Wer tiefer einsteigen möchte, findet zu vielen Meldungen weiterführende Inhalte: detaillierte Album-Reviews, exklusive Interviews, ausführliche Konzert und Festivalreportagen und fundierte Künstlerbiografien. Unsere kuratierten Besten Jazz-Alben bündeln darüber hinaus die prägendsten Veröffentlichungen eines Jahres – als Orientierung in einer stetig wachsenden Jazzwelt.
In ihrem 1980 entstandenen, einstündigen Porträt des Jazzmusikers Albert Mangelsdorff lässt Lucie Herrmann ausschließlich Mangelsdorff und seine Musik sprechen. Im Mittelpunkt steht der Musiker und sein Instrument. Ruhige Kamera-einstellungen sollen eine intensive Kommunikation zwischen Zuschauer und Albert Mangelsdorff herstellen. Die Musikstücke sind bewußt in ihrer vollen Länge in den Film integriert und nicht nur in Häppchen, wie in vielen Musikdokumentationen üblich.
Musik ist die vielschichtigste Form der Kommunikation, dessen Spannung im Jazz durch die Spontaneität der Improvisation noch gesteigert wird: Verbal, audiovisuell, emotional und selbst über die Körpersprache. Im besten Fall stellt sich das vielbeschworene blinde Verständnis, eine unerklärliche Vertrautheit ein. So auch, als der Berner Stimmakrobat und stilübergreifende Komponist Andreas Schaerer 2013 auf den Zürcher Schlagzeuger Lucas Niggli traf.
Unter den dichtenden Musikern des Jazz gilt sie als Die Lyrikerin. Statt Papier oder digitaler Tastatur sind die schwarz-weißen Tasten des Pianos ihr Medium. Ob Stift oder Hände, alles – im sprachlichen Poem wie im musikalischen Gedicht - speist sich aus der Inspiration des Künstlers oder der Künstlerin. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Seit ein paar Jahren bestimmt die Rückkehr der Gitarre den aktuellen Jazz. Nie war die Gitarre so wertvoll wie heute. Der Wahlberliner Paul Peuker gehört in diesen Kontext. 2011 gründete der studierte Komponist sein Oktett Peuker8, um einen Zugriff von größerer Breite zu realisieren. Die faszinierende Fusion aus Jazz und europäischer Klassik, die Peukers außergewöhnliche Kompositionsweise charakterisiert, wird hoch gelobt und erweist sich auch live als tragfähig.
earMUSIC, das international agierende Rock-Pop-Label der Edel Germany GmbH, freut sich über die weltweite Vertragsunterzeichnung von Al Di Meola – dem brillanten, virtuosen Musiker, Komponisten und Arrangeur, der bereits mit 19 Jahren von Chick Corea entdeckt wurde und 1981 mit „Friday Night in San Franciso“ gemeinsam mit Paco de Lucia und John McLaughlin eines der berühmtesten Live-Alben der populären Musikgeschichte verzeichnen kann.
Laut Leserumfrage der Downbeat Magazine ist Mark Wade einer der Top 10 Bassisten des Jahres 2016 und seit 20 Jahren ein aktiver Bassist in New York City. Im Februar 2015 veröffentlichte Wade sein Debütalbum Event Horizon der internationale Anerkennung und Applaus verdient hat. Seine zweite Veröffentlichung „Moving Day“ ist am 19.01.2018 erschienen.
Mit seinen Appellen an die Imagination, hat sich Tigran Hamasyan, der Alchemist unter den jungen, innovativen Pianisten, Komponisten und selbstermächtigten Produzenten, weltweit ein beachtliches Following erspielt. Der 30-Jährige entwirft und verwirft kontinuierlich musikalische Ideen, um sie schließlich zu musikalischem Gold zu verdichten – oft als Vehikel zur Improvisation. Mockroot, sein 2015 erschienener Albumeinstand bei Nonesuch Records, ließ 2015 gleichsam Freunde der Klassik, des Jazz, der Rock- und Weltmusik in die Plattenläden strömen.
Wynton Marsalis und sein Jazz at Lincoln Center Orchestra im Dresdener Kulturpalast 08.02.2018. Eigentlich ist schon alles gesagt und geschrieben worden. Wynton Marsalis, der zeitgenössische Jazztrompeter schlechthin. Ein Musiker, von dem der große Trompeter der klassischen Musik Maurice André, sagte, dass Wynton Marsalis wohl der größte Trompeter aller Zeiten sei. Da ist wenig hinzuzufügen, selbst wenn derartige Superlative stets gewagt sind. Aber sicher ist er einer der ganz Großen. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Romain Leleu (geb. 1983) trat mit 15 Jahren in das Pariser Conservatorium ein und setzte sein Studium in Deutschland an der Musikhochschule in Karlsruhe bei Reinhard Friedrich fort. Heute gilt er als einer der interessantesten jungen Trompetern. Sein Repertoire reicht von Barockmusik über Neue Musik bis hin zu Jazz (mit seinem Ensemble Convergence). Ein Interview von Cosmo Scharmer
Das Cover des kommenden Doppelalbums “Live In Europe” fällt sofort ins Auge. Es ist ein schön arrangiertes Aktfoto der US-amerikanischen Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin Melody Gardot. Zur Intention sagt die Musikerin, sie wolle mit diesem Bild zum Ausdruck bringen, wie verwundbar und nackt sich ein Künstler auf der Bühne fühlt, wenn er sein Innerstes vor dem Publikum entblößt. Und genau das ist die Essenz dieser Live-Aufnahmen.
Ein klassisches Jazz-Klaviertrio? GoGo Penguin sind weit mehr als das. Denn was Chris Illingworth, Nick Blacka und Rob Turner aus Piano, Bass und Schlagzeug herausholen, ist nur schwer unter einem Genrebegriff zu fassen: Akustischer Jazz, Klassik, Indierock, Trip-Hop, Breakbeat, elektronische Musik – auf ihrem neuen Album »A Humdrum Star« gibt es die perfekte Verbindung in handgemachter Musik.
Es sind genau 7644,27 km von Oslo nach Paris, Texas. Doch wenn Helge Lien und Knut Hem zu ihren Instrumenten greifen, fühlt es sich an wie ein Katzensprung. Mit einer einzigartigen Mischung aus Jazz und Bluegrass zeigen die beiden Ausnahmemusiker die verblüffenden Ähnlichkeiten und sich anziehenden Gegensätze zwischen zwei scheinbar widersprüchlichen Welten auf: Der stillen Melancholie der Fjorde und der endlosen Einsamkeit der Canyons; der klirrenden Kälte des norwegischen Hinterlandes und der glühenden Freiheit der amerikanischen Highways.
Vor gerade einmal zwei Jahren veröffentlichten Pericopes +1 ihr Debüt-Trio-Album These Human Beings (Alfa Music) und gewannen damit die Aufmerksamkeit von Jazz-Größen und internationalen Medien gleichermaßen. Der US-amerikanische Tenor- und Sopransaxophonist Dave Liebman beschrieb das Album als «wundervolle, stilistisch breite und makellos gespielte Musik» und das Downbeat Magazin lobte ihre "deutlich spürbare Intention und große Kraft".
Tuomas A. Turunen ist durch seine spielbestimmende Rolle im derzeit zu Europas erfolgreichsten Piano Trios zählenden Emil Brandqvist Trio in den Fokus vieler Jazzliebhaber gerückt. Das umjubelte Trio konnte beispielsweise mit dem vorletzten Album »Seascapes« eine ECHO JAZZ-Nominierung feiern, das aktuelle Album »Falling Crystals« platzierte sich auf Position No. 7 der Deutschen Jazz Charts.
Das ist weder Jazz noch Hip Hop, weder Funk noch Drum’n Bass, weder Pop noch Minimal; das ist Musik ohne Scheu vor Stilgrenzen; Musik für Menschen mit offenen Ohren. Eigenwillig und eigensinnig bleibt die Band von Trompeter Kurt Söldi auch auf ihrem fünften Album. «Chapter Two» präsentiert zehn neue Tracks, auf denen konventionelle Klischees durcheinandergeraten.
Viertes Konzert der Schostakowitsch-Nacht – Potsdam, Nikolaisaal 27.01.2018 | Die Jazz Suite Nr. 2 also, die korrekt „Suite für Varieté-Orchester“ lauten sollte. Daran soll der Jazz in der Suite nicht scheitern, aber wo steckt er? Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Weiterlesen … Die Suche nach Jazz in der Jazz-Suite-Nr.2 oder wider dem tierischen Ernst!
Nach über drei Jahren intensivem touren in Europa und den USA präsentieren Saxophonist Emiliano Vernizzi und Pianist Alessandro Sgobbio mit ihrem neuen und sechsten Duo-Album «What What» eine intime Sammlung melodischer Fragmente und stillen Momenten. Pericopes, die seit 2007 als Duo unterwegs sind, haben ihr brandneues Repertoire zwischen Paris – wo sie zum Jazz Pas Grave Festival eingeladen wurden – und eine Residenz in Piemonte (Italien) komponiert.
Schostakowitsch-Nacht – Potsdam, Nikolaisaal 27.01.2018 | Das komplette Orchester verringerte sich auf die Streicher und verstärkte sich durch das Klavier von Antonii Baryshevskyi und die Trompete von Romain Leleu, was bei einem Konzert für Klavier, Trompete und Streichorchester durchaus sinnvoll ist. Damit sind wir beim 2. Konzert dieser Schostakowitsch-Nacht.
„Altersweisheit trifft Sturm und Drang“ (Spiegel Online). Dies ist nicht nur die treffende Beschreibung für das generationsübergreifende Zusammentreffen von Joachim Kühn mit den über 30 Jahre jüngeren Chris Jennings und Eric Schaefer.
Romain Leleu und die Schostakowitsch-Nacht – Potsdam, Nikolaisaal 27.01.2018. Zugegeben, einen Tipp gab es schon. Dazu kam das Interesse, die Jazz-Suite Nr.2 von Dimitri Schostakowitsch live zu hören und diese Musik auf ihren Gehalt an Jazzelementen im Konzert „abzuklopfen“. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Weiterlesen … Filmmusik oder die Suche nach Jazz in der Musik von Schostakowitsch
Mit "Black, White and a Little Bit of Grey" erreicht Fiona eine noch höhere Ebene der Klangpräzision und zarten Ausdruckskraft. Im Einklang mit der Band, das sie begleitet, erliegt sie nie der Versuchung der Selbstdarstellung oder des Überflusses. Mit ihrer Gesangskunst, durch die sie sich von vielen ihrer Zeitgenossen absetzt, steigt sie in neue Sphären der Ruhe, Stärke, Intensität und Klarheit auf.
Der mazedonische Komponist und Multiinstrumentalist Dine Doneff (oder Kostas Theodorou, wie sein amtlicher griechischer Name lautet) präsentiert seine Balkan-Jazz-Folkoper Rousilvo. Nachhaltig von der Kultur seines Heimatlandes geprägt, erschafft Doneff hier durch die offenen Dialoge innerhalb eines Septetts ein dichtes musikalisches Gewebe.
Unmittelbar nach der Veröffentlichung seines Debüt – Album „Where I Come From“ attestierte der SPIEGEL: „Großartiger Start eines Supertalents“, die NEUE MUSIK ZEITUNG kürte das Album zum „Debüt des Monats“ und die renommierte „Münchner Konzertgesellschaft“ verlieh ihm den Jazz – Förderpreis. Bei seinen zahlreichen Auftritten zum Beispiel beim „Rheingau Musik Festival“ oder den angesagten Jazzclubs der Republik löste er Begeisterungsstürme aus.
„In Paris: The Definitive ORTF Recording“ greift das Konzert der Jazz-Legende Wes Montgomery während seiner einzigen Europa Tournee auf, das am 27. März 1965 im Théâtre des Champs Elysées in Paris stattfand. Dieser erste offizielle Release des legendären und einmaligen Konzertes zeigt die wahrscheinlich beste Live-Performance Wes Montgomerys. Die Aufnahmen werden in Zusammenarbeit mit dem Institut national de l’audiovisuel (INA) veröffentlicht, mit High-Resolution Audios von den Original Bändern.
Es gibt musikalische Konstellationen, die so naheliegend sind, dass sich die Frage aufdrängt, warum sie nicht schon lange Wirklichkeit geworden sind. Und wenn sie dann endlich doch ins Licht der Öffentlichkeit treten, erscheinen sie uns so vertraut, als würden wir sie bereits seit Jahrzehnten kennen. Eine dieser Konstellationen ist das Duo des Trompeters Till Brönner und des Bassisten Dieter Ilg.
Eine Band, deren Musik dem Hörer gut bekannt ist, was kann diese noch bieten? Vermutlich wenig, wäre eine gängige Überlegung. Die Musik ist gut, sehr gut oder gar ausgezeichnet, aber ich kenne diese Musik zu Genüge. Dies klingt plausibel, ist nicht ganz falsch, aber auch nicht richtig. Ein Bericht von Cosmo Scharmer
Essen. Auch in der laufenden Spielzeit gibt die Reihe „WDR 3 Campus: Jazz“ wieder herausragenden Jazz-Ensembles der beiden Musikhochschulen in Köln und Essen die Gelegenheit, ihr Können vor einem breiten Publikum zu präsentieren.
Dass Frederik Kösters Band Die Verwandlung ihrem Namen alle Ehre machen kann, weiß man seit ihrer Gründung vor rund fünf Jahren. Im September 2015 veröffentlichte sie mit Tension/Release ein herausragendes, weithin gelobtes Album. Beim NDR war es CD der Woche, dazu hieß es u.a.: „...selbstbewusst und sicher im Zentrum des zeitgenössischen Jazz. Best of made in Germany.“
Besser lässt sich die Aufbruchsstimmung in einer Band wohl kaum auf den Punkt bringen. Vier junge Musiker stehen voller Euphorie in den Startlöchern, begierig darauf, endlich loslegen zu dürfen. Insofern passt der Titel »Cast Off - Leinen los« für das Debütalbum des Quartetts des Alt- und Sopransaxofonisten Fabian Schöne. Leinen los und hinaus in die raue See des professionellen Musikerlebens!
„All der Jazz“ mit seltenen Aufnahmen von Jazz-Stars aus den SWR Archiven // 14. Januar, 9:15 Uhr, SWR Fernsehen. Das SWR NEWJazz Meeting ist seit 1966 eine künstlerische Forschungsstation in Sachen improvisierter Musik. Völlig unterschiedliche Musiker, die zuvor noch nie zusammen gespielt haben, erarbeiten in einem mehrtätigen Prozess beim SWR ein gemeinsames Programm, das sie anschließend auf Konzerten im Sendegebiet präsentieren. In seiner filmischen Collage „All der Jazz – 50.
Durch sein triumphales Comeback-Album »Evolution« (2016) ist der mittlerweile 75-jährige Hammond-Organist Dr. Lonnie Smith wieder in aller Munde. Labelchef Don Was holte den Künstler, der in den Sechzigern und Siebzigern mit enorm groovenden Blue-Note-Alben Furore machte, zum Label zurück.
Weder Jazz noch Hip Hop, weder Funk noch Drum’n Bass, weder Pop noch Minimal … Schubladen passen nicht, um die Musik von Motek zu beschreiben. Zu eigenwillig ist der Weg der Winterthurer Band, zu eigensinnig die Klangfarben der Trompete, zu eigenständig der Mix aus alt und neu und aus allem, was den Sound von morgen ausmacht. Wer will spricht von Nu-Jazz; besser aber passt … Motek.