Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Der Pianist Hans Feigenwinter, der Bassist Bänz Oester und der Schlagzeuger Norbert Pfammatter knüpfen auf magistrale Weise an die Tradition des Improvisierens über Standards Im Pianotrio-Format an und führen diese Tradition auf zugleich ungekünstelte und tiefschürfende Weise fort und erreichen dabei eine exemplarische Balance aus Eleganz und Kühnheit.
Als Sängerin und Songwriterin begeistert die Italienerin Chiara Pancaldi mit stimmlicher Leichtigkeit und ihrer melodischen Phrasierung Jazzkritik und Publikum. Denn sie interpretiert ihre Songs stets aus ihrer inneren Ruhe und Tiefe heraus... (Live-Musik Esslingen). Sie tritt live in Clubs und auf Festivals in Italien und im Ausland auf...
Olivier Le Goas ist nicht nur kunstfertiger Drummer mit Stärken in Polyrhythmik und komplexen Metren, sondern auch ein versierter Komponist mit einer Gabe für angenehme Harmonien und einprägsame Melodien. Der französische Bandleader-Veteran stellte seine vielen Talente bereits auf seinem vielgelobten Album Reciprocity (2016) zur Schau. Die Platte wurde in einer 4 1/2-Sterne-Rezension von Downbeat für seinen „ansprechenden Klang“ gelobt, „der mit einem Bein in kammermusikalischem Formalismus steht, aber ebenso höchste Ebenen der Improvisation auslotet“.
Berlin, 12.03.2020 | Abgesagte Messen, geschlossene Konzerthäuser und auf unbestimmte Zeit verschobene Veranstaltungen: Von den staatlichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus CoVid-19 in Deutschland sind nicht nur Großveranstaltungen betroffen, sondern auch unzählige Jazzspielstätten wie Clubs und Kleinkunstbühnen.
Wegen des Coronavirus-Ausbruchs müssen die meisten Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern in Deutschland abgesagt werden. Daher können die kommenden Gregory Porter Shows im März leider nicht stattfinden. Fortsetzung in Dezember...
Changing Shapes ist Lorenzo Vitolos Debütaufnahmeprojekt mit Songs, die zu verschiedenen Zeitpunkten in seinem musikalischen und künstlerischen Wachstum entstanden sind. Der rote Faden, der sich durch alle Kompositionen zieht, ist die kontinuierliche Veränderung von Formen und Tönen, Räumen und Zeiten, Gedanken und Gefühlen.
Nachdem das Aloft Quartett mit seinem Debütalbum "First Year" im Jahr 2018, dem zweiten Album "Farewell Old Ways", bei den Danish Music Awards gewonnen hat, verlässt es das Gewohnte und springt in die Tiefe des Unbekannten. Ein neues Projekt bietet Originalkompositionen, die ein starkes und zusammenhängendes Repertoire bilden.
Die russische Jazz-Sängerin und Komponistin TATIANA NOVA (Jg. 1995) hat sich für ihr neustes Werk an ein Gedicht aus dem Jahr 1915 gewagt. Sie vertonte „Ja ulybat'sja perestala“ (zu deutsch: Schon lange habe ich aufgehört zu lächeln) von Anna Akhmatova - einer der größten Poetinnen Russlands. Schon als Kind las NOVA in ihren Bücher und war fasziniert von den Bilder, die Akhmatova mit ihren Worten malte. Als sie vor wenigen Jahren nach Deutschland umzog, musste wenigstens ein Gedichtband von Akhmatova mit.
Adam Pierończyk, ein führender polnischer Saxophonist, laut internationaler Presse einer der interessantesten und kreativsten europäischen Musiker, und Miroslav Vitous, ein Virtuose des Kontrabasses, einer der größten Namen in der Geschichte des Jazz, bilden seit vier Jahren ein außergewöhnliches Duo. Das jüngste Werk ist das dritte Gipfeltreffen in der Geschichte dieser außergewöhnlichen Formation, diesmal ist es zum ersten Mal eine Live Aufnahmes, das in einem erstklassigen Konzertsaal, dem NOSPR-Saal in Katowice, aufgenommen wurde.
Der Grund für den Albumtitel und die außergewöhnlich umfängliche Veröffentlichung liegt auf der Hand: am 15. März 2018 feierte Lloyd seinen 80. Geburtstag in seiner Heimatstadt Santa Barbara, auf der Bühne des Lobero Theatre, mit einer beispiellosen Gruppe von Musikfreunden, darunter Gitarrist Julian Lage, Pianist Gerald Clayton, Bassist Reuben Rogers und Schlagzeuger Eric Harland. Als Gäste stießen Organist Booker T. Jones und Blue-Note-Präsident Don Was am Bass hinzu.
Eine betörende Vermischung von Pop, Jazz, Ambient und Rockmusik in selten gehörter kompositorischer Präzision: Das ist der Sound der 2014 in Brooklyn gegründeten Band Wood River um die vielseitige Musikerin Charlotte Greve. Im Jahr 2015 erschien das Debütalbum, das ohne jede Werbekampagne innerhalb weniger Monate vergriffen war. Nun folgt mit „More Than I Can See“ die zweite Platte, die Wood River in neuem Licht erscheinen lässt.
Zweifellos, so klingt zeitgenössische Jazz-Gitarre: griffige Melodien, die zum Zuhören motivieren, gut abgestimmtes Teamwork der Band auf leicht rockiger Basis ohne tradierte Jazz-Rock-Spielweisen und ausgefeilte Harmonien der Themen. Zusammen mit den klaren, stringenten Soli von Eran Har Even entsteht daraus ein gefühlvoller jazziger Gitarren-Sound, repräsentativ der erste Titel collective-memory..
Funk, Jazz & Weltmusik - mit diesem spannenden Mix hat das “Wojtek Justyna TreeOh!” schon auf der ganzen Welt die Herzen von Musikliebhabern für sich gewinnen können. Nach phänomenalen Konzerten in Südkorea, den Niederlanden, Polen, der Tschechischen Republik und Portugal wird das international besetzte Treeoh! unter der Leitung des polnischen Gitarristen Wojtek Justyna, zum dritten Mal Deutschland besuchen. Von März bis April wird die in den Niederlanden gegründete Band insgesamt 11 Konzerte spielen.
McCoy Tyner, ein bedeutender Bestandteil von John Coltranes bahnbrechendem Quartett aus den 1960er Jahren und einer der einflussreichsten Pianisten der Jazzgeschichte, starb am Freitag, den 06.03.2020 in seinem Haus im Norden von New Jersey. Er war 81 Jahre alt. Zusammen mit Bill Evans, Herbie Hancock, Chick Corea und nur einigen anderen war Tyner einer der Hauptfiguren des modernen Jazz-Pianos. Fast jeder Jazz-Pianist seit Tyners Jahren bei Coltrane musste seine musikalischen Kenntnisse erlernen.
Resilience Music Alliance ist stolz darauf, die Aufnahme des renommierten 18-jährigen Pianisten/Organisten Matthew Whitaker im seinem immer umfangreicher werdenden eklektischen Programm bekannt geben zu können. Das Album mit dem Titel NOW HEAR THIS... ist Whitakers Label Debüt, produziert vom preisgekrönten GRAMMY-Produzenten Brian Bacchus.
Hergehört! Hier passiert etwas Einzigartiges. Drummer Oliver Steidle, Keyboarder Dan Nicholls und Pianist Hannes Selig gelingt in musikalischer Hinsicht die Quadratur des Kreises. Das Credo der drei Musiker ist ein Spiel mit der Wahrnehmung zeitgenössischer EMusik, ohne dem Hörer deren intellektuellen Überbau zu oktroyieren.
Die Jazzgitarristin Susan Weinert ist tot. Wie auf ihrer Facebookseite gestern Abend mitgeteilt wurde, starb sie am vergangenen Montag im Alter von 54 Jahren. Wir von jazz-fun.de sind fassungs- und sprachlos über den plötzlichen Verlust.
Ein Album, das auf hervorragende Weise die intensive Zusammenarbeit dreier großartig begabter Musiker dokumentiert. Ohne Makel, randvoll mit Funken von Schönheit und Freude, aber auch Trauer und mit Momenten der Vision...
Chimes of Freedom, das 15. Album von Lynne Arriale als Leader, wurde in Belgien aufgenommen und von Challenge Records International veröffentlicht. Lynne wird von renommierten Musikern begleitet, dem niederländischen Bassisten / Co-Produzenten Jasper Somsen, dem Schlagzeuger E. J. Strickland und dem Gastsänger K. J. Denhert.
"I Follow My Secret Heart" ist ein großartiges Album. Äußerst inspirierend, modern und gleichzeitig stark auf die Geschichte des Jazz bezogen, eröffnet gerade durch die Einfachheit der Form der Raum der Möglichkeiten: Klavier, Saxophon, Kontrabass und Schlagzeug. Besondere Momente hält das Album immer dann bereit, wenn Peplowski die Kalrinette gegen sein Tenorsaxofon eintauscht.
Auf dem in Rio de Janeiro und Berlin aufgenommenen "Atlantico" entwickelt das Trio nun seine groovige Seite und bricht in Rios Samba-Viertel auf. Angetrieben von den elektronischen Spacetools von Joo Kraus und Ralf Schmid und verstärkt durch den brasilianischen Gast-Percussionisten, entstehen pulsierende Grooves, nahe an Samba und Brazilectro, die Paula Morelenbaums Gesangslinien energetisch aufladen.
Auf ihrem ACT-Debüt “In Duo with Mihkel Mälgand” entwirft Voorand voller Leidenschaft ein Klanggemälde im Großformat. Ihr enormes Spektrum reicht dabei von akustischem Folk-Pop über R&B und Elektro bis zu Vokaljazz und lautmalerischer Improvisation. In ihrer Heimat ist Voorand damit bereits ein Star, so gewann sie kürzlich die “Estonian Music Awards” als bester weiblicher Künstler wie für das beste Jazz Album.
Der Berner Andreas Schaerer hat sich mit seinen jüngsten Projekten - von seinem ACT-Debüt, dem revolutionären Orchesterwerk “The Big Wig” für die Luzern Festspiele, über die Kooperationen mit Michael Wollny und Vincent Peirani bis zu seinem Quartett A Novel of Anomaly - als einer der herausragenden jungen Jazzer Europas etabliert.
Nach 8 Jahren mit dem von der Kritik gefeierten Orioxy-Ensemble lud Julie Campiche 2016 eine neue Generation Schweizer Musiker zu ihrem gleichnamigen Quartett ein. Drei Jahre und 40 Konzerte später präsentiert sie nun ihr erstes Album Onkalo. Diese begabten Musiker haben keine Angst zu erforschen und zu experimentieren, während sie die Noten, den Ton und die Textur ihrer Arbeit formen.
Wenn ein junges aufstrebendes Jazzfestival eine Liaison eingeht mit einer Jazzkonzertreihe in einer außerordentlichen Location, droht es ein magischer Abend zu werden. So geschehen am letzten Januarabend dieses Jahres, als wir mit 350 anderen Gästen in der wunderschönen ausverkauften Industriehalle des Ofenwerks – die übrigens eigens für das Konzert mit Oldtimern geschmückt wurde – auf ein außergewöhnliches Trio warten. Ein Bericht von Petra Spelzhaus.
"Here Be Dragons" ist das ECM-Debüt des in New York lebenden, in Tel Aviv geborenen Saxophonisten Oded Tzur, eines auffallend originellen musikalischen Geschichtenerzählers. Tzurs graziöser und flüssiger Tenorsaxophon-Sound wurde durch Studien mit dem Bansuri-Meister Hariprasad Chaurasia beeinflusst, das Konzept des Raga ist subtil in seine eleganten Kompositionen eingebettet, die von seiner herausragenden israelisch-griechisch-amerikanischen Band mit Verve und Fantasie gespielt werden.
In den letzten Jahren hat sich Stefan Karl Schmid als feste Größe in der deutschen Jazz-Szene etabliert. Sein Debüt als Bandleader, ExTENded, erschien 2012 in der Reihe Next Generation, gefolgt von je zwei Alben als Co-Leader im Quartett mit Leonhard Huhn (Schmid's Huhn, 2014 und Golden Spheres, 2018) sowie im Quartett mit Philipp Brämswig (Anima, 2015 und Awake, 2019).
Ein beeindruckendes Album mit neuer Musik von Pianistin/Komponistin Carla Bley, deren Trio mit Andy Sheppard und Steve Swallow nun im 25. Jahr besteht. Die einzelnen Beziehungen der Musiker gehen noch viel weiter zurück: Bassist Swallow nahm 1961 erstmals Musik von Carla auf. Wenn Bley also »Life Goes On« sagt, wird auf viel Leben angespielt.
10 Stücke voller Dynamik, allein die in den Höhen glasklare und im Alt doch so kraftvolle Stimme und ein 120 Jahre alter, butterweicher Blüthner-Flügel: Ada Brodie wagt wieder Minimalismus und doch große Tiefe auf ihrem zweiten Live-Album THE GRAND TALE II. Im fast epischen “The Wanderer” erzählt sie dazu von ihrer Generation als den ewig Reisenden, den Verlorenen, und ruft ihnen zu: „Let us wander, wander, oh – let us under-stand what we used to know“.
Waldemar 4 ist eine bemerkenswerte Einheit mit einigen der gefragtesten improvisierenden Musiker Norwegens. Trygve Waldemar Fiske stellte dieses Quartett für sein Auftragswerk für das Molde International Jazz Festival 2014 zusammen.
Das Quartett liefert zeitgenössischen Jazz, dessen so kraftvoller wie lyrischer Ausdruck in Kombination mit skandinavischer Transparenz zu einem ganz eigenen Soundgemälde verschmilzt. Wunderschöne, eindringliche Balladen, groovige Latin-Rhythmen und vom Bebop inspirierte Swing-Melodien – alles gewürzt mit einem Schuss ungerader Metren und fein dosierten Funk-Einsprengseln – durch intelligente Instrumentierung und spannende Arrangements verbunden.
Das neue Pat Metheny Album enthält 10 neue Kompositionen, die von seinem langjährigen Drummer Antonio Sanchez, der malaysisch-australischen Bassistin Linda May Han Oh, dem englischen Pianisten Gwilym Simcock, sowie der Hollywood Studio Symphony unter der Leitung von Joel McNeely eingespielt wurden. Meshell Ndegeocello (Vocals), Gregoire Maret (Mundharmonika) und Luis Conte (Percussion) zählen zu den Gästen auf „From This Place“. Das Album umfasst das erste neue Material Methenys seit „Kin (←→)“ von 2014. Im neuen Jahr werden Metheny, Simcock, Oh und Sanchez auf ausgedehnte, internationale Tour gehen.