Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Segment, eine Zusammenarbeit von Goldsby/Test/Dekker, kommt direkt aus dem Herzen der legendären WDR Big Band. Aufgenommen im Juni 2020, als Teil der WDR-Feier der Musik in kleinen Gruppen, bietet das Album ein breites Spektrum an großherziger, fokussierter, fröhlicher Musik von einer der meistbeschäftigten Jazz-Rhythmusgruppen der Welt. Das Trio zeigt eine unheimliche Hellsichtigkeit - wie man sie nur bei Bands hört, die regelmäßig zusammen auftreten. Sensibel, swingend und geerdet durch die vielen Jahre, die sie in der internationalen Jazzszene als Begleiter verbracht haben, fangen Goldsby/Dekker/Test den wunderbaren, wilden Puls der Jazztradition ein und fügen gleichzeitig innovative Akzente von Farbe, Licht und Groove hinzu.
John, Paul, George und Ringo. Komprimierte zehn Jahre Bandgeschichte, allein 12 Studioalben, hunderte Songs, viele davon absolut legendär. Wer hier rangeht, sollte wissen, was er tut. Erfreulicherweise muss man sich bei Rüdiger Baldauf in dieser Hinsicht keine Sorgen machen. Denn der namhafte und vielseitige Trompeter legt genau den richtigen Mix aus Demut und neuen Ideen vor. Nun also ein brandneues Projekt, quasi die Beatles reloaded, nur anders.
Es geht Luise Volkmann um die Auseinandersetzung mit der Haltung der so genannten 68er-Generation und der Rock-Musik der 1970er Jahre. Ihre Faszination reicht von der Protestmusik der Woodstock-Ära bis zur destruktiven Urkraft des Punk.
Musik am Puls der Zeit: seit über 15 Jahren macht die international gefeierte JBBG – Jazz Bigband Graz mit ihrem genialen und ureigenen Sound von sich reden, der irgendwo zwischen Jazz, Pop, Minimal, weltmusikalischen Elementen und jazzmusikalischer Haltung angesiedelt ist. Angetrieben von der musikalischen Vision von Kalnein und Schaffer hat die JBBG dabei mit ihren letzten drei Produktionen absolutes musikalisches Neuland für Jazzorchester betreten.
Nachdem das international gefeierte Funk-Sextett einige Jahre pausierte, meldet sich Beat Funktion 2019 mit einem neuen Studioalbum und einer ausgedehnten Tour durch Schweden, Deutschland und Österreich zurück. Auf dieser Tour konnten die Fans wieder eine Mischung aus neuen und alten Songs mit mitreißenden Rhythmen und Grooves erleben. Bei ausgewählten Konzerten präsentierte das Sextett auch Gastmusiker. So auch bei den Konzerten in Rostock, Lüdenscheid und Horn-Bad Meinberg am Eröffnungswochenende der Tournee. Die Soul-n-Blues-Queen Natascha Flamisch aus Wien war bei dieser Tournee einer der Featured Guests am Gesang und sang Stücke aus den Alben Olympus und Green Man.
John Beasley, ein US-amerikanischer Jazzmusiker, arbeitete mit den Trompeten-Ikonen Freddie Hubbard und Miles Davis, als er noch in seinen 20er Jahren war, und hat später mit Größen wie Herbie Hancock, Al Jarreau, Steely Dan, Chaka Khan und Christian McBride gespielt. Er ist Musikdirektor für die weltumspannenden Konzerte des Herbie-Hancock-Instituts zum Internationalen Jazz-Tag, während er mit der MONK'estra um die Welt tourt. Darüber hinaus hat er ausgiebig für Film und Fernsehen gearbeitet, vor allem an den Soundtracks des bekannten Komponisten Thomas Newman, darunter die James-Bond-Hits Spectre und Skyfall. Auf seinem Weg hat Beasley fünf Nominierungen für den GRAMMY® Award und einen Emmy® Award erhalten.
"Same Self, Same Silence" ist eine musikalische Zusammenarbeit zwischen einem einzigartigen europäischen Jazz-Trio und einem renommierten persischen Großmeister. Das Album umspannt drei Kontinente und eine Musikgeschichte und verbindet alte Skalen und Melodien mit modernen Improvisationen, gespielt auf einer Auswahl von einzigartigen Instrumenten.
Berlin, 16.12.2020 | Die deutschen Jazzverbände aus Bund und Ländern, darunter die Deutsche Jazzunion und Interessenvertretungen aus den Bundesländern und Metropolregionen, fordern gemeinsam dringende Nachbesserungen bei den Coronahilfen der Bundesregierung.
Wir begrüßen "Let The World Be a Question" - das liebevoll gestaltete vierte Album der in Großbritannien lebenden polnischen Singer-Songwriterin Monika Lidke. Mit ihrem besonderen Talent für sanfte, melodische Songs, die radiotauglich und dennoch täuschend raffiniert sind, vermischt diese beeindruckende Zusammenstellung polnischer und englischer Originalstücke Jazz, Folk und Latin Grooves.
Berlin, 09.12.2020 | Die Deutsche Jazzunion begrüßt den von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) Staatsministerin Monika Grütters ausgelobten Deutschen Jazzpreis, mit dem 2021 zum ersten Mal Jazzschaffende in 31 Kategorien ausgezeichnet werden. Die Deutsche Jazzunion hat den Konzeptionsprozess eng begleitet und mehrere Mitglieder in den Beirat entsendet.
Wie eine Hommage an die natürliche Schönheit und Freiheit, aber auch an die dunkle und fantastische Mystik Skandinaviens, thematisiert das Nordsnø Ensemble in „Om svalor och smälvatten“ (von Schwalben und Schmelzwasser) musikalisch die Poesie des Lebens. Am 27.11.2020 istt bei Fattoria Musica Records das bereits zweite Album des Ensembles erschienen. Seine Musik vereint skandinavische Folklore mit Modernem Jazz, wobei auf dem neuen Album auch Elemente aus Progressive Rock und elektronischer Musik die Stücke geschmackvoll einfärben. In der Suite „Snöporten“ wird das Ensemble von einem Streichquartett ergänzt.
Zusammen durch herausfordernde Zeiten zu gehen ist der Pianistin, Sängerin, Komponistin und Produzentin Christiane Dehmer so wichtig, dass sie dazu 6 Songs als EP mit dem Titel „Zusammen“ veröffentlicht. Mit textlichem und musikalischem Tiefgang erzählt sie aus ihrer Erfahrung vom Zusammenhalten in schwierigen Zeiten. Es ist Musik, die bewegt und berührt, mit Hoffnung und einem positiven Blick auf die Zukunft.
Faszinierende neue Musik, ereignisreich, wach, detailscharf und formbewusst: Philip Zoubek macht langen Prozess in einem genau reflektierten und doch spontan entwickelten Fluss der Ereignisse. So schichtet er in seinem neuen Soloprogramm fremdartige Klänge zu einer überraschenden, frappierend plausiblen und in ihrer Dringlichkeit überzeugenden Klangreise in offenes Terrain, das er kraftvoll und nuanciert ausschreitet, indem er sein traditionelles Instrument zum Orchester macht.
Das virtuose Duo aus Wien beherrscht seine Instrumente meisterhaft und lässt deren lange, weit verästelte Geschichte in Details aufleuchten. Wesentlich für die Musik von Marie Spaemann und Christian Bakanic ist jedoch, wie elegant und gleichzeitig entschlossen sie verschiedene Traditionen als Sprungbrett für eigene Ideen nutzen. Ihre individuelle Stilfusion trägt einerseits wunderbar feinsinnige kammermusikalische Züge. Andererseits bietet sie mit klaren Melodien, ansteckenden Rhythmen und dem Soul in Spaemanns variabler Stimme Anknüpfungspunkte für Pop-Fans. Wenn dann noch Spielarten von klassischer Moderne, Ideen des Tango Nuevo, des europäischen Folk und Jazz hinzukommen, entsteht eine beeindruckend unkonventionelle, poetische Klangsprache.
Das überwältigende 20-Track-Set ist die dritte Resonanz-Collection von unveröffentlichtem Material mit dem kurzlebigen, brillanten 1968er Trio des Pianisten Evans mit dem Bassisten Eddie Gomez und dem Schlagzeuger Jack DeJohnette. Das Deluxe-Paket enthält einen Essay des altgedienten Kritikers Brian Priestley, neue Interviews mit Gomez, DeJohnette, Chick Corea und Evans' gutem Freund Chevy Chase sowie eine einzigartige Album-Cover-Zeichnung des legendären Künstlers David Stone Martin.
Neues Studioalbum des bekannten, mehrfach ausgezeichneten und sogar Solo-Grammy-Nominierten Klezmer-Musikers, Komponisten und Klarinettisten David Krakauer (u.a. The Klezmatics) zusammen mit der ebenfalls mehrfach ausgezeichneten und renommierten Pianistin und Komponistin Kathleen Tagg. „Breath & Hammer“ ist eine einzigartige akustische Show und verbindet auf unnachahmliche Weise das Zusammenspiel von Klarinette und Klavier mit der Verbindung von Klezmer-, Klassik-, Ambient- und World-Strukturen.
Dass Simone Kopmajer Österreichs international erfolgreichste Jazzsängerin der Gegenwart ist, ist ja bekannt. Dass sie mit ihrer charismatischen Art jedes Publikum bei ihren Konzerten sofort in ihren Bann zieht, weiß man natürlich ebenso! ABER dass ihre große Leidenschaft Weihnachtslieder sind, erzählt sie uns erst jetzt und veröffentlicht auch gleich ein Album, auf dem sie noch dazu zum ersten Mal auf Deutsch singt.
Als Mitstreiter von beispielsweise Johannes Enders und Elina Duni, als Mitglied des Quartetts um Andy Scherrer oder auch mit seiner eigenen Trio Formation ist Pianist Jean-Paul Brodbeck eine feste Größe des hiesigen Jazz. Er war Mitglied im Wolfgang Muthspiel Quartet, stand mit Billy Hart, David Liebman, Herbie Mann, Ben Street, Nat Su oder Nils Wogram auf der Bühne. Eher selten hingegen ist er in der so reduzierten und fokussierten Form des Solokonzerts zu hören. Dabei ist es ein rundherum adäquates Format, das viel Platz für die ganze Bandbreite seines Könnens bietet.
Neues Album der europaweit bekannten und erfolgreic hen französischen Bigband Orchestre National De Jazz un ter aktueller Leitung von Frédéric Maurin. „ Dancing On Your Head(s)” ist, wie es für viele Alben der Bigband typisch ist , live entstanden und wurde 2019 beim Festival Jazzdor Str asbourg- Berlin aufgenommen. Die Stücke stammen überwiegend aus der Komposition des Free-Jazz-Pioniers Ornette Coleman.
Vergegenwärtigt man sich die Jazzgeschichte und überlegt, welcher Stil nicht afro-amerikanischen Ursprungs ist, dann findet sich wohl nur eine Antwort: Gypsy-Swing. Diknu Schneeberger und vorher schon sein Vater Joschi pflegen diese Tradition mit Herz und Seele.
B/Y Organism balanciert zwischen Klavier und Orgel, Gitarre, Duduk und Balalaika, Schlagzeug, exotische Perkussion und Elektronik und versucht, unvergessliche Musiktexturen und kraftvolle Rhythmen zu schaffen. Inspiriert von Weltmusik-, Americana-, Ambient-, Blues- und Jazztraditionen, leisten die Künstler Pionierarbeit für eine neue Synthese von Genre und Klang im Orgel-Trio-Paradigma. Ihr Debütalbum "The New Beginning" ist im Juli 2020 unter dem renommierten österreichischen Label Alessa Records erschienen und präsentiert 11 Originalkompositionen der beiden Protagonisten und ihren reichen musikalischen und kulturellen Wurzeln.
Als eine Allzeit-Ikone und Grammy-Gigant des Jazz haben wir uns daran gewöhnt, George Benson auf den Bühnen zu sehen, die seinem himmelhohen Status angemessen sind. Während seiner sechs Jahrzehnte währenden Karriere, die von Auszeichnungen, Beifall und Billboard-toppendem Output geprägt war, hat sich der im Bezirk Pittsburgh, Hill geborene Veteran seinen Platz sowohl in den Geschichtsbüchern als auch an den größten Veranstaltungsorten der Welt verdient.
Vom 19. März bis zum 11. Mai 2020 hat mathias rüegg jede Woche fünf Tage hinter einander, jeweils von Donnerstag bis Montag zwischen 18:00 und 22:00 ein kurzes Stück (im Durchschnitt ca. 1 3/4 Minuten) komponiert (31) oder arrangiert (9). Damit wollte er sich u.a. selber testen, wie gut sein kreatives Abrufen (noch) funktioniert und ob er sich dem Druck, der dadurch entstehen könnte, entziehen kann. Und sich beweisen, dass Kreativität nicht durch äußerliche Ereignisse wie z.B. den Lockdown beeinflusst wird.
Neues Tribute-Album des legendären, bereits 75-jährigen Jazz- Virtuosen, Sängers, Pianisten und Komponisten Ray Lema. Nach seinem letzten, gefeierten Studioalbum „Transcendance“ widmet sich Lema nun in Form von neun Stücken dem schon seit seiner Jugend bewundernden Franco Luambo und seiner Band "Tout Puissant Ok Jazz". Das Ergebnis ist ein gekonnter Mix aus traditioneller World-Musik, Rumba, Soul und Jazz.
Harold López-Nussa - Live Streaming Konzert
Für alle, die Live-Shows ebenso sehr vermissen wie wir, hier ein heißer Tipp: Der kubanische Jazzmusiker Harold López-Nussa spielt am kommenden Sonntag, den 29.11.2020 um 20.25 Uhr ein 60-minütiges Live-Konzert in seiner Heimatstadt Havanna, das via Stream am heimischen Bildschirm miterlebt werden kann! https://hamburg.stream/lopez-nussa/
Die Zwanziger sind wieder da! Wirtschaftskrise, Bars haben geschlossen und eine globale Pandemie greift um sich. Seit März befindet sich die gesamte Unterhaltungsbranche im Dornröschenschlaf, und selbst Kinofilme werden zurückgehalten. Die gesamte Unterhaltungsbranche? Nein! Eine junge Band hat die Herausforderung angenommen und liefert das bewährte Mittel gegen die allgegenwärtige Tristesse: Swingmusik!
Yuri Honing: "Avalon ist inspiriert vom alten keltischen Mythos einer Insel in dichtem Nebel, auf der sich angeblichder Heilige Gral befindet, König Artus begraben ist und auf der Excalibur versteckt ist. Ich benutze ihn als Metapher für die heutige Zeit, in der wir leben, in der niemandem klar ist, wie die Welt nach der Pandemie aussehen wird. Das Titelstücks Avalon ist ein verträumtes Musikstück, das auch für die Ausstellung in De Fundatie verwendet wird, die bis zum Frühjahr 2021 laufen wird".
Der Gitarrist Daniel Stelter, einer der gefragtesten Gitarristen Deutschlands, ist im Laufe seiner Karriere vielen Melodien, Menschen und Musikern begegnet, von denen er einige auf seinem neuen Album „Begegnung“ zusammengeführt hat, um sie in zwölf Stücke umzusetzen.
Nach den vorsichtigen Öffnungsbemühungen ist das neuerliche Herunterfahren des Kulturbetriebs vor allem für die Musikszene ein harter Schlag. Ab sofort und bis zum Ende des Jahres 2020 wird jedes Jazz-thing-Abo zum Jazz-thing-Soli-Abo umfunktioniert. Die Hälfte des Abopreises von 36 Euro, also 18 Euro, fließt als Spende an die Musiker*innen und Techniker*innen des Shutdown-Livestreaming-Programms des Berliner Jazz Clubs A-Trane – damit der Herausgeber die fünf Ausgaben eines Abo-Jahres de facto zum Selbstkostenpreis ab.
Alles an Yumi Itos neuer Album "Stardust Crystals" ist absolut dreist! Es ist eine Big-Band-Platte, die sie für ein 11-köpfiges Ensemblet geschrieben und arrangiert hat. Das Material durchquert Neo-Klassik und Art-Pop, bezieht sich auf progressive Elektronik und gibt einem klassischen Jazz-Sound eine einzigartige Wendung. Und dann ist da noch die Auswahl der Themen: Geschichten über die Höhen und Tiefen des Lebens, jede einzelne wie ein intimer Bericht, der den Seiten eines Tagebuchs entrissen wurde.
Der große Bassist und Komponist Charles Mingus hatte seine treuen Anhänger und Kritiker. Seine explosive Mischung aus teuflisch-vorsichtiger Attitüde, imposantem Charakter und aggressiver Musik rieb so manchen Zuhörer in den Irrtum und zog ebenso abenteuerlustige Fans an. Aber seine Genialität war nicht zu leugnen; es mag nur einige Zeit gedauert haben, bis die Schranken überwunden waren.
Joost Lijbaart - versierter international spielender Schlagzeuger aus den Niederlanden – ist u.a. seit 1996 mit dem Trio seines Landsmanns, dem Tenorsaxofonisten Yuri Honing, eng verbunden. Der Drummer Joost hat jüngst ein Solo-Album aufgenommen. Free steht stellvertretend dafür, wie der Pandemie durch kreative Kunst begegnet werden kann – durch die schöpferische Stille eines (jeden) Individuums. Das sehr informative Gespräch mit Joost über die Entstehung seines Albums führten Martina Weinmar und Cosmo Scharmer für jazz-fun.de