen Musizieren ist deutlich zu spüren. Dank der außergewöhnlichen, fast telepathischen Kraft der Verständigung zwischen den Künstlern sind hier sehr interessante Improvisationen entstanden, die eigentlich die ganze Musik dieses Albums ausmachen. Das ist die Art von Jazz, die wir am meisten lieben, eine Reise in die unbekannten Vorstellungswelten der Künstler, die uns durch ihr gemeinsames Schaffen bisher unentdeckte musikalische Räume eröffnen.