Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Labels gibt’s wie Sand am Meer. Brauchen wir speziell im Jazzbereich noch mehr Plattenfirmen, deren Flut an Produkten kaum noch vermittelbar ist? Definitiv nicht. Was wir brauchen, sind andere Labels. Plattformen, die sich ebenso den Interessen der Musiker wie den Bedürfnissen des Publikums öffnen und nicht ausschließlich nach Maximen der Gewinnoptimierung arbeiten. Multiplikatoren, deren Katalog eng mit dem Standing einer Person verbunden ist, die für ihre Veröffentlichung auch Gesicht zeigt. Eines dieser Labels ist nWog, das in diesem Jahr tatsächlich schon sein zehntes Jubiläum feiert. Und wie das Logo bereits andeutet, wird es von einem der renommiertesten und glaubwürdigsten Jazzmusiker Europas geleitet, von Nils Wogram.
Manche Klänge trägt man bereits ein Leben lang in sich, bis man erkennt, dass es genau jene sind, nach welchen man stets auf der Suche war. Eben diesen Klängen gehen die beiden Musiker Roger Kintopf und Victor Fox auf den Grund. Aus Texturen, Konzepten und Kompositionen formen sie eine Klangwelt, die sie über einen Zeitraum von nun mehr als 3 Jahren immer wieder zusammen entwickelt, umgewandelt, erweitert und aufgebrochen haben.
Kuba Płużek ist eine rebellische Figur in der musikalischen Welt des polnischen Jazz und zugleich ein kühner Virtuose, der in fesselnden Kompositionen Phrasen bricht und zerreißt, auf einer dünnen Linie der Harmonie balanciert und dem Hörer die Welt des wahren Weltklasse-Jazz erschließt. Geboren 1988 in Krakau, studierte er an der Musikakademie in Kattowitz an der Fakultät für Jazz und Popularmusik. Er ist einer der talentiertesten und kreativsten Instrumentalisten in der polnischen Jazzmusikszene. Sein Werk zeichnet sich durch eine außerordentliche musikalische Phantasie, perfekte Beherrschung des Instruments und eine beeindruckende Ausdruckskraft aus.
"Order and Chaos" ist das zweite Album der norwegischen Saxophonistin Cecilie Grundt. Das Album wurde im März 2019 aufgenommen und enthält acht Originalkompositionen, die von Cecilie Grundt und ihrem Quartett mit dem Pianisten Vigleik Storaas, dem Bassisten David Andersson und dem Schlagzeuger Martin Mellem aufgeführt wurden.
Im Jahr 2014 erschien das erste Album von Maria Fausts SACRUM FACERE (MFSF) in der Welt, das Kritiker und ungezwungene Zuhörer in der Würdigung des neuen ergreifenden Projekts vereint. Die Aufnahme wurde mit zwei Danish Music Awards ausgezeichnet und hat seither das Publikum bei Konzerten auf dem gesamten europäischen Kontinent in ihren Bann gezogen. Jetzt, im Jahr 2020, präsentiert uns Faust das nächste eindrucksvolle Kapitel in der Geschichte des Projekts.
Als Sängerin ist sie Autodidaktin. Ihre mühelose Fähigkeit, die richtigen Töne zu treffen, wurde fernab von jedem Übungsraum kultiviert, und da ihre Stimme und ihre Erzählung zu etwas Besonderem und Wiedererkennbarem herangewachsen sind, ist es von grosser Bedeutung, ihre prägenden Erfahrungen in einem Leben zu schätzen, das man konservativ als ein oft komplexes Leben bezeichnen kann.
Seit ihren Anfängen hat die Band ausgewählte Sängerinnen und Sänger ins Studio geladen. So entstand ein breitgefächertes Klangbild, das durchaus auch den Sound der Band verändert hat, hin zu weltmusikalischen Klängen mit der großen polnischen Sängerin Anna Maria Jopek & Sting Gitarrist Dominic Miller beim Titel "Male Tesknoty", oder der Roma-Ikone Emilia Istvan mit der Balkan Hymne "Ederlezi". Nebst dem bereichert US-Sängerin Shannon Callahan, oder auch die cool-loungig auftretende De-Phazz Sängerin Pat Appleton. Auch die Brasilianerin Patricia Cruz fügt eine federnd leichte Nummer hinzu und darüber hinaus brilliert der kalifornischen Star Jeff Young, langjähriges Mitglied bei Jackson Browne, Steely Dan und Bonnie Raitt.
Am 13. August nimmt die Saxofonistin, Klarinettistin und Komponistin Silke Eberhard den Jazzpreis Berlin 2020 aus der Hand von Berlins Kultursenator Klaus Lederer und rbb-Kulturchef Stephan Abarbanell entgegen. Preisverleihung und Preisträgerkonzert finden im Berliner Jazzclub A-Trane statt. Das Konzert ist aufgrund der Corona-Hygienevorschriften nicht öffentlich.!
Das erste Album nach dreizehn Jahren Pause des New York Trompeters und Komponist Charles Tolliver erscheint am 31. Juli bei Gearbox Records. Es wurde in den RAK Studios in London letzten November aufgenommen von Tony Platt (hat auch für Abdullah Ibrahim und The Bad Plus gearbeitet). Das Album enthält vier Stücke mit den Charles Tolliver All-Stars, bei denen sehr erfahrene und renommierte Jazzer aus New York beteiligt waren: Jesse Davis am Saxophon, Keith Brown am Klavier, Buster Williams am Kontrabass und Lenny White am Schlagzeug.
Joe Haider füllt ein mehr als spannendes Kapitel im Buch der deutschen Jazzgeschichte aus. Ein Markstein ist der Kauz am Piano in jeder Hinsicht. Aber einer, der meist übersehen, respektive überhört wurde. Ist er auch ein Innovator? Wenn man die Auffassung vertritt, die eigentliche Innovation dieser Tage liege darin, sich unbeugsam der überdimensionalen Greifarme des Zeitgeistes zu erwehren, dann schon. Und ein Vorbild? Musikalisch in jeder Hinsicht. In anderen Belangen hegt jedoch der Protagonist selbst Zweifel, zumindest was seine Vergangenheit anbelangt. An einem kommt jedoch niemand vorbei: Joe Haider ist ohne jeden Zweifel ein Original, ein Stilbildner. Einer der wichtigsten deutschen Jazzmusiker der Nachkriegszeit.
Es sind Einblicke in die Seele, kleine Fenster, die – jedes für sich – etwas über die Gedankenwelt einer extrem spannenden, wandlungsfähigen Künstlerin verraten. Ganna gewährt intime Einblicke, zeigt sich ganz bewusst von ihrer verletzlichen Seite, was sich jedoch im Kontext dieses farbenreichen Albums als große Stärke entpuppt. Allerdings gilt es davor, noch einige sprachliche Hürden zu überwinden.
Worldwide Sax Alliance (WSA) & jazz-fun.de
Wir stellen Ihnen unsere internationale Zusammenarbeit mit dem WSA vor. Wir wollen mit dieser Partnerschaft eine kulturelle Brücke zwischen lateinamerikanischen, europäischen und amerikanischen Künstlern bauen, indem wir ein professionelles Bündnis für fördernde, kommunikative und zukünftige Face-to-Face-Aktivitäten schaffen und so zusätzliche Einkommensquellen für Musiker in diesen schwierigen Zeiten schaffen.
Die Veröffentlichung von Holy Room - Live in der Alten Oper mit der Frankfurter Radio Big Band ist eine Hommage an die Heiligkeit des kulturellen Raums. "Seit der Pandemie habe ich viel über die Schnittmenge von Live-Geschichtenerzählen, öffentlichen Versammlungen und der Wahl, die wir alle haben, ein aktiver Zeuge zu sein, nachgedacht. Was bedeutet es für eine afrikanische Frau, auf einer europäischen Bühne zu stehen und die Geschichten in ihr Innerstes zu schreien? Was bedeutet es für eine kulturelle Institution, Raum für diese Geschichten zu halten, damit sie gehört und gefeiert werden können?" fragt Somi.
Das Schweizerische Bundesamt für Kultur gab Ende letzter Woche die Juryentscheidung bekannt: der mit 100.000 Franken dotierte Grand Prix Musik der Eidgenossenschaft geht dieses Jahr an Erika Stucky. Die Sängerin, Musikerin und Performerin „spielt im Musikgeschehen der Schweiz und weit darüber hinaus eine überragende Rolle“, so die Pressemitteilung des Bundes.
Für den Jazzclub Hürth war es eine Premiere: Erstmals in der 34-jährigen Vereins-Geschichte wurde ein Konzert im Internet gestreamt. Dass der Abend mit dem Stefan Ulbricht Trio auch im Netz verfolgt werden konnte, wurde durch die Kooperation mit dem Bürgerhaus Hürth im Rahmen der Open-Air-Konzertreihe #Hürth im Sommer ermöglicht. Im eigens errichteten Kulturbiergarten neben dem Bürgerhaus können auch in Pandemie-Zeiten bis zu 100 Gäste bei maximaler Sicherheit Kultur genießen. Jazzfreunde, die trotz der garantierten Hygienemaßnahmen das Konzert am Wochenende lieber zu Hause erleben wollten, konnten sich via YouTube oder Facebook zuschalten.
Es kann überwältigend sein, zu erkennen, wie viel Wasser uns umgibt, uns beeinflusst und unser Leben beeinträchtigt. Es ist ein Element, das überlebenswichtig ist, kann aber auch völlig verheerend sein; es kann ruhig und schön sein oder reißend und gewalttätig. Es ist allgegenwärtig - es fliesst an der Wende eines Wasserhahns und setzt sich zu 70% unseres eigenen Körpers zusammen - und doch irgendwie ungreifbar, in der Lage, seine Form zu verändern oder die Form seiner Umgebung anzunehmen.
Mit seinem raffinierten Ansatz, der Einflüsse aus Jazz, Klassik und amerikanischem Volkslied vermischt, war der Komponist Alec Wilder ein Liebling vieler der größten Sänger und Musiker des 20. Frank Sinatra, Tony Bennett, Peggy Lee und Mildred Bailey waren allesamt begeisterte Bewunderer, die Wilder als Freunde und Kollegen zählte; in späteren Jahrzehnten sind einige seiner Stücke in den Jazzkanon eingegangen, aufgenommen von Größen von Stan Getz über Keith Jarrett bis Fred Hersch.
Einen Monat bevor der Tenorsaxophonist und Komponist Jimmy Heath am 19. Januar 2020 im Alter von 93 Jahren starb, gab er dem letzten Album seiner 76-jährigen Karriere als professioneller Jazzmusiker den letzten Schliff. Es trägt den Titel Love Letter (Verve Records) und ist ein posthum entstandenes Meisterwerk, bei dem Heath - ein anerkannter Meister des Balladengenres - zum ersten Mal ein rein auf Balladen basierendes Recital präsentiert.
Drive, Power und eine mitreißende, polyrhythmische Spielweise waren das Markenzeichen von Schlagzeuger Art Blakey. Der war nicht nur eine Größe, sondern auch eine besondere Integrationsfigur des Jazz: in seinen Jazz Messengers spielten viele Berühmtheiten bevor sie international bekannt wurden – Art Blakey machte sie erst groß.
Das Blue Note-Debüt von Pianist Gerald Clayton fand auf der Bühne des legendären New Yorker Jazzclubs Village Vanguard statt, einem seit Jahrzehnten »heiligen Ort«, an dem Clayton die Geister des ehrwürdigen Raumes mit einer Gruppe gleichgesinnter Musiker beschwor: Altsaxophonist Logan Richardson, Tenorsaxophonist Walter Smith III, Bassist Joe Sanders und Schlagzeuger Marcus Gilmore.
Ludwig van Beethoven war ein Visionär, da wäre das neue Programm der Klezmer – Weltmusikband „Ensemble Noisten “Klezmer Pastorale, Beethoven trifft Klezmer“, wohl ganz nach seinem Geschmack. So wird u. a. das bekannte Thema seiner 6. Sinfonie, der Pastoralen zu einem Klezmertanz oder Beethovens „Chor der Derwische“ zu einer orientalischen Begegnung. Natürlich werden auch andere köstliche Klezmermischungen, wie z. B. dem Western Skotshne zu einem wahren Ohrenschmaus.
„MoodSwing“, das 1994 erschienene Album von Joshua Redmans erstem, aber kurzbeständigen Quartett, enthielt bemerkenswerte Stücke von vier jungtalentierten Musikern, die sich schnell als führende Kreativkräfte etablierten. Nach Jahren, in denen sie jeweils eigene Triumphe verbuchen konnten, haben sich der Saxofonist Redman, Pianist Brad Mehldau, Bassist Christian McBride und Drummer Brian Blade nun für das neue, gemeinsame Album „RoundAgain“ wieder zusammengeschlossen.
Der legendäre Vibraphonist und "Vater des Ethio-Jazz" Mulatu Astatke schließt sich mit dem in Melbourne beheimateten achtteiligen Black Jesus Experience auf ihrem neuesten Album To Know Without Knowing zusammen, einer fesselnden Neun-Track-Ansammlung majestätischer äthiopischer Melodien und Hip-Hop-infizierter Jazz- und Funk-Grooves, die über das deutsche Label Agogo Records veröffentlicht wurde.
Die Situation von Kreativschaffenden wird nicht einfacher, je länger wir quasi ein Berufsverbot haben und unserer Arbeit nicht nachgehen dürfen. Bei uns gibt es keinen Mindestlohn, keine große Lobby und als systemrelevant werden wir auch nicht erachtet. Die Musikindustrie, die sich seit Jahren stark verändert hat - sprich: physische Verkäufe sind weggebrochen und digitale Formen der Monetarisierung bringen in der Regel auch nur einen Bruchteil der Einnahmen ein, die Kulturschaffende brauchen.
Das Album beginnt mit der Schönheit Hope, der ersten Single. „Hope is fine, I feel divine„, singt Malia. Gleich nach den ersten Tönen fühlt es sich an, als ob man an einen weit entfernten Ort getragen wird. Diese düstere, doch optimistische Stimmung. Die Spannung wird aufrecht erhalten mit Last Show, einem melodiösen Titel mit Neo-Country Einschlag. „Last Show, ruft zu Beharrlichkeit auch in widrigen Zeiten auf, jeder hat die Fähigkeiten in sich, um das Beste aus seinem Lebens zu machen.
Im Rahmen des Deutsch-Dänischen Freundschaftsjahres 2020 ermöglicht das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit JazzDanmark zwei Musiker*innen aus Deutschland die Teilnahme an der Summer Session 2020 in Dänemark. Wir freuen uns, dass Mareike Wiening und Izabella Effenberg in diesem Jahr dabei sind!
In dem Album zeigt HAZAR musikalische Höchstleistungen auf Weltklasseniveau. Er beherrscht ein kongeniales Zusammenspiel im Wechsel mit klangvollen Melodien, virtuosen Passagen, rasanten Läufen und spektakulärer Technik, während er immer neue Gefühlstiefe in sein Spiel einfließen lässt. Bemerkenswert ist hierbei, dass er auch bei schnellem Tempo immer einen sehr kräftigen und sauberen Ton bewahrt.
„Ich weiß nicht, was mit mir passiert, wenn ich nachts an diese Orte komme. So müde, dass ich manchmal nicht einmal weiß, wo ich bin oder wo ich war, wenn ich noch hoch oben weile und man die ersten Lichter der Küste sieht. Wir können überall sein, sage ich mir, und meditiere. Es sind Gedanken an Orte, die niemandem gehören. Es sind Orte des Herzens und der tiefen Nacht. Wenn meine Schritte die Erde streicheln, weckt mich der Duft der Luft und der Blumen." (Paolo Fresu)
Zwei führende Persönlichkeiten der britischen Jazzszene: die Komponistin, Arrangeurin und Posaunistin Callum Au und die international bewunderte Sängerin Claire Martin schließen sich für das neue Album "Songs and Stories" des Kopenhagener Labels Stunt zusammen. "Das Album, an dem insgesamt 82 außergewöhnliche Musiker aus Großbritannien, Europa und den USA beteiligt sind, ist eine atemberaubend arrangierte Auswahl von Jazz-Standards und Klassikern aus dem American Songbook, die überzeugende, einfühlsame, moderne Orchester- und Big-Band-Bearbeitungen bietet und gleichzeitig einen umfassenden Stil und Einfluss von den definitiven Höhepunkten dieses Genres in vergangenen Epochen bezieht.
Multiinstrumentalist, Komponist und Produzent Derrick Hodge war auf Grammy-ausgezeichneten Alben von Robert Glasper, Maxwell, Terence Blanchard und Common zu hören. Sein drittes Blue-Note-Album unter eigenem Namen ist ein musikalischer Schmelztiegel aus fließendem Jazz, groovendem Hip-Hop, spiritueller Tiefe und kreativem Feuer.
Das erstmalige Zusammentreffen des dynamischen polnischen Marcin Wasilewski Trios mit dem großartigen Tenor Sax von Joe Lovano bringt eine besondere Musik von konzentriertem, tiefem Gefühl hervor, in der Lyrik und Kraft ideal ausgewogen scheinen. Die Allianz spielt vier neue Stücke von Marcin und eines von Joe sowie Carla Bley's Klassiker "Vashkar" (in zwei Variationen), dazu kollektive Improvisationen mit starkem Input aller vier Spieler; Slawomir Kurkiewicz' Basskünste kommen besonders gut in dem spontanen Stück "Arco" zum Einsatz.
Als Sideman ist Marco Bardoscia an 7 Aufnahmen beteiligt, während er einer der Hauptakteure der CDs Lumina und B.A.M. ist, die vom Label konzipiert wurden und zu musikalischen Projekten geworden sind, die ein integraler Bestandteil des musikalischen Lebens von Bardoscia sind. "The Future is a Tree" ist sein wahres Debüt als Leader des Labels mit einem klassischen Jazz-Trio, bei dem er zwei Musikern anführt, die wie er aus Apulien stammen und mit denen eine langjährige Zusammenarbeit besteht: William Greco am Klavier und Dario Congedo am Schlagzeug.