Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
„Zu viert im Jazz-Olymp“, schrieb die Neue Zürcher Zeitung über das Studioalbum 4 Wheel Drive und das ZDF Heute Journal berichtete über „vier erste-Liga-Jazzer mit reiner Spielfreude und Lust an guter Popmusik“. Vier Monate in Folge thronte das Album auf dem Podium der offiziellen Deutschen Jazz-Charts, jetzt erscheint die Live-Version.
Der als Gitarrist Nguyên Lê ist nicht nur wegen seiner unverwechselbaren Technik ein großer des Jazz und Stilist von eigenem Rang. Er war von Anfang an auch ein Mittler zwischen den Kulturen. „Ich bin als Sohn vietnamesischer Eltern in Frankreich geboren. Als Künstler begann ich, meine eigene Identität aufzubauen, mit der Kultur meiner Eltern und der des Landes, in dem ich lebte. Und ich bin nicht allein. Diese Erfahrung haben viele und sie kann geteilt werden, überall auf der Welt, nicht nur von Vietnamesen“, sagt Lê.
Mit gerade einmal 25 Jahren hat sich Veronica Swift einen Lebenslauf erarbeitet, um den selbst viele Spätkarriere-Jazz-Sänger sie beneiden würden: Tourneen als Sängerin mit Wynton Marsalis, dem Jazz at Lincoln Center Orchestra und Chris Botti; eine Gastzusammenarbeit mit Michael Feinstein; Engagements in A-List Clubs wie Birdland, Jazz Standard, Dizzy's Club und Jazz Showcase; Auftritte bei Top-Festivals wie Monterey, Montreal und Telluride, wo sie Schlagzeugerin war.
Humanité ist anders als jedes Album, das der Grammy-Gewinner Kirk Whalum jemals gemacht hat - das synergetische Ergebnis von Begegnungen und Beziehungen, die auf und neben der Bühne mit einigen der besten Plattenkünstlern aus der ganzen Welt geknüpft wurden.
Nicole Johänntgen im Interview mit Cosmo Scharmer von Jazz-Fun.de
Aufgenommen am 23.09.2019 vor dem Solo-Konzert in der Berliner Petruskirche
Maria Mendes ist Jazz-Sängerin - mit Leib und Seele. Für ihr aktuelles Album erkundet sie jedoch ein ganz anderes Genre, den Fado aus ihrer Heimat Portugal. Die Ergebnisse dieser einzigartigen Umsetzung sind überraschend und erfrischend und durch und durch eindrucksvoll. „Ein symphonischer Jazz-Ansatz zum Fado“, so beschreibt die Sängerin und Songwriterin Maria Mendes die Musik auf ihrem neuen Album Close To Me. „Es ist kein Fado“, betont sie sofort. „Ich habe nur die Musik und Poesie aus diesem Genre verwendet, aber eine ganz persönliche Interpretation vorgenommen, mit neuen Arrangements.“
Eine völlig neue Darstellung von Marek Napiórkowskis künstlerischer Entwicklung zum 30-jährigen Jubiläum seiner musikalischen Arbeit! Marek Napiórkowski - führender polnischer Gitarrist und Komponist. Seit Jahren versteht er sich als vielseitiger Künstler. Jedes musikalische Projekt, das er unternimmt, führt die Zuhörer in neue, faszinierende musikalische Welten.
Einfachheit und Komplexität, Raues und Feines, Tradition und Moderne, all das bringt das neugegründete Florian Hoefner Trio auf seinem aktuellen Album "First Spring" zusammen. Der Pianist und Komponist Florian Hoefner, Jahrgang 1982, ist weltweit in der Jazzszene präsent, mit der 2005 gegründeten Band "Subtone" und mit seiner "Florian Hoefner Group". Aus dem fränkischen Höchstadt an der Aisch stammend, lebt Hoefner nach langjährigen Aufenthalten in Berlin und New York seit 2014 in St. John's.
Vor gut zwei Jahren erschien das Debütalbum dieser österreichischen All Star-Band, deren Sound mindestens so individuell ist, wie es die ungewöhnliche Instrumentenliste verspricht. Mit Tales Of Herbst hinterließen die musikalischen Geschichtenerzähler 2017 tiefe Eindrücke bei Publikum und internationalen Medien. Das Jazzpodium erkannte „...eine genreübergreifende Musik der zarten Töne und feinsinnigen Entwicklungen. Jazzidiom, Improvisation, Folklore und Ethno verknüpfen diese drei Könner zu einer ganz eigenen World Music.“
Vardah, das Urdu-Wort für Rose und der Name eines Zyklons, den Lukas Mantel in Chennai erlebte, ist das, worum es in dieser Band geht. Obwohl die Kraft der Musik kontrollierter und nicht so ungehemmt ist wie der tropische Wirbelsturm, ist sie definitiv immer noch wild und unberechenbar!
Das Entdecken neuer Ufer und die Sehnsucht nach den Wurzeln afro-amerikanischer Musik – zwischen diesen Extremen bewegt sich die Musik von mikroPULS: Dieses Experiment mit Mikrotonalität ist die ideale Verbindung zwischen intellektueller Herausforderung und all jener afro-amerikanischer Erfahrung, aus dem der Jazz sich entwickelt hat und in der auch alle vier Musiker dieses Albums stehen: dem Blues.
Berühren oder beeindrucken – das ist hier die Frage. Und zwar die einzige Frage, die auf „Things We Like To Hear“, dem fünften Album von Nils Wograms Trio Nostalgia zählt. Posaunist Nils Wogram, Drummer Dejan Tersić und Organist Arno Krijger machen es dem Hörer leicht. Mit einer verbindlichen Dub-Melodie starten sie entspannt in ein Album, dessen eingeschlagene Leichtigkeit sie auch in den folgenden acht Songs aufrecht erhalten. Sie lassen alles weg, was weggelassen werden kann und konzentrieren sich aufs Wesentliche. Wogram hat oft genug gezeigt, dass er komplexe Ideen umzusetzen weiß, aber jetzt schlägt er einen neuen Weg ein.
Ungeheuer lebendig und mit der Verführung eines Muskatcookies vermischt das Trio modernen Jazz mit elektronischen Elementen. Dabei kann es leicht geschehen, dass sich ein Space Captain in Rauch und Rot verliert, um gemütlich einen Café Corretto mit einem Hauch Luftmus zu genießen.
Ein Gespräch über "Sing! Inge, Sing! Der zerbrochene Traum der Inge Brandenburg". Ein Film von Marc Boettcher, Deutschland 2011, 118 Minuten Deutschlandfunk, Der Dokumentarfilm „Sing! Inge, Sing!“ wurde im Herbst 2011 fertiggestellt und in den Kinos gezeigt.
„Die Jazz Messengers" der amerikanischen Drum-Legende Art Blakey galten als so etwas wie eine Universität des Modern Jazz, lange bevor es derartige Bildungseinrichtungen überhaupt gab. Generationen von namhaften Musikern gingen durch die Schule des in Pittsburgh/Pennsylvania geborenen Bandleaders. Ein Messenger zu sein, kam einem Ritterschlag gleich.
Mit der Veröffentlichung von Zoo stellt Rainy Days Records stolz die virtuose, eigenwillige Trio-Musik des in Moskau geborenen und in Moskau ansässigen Komponisten-Pianisten Evgeny Sivtsov vor. Aufgenommen im Jahr 2017, gegen Ende von Sivtsovs neunjährigem Aufenthalt in New York City, umfasst die selbstfinanzierte Produktion sechs Originalkompositionen, von denen jede eine individuelle Klangwelt präsentiert, die experimentell und doch fundiert, sardonisch und doch zart ist, durch das fließende Klavierspiel des Leaders geprägt.
Portico Quartet haben ihr fünftes Studioalbum veröffentlicht: mit "Memory Streams" setzen die Briten damit jene musikalische Exkursion fort, die sie schon vor mehr als 10 Jahren mit dem für den Mercury Prize nominierten Debütalbum Knee Deep In The North Sea (2007) begonnen hatten.
Behutsam vibrieren die Saiten. Punktgenauer Ton, bedingungslos klar. Und leise. Die längsten Finger des Jazz tanzen scheinbar schwerelos auf dem Holzsteg entlang; sehnig, filigran und elegant. So wie Ron Carter klingt kein anderer. Sein Kontrabass fabriziert häufig einen knackigen Groove wie ein E-Bass, und doch ist es immer klar definierbar der Sound eines klassischen Instruments.
Eigentlich ist es kein allzu großes Geheimnis. Hinter dem mystischen Projektnamen "Mister Z" verbirgt sich niemand Geringeres als Frank Zappa, der Großmeister der musikalischen Fusion, mit dem sich viele unmögliche Elemente zu einem erstaunlich stimmigen Ganzen verbinden ließen. Hat er nicht auch den legendären Satz geschrieben, den die Leute auch heute noch gerne verwenden, dass Jazz nicht tot ist, sondern nur ein wenig lustig riechen würde?
Das Debütalbum von Mark Weschenfelders Zwitschermaschine hat einen vollkommen eigenständigen Charakter. Krautrock, Psychedelisches, Ambient, Groove und Post-M-Base schimmern durch. Doch es bleibt etwas unverwechselbar Eigenes im losgehenden Fluss der Ereignisse. Man hört etwas Fremdes, doch während man das tut, wird es immer vertrauter.
Das hochkarätig besetzte Ensemble wurde 2019 von Ruben Giannotti ins Leben gerufen. Im Zentrum der Debut-Produktion steht die fragment Suite für Big Band, in der sich der Komponist intensiv mit Perspektivwechseln und der Beziehung zwischen der elektronischen und händischen instrumentalen Tonerzeugung beschäftigt hat. Das Resultat ist ein organisches Gemenge aus klassischen Big-Band-Topoi, Beats, Samples und generativen Automaten, die sich in jeder Schicht entfalten und nicht eineindeutig auf bestimmte Bereiche beschränkt werden.
Die Musik dieser Aufnahmen entstammt „Aspects Of Darkness And Light“, einer Suite für Tenor Saxofon, Streichquartett, Bass und Percussion, die vom Seattle Commissioning Club in Auftrag gegeben wurde und am 24. April 2014 in der Londoner Wigmore Hall uraufgeführt worden war
Mit seinem Blue-Note-Debüt verspricht Bill Frisell ein wenig Harmonie in unsere unharmonischen Zeiten zu bringen. Auf „Harmony“ präsentiert der Gitarrist, der bereits auf Blue-Note-Alben von u.a. Norah Jones, John Scofield und Charles Lloyd mitspielte, ein Programm aus Eigenkompositionen, einer gemeinsamen Komposition mit Elvis Costello und vereinzelten Jazz- und Roots-Music-Klassikern.
Frei nach dem Motto „Alte Bekannte – Neue Band“ haben sich der Kölner Trompeter Matthias Bergmann und der Oldenburger Saxophonist Raimund Moritz nach vielen Jahren entschlossen, ein Bandprojekt mit ihren Lieblingsmusikern zu verwirklichen.
Die jazzahead! gehört zu den Nominierten für den 14. Europäischen Kulturmarken-Award. Eine 42-köpfige Jury aus Kultur, Wirtschaft und Medien benannte die weltweit einzigartige Jazz-Fachveranstaltung der Messe Bremen und ihr Festival als einen von drei Kandidaten für die Auszeichnung „Europäische Kulturmarke des Jahres“. Der Award ist seinem Veranstalter zufolge der avancierteste Kulturpreis in Europa.
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Seit fünf Jahren gibt es dieses junge Schweizer Quartett um Florian Weiss, das landauf, landab die Fachpresse, wie eine stetig wachsende Fangemeinde begeistert – im Frühjahr 2014 gründete der Komponist und Posaunist mit Linus Amstad (Alt-Sax), Philipp Leibundgut (Schlagzeug, Glockenspiel) und Valentin v. Fischer (Bass), damals allesamt Studenten an der Hochschule der Künste Bern, die Band Woodoism.
Jedes Jazz-Konzert ist anders. Wie anders, das ist von vielen Faktoren abhängig. Besonders wichtig ist, wie das Ambiente, die Räumlichkeiten, in denen das Konzert stattfindet, die Frequenzen reflektieren. In der Berliner Petruskirche findet sich das, was beim Konzert von Nicole Johänntgen auf dem JazzBaltica-Festival fehlte und was in der Regel von Jazz-Gruppen weniger gewünscht wird: Hall, jede Menge Hall. Und diesen Hall benötigt die Altsaxofonisten für die Konzeption ihres Solo-Konzertes, für ihre Themen und Improvisationen. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Im Juni 2018 veröffentlichte Impulse! Records „Both Directions At Once“ ein „verlorenes Album“ von John Coltrane, aufgenommen im Jahr 1963, das neue Kompositionen Coltranes, aufgenommen mit seinem Classic Quartet mit McCoy Tyner (Piano), Jimmy Garrison (Bass) und Elvin Jones (Drums), zum ersten Mal ans Tageslicht brachte. Obwohl es ganz danach aussah, dass es sich hier um einen Jahrhundertfund handelt, hat das Schicksal jetzt ein zweites „Coltrane-Ass“ aus dem Ärmel gezogen, denn bei Recherchen im Nachzug zu „Both Directions At Once“ fand sich ein weiteres Tonband mit einer bislang komplett unveröffentlichten Session des Meisters.
„Phosphenes“ ist das Debütalbum der neunköpfigen Instrumental-Band Wanubalé. Jazz, Neo-Soul und Funk, beeinflusst von Broken Beats und Dub. Unverkopft, tanzbar, ekstatisch. Phosphene sind Lichtwahrnehmungen, die im Gehirn erzeugt werden. Von der Netzhaut ausgehende Erscheinungen: Flächen, Farben, Blitze oder geometrische Figuren. Man könnte auch „Halluzinationen“ dazu sagen – Erscheinungen, die einem nach einer durchtanzten Nacht schon einmal begegnen können.
„Ich glaube, dass Musiker jedes Jahr etwas Neues zu erzählen haben“, sagt der 19-jährige Altsaxophonist Makar Kashitsyn, der bereits über den nächsten Schritt nach Jazz Animals, seinem gelungenen Debüt bei Rainy Day Records, nachdenkt. Aufgenommen im Juli 2018, zeigt das Album den riesigen Sound des in Moskau geborenen Wunderkindes, seine schier unbegrenzten Möglichkeiten und scharfe Improvisationslogik: Fünf Originale, je ein Stück des aufstrebenden Tenorsaxophonisten Chad Lefkowitz-Brown und seines Kollegen Nikita Mochalin, der auch vier dynamische Arrangements beisteuert.
Bandleader Frederik Villmow hat für sein Debütalbum einige seiner Lieblingsmusiker versammelt und lud zudem einen der herausragenden Tenorsaxofonisten Europas, Tomas Franck ein.
Wer die CD „Here & Now“ des Maria Baptist Orchestra (MBO) kennt, der sah mit Interesse dem CD-Release-Konzert von „Here & Now 2“ entgegen. Zu erleben war zeitgenössischer Sound einer klanggewaltigen Big Band. Im Konzert des Orchesters war alles zu hören, was exzellenten Jazz auszeichnet: herrliche Kompositionen, ausgefeilte Arrangements, rhythmischer Drive und viel Raum für die individuelle Entfaltung der solistischen Stimmen. Das Konzert im Detail. Ein Bericht von Cosmo Scharmer