Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
Berlin, 19.02.2020 | Die Deutsche Jazzunion weist gemeinsam mit weiteren 17 in der Allianz der Freien Künste zusammengeschlossenen Bundesverbänden auf dringenden Korrekturbedarf beim vorliegenden Gesetzentwurf zur Grundrente hin, den das Bundeskabinett heute beschlossen hat.
Aaron Diehls elegante Klavierführung und musikalische Raffinesse stehen auch auf seinem dritten Album für Mack Avenue Records, The Vagabond, im Mittelpunkt. Seine bisherigen Auftritte für das Label - The Bespoke Man's Narrative (2013), das auf Platz 1 der JazzWeek Jazz Chart landete, und Space, Time, Continuum (2015) mit den Jazzmeistern Benny Golson und Joe Temperley- haben ihn bereits als einen der lebendigsten Stilisten der Jazzwelt etabliert.
Neue Standards braucht die Musikwelt. Nicht nur qualitativ. Robin McKelle, die New Yorker Sängerin mit Wahlwohnsitz Paris, setzt und singt jetzt solche neuen Standards. Auf ihrem neunten Soloalbum „Alterations“ interpretiert die 43-jährige mit der „kraft- und ausdrucksvollen Altstimme“ (Blues & Soul) Lieblingslieder der singenden Songwriterinnen, die sie inspiriert und bewegt haben – von Dolly Parton über Amy Winehouse, Janis Joplin, Carol King, Billie Holiday, Joni Mitchell, Adele und Lana Del Ray bis Sade. Dass sie damit ihr vielleicht persönlichstes Werk schafft, spricht für sie.
Auf ihrem Album GOING DOWN THE WELL zeigt die Band MoonMot, wohin sich der Jazz im 21. Jahrhundert bewegt. Das Sextett aus der Schweiz und Grossbritannien vermengt in ihrem Erstling die grossen musikalischen Ideen der vergangenen Jahrzehnte raffiniert und voller Spielfreude mit dem ganz grossen Rucksack der Jazztradition.
Dass akustische Instrumente und elektronische Musik zusammengehen, dass sich Improvisation und 4/4 Kickdrum bestens vertragen, hat das dem Modern Jazz entspringende Klaviertrio LBT mit seinem Techno-Debüt Way Up in the Blue unter Beweis gestellt. Über die letzten zwei Jahre haben sie auf zahlreichen Konzertreisen ihren unverkennbaren Sound weiterentwickelt; 2017 wurden sie dafür mit dem BMW Welt Jazz Award, 2019 mit dem Burghauser Jazzpreis ausgezeichnet.
Es ist immer wieder faszinierend, wenn improvisierte Klänge Gestalt annehmen und zu mitreißender Musik werden. Für dieses Wunder braucht es entsprechende Musiker, die dieses Gespräch ohne Worte führen und entwickeln können. Der Jazzpianist Cornelius Claudio Kreusch und sein Bruder, der klassische Gitarrist Johannes Tonio Kreusch, haben seit langem bewiesen, dass sie dazu in der Lage sind, obwohl oder vielleicht gerade, weil sie aus unterschiedlichen musikalischen Genres und Welten kommen. Ihr jüngstes Album mit dem programmatischen Namen „GESTALT!“ aber halten sie selbst für einen wichtigen Höhepunkt ihres bisherigen Dialogs des improvisierenden Miteinanders.
10 Städte – 10 musikalische Porträts. Das ist die Idee hinter Hyperlapse, dem siebten Studioalbum der französischen Band OZMA. Eine musikalische Reise, auf der die Band zeitgenössischen Jazz, Rock, elektronische und filmmusikartige Klänge miteinander kombiniert. Jedes der zehn Stücke ist einer Stadt gewidmet, in denen die Musiker während ihrer Welttournee 2018 zu Gast waren.
Jana Herzen, Gründerin und Präsidentin des mehrfach grammyausgezeichneten New Yorker Labels Motéma Music (Terri Lynne Carrington, Gregory Porter, Joey Alexander, Donny McCaslin, Mark Guiliana und viele mehr), hat am 24. Januar 2020 ihr neues Album "Nothing But Love" veröffentlicht.
Das Debütalbum von The Jazz Defenders erscheint bei Haggis Records, dem von der britischen Funkband The Haggis Horns gegründeten Label. Jazz war schon immer ein massiver Teil dessen, worum es bei The Haggis Horns geht, daher passte diese Ehe perfekt.
In einer Zeit, die von Unvorhersehbarkeit und absurden Realitäten gekennzeichnet ist, scheint Musik, die von Spontaneität und Improvisation geprägt ist, besonders relevant. Der international anerkannte Trompeter und Komponist, Produzent und Unternehmer Dan Rosenboom greift das Chaos auf und versucht, uns auf diesem Weg Hoffnung und Freude zu geben.
Wo die Ära der Jazz-Orchester in den Vierzigerjahren endete, da setzen heute erfreulich viele junge Bigbands neu an. Auch der Pianist, Keyboarder und Organist Matthias Bublath setzt seine musikalischen Leidenschaften jetzt im großen Maßstab um. Und da er es nun mal bullig mag, trägt sein Jazz Orchestra auch den passenden Namen: Eight Cylinder Bigband.
Im Winter 2016 haben sich Lukas Backs (Altflöte, Querflöte, Bassklarinette, Percussion), Laurenz Welten (Altsaxophon, Tenorsaxophon, Bassklarinette, Klarinette), Jonas Petry (Drums, Spacedrum, Tonbak, Daf, Wasserschale, Objekte,) und Valentin Mühlberger (Wurlitzer, Moog, Stimme) – vier junge herausragende Musiker aus Leipzig – zu WELTEN zusammengeschlossen. Auf ihrer steten Suche nach Klängen in und um sich entwickeln diese vier jungen Musiker ihre eigenen Soundwelten.
Ursprünglich aus dem Hans Anselm Quintett entstanden, welches den Wunsch hatte, seine Stücke etwas größer zu interpretieren, blickt die Hans Anselm Big Band mittlerweile zurück auf Auftritte in zahlreichen Städten Deutschlands, ein Studio- und ein Live-Album, einen Radioauftritt im Kulturradio des RBB und wird seit diesem Jahr von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert.
Auf Tour präsentiert der Wiener Saxophonist Bernhard Wiesinger (geb. 1981) sein Debütalbum Notice That Moment, das er 2019 mit Kevin Heys, Scott Colley und Bill Stewart in New York aufgenommen hat. Wiesinger kombiniert Authentizität in seinem Spiel und Individualität in seinem Klang, mischt elegant Tradition und Modernes in einem gelassen natürlichen Stil. Diese Attribute spiegeln sich auch in seiner Trackauswahl, die sich aus Eigenkompositionen, selbst arrangierten Jazzstandards und Songs des legendären Motown zusammensetzt.
Paolo Fresu, Alleskönner der zeitgenössischen Musikkunst, würdigt respektvoll das Werk Bellinis und beschreibt mit nur einem Satz, worum es bei diesem Projekt geht: "Es ist die schlichte Wiederaufnahme in seiner Instrumentalfassung, in der die Trompete die Stimme ersetzt, von einigen der schönen Arien der Norma von Bellini, die in Catania produziert und dank der meisterhaften Feder von Paolo Silvestri in die heutige Zeit übertragen wurden".
In den letzten fünf Jahren ist Joey Alexander etwas Eigenartiges passiert, eine rasante Zeit, in der er zum brillantesten Nachwuchstalent der Jazzgeschichte wurde - nämlich zum renommierten Headliner von Festivals und Konzerthallen; zum jüngsten Musiker, der je für einen Grammy Award in einer Jazzkategorie nominiert wurde; und zu einem Medienfavoriten, der sich ein Profil in 60 Minutes, ein Titelseitenprofil in der New York Times und andere erstklassige Berichte verdient hat.
Die Jakob Helling Concert Big Band, ein hochkarätig & international besetztes Ensemble, spielt moderne, aber vor allem swingende und wenig verkopfte Big-Band-Musik, wie man sie seltenst zu Gehör bekommt! Anfang 2019 spielten die 17 Musiker ihre Debut-Tour in Österreich wobei sie dieses Live-Dokument aufzeichneten. Mit der Hilfe von Toningenieur Nico Raschke (BuJazzO / Hansahausstudios Bonn) und Mixing und Mastering vom Saxofonisten Roman Schwaller (u.a. Vienna Art Orchestra) hat Jakob Helling diesen Tonträger in Eigenregie produziert.
Matt Penman zu Gast bei David Grabowski – fünfte Ausgabe des Projekts „Mixed Generations“
Bereits zum fünften Mal kommen ehrgeizige und anspruchsvolle junge Jazzmusiker in den Genuss des Nachwuchsförderprogramms „Mixed Generations“ der Jazz Federation Hamburg (JFH). Bei diesem Projekt kann sich die nächste Generation einen renommierten Mentor ihrer Wahl zur gemeinsamen Erarbeitung eines musikalischen Projekts mit dem Ziel einer öffentlichen Aufführung auswählen. Am 11. Februar hat der junge Hamburger Gitarrist David Grabowski den in New York wirkenden Bassisten Matt Penman als Impulsgeber eingeladen (20 Uhr, Stage Club, Theater Neue Flora).
Die Zeiten, rigide voneinander abgegrenzter Musikgenres gehen zu Ende, ein Gewinn für jeden, der Musik als universelle, jeden Ausdruck ermöglichende Sprache liebt. So gibt es inzwischen kaum mehr einen jungen Jazzpianisten, der nicht über eine klassische Grundausbildung verfügt und sich neben verschiedenen Jazzstilen nicht auch bei anderen Genres bedienen würde. Trotzdem findet man immer noch kaum einen so „vollkommenen“ Pianisten wie den Finnen Iiro Rantala.
Das Zusammentreffen der beiden gleicht einem Glücksfall. Ihre musikalischen Unterhaltungen entzünden sich an prägnanten Themen und Motiven, entfalten sich frei und erweisen sich zugleich hochkonzentriert. Joachim Kühn und Mateusz Smoczyński entdecken Wege ins Offene, finden zu einem gemeinsamen Puls und einem gemeinsamen Atmen.
Trance, rituelle Mystik, psychedelische Magie – wie auch immer man die Wirkung der Gnawa-Musik beschreiben will, sie übt eine weltweite Faszination aus. Majid Bekkas ist einer der schillerndsten Meister des modernen Gnawa-Universums, und vielleicht der mit den vielfältigsten Aktivitäten in andere Genres hinein. Mit dem Magic Spirit Quartet schlägt er jetzt eine waghalsige Brücke von Nordafrika nach Skandinavien, von Archaik zu Ambient – und fängt damit den Geist des Jazz im 21. Jahrhundert ein.
"Der Grund, ein Musical über Frank Sinatra zu machen, ist vielleicht zwei, drei Tatsachen geschuldet. Er ist ein großartiger Künstler des 20. Jahrhunderts, stand über mehrere Generationen hinweg an der Spitze des Showbiz und war – nach meiner Ansicht - der erste Popstar. Generell verkörpert seine Musik, sein zeitloser Stil den Swing, der immer wieder von Rock- und Popstars, wie zum Beispiel von Rod Stewart über Robbie Williams bis Lady Gaga’s gemeinsames Album mit Tony Bennett, aufgegriffen und gepflegt wird und nach wie vor aktuell ist. " - Autor & Regisseur Stefan Warmuth im Gespräch mit Cosmo Scharmer von jazz-fun.de
Einst als „Wunderkind an der Hammond-Orgel“ in die Szene eingestiegen, gilt der nun 21-Jährige als einer der "Rising Stars" der Deutschen Musikszene an Klavier, Orgel und Keyboards. Der gebürtige Aachener war bereits seit dem Alter von 12 Jahren während seiner Schullaufbahn als professioneller Musiker unterwegs und spielte in den letzten Jahren Konzerte und Tourneen in ganz Europa, Japan, Südostasien oder Australien. Neuerdings ist er festes Mitglied der Wolfgang Haffner Band sowie der neuen Band des amerikanischen Saxofonisten Bill Evans - weitere musikalische Ritterschläge waren Auftritte mit u.a. der WDR Big Band, Nils Landgren, Max Mutzke oder Randy Brecker.
"Jazz ist Leben und Leben ist Freude. Meine Musik ist eine Hommage an das Leben", sagt Massoud Godemann, der 2010 mit Open Letter "eines der schönsten, poetischsten, bewegendsten, überzeugendsten Jazzgitarre‐Alben überhaupt" (Jazzpodium Nov/Dez 2010) eingespielt hat. Zusammen mit Gerd Bauder (b) und Michael Pahlich (dr) bildet er das Trio MG3, das eine Klangwelt von eindrucksvoller Vielseitigkeit schafft und das Publikum damit immer wieder zu verzaubern vermag. Ein Fotobericht von Jacek Brun
Die Gewinner der 62. Grammy Awards 2020 stehen fest. Wir haben die Liste in Kategorie Jazz für Sie zusammengestellt.
„Ich stehe auf Bandgefüge“, sagt Maika Küster nachdrücklich, „ein Name wie 'Maika Küster Quartett' kam von Anfang an überhaupt nicht in Frage.“ Als Sängerin, Haupt-Komponistin und -Songtexterin sowie als Produzentin des aktuellen Albums steht sie zwar seit Gründung der Gruppe im Zentrum, versteht sich aber nicht als alleinige Anführerin. Obwohl sie häufig fertige Kompositionen einbringt, werden auch die Arrangements ihrer Stücke meist gemeinsam entwickelt.
Eine warme, leicht funky angehauchte Stimme, trotzdem so nah und intim, mit so viel Seele und Charisma. Bai Kamara Jr.'s Musik ist eine Mischung aus Soul, Blues, Roots, Swamp, Voodoo und Jazz. Bai, Sohn des ehemaligen Botschafters Sierra Leones in Brüssel, der in Großbritannien aufgewachsen ist, aber bereits seit über 25 Jahren in Brüssel lebt, ist ein engagierter Singer-Songwriter, der seine afrikanischen Wurzeln in seiner Musik auslebt.
In einer ungewöhnlichen Quartettbesetzung (Yelena Eckemoff: piano, composer, Arild Andersen: bass, Jon Christensen, Thomas Strønen: drums) entwickelt die Pianistin und Komponistin Yelena Eckemoff Gedanken über Charakteristika von 14 wilden, in der Finsternis lebenden Kreaturen... Yelena Eckemoff fügt mit Nocturnal Animals ein weiteres Element in ihre Reihe von durchdachten Konzeptalben ein. Getreu seinem Titel enthält das Doppelalbum 14 musikalische Eindrücke von den Geschöpfen, die die Nacht beherrschen. Die Stücke werden von einem Quartett zum Leben erweckt, das Eckemoff neben dem Bassisten Arild Andersen und den Schlagzeugern Jon Christensen und Thomas Strønen platziert.
Berlin 21.01.202 | Vertreter*innen der deutschen Jazzszene begrüßen die Ankündigung des Berliner Senats, in der Alten Münze Berlin ein einzigartiges Zentrum für Jazz und improvisierte Musik mit bundesweiter und internationaler Strahlkraft entstehen zu lassen. Grundlage war ein gemeinsames Konzept, das die Deutsche Jazzunion, die IG Jazz Berlin und Till Brönner unter Beteiligung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) nach einem intensiven mehrjährigen partizipativen Diskurs entwickelt hatten.
Sechs Jahre der Entstehung "IS THAT SO?" ist eine der engsten und tiefgreifendsten musikalischen Zusammenarbeit von John McLaughlin mit dem erfolgreichen indischen Komponisten und Vokalisten Shankar Mahadevan. Zu dem Duo gehört ihr lebenslanger Freund und musikalischer Bruder Ustad Zakir Hussain an der Tabla, der mit John McLaughlin seit der Gründung von Shakti in den frühen 70er Jahren zusammenarbeitet die als erste wegweisende Crossover-Ost-West-Musikgruppe gilt.
Music Business Workshops 11. bis 17. März 2020 an Zürcher Hochschule der Künste. SOFIA (Support Of Female Improvising Artists) greift eine Idee des amerikanischen Förderprogramms Sisters in Jazz auf, das zur musikalischen Weiterbildung von Jazzmusikerinnen eingerichtet wurde, ergänzt es aber um eine wichtige Komponente: Neben der künstlerischen Profilierung junger Musikerinnen geht es um die Förderung ihrer Vernetzung und Selbstvermarktung.
Es war die Assoziation mit seinem kleinen Sohn, die den Stuttgarter Saxophonisten und Komponisten Christoph Beck zum Titel seines zweiten Albums Still Tryin verhalf. Und wie ein Kind, das sich immer wieder neu versucht, Handgriffe ausprobiert, um sie zu erlernen, ist auch Christoph Beck ein Suchender, ein Klangforscher nach dem eigenen, einzigartigen Sound. Ob er ihn schon gefunden hat oder ihn noch finden wird, vermag er nicht zu beurteilen. Es ist jedoch das, was ihn immer wieder antreibt und motiviert.